19.08.02

Ausgabe 136 / 02

Anzeige: Medi-Learn startet Hochwasser-Soforthilfe
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Medi -Learn

Die Onlinezeitung von Medi-Learn.net
Medi-Zeitung

Medi -Learn

(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung)


Bitte helfen Sie mit, stehen Sie nicht abseits (...)
Jetzt müssen wir beweisen, dass wir ein solidarisches Volk sind!
(Bundespräsident Johannes Rau)


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 Editorial
  

Über das Wochenende hat sich sehr viel getan - aus diesem Grund verschicken wir die Ausgabe der Onlinezeitung völlig außerhalb der Reihe. Nachdem wir bereits am Donnerstag Abend über die Medi-Learn Soforthilfe-Aktion berichtet haben, geht es heute um die "Solidaritätsaktion". In zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen und Helfern ist eine gemeinsame Petition an die Landesprüfungsämter entstanden, die auf den Seiten von Medi-Learn zu finden ist.
Jeder Student ist aufgefordert, sich mit den vom Hochwasser Betroffenen zu solidarisieren und den Wunsch nach Sonderregelungen im Hochwasser-Examen durch seine virtuelle Unterschrift zu unterstützen (weitere Details s.u.).

Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden! Nachladen? Bitte F5 druecken!

Des weiteren findet Ihr in dieser Ausgabe die neuesten Infos aus Dresden, Leipzig, Magdeburg und Co und einen Bericht einer Studentin aus Dresden, die die Lage aus ihrer Sicht schildert.
Zuletzt sei auf die Examensaktion von Medi-Learn hingewiesen: Natürlich werden auch dieses Jahr wieder die Examensergebnisse noch am Prüfungstag im Internet veröffentlicht (weitere Infos s.u.).

Wir wünschen Euch viel Erfolg in den Prüfungen,
und drücken ganz fest die Daumen!
Jens, Marlies und Christian
redaktion@medi-learn.net

  

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 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Solidarität für Hochwasseropfer
2.Aktuelles zum Hochwasserexamen
3.Dresden unter Wasser - ein Bericht
  
4.Examensergebnisse im Internet
5.Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

Für den Fall, dass die Onlinezeitung nicht korrekt angezeigt wird, ist sie nocheinmal komplett Online verfügbar! 
Hier die Adresse http://www.medi-learn.info/seiten/onlinezeitung/1/126/index.shtml
  

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 1. Solidarität für Hochwasseropfer

- zurück zum Inhalt -

  

Folgende Anfrage erreichte uns gerade von Franka:

Es ist ja toll, daß die Räumlichkeiten für die Staatsexamina in Magdeburg gesichert sind. Aber was ist mit den Betroffenen? Meine Familie und ich versuchen schon seit Anfang der Woche unser Haus irgendwie zu sichern. Der Keller und die Garage sind schon vollgelaufen. Wir werden nicht evakuiert, aber morgen wird der Strom abgeschaltet - definitiv. An Lernen ist im Moment gar nicht zu denken...
Dazu können wir aus der Vergangenheit berichten, dass sich die offiziellen Stellen immer sehr fair gezeigt haben.

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Wir möchten daher alle Betroffenen dazu ermutigen das zu tun, was ihnen im Moment am nächsten liegt, nämlich ihre Wohnung zu retten, den Schaden ihrer Nachbarn oder ihrer Familien zu begrenzen, vielleicht auch einach nur für andere Betroffene da zu sein.
Damit dies möglich ist, wollen wir die Gewissheit geben, dass sich alle solidarisch zeigen und sich auch die offiziellen Stellen durch kullante Regelungen solidarisch zeigen werden.

Entsprechend wurden schon geringere "höhere Gewalten" als Rücktrittsgrund akzeptiert.

Wir sind uns sicher, dass die offiziellen Stellen darüber hinaus Regelungen finden werden, die den Betroffenen durch die Hochwasserkatastrophe keine weiteren Nachteile enstehen läßt.

