02.04.03

Ausgabe 158/03

Anzeige: Die Fun-ologie ist wieder Online -
Rippenspreizer 2003 ist verfügbar - über 400 Cartoons [Ich will lachen ...]


Medi -Learn

Die Onlinezeitung von Medi-Learn.net
Medi-Zeitung

Medi -Learn

(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung)


Fairness ist die Kunst, sich in den Haaren zu liegen, ohne die Frisur zu zerstören.
(Gerhard Bronner, österreichischer Kabarettist)


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 Editorial
  

Hallo,

in den letzten Wochen war die Redaktion sehr mit der Betreuung des Examensservices beschäftigt, bei dem die Examensexperten von den Medi-Learn-Repetitorien eine zeitnahe Auswertung zu den schriftlichen Examina im Netz anbieten. Daher erscheint diese Ausgabe etwas später als gewohnt. Wir hoffen, dass alle Examenskandidaten sich gut erholt haben und vor allem, dass sie mit ihren Ergebnissen zufrieden sind.

Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden! Nachladen? Bitte F5 druecken!

Einleitend haben wir heute etwas in eigener Sache: Lest, wie Ihr vielleicht Mitarbeiter im Dozententeam der Medi-Learn-Reptitorien werden könnt. Ausserdem sind wieder die aktuellen Stellenangebote und -gesuche in der Medi-Jobboerse dabei.
Für die an Notfallmedizin Interessierten gibt es einen Artikel, in dem Ihr erfahrt, wie sich eine versteckte Hypoglykämie bei einem Notfalleinsatz präsentieren kann. Weiterhin gibt es eine neue Episode des Famulaturtagebuches aus der Reha-Klinik und die Fortsetzung des Erfahrungsberichtes zur Doktorarbeit.
Richtig offiziell beginnt auch heute das Sommersemester 2003. Wir wünschen Euch dafür viel Erfolg und eine schöne Frühlingszeit.

Bis zur nächsten Woche,
Jens, Marlies und Christian
Redaktion Medi-Learn.net

  

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 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Join the team! - DozentInnen gesucht!
2.Medi-Jobbörse: Der Jobticker
3.Versteckte Hypoglykämie
  
4.Erfahrungen zur Doktorarbeit - Teil 2
5."Markante Lernhilfen für Mediziner"
6.Ein Famulaturtagebuch (3)
  
7.Gelauscht: Was ist los im Forum?
8.Gestöbert
9.Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

Für den Fall, dass die Onlinezeitung nicht korrekt angezeigt wird, ist sie nocheinmal komplett Online verfügbar! 
Hier die Adresse http://www.medi-learn.info/seiten/onlinezeitung/1/126/index.shtml
  

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 1. Join the team! - DozentInnen gesucht!

- zurück zum Inhalt -

  

Medi-Learn erweitert seinen Mitarbeiterstab im Repetitorienbereich

Studenten, Ärzte und Professoren – diese bunte Mischung ist schon seit Jahren ein Garant für qualitativ hochwertigen Unterricht in unseren Kursen. Zur Unterstützung unseres Teams suchen wir ab sofort MedizinerInnen, die an einer Unterrichtstätigkeit interessiert sind.
Das Team besteht aus mehr als 50 Mitarbeitern aus dem gesamten Bundesgebiet, die in unterschiedlicher Funktion bei MEDI-LEARN aktiv sind. Die Unterrichtsveranstaltungen werden von einer Gruppe von Dozenten getragen, die sich aus Professoren, Ärzten, Humanbiologen und Medizinstudenten höherer Semester zusammensetzt. Viele unserer Mitarbeiter sind über mehrere Jahre für uns tätig. Dabei ist die Motivation zur Ausübung der Dozententätigkeit überaus vielfältig:

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Während die einen hier einen Ausgleich zur Kliniksroutine finden, steht für andere der Erwerb einer Zusatzqualifikation für die spätere Stellensuche im Vordergrund. Allen gemeinsam ist jedoch die Freude an einer interessanten Tätigkeit und an der Begegnung mit Gleichgesinnten aus ganz Deutschland anlässlich der MEDI-LEARN Feiern & Schulungen.

