Das Medizinstudium
Studienablauf und Studienphasen
Redaktion Medi-Learn.net
Eckdaten – Regelstudienzeit und verlängerte Studienzeiten
Ein Medizinstudium dauert in der Regelstudienzeit bis zum Erwerb des berufsqualifizierenden Abschlusses „Ärztin / Arzt“ 6 Jahre und drei Monate – rechnet man die Prüfungszeit für die Abschlussprüfung mit ein. „In den Prüfungsordnungen sind die Studienzeiten zu sehen, in denen ein berufsqualifizierender Abschluss erworben werden kann (Regelstudienzeit). Die Regelstudienzeit schließt Zeiten einer in den Studiengang eingeordneten berufspraktischen Tätigkeit, praktische Studiensemester und Prüfungszeiten ein.“ (siehe § 10 Hochschulrahmengesetz unter
http://www.bmbf.de/gesetz.htm).
Da Studenten in Semestern rechnen sind dies insgesamt etwas mehr als 12 Semester (1 Semester ist ein Studienhalbjahr). Die Regelstudienzeit ist diejenige Zeit, die ein Student nach Absolvieren aller für die einzelnen Prüfungen notwendigen Voraussetzungen (Scheine etc.) benötigt, um das Medizinstudium endgültigabzuschliessen.
Welche Gründe haben Studenten, ihr Studium über die Regelstudienzeit hinaus zu verlängern?
Soweit die Theorie – doch wie viele Studenten studieren nicht in Regelstudienzeit und welche Gründe könnte es dafür geben, dass das Studium länger dauert? Die Doktorarbeit, Auslandsaufenthalte und hochschulpolitische Arbeit sind einige der häufigeren Gründe, die dazu führen, dass das Studium bei dem ein oder anderen ein bis mehrere Semester länger dauert.Pia M. aus Aachen hat bereits in fortgeschrittenen Semestern neben der eigentlichen klinischen Ausbildung ihre medizinische Doktorarbeit angefertigt und widmete sich für einige Zeit der Arbeit im Forschungslabor oder auf der Krankenstation, so dass Examina erst später absolviert werden. „Zwar hat mein Studium dadurch zwei Semester länger gedauert“, so Pia im Gespräch mit der Redaktion, „doch ich möchte diese Zeit für die Doktorarbeit nicht missen. “
Andere Studenten sind in hochschulpolitischen Gremien (Studentenparlament, Asta etc.) aktiv und widmen einen Teil ihrer Zeit, die sie ansonsten für das Studium verwenden, für diese engagierte Arbeit für Kommilitonen: „Immer nur lernen, im Hörsaal sitzen, Bücherwurm sein, das war nichts für 365 Tage im Jahr für mich“, sagt Carsten R., der immer auch „etwas bewegen wollte“ und sich daher in AstA und Studentenparlament für studentische Belange engagierte.
Wiederum andere Studenten verbringen einige Monate oder Semester im Ausland, so dass sie nach der Rückkehr in die Heimat noch Scheine und Prüfungen nachholen müssen. „Hätte ich nicht ein Auslandssemester in den USA absolviert, so wäre mein Studium zwar ein Semester kürzer, aber um wesentliche Erfahrungen medizinischer und menschlicher Art ärmer. Ich würde es immer wieder machen, auch wenn das Studium ein wenig länger dauert.“ , sagt Bernd H., der sein Studium für einen Auslandsaufenthalt unterbrochen hat.
Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass es gute und vielfältige Gründe gibt, die die Regelstudienzeit von 12 Semestern / 6 Jahren in dem ein oder anderen Falle verlängern. Allerdings sollten all diejenigen Studenten, die vorhaben, im Studium für die o.a. Gründe zu pausieren und gleichzeitig BaföG / Stipendien beziehen, auf die aktuelle Förderungshöchstdauer achten. So kann es nicht passierten, dass man am Ende des Studiums während der entscheidenden Examina sich auch noch um die Sicherung des Lebensunterhaltes aus eigener Kraft kümmern muss.
Was ist ein Semester und was sind Semesterferien ?
Das Jahr des Normalbürgers wird für den Studenten in zwei Hälften aufgeteilt, die als Semester bezeichnet werden. Ein Studienhalbjahr (=Semester) gibt es für den Sommer und für den Winter. Das Sommersemester beginnt am 01. April und endet am 30.September, das Wintersemester beginnt am 01.Oktober und endetam 31.März.
Mitte Juli beginnt die erste lange Phase der vorlesungsfreien Zeit, auch Semesterferien genannt, die erst Mitte Oktober durch das nun mit Vorlesungen neu beginnende Wintersemester beendet wird. Diese knapp 3-monatigen Sommersemesterferien werden von Studenten in der Regel nicht nur als absolute Faulenzzeit benutzt, sondern sind meistens auch mit Aktivitäten rund um das Studium angefüllt: Einige Studenten absolvieren hier Teile ihres Krankenpflegepraktikums, machen Famulaturen oder widmen sich der Doktorarbeit.
Nicht zu vergessen, dass viele Studenten nur in den Semesterferien dazu kommen, den „ramponierten und leeren Geldbeutel aufzufüllen“, also mit Jobben etwas für die schwarzen Zahlen auf dem Konto tun.Viele Anregungen, mit welcher Art von Nebenjobs sich Medizinstudenten etwasdazuverdienen, könnt Ihr unter den folgenden Internet-Adressen bekommen:
Beispiellisten mit Nebenjobs von Medizin-Studenten
http://www.medi-files.de/nebenjob/17.htm
http://www.medi-files.de/nebenjob/18.htm
http://www.medi-files.de/nebenjob/19.htm
http://www.medi-files.de/nebenjob/20.htm
http://www.medi-files.de/nebenjob/21.htm
Viele Examina liegen auch im Sommer und Winter gerade in den Zeiten der Semesterferien, so dass diese Phase dann voll und ganz mit Lernen ausgefüllt ist.
Nach Ende der Sommersemesterferien beginnt Mitte Oktober das Wintersemester. Mitte Februar wird der Beginn der zweiten Semesterferien während des Studienjahres eingeläutet: Die Wintersemesterferien, die von Mitte Februar bis Mitte April dauern. Auch in dieser Phase werden nach einer Erholungsphase meist wieder Lern- und Studiumsbezogene Arbeiten verrichtet.
Daneben gibt es kürzere vorlesungsfreie Zeiten (wie z.B. zu Pfingsten und Weihnachten/Neujahr).
Zusammengefasst besteht das studentische Jahr also aus rund 7 Monaten Semester und aus 5 Monaten vorlesungsfreier Zeit/Semesterferien.
aktives WINTERSEMESTER
Mitte Oktober bis Mitte Februar (ca. 4 Monate)
SEMESTERFERIEN/ vorlesungsfreie Zeit des Semesters (1)
Mitte Februar bis Mitte April (ca. 2 Monate)
aktives SOMMERSEMESTER
Mitte April bis Mitte Juli (ca. 3 Monate)
SEMESTERFERIEN/vorlesungsfreie Zeit des Semesters (2)
Mitte Juli bis Mitte Oktober (ca. 3 Monate).