Aus redaktioneller Sicht wäre eine "Freischussregelung" denkbar, die darauf hinausläuft, dass die Betroffenen den Prüfungsversuch wagen können, ohne dass ein Mißerfolg gewertet würde.
Außerdem ist zu erwarten, dass in den Hochwassergebieten eine größere Zahl der Studenten aufgrund der Doppelbelastung das Examen nicht schafft, so dass der universitäre Ablauf gestört werden würde, da zum nächsten Semester durch die erwarteten höheren Mißerfolge Lehrkapazitäten ungenutzt bleiben und zum darauffolgenden Semester sich die "Hochwasserschwämme" im klinischen Ausbildungsabschnitt bzw. im PJ noch einmal bemerkbar machen würden.

Wir schlagen daher vor, dass den Betroffenen die Möglichkeit eingeräumt wird, zunächst auch ohne bestandenes Examen regulär weiterzustudieren und Kurse des ersten klinischen Semesters bzw. das PJ zu besuchen, um dann das Examen zum nächsten Termin nachzuholen.

Wir möchten daher die Verantwortlichen Prüfungsämter auffordern, ihre Solidarität völlig unbürokratisch durch die letztgenannte Regelung zu dokumentieren, in dem durch die beschriebene "Sonderregelung" den Betroffenen zeitliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, die für den Wiederaufbau und den nachfolgenden Studienabschnitt gebraucht werden. Gleichzeitig möchten wir die übrigen Studenten bitten zu versichern, dass sie sich solidarisch zeigen und mit einer solchen Regelung einverstanden wären.

Möglicherweise kann die abschließende Entscheidung aufgrund der fraglichen Zuständigkeiten noch nicht am Montag vor der Prüfung geklärt werden, aber es ist ja nicht ausgeschlossen, dass erst nach den Examina eine Entscheidung getroffen werden kann, so dass wir auch noch während der Examensaktion dazu aufrufen, durch die Teilnahme an der Abstimmung Solidarität zu zeigen. Wir sind uns sicher, dass diese Geste den betroffenen Hochwasseropfern Mut macht und von den vielen zur Zeit bestehenden Ängsten wenigstens die Prüfungsangst nimmt.

Wir sind uns zwar sicher, dass die offiziellen Stellen auch ohne diese Öffentlichkeit alles Denkbare tun werden, um die Betroffenen zu entlasten. Diese Entscheidung benötigt unter Umständen aber mehr Zeit, als den offiziellen Stellen selbst lieb ist, so dass diese Zeit der Ungewissheit einfach durch den Solidaritätsklick erleichtert werden sollte.

Dies ist sicher ein unkonventioneller Weg der Solidarität, aber ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Wie läuft die Aktion ab? Zunächst füllt Ihr ein kleines Formular aus und bestätigt damit Eure Solidarität mit den Hochwasser-Opfer. Aus den Formulareinträgen entsteht eine virtuelle Unterschriftenliste. Desto umfangreicher die Liste ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass den Hochwasser-Opfer unter den Medizinstudenten Sonderregelungen gewährt werden.

[Ich möchte mich solidarisieren - klick hier]
[virtuelle Unterschriftenliste]
(die Liste wird mehrmals täglich aktualisiert)

Wer im Moment nicht weiß, wie er sich aufgrund der noch immer unklaren Examenssituation 2002 verhalten soll, der kann sich auch im Gespräch mit unseren Psychologen und Examensexperten in einem telefonischen Gespräch beraten lassen. Bei Bedarf kann man sich hierzu an die von Medi-Learn eingerichtete Hotline unter 06421 681669 wenden.

Vielen Dank für Eure Solidarität und Unterstützung!
Im Namen des gesamten Medi-Learn Teams

Bringfried Müller

   
Autor(in): Dr.med.Dipl.Psych. Bringfried Müller (info@medi-learn.net)
  
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zum Solidaritäts-Formular

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Zur virtuellen Unterschriftenliste
  
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 2. Aktuelles zum Hochwasser Examen

- zurück zum Inhalt -

  

Aktuelles aus Dresden (19.08.02 10:15) - Nach einem Telefonat mit Herrn Petzold, Leiter im LPA Dresden, lassen sich folgende Dinge feststellen: Die Prüfungen (insbesondere auch das Physikum) finden planmässig statt. Alle Studenten werden aufgefordert, den Ort der Prüfung, der auf Ihrer Ladung genannt ist, zur angegebenen Zeit (beim Physikum 8.00 Uhr) aufzusuchen. Sollte der entsprechende Prüfungsraum nicht nutzbar sein, wird der "Umzug" direkt vor Ort organisiert.
Des weiteren sicherte Herr Petzold zu, dass man die Rücktrittsregelung von Seiten des LPA's sehr großzügig handhaben wird. "Die Prüfung ist ein Angebot an die Studenten", so Petzold im Gespräch,"kein Student muss an der Prüfung teilnehmen".

   Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden!

Zu den weiterführenden Sonderregelungen, die bereits am Wochenende auf den Seiten von Medi-Learn diskutiert worden sind, konnte Herr Petzold noch keine Auskunft geben. Zunächst werde die Prüfung geschrieben; man habe alle Hände voll zu tun mit der Organisation der Prüfungen; über die Regelungen und die Auswertung spreche man erst danach.
Das LPA in Dresden ist heute von 7.00-17.00 Uhr durchgehend besetzt und gibt detaillierte Informationen für Studenten unter den folgenden Rufnummern 0351-82527-00,-01,-11,-12 und -13 heraus.
Für Leipziger Studenten: Die Ladungen zur mündlichen Prüfung sind alle in Dresden verschickt worden; Studenten können im LPA ihre Kombinationen erfragen, sofern die Prüfung innerhalb der nächsten 14 Tage stattfindet.

Dresden: Dresden scheint zur Zeit die Universitätsstadt zu sein, die am meisten betroffen ist. Die Zuständigen im Landesprüfungsamt sind heute den ganzen Tag leider nicht verfügbar gewesen; Anfragen wurden innerhalb des Regierungspräsidiums an Frau Jung weitergeleitet, die leider nur darüber informieren konnte, dass die Zuständigen zur Zeit nicht verfügbar sind. Nach Auskunft von Frau Jung sind jedoch die Räumlichkeiten für die Prüfungen im Regierungspräsidium "wasserfest", so dass die Prüfungen stattfinden könnten. Was mit den Räumlichkeiten für die Prüfungen ausserhalb des Regierungspräsidiums ist, ist bis dato nicht bekannt.
Bei den mündlichen Prüfungen könnte es zu Verschiebungen kommen. Diese werden dezentral organisiert und durchgeführt, so dass zu erwarten ist, dass in Dresden die mündlichen Prüfungen erst nach Abschluss der Aufräumarbeiten stattfinden.

In Dresden selbst herrscht derweilen Ausnahmezustand. Die Krankenhäuser sind weitesgehend evakuiert, die Zufahrtsstraße nach Dresden ist blockiert. Nur Dresdener dürfen die Stadt betreten. Von einem betroffenen Studenten erfuhren wir, dass sie bereits am Montag evakuiert worden sind und dass man seit Mittwoch gegen die Schlammmassen kämpft. In dem Chaos sei an Lernen gar nicht zu denken, so der betroffene Student.

IMPP Mainz: In einem Telefonat mit Herrn Kürten vom IMPP erfuhren wir, dass man zur Zeit davon ausgehen würde, dass die schriftlichen Prüfungen planmäßig auch in Dresden stattfinden würden. Zur Zeit habe man jedoch keinen direkten Kontakt zum Landesprüfungsamt. Man empfehle allen Studenten bis auf Widerruf entsprechend der Ladung am Prüfungstag am angegebenen Ort zu erscheinen. Im Zweifelsfalle bekäme man dort weitere Informationen.
In dem Gespräch äußerte sich Herr Kürten, dass er davon ausgehe, dass alle Beteiligten bemüht sein werden, die Situation nicht auf dem Rücken der Betroffenen zu lösen. Er hoffe, dass es unbürokratische Möglichkeiten für "Härtefälle" unter den Studenten geben wird. Nähere Informationen können zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht gegeben werden. Sobald neue Informationen zur Verfügung stehen, würden diese u.a. auch auf den Webseiten des IMPPs zu finden sein (www.impp.de).
In diesem Rahmen sei einmal die großartige logistische Aufgabe des IMPPs gelobt, das unbeachtet von den Studenten Jahr für Jahr die verschiedenen Staatsexamina zeitgleich für alle Universitätsstandorte organisiert.

