06.01.03

Ausgabe 149 / 03

Anzeige: Medi-Learn vor Ort - Zusatzveranstaltung in Heidelberg am 16.01.2003
Effektive Examensvorbereitung - dreistündiger Vortrag [mehr Infos]


Medi -Learn

Die Onlinezeitung von Medi-Learn.net
Medi-Zeitung

Medi -Learn

(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung)


 Editorial
  

Frohes neues Jahr,

im Namen des gesamten Teams von Medi-Learn. Es ist schon komisch, da kommt man aus dem Winterurlaub nach Hause, hat sich in Österreich mit Kunstschnee begnügt und fällt beim Aussteigen vor Schreck fast um: 20 cm Schnee in Kiel - wunderschöne Schneelandschaft und strahlender Sonnenschein. Manchmal ist es zu Hause einfach schöner als im Urlaub. Wir hoffen, dass Ihr auch einen schönen Urlaub oder zu mindestens schöne Feiertage verlebt habt.

Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden! Nachladen? Bitte F5 druecken!

Wir starten ab heute wieder durch: Natürlich, wie versprochen mit der ersten Ausgabe der Onlinezeitung im neuen Jahr; eine interne Info vorweg: Pünktlich zum Jahreswechsel wurde die 24.000 Schallmauer der Abonnenten durchbrochen - damit lesen rein rechnerisch rund 25% der Medizinstudenten den Newsletter! Vielleicht kennt Ihr noch jemanden, der nicht Empfänger ist - wir würden uns freuen, wenn Ihr uns weiterempfehlt.
Ansonsten haben wir heute einen bunten Strauß an Artikeln zusammengestellt - wir wünschen Euch viel Spass bei der Lektüre. Bis Morgen läuft noch der interaktive Jahresrückblick mit Gewinnspiel auf den Seiten von Medi-Learn; vielleicht habt Ihr Glück und gewinnt einen der vielen Preise.

Bis nächste Woche
Jens, Marlies und Christian
Redaktion Medi-Learn

P.S.: Die Rätseltrilogie wird in der nächsten Woche fortgesetzt - wer das Dezemberrätsel noch nicht gelöst hat, kann die kommende Woche dafür nutzen [zur Rätsel-Trilogie].

  

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 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Fotowettbewerb: Zeigt her Eure Fotos.....
2.Adventskalender: And the winner is......
3.Visite mit Laptop : Fortschritt oder Qual ?
  
4.Studienreise nach Perugia
5.So weit weg und doch wie zu Hause gefühlt - Famulatur in Australien
6.Medi-Jobbörse - Aktuelle Anzeigen
  
7.Gelauscht: Was ist los im Forum?
8.Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

Für den Fall, dass die Onlinezeitung nicht korrekt angezeigt wird, ist sie nocheinmal komplett Online verfügbar! 
Hier die Adresse http://www.medi-learn.info/seiten/onlinezeitung/1/126/index.shtml
  

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 1. Fotowettbewerb: Zeigt her eure Fotos.....

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Viele von Euch finden Spass am Hobby Fotographieren und besitzen wahrscheinlich schöne Schnappschüsse aus Studium, Urlaub und Alltag. Wir möchten ein virtuelles Fotoalbum mit Euren Aufnahmen auf Medi-Learn.net erstellen: Von selbst aufgenommenen Sonnenauf- oder Untergang, über touristische Sehenswürdigkeiten in aller Welt, hin zu Freizeit und Alltagsaufnahmen von Landschaften bis zu sehenswerten Städten.

   Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden!

