Interview mit Dr. med. Christoph Lukas (Sportmediziner)
Das Medizinstudium - Interview mit praktizierenden Ärzten
Redaktion Medi-Learn.net
Wir möchten in der Reihe "Interview mit Ärzten" an dieser Stelle das Gespräch mit Herrn Dr. med. Christoph Lukas (Sportmediziner) veröffentlichen, der unseren kleinen Fragenkatalog wie folgt beantwortet hat.
Beschreiben Sie bitte kurz Ihren studentischen Werdegang (Studienort, Studienverlauf, Studienzeit etc.). An welche Höhepunkte und auch Tiefpunkte während des Studiums erinnern Sie sich noch heute?
Studium 1995-2000 in Tübingen, PJ 2000-2001 in Esslingen (Innere, Chirurgie) und Aarau, CH (Ortho).
Höhepunkt: Ganz klar, dass ich meine Frau kennengelernt habe (im Praktikum Klein. Chemie).
Tiefpunkt: die erste verpatzte Klausur (Biochemie) und das im 1. Stex 4 Punkte zur 2 gefehlt haben)
Welche Fächer waren im Studium Ihre Lieblingsfächer und was hat Ihnen daran gefallen?
Ortho – „Meine“ Fachrichtung, mich faszinieren Muskeln, Bewegungen, Mechanik
Gerichtsmedizin – Exzellente Vorlesung, interessante Fälle
Welche Fächer haben Sie im Studium eher überhaupt nicht gemocht und warum haben Sie Ihnen missfallen?
Embryologie – Fr. 8.00, Do abend waren die ganzen Feten
Pathologie, Histo u.ä. – Ich hasse Mikroskopieren
Was haben Sie am Tag Ihres 3. Staatsexamen(s) gemacht, nachdem Sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gelassen und damit das Medizinstudium abgeschlossen hatten?
Erst mit den Prüfern Mittag gegessen, zu Hause aufgeräumt, abends mit einigen Kollegen / Freunden in den Biergarten.
Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? Gab es den entscheidenden Augenblick/Situation, mit dem feststand „Jetzt weiss ich es: ich studiere Medizin“?
Die Sportmedizin Einheit beim Trainerlehrgang hat mich gefesselt und mein Interesse geweckt.
Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?
Das Interesse an Orthopädie / Sportmedizin blieb seitdem, Sportbetreuung macht immer noch Riesenspaß, jedoch kamen noch viele Facetten der Orthopädie hinzu.
Wie sieht der Alltag als Arzt für Sie heute aus? Was macht Ihnen am meisten Spass? Was am wenigsten?
Viel Arbeit, hoher Zeitdruck, ca. 10h pro Tag nonStop.
Spass: operieren, Sportbetreuung, Patientenbetreuung/ Gespräche, wenn einmal ein paar Minuten Zeit sind, und man auf die Menschen eingehen kann.
Ärger: Bürokratie/ Formulare, Patientenbetreuung/ Gespräche, wenn eigentlich keine Zeit ist, und man die Menschen „Abfertigen“/Abwürgen muss.
Welche Tipps würden Sie Studenten, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Medizin zu studieren, mit auf den Weg geben?
Genau überlegen, ob einem der Job liegt. Wenig Freizeit, viel Verantwortung, ständige Weiterbildung nötig. Geld kann man leichter verdienen. Vorher auch über Familienplanung nachdenken.
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!