Magdeburg: In Magdeburg erwartet man die Flutwelle am Samstag Vormittag - die Pfeifferschen Stiftungen, ein Lehrkrankenhaus in Magdeburg, sind bereits evakuiert worden. Der Stadtteil Krakau wird gerade evakuiert. Laut Auskunft des Studiendekanates finden die Prüfungen planmäßig an den bekanntgegebenen Orten statt - alternativ und zur Sicherheit habe man jedoch auch den Zentralen Hörsaal reserviert, so dass die Prüfung im Zweifel dort stattfinden könne. Auch die mündlichen Prüfungen fänden nach dem jetzigen Wissensstand planmäßig statt.

Leipzig: Leipzig ist an sich gar nicht oder wenig betroffen. Die Krankenhäuser sind zur Zeit durch die evakuierten Patienten bis zum Maximum gefüllt. In Leipzig wird das Examen wie geplant an den jeweiligen Orten stattfinden.

Weitere Informationen werden in den nächsten Stunden und Tagen auf der Webseite von Medi-Learn zu finden sein. Wir versuchen zu allen Institutionen, die mit der Durchführung der Prüfungen beauftragt sind, Kontakt zu halten. Alle Informationen werden umgehend auf der Webseite von Medi-Learn veröffentlicht. Wer neue Informationen hat, möge sich bitte über die Hotline-Nummer oder per Email über redaktion@medi-learn.net mit uns in Verbindung setzen, so dass wir die Infos an alle Betroffenen weiterreichen können.

Telefonnummern:
Landesprüfungsamt Dresden (zur Zeit kein Verantwortlicher erreichbar!!)
0351-825-0

Landesprüfungsamt Halle (Mo von 7.00 bis 15.30 Uhr)
0345-6912-0

Studiendekanat Dresden
0351-4590261

Hotline Medi-Learn:
06421-681669

(für Betroffene: aktuelle Informationen, Lernberatungen und Organisation weiterer Hilfsmassnahmen)

   
Autor(in): Christian Weier (christian.weier@medi-learn.net)
  
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 3. Dresden unter Wasser

- zurück zum Inhalt -

  

Kurz nach Versand der Onlinezeitung zur Soforthilfe-Aktion von Medi-Learn, erreichte uns eine Email von Beate aus Dresden, die sich für das Engagement der Redaktion bedanken wollte. Durch einige ausgetauschte Emails entstand die Idee, die Situation einmal aus Sicht einer betroffenen Medizinstudentin aus Dresden zu schildern. Beate ist nicht direkt vom "Hochwasser-Examen" betroffen; sie wird ihr Physikum erst im nächsten Jahr schreiben. Aus diesem Grund hat sie dankenswerterweise die Zeit gefunden, den folgenden Erlebnisbericht zu schreiben, der die derzeitige Situation in Dresden sehr plakativ beschreibt:
Normalerweise ist Dresden zu dieser Jahreszeit besonders schön. Die kulturellen Angebote häufen sich und die Stimmung in der Stadt ist ausgelassen.

   Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden!

Normalerweise hört man den Verkehr und das fröhliche Gemurmel der Menschen, die die Stadt bevölkern.
Doch seit Beginn dieser Woche ist nichts mehr normal. Über der Stadt liegt eine wahnsinnig angespannte Atmosphäre, die man förmlich spüren kann. Die Geräuschkulisse könnte einem schlechten Film entstammen, ständig hört man alle möglichen Arten von Sirenen und das Knattern der Hubschrauber.

Man denkt ja immer, so etwas passiert nur den anderen, und der Regen ist bis jetzt auch immer vorbei gezogen. Wenn uns vor einer Woche jemand gesagt hätte, dass die Elbe demnächst die 9 Metermarke überschreitet und das kleine Flüsschen Weißeritz die halbe Stadt unter Wasser setzt, hätten wir ihm wahrscheinlich geraten, weniger Katastrophenfilme zu gucken.