Auch zu Motiven wie Menschen, Studienkollegen (die Präpgruppe, am Mikroskop, die U-Kursgruppe usw.) und Studiensituationen sind sicherlich zahlreiche nette und schöne Fotos vorhanden. Warum nicht für das virtuelle Fotoalbum von Deutschlands Medizinstudenten einreichen? Lasst uns und andere teilhaben an Euren schönen Aufnahmen, lasst sie Freude, Reiselust oder romantische Schwärmereien bei Sonnenaufgang empfinden. Jedes Foto wird veröffentlicht und die 3 schönsten werden prämiert. Kurzum: Wir wünschen uns, dass Ihr alle Fotos, von denen Ihr meint, dass sie auch andere beim Anschauen schön finden, an uns schickt. Wir stellen die Schnappschüsse dann Online in das virtuelle Fotoalbum von und für Euch. Zusätzlich werden die 3 schönsten Fotos von einer Jury ausgewählt und prämiert (1. Preis: ein medizinisches Lehrbuch, 2. Preis: ein medizinisches Taschenbuch, 3. Preis: eine Pocketcard). Zeigt her Eure Fotos: Einfach Email mit Schnappschüssen unter Angabe Eures Namens an fotos@medi-learn.net Wir und sicherlich Eure Kommilitonen deutschlandweit freuen sich auf Eure Aufnahmen.

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (fotos@medi-learn.net)
  
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Email zum Einsenden Eurer Fotos
  
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 2. Adventskalender: And the winner is......

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Über 6.000 Emails sind als Los in den großen Topf der Auslosung zum Adventskalender gewandert. Und wie wir Euren Zuschriften am 24.12. entnehmen konnten, hat es Euch großen Spaß gemacht. Hier eine kleine Auswahl der Emails, die uns am Weihnachtstag erreichten und über die wir uns sehr gefreut haben.

   Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden!

Die Redaktion sagt herzlich Danke für Zuschriften
wie:

  • "Ich möchte mich bei der Redaktion für den witzigen Adventskalender bedanken und wünsche ein frohes Weihnachtsfest sowie alles Gute für das Neue Jahr!"
  • "Das war eine gute Aktion mit dem Adventskalender! Danke!"
  • "Liebe Redaktion, vielen Dank für den kreativen Adventskalender. Ich habe mich jeden Morgen darauf gefreut, ein Türchen aufmachen zu dürfen, bevor ich in meinen Lerntag (fürs Zweite) starten mußte. Freue mich jetzt schon auf den Jahresrückblick! Euch frohe Weihnachten!"
  • "Der Adventskalender war eine prima Idee. Jeden Tag war ich neugierig, was hinter dem Türchen zum Vorschein kommt. Es hat wirklich Spaß gemacht. Euch allen wünsche ich frohe Weihnachten und ein friedvolles, spannendes und glückliches Jahr 2003!" 
  • "Medi-learn.net u. die allmontagliche Zeitung sind immer wieder ein Grund, sich auf den Wochenanfang zu freuen. Vielen Dank für die tollen und informativen Ausgaben im Jahr 2002! Weiter so! Ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute im Neuen Jahr!" 
  • "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, den Adventskalender täglich zu öffnen. Man hat sicherlich Dinge gewußt oder auch nachgelesen, die einem das Fest und deren Bedeutung näher gebracht haben. Fröhliche Weihnachten an das ganze Team und einen guten Rutsch."
Auch uns hat das Lesen dieser Zuschriften von Euch sehr gefreut. Hier nun *trommelwirbel* die Gewinner, die wir in den nächsten Tagen per Email kontaktieren werden, um den Versand der Preise abzustimmen. 
Das Riesenskelett gesponsort von 3bScientific hat gewonnen:
hXXXzcynski@web.de

1x Springerlehrbuch Kinderheilkunde, Koletzko/ von Harnack 
geht an: 
AXXXinge@gmx.de

1x Springerlehrbuch Orthopädie, Krämer
geht an:
SXXXtner@t-online.de

1x Springerlehrbuch Anästhesie/ Intensivmedizin/ Notfallmedizin/ Schmerztherapie, Kretz
geht an:
susXXXnek@yahoo.de

Je eine Anamnese- und Untersuchungs-Pocketcard aus dem Börm-Bruckmeier-Verlag
gehen an:
bjXXXber@web.de
und
naXXXb@freesurf.ch

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner. Die Emailadressen sind aus Datenschutzgründen nur angedeutet. Wir nehmen mit
den glücklichen Gewinnern in den nächsten Tagen Kontakt auf.

Uns hat es großen Spaß gemacht und wie man Euren Zuschriften entnehmen darf,
Euch auch. Keine Frage: Auch 2003 gibt es wieder einen Adventskalender auf
Medi-Learn.net

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 3. Visite mit Laptop : Fortschritt oder Qual ?