Einstellungskriterien
Außer einer guten Examens-Teilleistung im Bereich des angestrebten Unterrichtsfaches gibt es kaum formale Kriterien bei der Auswahl unserer Mitarbeiter. Vielmehr entscheidet die spezielle Eignung des Bewerbers für das kursinterne Aufgabenprofil.
Wünschenswert - jedoch keine zwingende Voraussetzung - ist das Vorhandensein von Unterrichtserfahrung. Geduld, Engagement und die Fähigkeit, selbst komplizierte Sachverhalte so einfach wie möglich zu erklären, sind für eine Mitarbeit bei MEDI-LEARN jedoch von größerer Bedeutung.

Einarbeitung und Schulung
Neben einer ausführlichen Beschreibung des Aufgabengebietes wird den neuen Mitgliedern im Team ein von erfahrenen Pädagogen verfaßtes Manual zur Planung und Durchführung von Unterrichtsveranstaltungen zur Verfügung gestellt. Über diese allgemeine Anweisung hinaus erhalten die neuen Mitarbeiter auch genaue Hinweise zur Stoffauswahl mit Hilfe der sog. "Scanner-Methode". Um die Einarbeitung abzurunden, bietet MEDI-LEARN jedem neuen Team-Mitglied individuelle Tipps und Hilfestellungen für die Gestaltung seines Unterrichts im Rahmen eines fachlich und didaktisch supervidierten Probe-Unterrichts.
Sollten während der laufenden Kurse Probleme im Umgang mit einer Lerngruppe auftreten, stehen dem "Neuling" erfahrene Mitarbeiter mit Rat und Tat zur Seite.
Schließlich bietet MEDI-LEARN seinen Mitarbeitern 1-2mal jährlich Schulungen zu ausgewählten Bereichen der Didaktik an, deren Teilnahme jeweils durch ein qualifiziertes Zertifikat bestätigt wird.

Mitarbeitertreffen
Einmal jährlich treffen sich alle MEDI-LEARN Mitarbeiter zu einer gemeinsamen Jahresabschlußfeier. Hier besteht die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und Erfahrungsaustausch bei einem ausgiebigen Essen, Musik und Tanz. Darüber hinaus wird zu diesem Anlaß aus den Unterrichtsbeurteilungen der Teilnehmer der beste Dozent/ Dozentin des Jahres ermittelt und mit einem Preis geehrt.

Sie sind interessiert? Zögern Sie nicht und melden Sie sich! Weitere Details, Kontakt und Bewerbunsmöglichkeiten finden Sie hier.

   
Autor(in): MEDI-LEARN (info@medi-learn.de)
  
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 2. Medi-Jobbörse: Der Jobticker

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Wir haben das Startseiten-Layout der Medi-Jobbörse ein wenig übersichtlicher gestaltet, so dass Ihr Euch nun leichter zurechtfinden könnt.

Ob AiP, Doktorarbeit, Nebenjob oder Assistenzarztstelle - alle Einträge sind weiterhin kostenlos!

Nutzt die Gelegenheit, ein Stellengesuch zu platzieren.
Wie immer an dieser Stelle hier nun die neuesten Stellenanzeigen aus unserer Jobbörse, in der sich insgesamt über 170 Angebote wie Gesuche befinden!

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Die neuesten Einträge

  

   

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Assistenzärzte Urologie und Innere

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AIP/Assistent Psychiatrie

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Autor(in): Redaktion Medi-Jobbörse (redaktion@medi-jobboerse.de)
  
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 3. Versteckte Hypoglykämie

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der Fall (-Strick)

Eine kardiologische Arztpraxis ersucht bei der Rettungsleitstelle um die Entsendung eines Rettungswagens zum Transport eines Patienten mit akutem Schmerzsyndrom und Zustand nach Synkope in die nahe Klinik. Um 11:26 Uhr rückt der mit RA und RS besetzte RTW notfallmäßig aus und trifft drei Minuten später in der Arztpraxis ein.

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Die Besatzung findet einen etwa 70-jährigen, adipösen Mann in stabiler Seitenlage auf dem Boden des Untersuchungsraumes vor. Der Patient ist sehr ruhig, jedoch ansprechbar, in allen Aspekten voll orientiert und klagt über starke Schmerzen im Lumbalbereich L4/5 rechtslateral. Die betreuende Arzthelferin berichtet über eine kurze Synkope im Wartebereich, wohl aufgrund der starken Schmerzen.

