v.l.n.r. Prof.Dr.med.Rolf Kreienberg, Heide Kurth (Moderatorin), Dr.med.Astrid Bühren, Dr.med. Katrin Welcker Foto: Azamat Damir, Zukunft Medien GmbH/ ZAMAN
Familienfeindliche Arbeitsbedingungen in Kliniken und Praxen erschweren es Ärztinnen, im gewünschten Ausmaß ärztlich tätig zu sein oder reduzieren ihre Karrierechancen. Dr. med. Katrin Welcker, Leitende Oberärztin am Klinikum Bremen-Ost: „Kinder und Karriere – das geht immer noch nicht. Ohne massive Unterstützung ist dies vor allem auch für alleinerziehende Mütter gar nicht zu schaffen. Nach sechs Jahren hartem Studium sind die Bedingungen in einer Klinik für hochmotivierte Ärztinnen – von Ausnahmen abgesehen – alles andere als familienfreundlich. Ich konnte Familie und Beruf nur unter einen Hut bringen, weil ich von meiner Familie unterstützt wurde.“
Die Feminisierung in der Medizin wird jedoch in der ärztlichen Selbstverwaltung, in den Fachgesellschaften durchaus als Bedrohung empfunden und negative thematisiert. So wird inzwischen das Fach Gynäkologie und Geburtshilfe absolut von Frauen dominiert. Prof. Dr. med. Rolf Kreienberg, Ärztlicher Direktor der Universitätsfrauenklinik Ulm und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): „Die zunehmende Feminisierung in unserem Fach ist eine große Herausforderung. Das Fach und das Berufsbild muss in vielen Teilen völlig neu gestaltet werden, insbesondere in Anbetracht der existierenden Arbeitszeitgesetze und auf Grund der Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung. Beruf und Familie müssen in Zukunft in viel stärkerem Maße in Einklang gebracht werden. Wichtig ist, dass Ärztinnen auch in leitende Positionen Eingang finden“.
Der Deutsche Ärztinnenbund hat Checklisten „Das familienfreundliche Krankenhaus“, „Studieren mit Kind“ sowie „Die familienfreundliche Niederlassung“ erarbeitet. Diese Checklisten sind auf der Homepage des DÄB abrufbar - ebenso wie eine Liste mit Kliniken, die Kinderbetreuung anbieten.