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Sebastian famuliert im Rahmen seines Auslandssemesters im ultramodernen Krankenhaus „Hôpital Européen Georges Pompidou“ in Paris.
"Jetzt hinein. OK, ich bin drin. Hm... Sieht ja eher nach Bahnhofshalle aus..." Sebastian, der 23-jährige Medizinstudent aus Freiburg, der das 6. Studiensemester erfolgreich hinter sich gebracht hat, weiß an seinem ersten Arbeitstag im Pariser Krankenhaus "Hôpital Européen Georges Pompidou" nicht so recht, wohin er seinen Blick richten soll: Eingangshalle aus Glas, gut 200 Meter lang; acht uniformierte Damen am Empfang; Gewächshaus mit Palmen, Farnen und Kakteen zur Rechten, eine Photoausstellung der Krankenhausgeschichte zur Linken.

   Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden!

Frisch in Frankreich angekommen fängt der angehende Arzt voller Neugier und Wissensdurst sein erstes Praktikum der Kardiologie am "Hôpital Européen Georges Pompidou" (HEGP) an, dem modernsten Krankenhaus in Paris.

"Damals wusste ich noch gar nicht, dass man hier alles am Computer macht" – per Mausklick wählt er das Icon "Web 1000" und schon im nächsten Augenblick erscheinen die Koronarangiographie-Bilder des gerade aufgenommenen Angina-Pectoris-Patienten auf dem Bildschirm. "Nur noch ein wenig den Kontrast einstellen, klick, zoomen wie im Radio-Programm für das Staatsexamen, und ich kann Dir sogar sagen, zu wie viel Prozent die einzelnen Koronararterien stenosiert sind."
Während "Web 1000" Röntgenbilder, CT, MRT, Angiographien u.a. zeigt, kann man über das Programm "Pen-Soin" an die Anamnese und Untersuchungsbefunde der einzelnen Patienten ran. "Der große Vorteil davon: Alles ist lesbar. Denn wenn man neu ist und sich noch nicht so auskennt, ist das super wichtig." – Energisch schiebt Sebastian das Wägelchen mit dem Laptop durch den Gang.

Als "papierloses Krankenhaus" beendet das Hôpital Européen Georges Pompidou, das Jacques Chirac selbst am 21. Dezember 2000 einweihte, das mühsame Ausfüllen der Laborzettel, das Faxen der Arztbriefe und das "Röntgenbilder-Holen-Gehen". Mit seinen 827 Betten, die die medizinische Versorgung von 570 000 Einwohnern des Pariser Süd –Westens sichern, soll das "Hôpital Européen Georges Pompidou" ein Vorzeige-Sparprojekt des französischen Gesundheitssystems sein. Ob die vorgesehenen 25 Milliarden Euro Jahresersparnis aber tatsächlich in der Kasse bleiben, wird die Zukunft zeigen.
Als moderne Ersatzeinrichtung für drei ältere traditionsreiche Krankenhäuser Boucicaut, Broussais und Laennec besitzt dieses Glashaus der Gesundung über 40 eigene medizinische Intranet - Anwendungen, 24 OP-Säle modernster Art samt einem Menschenhand-imitierenden Roboter sowie ein reformiertes Verwaltungssystem, das Mediziner aus verschiedenen Bereichen in unmittelbarer Nähe miteinander arbeiten lässt – eine Innovation in Frankreich. "Kleine sich mehr oder weniger selbst leitende Einheiten wie in anderen Pariser Krankenhäusern haben bei uns keine Chance", berichtet der Gefäßchirurgie-Interne (AiP) André Tomescot. "Hier gibt es sehr weit gefasste Verwaltungsbereiche: Der riesige Herz-Gefäß-Pool mit seinen 266 Betten z.B. beinhaltet die diagnostische Kardiologie, die Herzchirurgie, die Gefäßchirurgie und das technische Zentrum für kardiologische Bildgebung im gleichen Stockwerk – so geht die Arbeit schneller voran."