Der auskultatorisch gemessene initiale Blutdruck liegt bei 165/85 mmHg, HF um 90/', die Sauerstoffsättigung bei 6 l O2/min. über Sauerstoffbrille um 94%. Ein venöser Zugang (1,2 mm) am Handrücken wird mit NaCl 0,9% offen gehalten, durch den behandelnden Arzt wurde die Schmerzsymptomatik mit 100mg Tramadolor i.v. teilweise unterdrückt, dazu wurden zur Antiemese 10 mg Metoclopramid i.v. appliziert.
Bei der Übergabe des Arztes an die RTW-Besatzung liegt der Schwerpunkt auf der kardialen Anamnese. Der Patient sei vor sechs Wochen stationär wegen einer Stauungspneumonie bei stark hypertrophem Linksherz bei chronisch arteriellem Hypertonus bei bekannter koronarer Herzkrankheit behandelt worden. Ein Herzkatheter (PTCA ) sei geplant.
Wegen aufgetretener Atembeschwerden habe er heute die Praxis aufgesucht. Die Lunge ist auskultatorisch frei, auch finden sich aktuell keine peripheren Stauungszeichen.

Sowohl das Zwölf-Kanal-EKG vor als auch nach der Synkope ist hinsichtlich myokardialer Ischämien nicht befundbar, da ein bekannter Linksschenkelblock vorliegt. Die Blutentnahme zur Bestimmung des Troponin-T-Spiegels sei unterblieben aufgrund des sehr zeitnahen Geschehens und der Nähe zum Klinikum der Maximalversorgung. Der Transportschein weist einen Krankentransportwagen an, der Kardiologe verschwindet im Praxisbetrieb.
Im orientierenden Bodycheck fallen neben den bewegungsabhängigen Rückenschmerzen, die in ähnlicher Form schon seit Wochen immer wieder auftreten, auch Hämatome am rechten Bauch auf. Auf Nachfrage bestätigt der Patient, seit Jahren mit insulinpflichtigem Diabetes Mellitus zu leben. Die Insulininjektionen nimmt er selbst vor. Die Haut ist trocken, die Atmung eher flach, jedoch nicht angestrengt.
Aufgrund der verwinkelten Architektur des Gebäudes richten sich die Überlegungen der Besatzung nun auf den möglichst schonenden Transport in den RTW, die Entscheidung fällt wegen des kleinen Fahrstuhls auf die Sitzstuhlform der Fahrtrage. Beim Umlagern bewegt sich der Patient kraftvoll und mit wenig Einschränkungen durch den Rückenschmerz.
Der Transport zum RTW und weiter ins Klinikum erfolgt unter EKG- und Blutdruckmonitoring, Sauerstoffgabe und fortgesetzter psychischer Betreuung des Patienten.

Der Patient wirkt im Gespräch erschöpft, aber völlig klar und orientiert. Alle Vitalparameter bleiben während der Fahrt konstant.

In der Liegendkrankenanfahrt der Zielklinik um 12:03 Uhr zeigt der Patient im EKG einen frisch aufgetretenen Quadrigeminus, der sich für ihn weder durch Palpitationen noch hämodynamisch bemerkbar macht.

Weiterer Verlauf
In Anbetracht des veränderten EKG-Befundes und der kardialen Anamnese wird der Patient vor der chirurgisch-orthopädischen Diagnostik in der Notaufnahme zunächst internistisch abgeklärt.

Bei der Umlagerung fällt auch dem Pflegepersonal die Müdigkeit des Patienten auf, was sich nach Angaben der RTW-Besatzung wohl aus der Schmerzmedikation durch den Kardiologen erkläre.
Durch die erneute Untersuchung in der Klinik zeigt sich die Ursache für die Synkope sowie für die Schläfrigkeit des Patienten. Die Blutzuckerbestimmung ergibt einen Wert von 30 mg/dl (1,6 mmol/l).
Der Patient wird zur Regulation des Blutzuckerhaushaltes auf eine internistische Station verlegt. Er gibt an, vor dem Frühstück 38 IE Actraphane gespritzt und dann zu wenig gegessen zu haben.