Am Sonntagabend fing es an zu regnen. Als am Montag die ersten Keller unter Wasser standen, hat man alles etwas hoch gestellt, wird schon nicht so schlimm. Dann wurde die Talsperre Malter abgelassen, um einen Dammbruch zu verhindern, und aus dem Flüsschen wurde tatsächlich ein reißender Strom, der die halbe Stadt unter Wasser gesetzt hat.
Ich stand am Dienstag vor dem Hauptbahnhof und konnte kaum glauben, was ich sah. Durch das Bahnhofsgebäude strömte mit einer unglaublichen Geschwindigkeit ein Fluss. Eine Grube hinter dem Hauptbahnhof, wo eine Tiefgarage entstehen soll, war randvoll mit Wasser (siehe Foto), ebenso ein Tunnel, der erst seit einem Jahr befahrbar ist.
Die Prager Strasse, Dresdens Einkaufs- und Flaniermeile war überschwemmt, es gab sogar kleine Wellen. Das alles mutete sehr irreal an, war aber bittere Realität.

Der Stadtteil Friedrichstadt war und ist sehr schwer betroffen. Das dortige Krankenhaus wurde von den Fluten völlig überrascht. Die Notevakuierung der Patienten musste über das Treppenhaus erfolgen, da der Strom schon ausgefallen war und damit auch die Fahrstühle.

Aus dem kleinen idyllischen Zwingerteich wurde ein See. Die Innenstadt war über eine immense Breite überschwemmt, selbst am Hygienemuseum standen wir noch knietief im Wasser. Viele Strassen waren selbst zu Fuß unpassierbar.
Am Mittwoch hörte es auf zu regnen. Die Lage entspannte sich kurz, das Wasser begann abzufließen. Dann kamen die Nachrichten und die schrecklichen Bilder aus Tschechien und so langsam wurde uns bewusst, dass die Moldau in die Elbe fließt und dass alles noch auf uns zukommt.
Jetzt sind diese schrecklichen Bilder auch bei uns Realität. Sämtliche Kliniken der Stadt, einschließlich der Uniklinik, wurden evakuiert. Ebenso mindestens vier Stadtteile. Die Elbe hat einen noch nie da gewesenen Pegel, Tendenz immer noch steigend.



Die gute Nachricht zuerst. Im Gelände der Uniklinik sind mir heute keine sichtbaren Schäden aufgefallen. Sorgen macht steigendes Grundwasser, Kellerräume werden ausgepumpt. Man hat versucht, alles so gut wie möglich mit Sandsäcken zu schützen.
Ich habe heute nur die Innenstadt gesehen, weite Teile der Stadt sind abgesperrt und völlig überschwemmt. Aber das, was ich heute gesehen habe, hat mir völlig ausgereicht.
Die Elbe hat eine unvorstellbare Höhe und Breite. Die Brückenbögen der Augustusbrücke sind kaum noch zu erkennen. Ein bekannter Dresdner Studentenklub, der Bärenzwinger unter den Brühl’schen Terrassen, ist total überflutet, man sieht gerade noch so den Stoff der Sonnenschirme im Wasser. Die neu erbaute Synagoge steht zu einem Teil im Wasser, ununterbrochen wird das eingedrungene Wasser wieder herausgepumpt.
Von der Leinwand und der Bühne der „Filmnächte am Elbufer“ ist nur noch der obere Teil zu sehen. Der Theaterplatz gleicht einer Seenplatte. Vor der Semperoper breitet sich ein See aus, der Zwinger, in dessen Gemäldegalerie „Alte Meister“, so weltberühmte Werke wie die „Sixtinische Madonna“, ausgestellt sind, steht komplett im Wasser, das Taschenbergpalais ist kaum noch trockenen Fußes zu erreichen.
Die Münzgasse, eine kleine Gasse mit vielen kleinen Cafés zwischen Frauenkirche und Elbe, ist vollständig geflutet. Das Wasser bedroht nun die immer noch im Aufbau befindliche Frauenkirche, die auch kontinuierlich ausgepumpt wird.

In die abgesperrten Stadtteile konnte ich leider nicht vordringen, ich habe in der Nähe des Postplatzes Leute mit einem Boot fahren sehen. Ich denke, das spricht für sich.