Abb. Plakat Haupteingang

Sebastian, endlich fertig mit der Untersuchung, macht sich an die Dokumentation der Anamnese. " Das macht schon Spaß, so modern. Nur manchmal muss ich hier um einen Platz am Computer kämpfen. Wir sind neun Externes (Famulanten) und haben drei Rechner zur Verfügung. Für die große Visite fahren wir das Laptop durch die Gänge, doch fast nie treten wir damit in die Zimmer ein." "Mich würde es stören, wenn ich vor dem Patienten ständig tippen müsste. Und den Patienten auch!", ruft André vom anderen Ende des Büros, wo er gerade per Mausklick einen Ultraschall bestellt: "Wenn ein grünes Lämpchen neben dem Icon auf dem Bildschirm leuchtet, heißt es, dass ein Ultraschall-Platz frei ist."

Und was, wenn das System abstürzt? Andrés Gesichtszüge schärfen sich: "Einmal, als wir eine A. femoralis – Stenose operieren sollten, passierte die totale Katastrophe. Der Patient lag schon im OP, alles war vorbereitet, und wir hatten die Angiographie-Bilder noch nicht gesehen. Da ging auf einmal nichts mehr im Computer. Wir mussten uns dann auf alte Röntgenbilder und auf die Untersuchung stützen. Da weiß man mal, wie sich Chirurgen im 19. Jahrhundert gefühlt haben müssen."
Außer Informatik-Problemen hat das junge Krankenhaus aber auch andere Sorgen gesehen: Wegen zu kalt eingestellter Warmwasserleitungen tötete Legionella im Winter ´00 vier Patienten, was zur Schließung der Notfallstation führte; die Einfahrt für den Rettungswagen wurde anfangs aufgrund falscher Berechnungen zu niedrig gebaut; undichte Leitungsrohre sorgten für Überschwemmungen.
"Das ist Vergangenheit", wirft André ein, "das HEGP wird jetzt technisch richtig gut und sehr fortschrittlich, sobald die kleinen Anfangsschwierigkeiten überwunden sind. Wir haben die zufriedensten Patienten in ganz Paris. Alles ist sauber, die Zimmer super hell, und die ungewöhnlich vielen ausländischen Ärzte machen hier Stimmung."
"Fortschritt hin, Moderne her" – denkt Sebastian laut – "Das schönste, was mir hier passiert ist, hat nichts mit Technik und Fortschritt zu tun: Ich nahm einmal einen sehr ängstlichen Patienten auf, der mir im Gespräch seine Sorgen anvertraute. Wir unterhielten uns lange, ich hörte ihm viel zu. Danach war er viel ruhiger und dankbar, dass er seine Ängste mit jemandem teilen konnte. Er war Profi-Zeichner und schenkte mir als Dankeschön eines von seinen Bildern. Das hat mich sehr gerührt und gezeigt, wie wichtig die Rolle des Arztes als Begleiter in der Not ist, selbst in einem ultra-modernen Krankenhaus wie dem Hôpital Européen Georges Pompidou."

A. Wolf

   
Autor(in): Agnieszka Wolf (wolfag@gmx.de)
  
Links zum Artikel:

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Internetseite des Hôpital Européen Georges Pompidou

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Seite der zugehörigen Universität (Bewerbung hier möglich)
  
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 4. Studienreise nach Perugia

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Mitten im Semester nach Italien aufzubrechen und befreundete Studenten bei ihrem Auslandsaufenthalt zu besuchen - klingt interessant. Isabelle berichtet uns über Ihre Eindrücke und Erfahrungen bei einem Aufenthalt in Perugia (Italien). Die schönen Fotos im Artikel geben einen Eindruck, der Text liefert weitere Infos, Abwechslung in das Semester zu bringen. Lest selbst, wie man zu einem Spottpreis nach Italien fliegen kann, wie sich der Alltag in einem italienischen Krankenhaus darstellt und auf welche für uns merkwürdige Weise die Italiener ihre Todesanzeigen veröffentlichen.

   Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden!