   
Autor(in): Christoph Mauer (42@StimmeDerWeisheit.de)
  
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 4. Erfahrungen zur Doktorarbeit - Teil 2

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Heute gibt es die Fortsetzung dieses Erfahrungsberichtes. Wer den ersten Teil verpasst hat, findet hier den gesamten Artikel 0nline.

Plötzlich klingelt das Telefon und es geschieht das, was irgendwann passieren musste, ja sogar passieren sollte. Mein erster Patient ist in der Notaufnahme eingetroffen. Kurzer Hand mache ich mich auf zum Klinikum.

   Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden!

Da ich noch keinen offiziellen Raum habe, ziehe ich mich auf der Treppe um, welches mein Vertrauen in den Augenblick nicht unbedingt bestärkt.Mein Herz beginnt etwas schneller zu schlagen und ich schreite in die Situation, welche ich mir schon so oft im Geiste ausgemalt habe.
Noch in Gedanken betrete ich die Notaufnahme und ich fühle mich nicht allzu wohl dabei. In meinen Vorstellungen spielen sich einige Szenarien ab, die meine Ängste in Windeseile erzählen. Was wird wohl bei einem Notfall geschehen, wenn sich kein Arzt mehr auf der Station befindet. Mein Kittel suggeriert den meisten Menschen eine gewisse Kompetenz in Notfallsituationen. Bedenken denn die verschiedenen Individuen, dass meine Ausbildung im Moment eher theoretischer Natur ist? Meine Erste-Hilfe Kenntnisse sind zwar fundiert, doch noch nie im „Ernstfall“ erprobt. Das macht mir noch etwas Angst, als ich schon an den ersten Pflegern und Schwestern vorbeieile. Es scheint mir offensichtlich, dass ihre mißtrauischen Gesichter mir verraten, dass sie keine Ahnung haben, wer ich bin und was ich hier will. Eine Person kommt mir bekannt vor und ich entsinne mich daran, dass ich bei meiner Vorstellung mit ihr gesprochen habe. Das gibt mir den Mut sie anzusprechen und sie nach dem Patienten meiner Studie zu fragen. „Hallo, mein Name ist ....., ich komme wegen des Patienten von der ...Studie.“ Ein gehetztes und nachdenkliches Gesicht meines Gegenübers überbrückt die kurze Zeit der Stille. „Du Günther , weißt Du was von irgendso`ner Studie?“ Eine Stimme vom anderen Ende des Flures ruft brummend eine Zimmernummer entgegen, welche dann von der Schwester vor mir wiederholt wird. Ich gehe auf den Raum zu und dort liegt tatsächlich mein erster Patient. Die Aufkleber liegen auf dem Tisch und ich suche nach dem Röhrchen Blut, welches das Pflegepersonal mir freundlicherweise mit abnimmt.

Mein Blick schweift ins Leere. Es ist soweit, dass ich mich damit auseinandersetze, dass ich nun wieder einmal Blut abnehmen werde. Meine Famulatur ist nun schon ein Jahr her und ich weiß nicht, wie schnell man so etwas verlernen kann. Der Windzug auf dem Flur macht mir durch seine Kühle bewußt, dass der Schweiß mir auf der Stirn steht. Mein hilfloser Blick läuft auf dem Flur, der von fleißiger Hektik bestimmt ist, aus.
Ich kehre in die kleine Box zurück und stelle mich dem Patienten vor, gewillt, ihm die Nadel in den Arm zu rammen. „Schönen guten Tag! Mein Name ist ..... . Ich komme wegen einer Studie, die wir bei Patienten wie ihnen durchführen, um unsere diagnostischen Fähigkeiten zu verbessern. Es entstehen ihnen keine Kosten und wir greifen auch nicht in ihre Therapie ein......“ Es dauert etwas, bis mein Text heruntergebetet ist. Ich bin freundlich, und mir ist vollkommen klar, dass der Mann vor mir gerade andere Sorgen hat, als meine Studie. Wir unterhalten uns und ich spüre irgendwie, dass ich hier nicht richtig ernst genommen werde. Es wird nun von mir der Versuch unternommen, dieses durch Freundlichkeit wieder gerade zu rücken. Der Patient schildert mir in knappen Worten und mit regloser Mine, dass er nicht gewillt ist, an solch einer Sache teilzunehmen, was dagegen meine Mimik eine kurze Zeit zum Entgleisen bringt. Es ist sein gutes Recht, doch habe ich bei allen Planungen von Patientenrekrutierungen nicht daran gedacht, dass sie keine Lust haben könnten. Ein naheliegender Aspekt, den ich übersehen habe und der mich durch diese subjektive Unvorhersehbarkeit doppelt erschüttert. Es war nun noch an mir den Aufklärungsbogen trotz dessen im Zimmer zu lassen und anzukündigen, dass ich morgen nochmals mit meinem Betreuer vorbeischaue. Etwas verwirrt verlasse ich das Zimmer, um das doch schon abgenommene Blut zu verarbeiten.

