teaser bild

Benutzername:

Passwort:

Jetzt registrieren

Passwort futsch!?

;-)

Mainzer Medizinstudenten wehren sich gegen mehr Kürzungen

Bildungsprotest

Fachschaftsrates Medizin Mainz

Demonstration

Kommenden Donnerstag, den 19.11.2009 findet um 10 Uhr eine Kundgebung der Mainzer Medizinstudenten an der Uniklinik statt.
Dies geschieht aus zweierlei Gründen:
1. Das Lehrbudget wurde um 2,3 Millionen Euro gekürzt.
2. Zum anderen beklagen die Studierenden die schlechten Bedingungen im Praktischen Jahr (PJ).
Die Forderungen der Mainzer Medizinstudenten sind demnach folgende:
- Mehr Gelder für die Lehre – keine Budgetkürzungen
- Freie Kost und Logis oder adäquate Kompensation für Medizinstudenten im PJ
- Indirekte Zuwendungen bis 250 Euro pro Monat müssen zulässig sein

Nach der Privatisierung der Universitätsmedizin Mainz beschloss der neue Aufsichtsrat, 2,3 Millionen Euro aus dem Lehrbudget zu nehmen. Dies sind 15% des Lehrbudgets. Somit ist dieses Geld der Lehre nicht mehr zugänglich! Stattdessen wurde dieses Geld über die leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) der Forschung zugeteilt.
Durch dieses Vergabesystem werden Geldzuweisungen fast ausschließlich von Publikationen und Drittmitteln abhängig gemacht. Forschung wird überlebenswichtig für die Institute – dadurch fehlt Zeit für die Lehre. Gute Lehre wird nicht honoriert. Noch haben Kriterien für gute Lehre keinen Zugang in das LOM System gefunden.
Wirtschaftliche Interessen behindern die Ausbildung Ihrer zukünftigen Ärzte. Alles unter dem Deckmantel der leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM). Dadurch wird eine Grundaufgabe der Universitätsmedizin – die Lehre – degradiert! Diese Entscheidung wurde gegen den Willen des Fachbereichsrats (in dem Professoren, Studenten und Mitarbeiter sitzen) getroffen, er wurde übergangen. Dies zeugt eindeutig von einer Entdemokratisierung der Universitätsmedizin, gewählte Gremien werden entmündigt.

Von studierender Seite werden die Zustände im PJ scharf kritisiert. Im letzten Jahr des Medizinstudiums arbeiten die Mainzer Studenten Vollzeit ohne Bezahlung im Krankenhaus. Lehrkrankenhäuser sind bis zu 150 km von Mainz entfernt. Derzeit sind viele Studenten/innen gezwungen, zusätzlich zu der 40-Stunden-Woche ihren Lebensunterhalt durch Nebenjobs/Kredite zu bestreiten. Im Interesse der Lehre sollte die Zeit neben der Arbeit im Krankenhaus als Studienzeit frei bleiben. Daher fordern wir freie Kost und Logis und die Erlaubnis, dass indirekte Zuwendungen (z. B. Büchergutscheine, Fahrtkosten) bis 250 Euro pro Monat geleistet werden dürfen. Dies wäre zumindest eine Anerkennung unserer aufwendigen und zeitintensiven Arbeitswochen.

Die Lehre in der Universitätsmedizin muss weiterhin eine große Rolle spielen. Durch die Entscheidung zu Ungunsten der medizinischen Ausbildung kommt dieser „eine große Summe an Geldern abhanden, die Institute, und damit Lehrende und Lernende, dringend benötigen.“ (E-Mail FBR an die Medizinstudenten/innen) Dies sollte insbesondere die Ministerin für Bildung und Wissenschaft Frau Ahnen, als Mitglied des Aufsichtsrates, interessieren.