Die „Studienreise“ nach Perugia

Mitten im Semester muss man einfach mal eine Auszeit nehmen. Das beschloss ich während des absolut ätzendsten Kurses im Semester: Biomathe. Und zwei weitere Reiselustige (Steffi und Marc) waren schnell gefunden Zwei unserer Freunde, Thomas und Hanna, sind zur Zeit mit dem Erasmus-Programm in Perugia/Italien, und da wir sie sowieso einmal besuchen wollten, buchten wir über Ryan-Air einen Flug für 10 Cent (selbst mit den 22 Euro Flughafengebühr war das noch spottbillig) nach Pescara.

Mein erster Flug mit Ryan - Air. Skepsis machte sich breit, aber absolut unbegründet. Eine problemlosere Abfertigung hätte es gar nicht geben können Der Flug dauerte eineinhalb Stunden. Dumm nur, dass ich mein Buch nicht mitgenommen hatte, denn meine beiden Mitreisenden fielen schon nach 10 Minuten in den Tiefschlaf. Flug und Landung waren okay, und innerhalb von 5 Minuten waren wir aus dem Flughafen Pescara wieder draussen.

Das erste, was wir sahen, waren Palmen! Das tröstete uns drüber hinweg, dass hier auch nur eine Temperatur von 6 Grad herrschte, aber immerhin besser als die –4 zuhause. Thomas, der uns am Flughafen abholen wollte, hatte sich auf dem Hinweg verfahren, in Pescara gab es wohl genau ein Schild, was den Flughafen ausschilderte, und dann nie wieder eins... Für die 150 km Luftlinie in unseren „Urlaubsort“ Perugia benötigten wir dann knapp 4 Stunden...es ging mitten durchs Gebirge. Steffi und mir war das egal, wir haben uns einfach mit Sektrinken beschäftigt,, während die Jungs vorne mit der Strasse kämpften.

Abends um halb zwölf kamen wir dann in Perugia an. Wir schliefen zu fünft in Thomas und Hannas Zimmer, das sie zu einem absolut horrenden Preis von 210 Euro pro Nase von einem Herrn gemietet hatte, dessen beide Söhne und ein anderer italienischer Student die Fünfer-WG komplettierten. Thomas und Hanna wiesen uns im Vorfeld schon darauf hin, daß die Mitbewohner nicht das mitteleuropäische Hygienebewusstsein besäßen, was Küche und Bad betrifft, aber das war uns dann auch egal. Müde und satt von Hannas Pasta mit Tomatensosse (wir lernten schnell: was anderes ausser Pasta ist unbezahlbar) krochen wir in unsere Schlafsäcke und legten uns im Zimmer verstreut auf unsere Isomatten. Für mich als jemanden, der noch nie im Leben in einem Zelt geschlafen hat, war das absolutes Neuland. Die erwarteten Kreuzschmerzen blieben aus und bis auf einen Schnarcher war es eine absolut ruhige Nacht ;-)


Am nächsten Morgen wollten wir uns mal die Uniklinik vornehmen. Thomas und Hanna hatten sich in diesem Semester für den Kinderkurs eingeschrieben. In der Kinderklinik hiess es dann: Unterschreiben und gehen. Warum sollte es hier anders sein als bei uns? ;-) Die Uniklinik an sich sieht aus ein Mittelding aus einem Missionarskrankenhaus in Zentralafrika und einem Metrobahnhof im Pariser Südviertel. Auf dem Bild kommt das allerdings nicht so rüber. Ich weiss nicht, von wann der Bau ist, aber das Wort Renovierung scheint dort im Leben noch niemand gehört zu haben. Überall bröckelt der Putz von den Wänden und freundliche Farben sind ein Fremdwort. Von innen haben wir nur den Eingang der Kinderintensivstation und den Staugang vor dem Hörsaal gesehen. Dort herrschte ein Betrieb wie auf einem Bahnhof. Nach dem extrem anstrengenden Kinderkurs hatten wir uns nun einen Kaffee verdient! So wie auch viele Ärzte, auf die wir in der benachbarten Bar trafen. Mir persönlich haben die Ärztinnen am besten gefallen: offener Kittel, Riesendekolleté, Highheels und Röcke bis kurz über die Symphyse. Tja, wir sind eben in Italien, die Leute sind top gestylt. Als deutscher Student wirkt man ziemlich farblos. Aber mit Schlafsack und Isomatte im Rucksack war einfach kein Platz mehr für das Kleid von Prada und den Make-up-Beutel von Chanel, man muss eben Prioritäten setzen...Nachmittags haben wir uns dann die Innenstadt von Perugia angesehen. Über der Stadt lag den ganzen Vormittag über ein nebliger Schleier, der sich erst mittags gegen 15 Uhr aufhellte. Nun konnte man tatsächlich weiter sehen als bisher 20 Meter. Wenn es ganz klar ist, sieht man sogar bis Assisi.