Am nächsten Tag gehen mein Betreuer und ich zu der Station, auf die unser Patient verlegt worden ist. Wir stellen uns und unsere Studie nochmals vor und gelangen in ein rund 30-minütiges Gespräch über die Moral der Ärzte, das Leben und die Wirrungen eines alten und leicht desorientierten Mannes in einem fremden Krankenzimmer. Nach abschließender Auswertung seiner Krankengeschichte verlassen wir das Zimmer mit der Gewissheit, dass wir unseren ersten Studienpatienten rekrutiert haben. Ich gehe nun mit meinem Betreuer zurück ins Labor, und er berät mich betreffend meines Auftretens bei der Rekrutierung. Man darf wohl nicht zu freundlich sein und soll eine gewisse Autorität darstellen, um von den Patienten auch ernst genommen zu werden. Eine Erfahrung, die ich ja schon gemacht habe. Er erzählt mir weiter von der Politik in der Klinik und lässt all die Machenschaften und Verwirrungen anklingen, die ich mir in den schönsten Farben ausmale. Meine Gedanken sind trotz der Berichte meines Nebenmannes weit weg, bis mich der Pieper von links und somit der nächste Patient aus meinen Träumen reißt.....

   
Autor(in): Jens Schaumberg (schaami@zim.goe.net)
  
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 5. Zwischen den Zeilen "Markante Lernhilfen für Mediziner"

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Titel: Markante Lernhilfen für Mediziner
Autor(en): Hofer, Matthias ; Pohle, Sebastian
Verlag: Didamed
ISBN: 3980558568
Preis: Euro 9,99
Medizinlehrbuch

Eselsbrücken und Merkhilfen sind in der Anatomie schon seit langer Zeit bewährte Hilfsmittel. Generationen von Medizinstudenten haben sich die Handwurzelknochen mit dem Merksatz „Ein Kahn der fuhr im Mondenschein, ...“ gemerkt.
Viele Mediziner wissen jedoch (noch) nicht, dass es solche Sprüche für fast alle Bereiche der Medizin gibt:

Der Band 1 bietet zahlreiche einprägsame Merkhilfen für biochemische, physiologische oder anatomische Zusammenhänge, die man sich früher nie merken konnte. Ideal geeignet für Studierende, die sich gerade auf eine Prüfung in diesen Fächern oder auf das Physikum vorbereiten – und auch für Ärzte, die für ihre klinische Tätigkeit ihr Hintergrundwissen zu diesen Themen auffrischen wollen.

Der Band 2 fokussiert dagegen eher Themen klinischer Fachgebiete, u.a. aus den Bereichen der Inneren Medizin, der Pharmakologie & Mikrobiologie, aber auch der Notfallmedizin und den operativen Fächern. Zudem bietet der Band 2 auch noch eine alphabetische Sammlung von Syndromen mit Eigennamen (Eponyme) – alphabetisch geordnet und in einem kurzen Absatz erklärt - als kleines Nachschlagewerk für die Kitteltasche im klinischen Alltag.

