Zurück auf die MEDI-LEARN Startseite - klick hier Campus:
- vor dem Studium
- Vorklinik/Klinik
- Doktorarbeit
- Examen / Prüfungsvorbereitung
- Ausland
- .... u.v.m. Examen:
- Examensplaner
- Pürfungsprotokolle
- Lernen, wie die Profis
- Profi-Tipps zur MC-Prüfung
 - .... u.v.m. Der MEDI-LEARN Club
- Examensservice Deluxe
- regelmäßige Geschenke
- Semesterausfallversicherung
 - .... u.v.m. Rooms:
- StudMed-Room
- Deutsche Ärzte-Finanz-Room
- (Alt)-Examina zum Download
 - .... u.v.m. Alles rund um die
MEDI-LEARN Skripte 
zum Physikum und Hammerexamen Forum:
- Foren zu Studienabschnitten
- Auslandsforen
- Speakers Corner
- Die weite Welt
- .... u.v.m. Repetitorien:
- Physikumskurse
- Staatsexamenskurse
- Effektive Examensvorbereitung
 - .... u.v.m. Hier klicken und mehr erfahren! Hier klicken und mehr erfahren!
 
 
Index komplett aufrufen
Newsletter kostenlos bestellen:
Detailinfos - klick hier!
MEDI-LEARN Home : Campus : doktorarbeit : Forschungsprojekt-im-Himalaya
Webcode:

 


Forschungsprojekt im Himalaya

Wie viel wissen Trekkingreisende über Erste Hilfe?

Christine Scharfenberg

Wie viel wissen Trekkingreisende über Erste Hilfe?

Es war im November 2007, ich war gerade ins siebte Semester gekommen, als ich mir überlegte, dass es an der Zeit sei, mich um eine geeignete Doktorarbeit für mein Freisemester zu kümmern, welches im darauffolgenden Februar beginnen sollte. Ich fing also an, auf den Webseiten meiner Universität ein wenig zu recherchieren und mich bei Freunden umzuhören.

Diesen Artikel
ausdrucken ... Über diesen Artikel
diskutieren ... Diesen Artikel
weiterempfehlen ...

Es boten sich eine Menge Sachen an, zum Beispiel acht Monate lang im Labor Knorpelzellen anzuzüchten; künstlich bei Schweinen einen Hydrozephalus hervorzurufen und den Hirndruck nachts alles 30 Minuten zu messen; Röntgenbilder von einigen hundert Patienten auf Morbus Perthes zu untersuchen oder die Eigenschaften eines schon lange gesuchten Proteins zu beschreiben. Für mich war allerdings nichts dabei, es war schließlich mein Freisemester, auf das ich 3,5 Jahre hingearbeitet hatte und da wollte ich etwas erleben, auch außerhalb den Wände der Universität und seinen spannenden Forschungslabors. Ich wollte hinaus in die Welt und da bot sich dann plötzlich die Möglichkeit, an einem Forschungsprojekt im kommenden März im nepalesischen Himalaya teilzunehmen. Bis März musste dann noch viel getan werden: Zunächst gründeten wir eine Arbeitsgruppe, welche wir ADEMED 2008, Aachener Dental and Medical Expedition, nannten und es fanden sich vier Doktorandinnen, die das Projekt zusammen durchführen wollten. In meinem Teil sollte es darum gehen, herauszufinden wie viel die Trekkingreisenden im nepalesischen Himalaya über erste Hilfe wissen und wie ihr Ausbildungsgrad ist. Zunächst musste ich also einen Fragebogen entwerfen und das nicht nur auf Deutsch, denn wir wollten Reisende aus allen Ländern befragen. Nach drei Monaten der Vorbereitung und liebevoller und hilfreicher Unterstützung durch unseren Doktorvater ging es dann endlich los:

Tagesablauf

15.2.2008, 2.00 Uhr, Turkish Airlines, New Delhi Airport: Mein Freund holt mich ab, ein selbstgemaltes Schild mit meinem Namen hält er hoch und auch mein Herz springt in die Höhe, ich freue mich sehr, ihn zu sehen. Wir haben beschlossen, bevor mein Projekt beginnt, noch gemeinsam in Indien zu reisen.

28.2.2008, Varanasi: Ich bin alleine. Mein Freund ist heute wieder nach Deutschland geflogen. Die letzten zwei Wochen sind viel zu schnell vergangen, aber wir haben sehr viel erlebt. Wir waren auf einer indischen Hochzeit im Süden, haben uns dort Hände und Füße mit Henna am Vortag bemalen lassen sind am nächsten Morgen um 6.00 Uhr zur vierstündigen Zeremonie eingetroffen. Varanasi, die heilige Stadt, war auch beeindruckend mit seinen bunten Farben und dem Leben und Tod rund um den Ganges. Wer hier stirbt und dessen Asche in den Ganges gestreut wird, der soll vor Wiedergeburt geschützt sein und ein Bad im Ganges soll von den Sünden reinigen.