Auf dem Bild sieht man das Highlight auf dem Platz vor dem Dom, den metallenen Christbaum. Alles eine Frage des Geschmacks, mir hat er eigentlich ganz gut gefallen, den anderen nicht. Die Innenstadt an sich liegt oben auf dem Berg. Man kann mit dem Fahrstuhl oder mit den Rolltreppen ins Zentrum fahren oder die vielen Treppen hochgehen, so ähnlich wie wenn man in Paris auf den Montmartre hochläuft. Wir sind meistens gelaufen, was wir tags später auch gut in den Beinen merkten...Nach einem Essen im Vorbeigehen (Pizza bzw. Panini) haben wir noch eine Shoppingtour gemacht. Eigentlich aber eher ansehen als shoppen, denn Geld hatte keiner von uns (das böse Bafög-Amt, die bösen Anatomen, die die Präp-Kurs-Bremser nicht rechtzeitig bezahlen, der teure Australienurlaub im Sommer...da erkennt sich bestimmt der eine oder andere wieder...;-) Perugia als Stadt ist wirklich niedlich. Es hat viele kleine Gäßchen, in denen man sich verlaufen kann. Cafe´s, in die man sich reinsetzen kann, gibt es nicht so viele. Hier steht man im Allgemeinen, und die Cafés nennen sich Bar. Wir haben aber doch etwas zum Sitzen gefunden, und der Kaffee bzw. die Latte Macchiato waren billig und gut. Ungewöhnlich für mich als Deutsche: die Todesanzeigen werden hier nicht in der Zeitung veröffentlicht, sondern öffentlich ausgehängt. Man hat hier einen ganz anderen Bezug zum Tod. Er wird viel offener damit umgegangen. Das war so anders, deswegen habe ich ein Bild gemacht.

Am späten Nachmittag gings dann wieder nach Hause, wo wir uns erstmal was kochten (Gnocchi). Ich werde nie den Blick von Mitbewohner Giorgio vergessen, der völlig fassungslos auf Marc schaute, als dieser im Topf die Sosse umrührte, wir drei Mädels daneben standen und unseren Wein genossen, (Na ja, dass Marc was kocht, war eigentlich auch nur ne Ausnahme, aber das wusste Giorgio ja nicht ;-)) Männer scheinen in Italien in der Regel nicht zu kochen (Einmal muss Giorgio wohl ein Mädchen aufgerissen haben, und ihr erster Gang in der Wohnung war der zur Küche, noch bevor dem zum Schlafzimmer...). Abends sind wir nochmal in die Innenstadt und waren in einer Kneipe, in der vorwiegend Erasmus-Studenten verkehrten und wo ziemlich coole Live-Musik war.

Die Nacht war kurz und am nächsten Tag stand die Heimreise bevor. Ein kleiner Umweg über Rom nach Pescara, und innerhalb von 2 Stunden waren wir dort. Wir liessen unsere beiden Freunde dort zurück, traurig und voller Heimweh...aber denkt daran: es sind nur noch um die 60 Tassen Kaffee! Und eigentlich geht es euch ja doch gut, oder?

Mir hat es in wirklich gut gefallen, erschwerend für mich ist, dass ich kein italienisch kann, obwohl ich schon ein bisschen verstehe. Aber vielleicht kann ich ja im nächsten Frühjahr etwas mehr, wenn wir zu unserem zweiten Kurzbesuch aufbrechen, diesmal mit richtigem Abstecher nach Rom oder Pisa.