Das Pfiffige am Konzept der „Tripple M“-Serie liegt in der graphischen Veranschaulichung vieler Merksprüche durch eingängige Schemata und witzige, manchmal etwas verrückte Cartoons, die erstaunlich leicht in das visuelle Gedächtnis „einsickern“ – so wird das Lernen nie langweilig.
Wer z.B. an den Sänger STING denkt, vergißt die Symptome einer Hyperthyreose (Schwitzen, Tremor und Tachykardie, Intoleranz gegenüber Wärme, Nervosität, gastrointestinale Symptome) so schnell nicht wieder.
Der Cartoon von 5 Bienen, die an einer Blume Pollen lecken, läßt einen schnell die 7 Primärtumoren für osteoblastische Metastasen erinnern: Brust (Mamma-Ca), Brain (Medulloblastom), Bronchial-CA, Bauch (Carcinoid), Blasen-Ca, Prostata und Lymphome – ideal für visuelle Lerntypen! Insgesamt erleichtern die klare Gliederung nach Themengebieten und das eingängige Layout das schnelle Nachschlagen und Auffinden bestimmter Merksprüche.

Fazit: Wer als Mediziner vor staatlichen – oder Facharztprüfungen eine prägnante und humorvolle Zusammenstellung nützlicher Eselsbrücken sucht und dabei auch mal schmunzeln möchte, der kommt bei den moderaten 9,99 Euro pro Band voll auf seine Kosten.
Eine sinnvolle Ergänzung und Abwechslung zu anderen Lernmaterialien.

   
Autor(in): Christian Weier (christian.weier@medi-learn.net)
  
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 6. Skizzen aus der Reha-Klinik: Ein Famulaturtagebuch (3)

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Mittwoch, 11. September: Der Chefarzt auf Knien vor mir und das Anklopfen bei der Prostituierten
Heute war ein schöner, aber anstrengender Tag. Ich hatte heute morgen sogar noch zehn Minuten Zeit zum Frühstücken. Im Frühstücksraum traf ich auf „Benny“ Martin, der Dienst gehabt hatte. Um viertel nach sieben morgens war er aus dem Bett geklingelt worden wegen irgendetwas. Ansonsten hatte er die ganze Nacht geschlafen.(Davon kann man im Akuthaus nur träumen).

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Wir haben noch einen Kaffee getrunken und sind dann zur Morgenbesprechung. Bei der Besprechung eröffnete mir der Chef, dass ich doch heute die Sprechstunde von Ida Lehmann machen könnte, weil sie wegen dem Führungskräftetraining nicht verfügbar war. Der Chef scheint sehr überzeugt von mir zu sein, denn mein skeptisches Gesicht mit einem diskreten Ausdruck von Panik beeindruckte ihn nicht im geringsten. Anschließend ging’s zur Chefvisite. Der Chef erklärt sehr viel und gut, mein Heft ist schon fast voll. Ich glaube, er geht da voll drin auf. (Lydia sagte später mal: „Seit du da bist, hat der Chef eine richtig poetische Ader.“) Heute habe ich schon mehr gemacht, und als ich die Schulter untersucht habe, meinte er, das würde aber noch unprofessionell aussehen (oh wunder!) und zeigte, wie es richtig geht. Beim Knie hab ich aber immer noch Probleme. Manchmal weiß ich auch nicht genau, was er von mir will, aber das ist selten. So haben wir den ganzen morgen Visite gemacht, ich anstelle von Ida Lehmann. Irgendwann hab ich ihm dann mal erzählt, dass ich tagsüber fast nichts trinke, und da ist er direkt rausgerannt und hat Wasser besorgt. Ich: “Sie haben aber heute auch noch nichts getrunken.“ Er: “Doch, ich glaube 3 Tassen Kaffee.“ Ich: „Das zählt ja nicht. Trinken Sie mal ein Glas Wasser!“ Er:“ Sie haben recht, na gut, dann trinke ich mal ein Glas Wasser“. Und dann hat die Famula ihm ein Wasser eingeschüttet.

