Es gibt eine Vielzahl von Literaturkatalogen und -datenbanken. In den meisten Fällen ist der Index Medicus bzw. sein elektronisches Pendant MEDLINE ausreichend. Bei speziellen Fragestellungen wird man allerdings auf andere Datenbanken zurückgreifen müssen. In den folgenden Abschnitten sind einige davon kurz beschrieben. Bei Fragen und Problemen sollte man sich frühzeitig an einen Bibliothekar der Universitätsbibliothek wenden.
Herkömmliche Recherchetechniken
Entsprechend der Entstehung beschreiben wir zunächst die herkömmlichen Recherchetechniken, auch wenn sie heute fast schon angestaubt wirken. Allerdings basieren auch moderne Suchtechniken auf dieser Grundlage.
Index Medicus
Den Index Medicus gibt es seit über 100 Jahren. Er besteht aus zwei Teilen: einem Autoren- und einem Schlagwortverzeichnis. Die Verzeichnisse werden monatlich aktualisiert und jahrgangsweise in Form mehrerer Bände als Cumulated Index Medicus zusammengefasst. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass eine zum Jahresende erscheinende Arbeit erst im Index Medicus des folgenden Jahres erscheint, da zwischen dem Erscheinen des Artikels und der Erfassung im Index Medicus sechs bis zwölf Monate liegen. Im Autorenverzeichnis sind sämtliche Erst- und Koautoren mit den vollständigen Literaturangaben aufgelistet.
Im Schlagwortverzeichnis findet man Artikelnachweise zu einem bestimmten Thema, wenn dieser Artikel mit dem entsprechenden Schlagwort versehen wurde. Diese Artikelnachweise, Zitate oder Bibliographien genannt, beinhalten Erstautor, Titel, Zeitschrift, Jahrgang, Band und Seitenzahl.
Die Artikel sind gruppiert
Die Artikel sind unter dem betreffenden Schlagwort nach Sprachen gruppiert; nach den englischen Publikationen folgen die an- deren in der alphabetischen Reihenfolge der Sprachen. Wenn bei einer nichtenglischen Arbeit ein englischer Abstract vorhanden ist, wird dies vermerkt. Die Schlagwörter werden von der „National Library of Medicine" vergeben und im MeSH-Katalog aufgelistet (MeSH = „Medical Subject Heading"). Hierbei handelt es sich um einen kontrollierten Satz von 16.000 Vokabeln, die hierarchisch in 15 Baumstrukturen, wie z.B. Anatomie, Krankheiten oder Medikamente aufgegliedert sind. Dazu gibt es noch einen Satz von 76 Unterpunkten („subheadings"), wie z.B. Therapie oder Diagnose, die die Spezifität der eigentlichen Schlagwörter erhöhen. Deswegen ist es sinnvoll, die eigenen Schlagwörter zuerst anhand eines Englischlexikons und anschließend mit dem MeSH-Katalog zu vergleichen, um sicherzustellen, dass nach den richtigen Begriffen gesucht wird.