   
Autor(in): Isabelle (isabelle@medi-roman.de)
  
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Weitere Infos zu Perugia

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Ryan-Air-Flüge durch Europa
  
Diskussionen im Internet:
  

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 5. So weit weg und doch wie zu Hause gefühlt

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Famulatur im Wodonga Hospital, VIC, Australien
Ende Juli bis Mitte September 2002

Übersicht

  • Bewerbung
  • Kosten / Unterkunft
  • Allgemeines
  • Tagesablauf
  • Freizeit
  • Fazit
  • Kontaktadresse
Bewerbung
Da mich Australien schon immer in diversen Reiseberichten fasziniert hat, ich mein Englisch verbessern sowie ein anderes Gesundheitssystem kennenlernen wollte, habe ich mich ca. ein 3/4 Jahr vor Famulaturbeginn gemeinsam mit einer Freundin bei diversen australischen Krankenhäusern beworben.

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Das formlose Bewerbungsschreiben haben wir per E-Mail an Krankenhäuser in ganz Australien gesendet (Krankenhausadressen siehe Anhang) und bereits nach einigen Wochen Zu- und Absagen erhalten. Da aber z.B. in Queensland die Famulaturplätze zentral vergeben werden und außerdem Bewerbungsgebühren in Höhe von fast 400 AUD verlangt werden, blieben am Ende nur drei Krankenhäuser zur Auswahl, bei denen wir keine Gebühren zahlen sollten. Als wir uns für ein Krankenhaus entschieden hatten, verliefen alle weiteren Formalitäten weitestgehend per E-Mail. Von uns wurden lediglich ein Brief vom Dekan (Vordrucke im Dekanat erhältlich) sowie zwei Empfehlungsschreiben (z.B. vom Doktorvater) verlangt.
Im Januar haben wir uns beim dfa für einen Fahrtkostenzuschuss beworben und im April eine positive Antwort erhalten.

Kosten / Unterkunft
Um in Australien famulieren zu können, benötigt man ein Working Holiday Visum (ich kenne auch einige, die nur mit einem normalen Touristenvisum ausgekommen sind), welches relativ „unkompliziert“ gegen Vorlage des Reisepasses, einer Bescheinigung über genügend Geldmittel und den Gesundheitszustand (genaue Bedingungen siehe Internet) sowie 95 Euro bei der australischen Botschaft in Berlin (Adresse s. Anhang) zu erhalten ist. Mein Tip: Wenn man alle Unterlagen persönlich zur Botschaft bringt, bekommt man das Visum sofort ausgestellt! Unseren Flug haben wir bereits im März für 880 Euro bei Emirates (sehr gute und preiswerte Airline!) gebucht. Eine günstige Auslandskrankenversicherung habe ich bei der DKV ( für 77 Tage rund 30 Euro ) abgeschlossen.
Als Zahlungsmittel haben wir, neben einigen australischen Dollar (AUD) in bar, EC – (zum Geldabheben; kostenlos in Australien bei „Westpac“, wenn man ein Konto bei der „Deutschen Bank“ hat) und VISA- Card (zum Automieten, Touren buchen etc.) mitgenommen.
Im Vorfeld wurde uns vom Krankenhaus mitgeteilt, dass wir für 110 AUD (ca. 60 Euro) pro Woche pro Person in der Nähe des Krankenhauses untergebracht sowie in der Krankenhauskantine verpflegt werden können ( am Ende der Famulatur mussten wir jedoch, zu unserer freudigen Überraschung, nichts für Unterkunft und Verpflegung bezahlen). Als wir unsere Unterkunft das erste Mal zu Gesicht bekamen, waren wir sehr überrascht, da sich zeigte, dass wir in einem Einfamilienhaus untergebracht waren, welches wir lediglich mit einer Krankenschwester (die jedoch nur ein paar Tage die Woche dort wohnte) teilen sollten. Das Haus, welches aus 3 Schlafzimmern, einer komplett eingerichteten Küche, Wohnzimmer inkl. TV und Telefon (für Ferngespräche benötigte man eine Telefonkarte), Bad/WC sowie einer Waschmaschine bestand, war nur 150 m vom Krankenhaus entfernt. Sogar Bettwäsche und Handtücher wurden gestellt. Wenn wir nicht gerade zum Dinner ausgegangen sind (Essengehen ist bei den „Aussies“ sehr beliebt und günstiger als in Deutschland), haben wir die meisten Mahlzeiten (bis auf das Frühstück) in der – für unsere Erfahrungen sehr guten – Krankenhauskantine eingenommen.