Irgendwann gegen Mittag war dann die Visite vorbei. Dann hat er mir an einem DDR – Anatomiebuch aus den Fünfziger Jahren das Pes-anserinus-Syndrom erklärt, wobei er froh war, jetzt endlich auch mal wieder zu wissen, welche Sehnen zum Pes anserinus gehören (Sartorius, Gracilis, Semitendineus). Dann hat er viel über Reha erzählt und sich richtig Mühe gemacht, tausend Prospekte und Richtlinien herausgekramt, richtig goldig. Dann hat er mich gefragt, ob ich denn wüsste, was Famula überhaupt heißt und hat noch den Pschyrembel aus dem Regal geholt. Die dortige Übersetzung lautete: “Knecht“, was ihn zu einem Riesenlacher verhalf, wobei er sich kaum mehr einkriegte.. „Ich hoffe, Sie fühlen sich hier nicht wie ein Knecht!“ Dann bestand er darauf, mir meine Fäden von der Metallentfernung, die ich 12 Tage zuvor am Fuss gehabt hatte, selbst zu ziehen. Sehr einfühlsam. (Das hätte Dr. L, mein chirurgischer Chef zuhause, niemals gemacht...) Danach sind wir gemeinsam in die Cafeteria, Mittagessen mit den anderen (Tischthema: Stories aus dem Kreißsaal). Nach dem Mittagessen bin ich mit Lydia eine Patientin aufnehmen und anschließend wieder zum Chef, um eine der Patientinnen von gestern vorzustellen.

Als wir beim Chef ankamen, beschwerte er sich, dass sein Computer mit dem Bildschirm „Der Computer wird heruntergefahren“ eingefroren war. Als die Patientenvorstellung vorbei war, hatte sich am Computer natürlich noch nichts getan. Ich: „Was haben Sie denn als Letztes gemacht?“ Er: „Internet und eine Email verschickt.“ Ich: „Vielleicht haben Sie sich einen Virus eingefangen.“ „Äh äh...“ „Haben Sie denn ein Anti-Viren-Programm?“ „Ja, zuhause hab ich das“ (Ganz toll) Und er fummelte an der Maus und an der Tastatur herum...“Wieso fährt der denn jetzt nicht runter?????“ Ich:“ Da müssen Sie erst mal den Netzschalter ausschalten, sonst geht da gar nix mehr.“ Und dann fummelte er an der Einschalttaste herum. Ich: „Darf ich mal?“ Er machte mir Platz auf dem Sessel. „Der Netzschalter ist hinter dem Computer.“ „Äh, wo denn da?“ Dann bin ich hinter dem riesigen, monströsen Eichenschreibtisch auf die Knie und habe den Netzschalter ausgemacht. Chef: „Das müssen Sie mir aber jetzt mal zeigen, wo der ist!“ Dann ist er auf die Knie und hinter den Schreibtisch gerobbt und hat den Schalter gesucht. Ich:„Sie müssen jetzt den Schalter auf 'Ein' stellen“. „Haben Sie das denn nicht gemacht?“ „Nein“ „Wo ist denn jetzt der Schalter?“ Und endlich hatte er ihn gefunden. Wieder auf den Beinen: “Da bin ich aber froh, dass ich da so eine richtige Computerexpertin bei mir habe.“...Süß.

Zurück bei Lydia noch 2 Patienten aufnehmen und anschließend Idas Sprechstunde: zwei Patienten mit Schmerzen. (Ida hat mir übrigens die Korrekturen der Entlassungsbriefe überlassen. Sehr vertrauensvoll!) Frau Doktor hier, Frau Doktor da. Irgendwie ist mir das voll peinlich. Ich habe drei Patienten nach bestem Wissen und Gewissen untersucht, wobei mir bei einem ein Faden aus der Narbe entgegenkam, obwohl er oberflächlich geklammert war?! Da wusste ich nicht, was ich jetzt machen sollte (die Möglichkeit mit den Subcutanfäden kam mir erst am Abend...)und habe versucht, Martin oder Lydia zu erreichen. Keiner da. Also habe ich den Patienten vertröstet, weil ich den Faden nicht herausbekommen hatte, habe ihn für morgen wieder einbestellt und bin schon wieder zum Chef, um ihm von der Sprechstunde zu berichten. Er war zufrieden mit dem, was ich gemacht hatte. Noch schnell die Änderungen für die Schwestern zusammen notiert und dann war ich weg, es war schon wieder zehn nach sechs.

