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Ein unglaublich schönes Reiseziel

Exotisches Famulieren in Taiwan

Saskia Fischer

Ein unglaublich schönes Reiseziel

© S-Kalle / PIXELIO
Flughafen Frankfurt/Main: Am Abfertigungsschalter stehen in einer schnurgeraden Reihe viele kleine dunkelhaarige Menschen mit schmalen Augenlidern. Wohin geht ihre wie meine Reise? Nach Ostasien, genauer gesagt nach Taiwan. Seit ich gehört habe, dass man mit der bvmd auf dieser vor China liegenden Insel im Bereich der Akupunktur famulieren kann, hatte ich nur noch dieses eine Ziel im Kopf. Die Reisevorbereitungen waren einfach, dafür aber zeitaufwendig: Man muss ein Visum beantragen, das dauert, und man muss sich impfen lassen; in meinem Fall genügte eine Typhusimpfung. Vorbereitet hatte ich mich mit der Lektüre des Lonely Planet und natürlich über die Teilnahme an einem Akupunkturkurs.

Fernseher im Linienbus

Gleich nach der Landung stehe ich vor der ersten Hürde: Der Geldautomat spricht nur Chinesisch und will meine Karte nicht akzeptieren. Also musste ich doch am Schalter Geld wechseln. Dies klappte problemlos. Schwieriger war es dann schon, den Bus zum Hauptbahnhof zu finden: Englisch sprachen zwar fast alle Leute, die ich fragte, aber die Aussprache war sehr gewöhnungsbedürftig. Doch mit Hilfe sehr freundlicher Menschen gelang es mir schließlich, den richtigen Bus zu finden. Ich staunte, denn obwohl es nur ein Linienbus war, war der mit einem riesigen modernen Fernseher ausgestattet!

Sogar das Frühstück wird nicht zu Hause eingenommen

Durch den morgendlichen Berufsverkehr mit beeindruckend vielen Mopeds an allen Kreuzungen fuhren wir zum Hauptbahnhof von Taipeh. Nach vierstündiger Zugfahrt erreichte ich endlich mein Ziel: Kaohsiung im Südwesten der Insel. Erfreulicherweise wurde ich dort von meinen Betreuern abgeholt. Sie waren sehr bemüht und besorgt um mich und brachten mich zur Universität und meinem Zimmer. Geschafft! Die Uni wirkte sehr amerikanisch auf mich: Es gab einen riesigen Sportplatz, der voller Menschen war, und eine offene Sporthalle. Ich war sehr glücklich darüber, ein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bad zu bekommen! Eine Küche suchte man im Wohnheim aber vergebens: Denn Taiwanesen kochen so gut wie nie selbst, sogar das Frühstück wird an einer der zahlreichen fahrenden Küchen gekauft. Das Essengehen war für mich immer ein kleines Abenteuer: Viele Sachen schmeckten mir sehr gut, manche allerdings überhaupt nicht. Meistens ging ich mit den anderen Studenten essen, die mir gerne bei der Auswahl behilflich waren.

Gelauscht (Foren)

Erst Derma, dann TCM

Am nächsten Morgen stand mir mein erster Arbeitstag bevor. Bereits im Vorfeld war mir mitgeteilt worden, dass es ein Problem mit der Akupunktur gäbe und ich in die Abteilung meines Zweitwunsches geschickt werde. Vor Ort ließ sich dieses Problem jedoch so lösen, dass ich eine Hälfte meines Aufenthalts in der Dermatologie verbrachte und die andere in der TCM-Abteilung. In der Dermatologie wurde ich sehr freundlich empfangen und es wurde ein genauer Wochenplan für mich erarbeitet. Die meiste Zeit verbrachte ich in der Ambulanz, weil sich dort sehr viele verschiedene Patienten vorstellten und ich die Ärzte direkt begleiten konnte. Diese waren sehr bemüht, mir etwas beizubringen und möglichst viel ins Englische zu übersetzen. Sehr viele verschiedene Krankheiten konnte ich dort sehen, die in Europa eher selten sind.
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