Allgemeines
Das Wodonga Hospital entspricht etwa der Größe eines Krankenhauses in einer Kleinstadt.
Es beherbergt folgende Abteilungen: Notaufnahme, Radiologie, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie sowie Innere Medizin. Des weiteren befinden sich eine Antenatal sowie eine Mental Health Clinic auf dem Krankenhausgelände. Als Besonderheit gibt es am Wodonga Hospital einen „hospital-in-the-home“ – Service, der darin besteht, dass Patienten soweit es geht frühzeitig nach Hause entlassen werden und, je nach Fall, mehrmals täglich oder wöchentlich von einer Krankenschwester versorgt werden. Die „Versorgung“ kann aus Verbandswechsel, Blutzuckermessungen, Blutabnahmen, Injektionen o. Ä. bestehen. Es hat sich gezeigt, dass die Patienten in ihrer häuslichen Umgebung viel schneller genesen und dass dieser Service gleichzeitig sehr kosteneffektiv ist.
Zu Beginn der Famulatur hat der Chef des Krankenhauses, mit dem wir schon per E-Mail in Kontakt getreten waren, mit uns den Ablauf der Famulatur besprochen sowie uns herumgeführt und in den einzelnen Abteilungen vorgestellt. Des weiteren haben wir einen Krankenhausausweis mit Passfoto zur Identifikation als Krankenhauspersonal sowie einen Pager (Pieper) erhalten, mit dem wir zu wichtigen Meetings oder interessanten Fällen gerufen werden konnten.

In australischen Krankenhäusern ist „ordentliche“ Kleidung angesagt. D.h. den guten weissen Kittel und die Birkenstock-Sandalen kann man getrost zu Hause lassen. Die männlichen Studenten tragen Hemd, z.T. mit Krawatte, und Hose (keine Jeans), die weiblichen Hose oder Rock (eher seltener) und dazu ein ordentliches Oberteil (Blusen sind kein Muss!).

(...) Die Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung!

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Autor(in): Susanne Meister (Susi.Meister@gmx.net)
  
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Australische Krankenhäuser und mehr

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Australische Botschaft Berlin

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 6. Medi-Jobbörse - Aktuelle Anzeigen

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 7. Gelauscht: Was ist los im Forum?

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Mit mehr als 500 Beiträgen in der Woche findet man in den Medi-Foren zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In der neuen Rubrik "Gelauscht" wollen wir Euch in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findet Ihr das ein oder andere Thema, das Euch auch interessiert - ein Klick und Ihr seid mit dabei:

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Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 8. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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Ilka Markmann, Redakteurin, Marlies Lehmkuhl, Redakteurin, Daniel Luedeling, Redakteur, Peter Artz, Redakteur, Franziska Böhm, Redakteurin, Susanne Kirscht, Redakteurin, Andreas Bussmeyer, Redakteur, Jascha Hellberg, Redakteur, Christian Weier, Redakteur, Jens Plasger, Redakteur, Stan, Reporter für Extremeinsätze, Arne Beckendorf, Buchrezensionen und Lokal Hannover, Andrea Clemens, Lokalbereich Uni Köln, Astrid Stumpf, Lokalbereich Uni Münster, Benedikt Bader, Lokalbereich Uni München, Bettina Kiep, Lokalbereich Uni Mainz, Cordula Sachse, Lokalbereich Uni Greifswald, Daniela Prause, Lokalbereich Uni Göttingen, Eike Beyer, Lokalbereich Uni Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg, Kristina Krüger, Lokalbereich Uni Hannover, Pia Paul, Lokalbereich Uni Witten, Stefanie Schmölke, Lokalbereich Uni Frankfurt, Tobias Schmeinck, Lokalbereich Uni Münster

  
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