Dann habe ich gesehen, dass Jessica angerufen hatte und habe direkt zurückgerufen, weil Thomas doch heute mündliches Physikum hatte. Jessica erzählte mir dann, dass er heute morgen nach den Ergebnissen vom Schriftlichen geschaut hatte, und da erst erfahren hatte, dass er eine sechs gekreuzt hatte. Und dann ist er nicht mehr zum Mündlichen hingegangen. So ein Mist! Dann bin ich Laufen gegangen, bevor der nächste Regen kam. Warnung: nie wieder den Terrain-Weg Nummer 8 laufen, denn da kommt man niemals am Ziel an!! Ich lief und lief und immer weiter und immer weiter und am Ende war ich irgendwo, keine Ahnung wo. Und plötzlich war ich auch auf der Bundesstrasse, wo es dann in zwei Richtungen ging und ich absolut keinen Plan mehr hatte, in welche Richtung ich musste. Am Straßenrand standen dann ein paar von den Caravans, in denen die „Damen“ ihre „Gäste“ empfingen. Eine der Damen war gerade am Lesen und da habe ich am Fenster geklopft und nach dem Weg gefragt. Ich glaube, ich habe noch nie am Fenster einer Prostituierten geklopft und nach dem Weg gefragt... Mittlerweile war es saukalt und fing schon an zu dämmern. Die Frau dachte wahrscheinlich auch, „wo kommt die denn her?“. Gut, dann noch eine gute halbe Stunde Fußmarsch und ich war wieder daheim, völlig durchgefroren nach knapp zwei Stunden. Und dann gab’s nicht richtig heißes Wasser in der Dusche! Anschließend bin ich in die Cafeteria zum Abendessen, wo ein schrecklicher Alleinunterhalter spielte, habe noch ein bisschen mit Christiane erzählt, die dort bedient und dann bin ich hoch in mein Zimmer und jetzt sitze ich hier. Mein Trapezius ist „leicht hyperton“, ich glaub, jetzt muss ich doch mal langsam die Massage wahrnehmen. Ich bin mal wieder total fertig und gehe jetzt ins Bett. Es ist 21.42 h.

   
Autor(in): verum (mac-klein@web.de)
  
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 7. Gelauscht: Was ist los im Forum?

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Mit mehr als 500 Beiträgen in der Woche findet man in den Medi-Foren zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In der neuen Rubrik "Gelauscht" wollen wir Euch in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findet Ihr das ein oder andere Thema, das Euch auch interessiert - ein Klick und Ihr seid mit dabei:

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Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 8. Gestöbert

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Seit mehr als 2 Jahren wird die Onlinezeitung an eine wachsende Zahl von Abonennten verschickt, die über diese lange Zeit auch viele interessante Artikel beigesteuert haben. Wir haben uns in das Archiv begeben und stellen Euch in der neuen Rubrik 'Gestöbert' pro Woche jeweils einen interessanten Artikel vor. Diese Woche: 'Schwerpunkt Hospiz: Artikelrubrik zum Thema Palliativmedizin und Hospizbewegung'

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 9. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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Folgende Personen arbeiten regelmäßig oder zeitweise an der Onlinezeitung:
Ilka Markmann, Redakteurin, Marlies Lehmkuhl, Redakteurin, Daniel Luedeling, Redakteur, Peter Artz, Redakteur, Franziska Böhm, Redakteurin, Susanne Kirscht, Redakteurin, Andreas Bussmeyer, Redakteur, Jascha Hellberg, Redakteur, Christian Weier, Redakteur, Jens Plasger, Redakteur, Stan, Reporter für Extremeinsätze, Arne Beckendorf, Buchrezensionen und Lokal Hannover, Andrea Clemens, Lokalbereich Uni Köln, Astrid Stumpf, Lokalbereich Uni Münster, Benedikt Bader, Lokalbereich Uni München, Bettina Kiep, Lokalbereich Uni Mainz, Cordula Sachse, Lokalbereich Uni Greifswald, Daniela Prause, Lokalbereich Uni Göttingen, Eike Beyer, Lokalbereich Uni Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg, Kristina Krüger, Lokalbereich Uni Hannover, Pia Paul, Lokalbereich Uni Witten, Stefanie Schmölke, Lokalbereich Uni Frankfurt, Tobias Schmeinck, Lokalbereich Uni Münster

  
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