Am Hauptbahnhof ist mir heute zum ersten Mal das Ausmaß der Verwüstung bewusst geworden. Der Bahnhof muss innen völlig zerstört sein, ich konnte allerdings nicht hinein, um mir ein Bild zu machen. Außen waren Teile der Fassade weggerissen, die Straße davor sieht aus, als hätte jemand mit Handgranaten experimentiert.
In der Grube, die mal Tiefgarage werden soll, steht immer noch das Wasser, aber so langsam werden übereinander gestapelte Container und Schutt sichtbar.

Das alles sind öffentliche Gebäude. In den evakuierten Stadtteilen stehen Existenzen auf dem Spiel. Heute wurden Bekannte von uns evakuiert, sie sind erst vor zwei Jahren in ihr neu gebautes Haus gezogen. So geht es vielen hier und in der Umgebung. Wer die Fernsehbilder aus Grimma, Pirna, Meißen usw. gesehen hat, weiß, wie es nach einer Überschwemmung aussieht, aber Fernsehen vermittelt Distanz, die Realität ist meist noch schlimmer. Viele haben Existenzangst, haben sich in den letzten 12 Jahren etwas aufgebaut, sei es ein Geschäft oder ein eigenes Häuschen und viele stehen jetzt vor dem Ruin.
Sie haben noch Kredite laufen und können keine neuen aufnehmen. Sie sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Ich möchte daher jeden bitten, der das hier gelesen hat und helfen möchte, etwas zu spenden. Es muss nicht viel sein, wenn alle nur 5 EUR spenden, kommt irgendwann auch ne ganze Menge zusammen.

Es soll heute Nacht regnen. Hoffentlich zieht es diesmal wieder vorbei.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

Beate

   
Autor(in): Beate Pietschmann (littlebee@web.de)
  
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 4. Examensergebnisse im Internet

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Auch dieses Jahr veröffentlichen wir kurz nach der Prüfung die Ergebnisse der schriftlichen Examina der Medizin.
Wie schon in den letzten Jahren bieten wir ab ca. 15.00 Uhr den sogenannten "Stand der Dinge" und die Diskussion der Fragen im Forum an.
Neu hinzugekommen ist der Emailservice, mit dem Ihr die Ergebnisse direkt nach Hause geschickt bekommen könnt.

   Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden!

Alle Details erfahrt Ihr auf den Aktionsseiten [zum Examensservice].

zur Examensauswertung

   
Autor(in): MEDI-LEARN (info@medi-learn.de)
  
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zum Examensservice
  
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 5. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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Folgende Personen arbeiten regelmäßig oder zeitweise an der Onlinezeitung:
Ilka Markmann, Redakteurin, Marlies Lehmkuhl, Redakteurin, Daniel Luedeling, Redakteur, Peter Artz, Redakteur, Franziska Böhm, Redakteurin, Susanne Kirscht, Redakteurin, Andreas Bussmeyer, Redakteur, Jascha Hellberg, Redakteur, Christian Weier, Redakteur, Jens Plasger, Redakteur, Stan, Reporter für Extremeinsätze, Arne Beckendorf, Buchrezensionen und Lokal Hannover, Andrea Clemens, Lokalbereich Uni Köln, Astrid Stumpf, Lokalbereich Uni Münster, Benedikt Bader, Lokalbereich Uni München, Bettina Kiep, Lokalbereich Uni Mainz, Cordula Sachse, Lokalbereich Uni Greifswald, Daniela Prause, Lokalbereich Uni Göttingen, Eike Beyer, Lokalbereich Uni Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg, Kristina Krüger, Lokalbereich Uni Hannover, Pia Paul, Lokalbereich Uni Witten, Stefanie Schmölke, Lokalbereich Uni Frankfurt, Tobias Schmeinck, Lokalbereich Uni Münster

  
Anzahl der Abonnenten: 21153
  

Mitarbeit:
Wenn Du Interesse an der Mitarbeit im Medi-Learn.net Team hast, schreib einfach eine Email an Ilka - von Ihr erfährst Du alles weitere: ilka.markmann@medi-learn.net 

  

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Wenn Ihr Euch abmelden wollt, sucht bitte die folgende Webseite auf: http://www.medi-learn.info/tec/newsletter
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