teaser bild

Benutzername:

Passwort:

Jetzt registrieren

Passwort futsch!?

;-)

Pressemledung Ärztekammer Niedersachsen

Erste Studie zur Situation von Honorarärzten in Deutschland: Aufruf zur Teilnahme

Pressestelle äkn

Erste Studie

Sie besetzen Notarzteinsatzfahrzeuge und begleiten Krankentransporte als Arzt. Sie vertreten in Kliniken ausgefallene Kollegen und springen dort ein, wo Facharztstellen kurzfristig nicht besetzt werden können. Die Rede ist von Ärzten, die neben ihrer regulären Beschäftigung honorarärztlich tätig sind oder sogar ausschließlich ihren Unterhalt mit ärztlichen Interims-"Jobs" bestreiten. Der hierzulande zunehmende Facharztmangel sorgt dafür, daß anscheinend immer mehr Kliniken auf Honorarärzte zurückgreifen.

  Gab es vor einigen Jahren noch überwiegend in ländlichen Gebieten die Möglichkeit als Honorararzt tätig zu werden, so hat der Bedarf an vorrübergehend tätigen Ärzten mittlerweile auch die Ballungsgebiete erreicht. Es hat sich dabei ein regelrecht boomender Markt für Vertretungen durch Honorarärzte entwickelt. Durch deren Vermittlung verdienen in der Zwischenzeit über dreißig Agenturen und Makler ihren Lebensunterhalt. Schätzungen der Agenturen lassen vermuten, daß derzeit zwischen 3.000 - 4.000 Ärzte in Deutschland, zumindest gelegentlich, honorarärztlich tätig sind. So relativ neu das Tätigkeitsbild des Honorararztes hierzulande ist, so etabliert ist es in anderen Ländern: In den angloamerikanischen Ländern werden sie als “Locum Doctors”, in Frankreich als “Médicines Remplaçants” und in der Schweiz als “Vikarärzte” bezeichnet. Dort sind sie seit Jahren fest ein etablierter Bestandteil des Gesundheitswesens.

Hierzulande zeigen sich jedoch Probleme mit dieser ärztlichen Tätigkeitsform, die es offiziell eigentlich gar nicht gibt: In der Berufsordnung der einzelnen Ärztekammern ist der Honorararzt als eigenständige Tätigkeit bisher nicht vorgesehen. Es gibt keine eindeutigen Regelungen hinsichtlich der Ärztekammerzugehörigkeit und zunehmend Probleme in Bezug auf die Ärzteversorgung, wenn Honorarärzte von Job zu Job durch das ganze Land ziehen und in mehreren Ärztekammerbezirken tätig sind. Kritik gibt es u.a. auch von den angestellten Kollegen: Honorarärzte verdienten viel zu viel Geld für die gleiche Arbeit. Sie werden von manchen verächtlich als "Rosinenpicker" bezeichnet, weil sie sich unangenehmen Diensten an Feiertagen und Mehrarbeit entzögen. Sie machten medizinisch, was sie wollen und unterliegen nicht den üblichen Anweisungen der Abteilungsleiter. Ja, es ist sogar von "vagabundierenden schwarzen Schafen" die Rede, die mancherorts durch fachliche Inkompetenz bis hin zu gravierenden persönlichen Gesundheitsmängeln auf fielen.

Honorararzttätigkeit als ein unkontrolliertes Schlupfloch für "Versager" oder der Honorararzt als hochqualifizierte Stütze eines zunehmend in die Ecke gedrängten Gesundheitswesens? Keiner weiß es! Es gibt bisher keine Untersuchungen oder gar valide Daten, die eine objektive Aussage zur Dimension, des für viele Ärzte doch offensichtlich attraktiven Tätigkeitsbildes erlauben. Wie viele Honorarärzte oder Ärzte, die dies gelegentlich ausüben, gibt es derzeit in Deutschland? Wie ist ihr berufsbiographischer Hintergrund? Was bewegt sie, die etablierten beruflichen Wege zu verlassen? Welche Erfahrungen machen sie als Honorararzt? Wo stoßen sie auf Probleme? Könnte man sogar etwas von Honorarärzten lernen, wenn es um die Gewinnung und das Halten von Fachpersonal an deutschen Kliniken geht? Antworten auf diese und weitere Fragen sucht derzeit eine, von Ärztekammern unterstützte Studie.

Teilnehmen an dieser Studie kann jeder Arzt, der entweder von Zeit zu Zeit honorarärztlich tätig ist oder der seinen gesamten Lebensunterhalt allein durch diese Form der ärztlichen Tätigkeit verdient. Wenn Sie also von Zeit zu Zeit Praxisvertretungen machen oder sich bei Honorararztagenturen registriert haben und für diese honorarärztlich tätig sind oder wenn Sie sogar nur noch auf Honorarbasis arbeiten, dann sind Sie herzlichst eingeladen an dieser Studie teilzunehmen. Trotz der notwendigen Registrierung mittels einer E-Mailadresse und einem frei wählbaren Benutzernamen, erfolgt die Auswertung der Daten vollkommen anonym und die erhobenen Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Der Online-Fragebogen, über den eine Beteiligung an der Studie möglich ist, wurde von Alexander Teske, Doktorand an der Universität Homburg-Saar hat im Rahmen seiner Dissertation entwickelt, die wissenschaftliche Betreuung der Studie erfolgt durch Prof. Dr. Dr. med. Günter Ollenschläger, Apl.-Professur an der Med. Fakultät der Universität zu Köln und Leiter des Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ).

Quelle: www.aekn.de