Ein Arzt in Großbritannien Teil II
Junger Assistenzarzt als PRHO
Clemenz Henze
Der PRHO ist das Äquivalent zum ehemaligen AiPler, also einem jungen Assistenzarzt in Deutschland. Die Stellenaussichten sind vor allem in den ländlichen Gebieten gut, während in den Universitätsstädten etwas Glück, Können oder Beziehungen dazugehören. Es gibt zwei Möglichkeiten als PRHO zu arbeiten. Entweder man bewirbt sich für je Halbjahresstellen oder auf eine Ein-Jahres-Rotationsstelle. Die Rotationsstellen sehen je vier Monate in Chirurgie, Innerer Medizin und einer Allgemeinarztpraxis vor. Die Halbjahresstellen rotieren nach drei Monaten.
In Chirurgie bedeutet das eine Rotation zwischen Orthopädie, Urologie und Allgemeinchirurgie mit Subspezialisierungen wie oberer/unterer GI Trakt oder Gefäßchirurgie. In Innerer Medizin ist häufig Geriatrie mit einer nicht-geriatrischen Stelle gekoppelt.
In den letzten Jahren hat sich die Regelung gelockert, und es ist möglich, in vielen anderen Fachgebieten als PRHO zu arbeiten. Ausgenommen sind Gynäkologie, Dermatologie und Neurologie, die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Aufgrund einer starken Interessenvertretung und des Urteils des Europäischen Gerichtshofes zur Arbeitszeitenregelung für Mediziner, ist eine 56 Stunden-Woche die Basis der meisten Stellenausschreibungen. Die Bezahlung richtet sich nach einem Grundgehalt, das um einen Ausgleich für Tag- und Nachtdienste sowie Feiertage ergänzt wird. Das Jahresgrundgehalt beträgt im ersten Jahr ca. 25.400,00 € (17.900,00 GBP). Je nach Diensthäufigkeit und tatsächlicher Arbeitszeit bekommt man einen prozentualen Aufschlag gerechnet vom Grundgehalt, der sich Band nennt. Band 1A = 40%; Band 1B = 30%; Band 1C = 20%; Band 2A = 50%; Band 2B = 42%; Band 3 = 62%; Band FA = 25%; Band FB = 5%; Band FC = Dienst basierend. Die meisten Stellen werden mit Band 2A bezahlt.