1.3.2008, Pokhara: Wir sind schon zu zweit, jetzt fehlt noch die andere Hälfte unserer Arbeitsgruppe, dann sind wir komplett. Es ist richtig kalt hier und mir wird bewusst, dass ich nicht genug warme Kleidung habe. Ein Glück kann man hier gut Trekkingkleidung kaufen und ich decke mich mit Fleece- und Wollsachen ein. Uns fällt ein, dass wir nicht wissen, was wir auf 3500m Höhe, dort wo unsere Forschungsstation liegt, wohl zu Essen bekommen, schließlich muss dort alles hinaufgetragen werden. Ob es dort wohl Milch gibt? Wir kaufen Unmengen von Müsli ein und zur Sicherheit auch Milchpulver.

3.3.2008, auf dem Weg nach Manang: Dort wollen wir also unsere Forschungsstation aufbauen. Das ist 5 Tagesmärsche von der letzten Straße entfernt. Ich kann nicht mehr, es ist so anstrengend, dass ich glaube, ich käme niemals da oben an. Die anderen haben für den Aufstieg trainiert: Klettern und jeden Tag joggen. Ich nicht. Ich habe für meine letzte Klausur gelernt, hätte ich die nicht bestanden, hätte ich nicht nach Indien fliegen können. Ein Glück habe ich mich dafür entschieden, dass ein Porter meine Sachen trägt. Mit den Massen an Müsli, käme ich wohl wirklich nie da oben an.

Einen Tag später: Ich lasse meine Gruppenmitglieder ohne mich voranschreiten und schließe mich einer Gruppe an, die ein gemütlicheres Tempo hat.

10.3.2008, Manang: Es ist eiskalt hier oben. Nachts gefriert das Wasser in den Leitungen, wir haben keine Heizung und ich weiß nicht, wie ich schlafen soll, weil mein Schlafsack mich nicht warm hält.

11.3.2008, Manang: Ich habe schon seit ein paar Tagen nicht geduscht, ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass ich nach einer Dusche mit kaltem Wasser jemals wieder warm würde. Morgens ist eine Eisschicht auf dem Wassereimer, den ich mir abends zum Waschen abfülle, das ist schon kalt genug. Ich entschließe mich lieber für Katzenwäsche.

13.3.2008, Manang: Mit unserer Forschungsarbeit kommen wir gut voran. Viele Probanden beantworten unseren 45 Minuten langen Fragebogen und es macht Spaß, sich mit ihnen zu unterhalten.

17.3.2008, Manang: Ich habe Frostbeulen an den Fingern, das tut schrecklich weh. Ich trage nur noch Handschuhe, auch im Bett und beim Essen.

20.3.2008, Manang: Die letzten drei Tage und Nächte hat es geschneit, alles ist weiß und sieht wunderschön aus. Nur die Kälte setzt mir zu. Ich schlafe mit zwei Fleecejacken, Handschuhen, Mütze und Schal.

Fazit

Mitte April haben wir nach mehreren Wochen spannender Arbeit mehr als 450 Probanden interviewt und bringen unser Projekt so langsam zu Ende. Es besteht die Möglichkeit den Annapurnarundweg für 14 Tage über den 5600m hohen Pass fortzusetzen oder ins Tal zurückzufliegen. Ich entschließe mich für letzteres, ich habe die Kälte satt und außerdem ist mir Trekking in diesem Tempo zu anstrengend. Also verlasse ich meine Gruppe, um nach Pokhara zurückzukehren. Ich habe Glück und am nächsten Tag geht eine Maschine. Das ist nicht selbstverständlich, da es in den letzten Tagen wieder viel geschneit hat. Meine Mitreisenden haben alle schon mehrere Tage gewartet, dass es endlich los geht. Nach 20 Minuten bin ich da: 23°C, strahlender Sonnenschein und ich freue mich. Ich setze mich an den Pokharasee, bestelle ein leckeres Frühstück, genieße die Aussicht und die Wärme und lasse die letzten Wochen Revue passieren. Schön war’s, aber nicht immer leicht. Nun freue ich mich darauf das Land zu erkunden und denke erstmal nicht daran wie viel Arbeit mit dem Auswerten der Daten noch auf mich zukommt.

Emailadresse Autor:




Links zum Artikel:
    MEDI-LEARN Foren



Newsticker MEDI-LEARN
Artikels2Newsticker
Letzte Aktualisierung: 14.03.2010 Der Webcode dieser Seite lautet: CA2909

Dies ist ein Ausdruck der Webseite von MEDI-LEARN.
Das Dokument ist unter folgender Adresse zu finden: http://www.medi-learn.de/CA2909

© MEDI-LEARN 1996-2010