22.09.2003

Ausgabe 180/03

Anzeige: 'Machen Sie mal eine Faust' - der Rippenspreizer Kalender 2004
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Medi -Learn

Die Onlinezeitung von Medi-Learn.net
Medi-Zeitung

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(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung)


Das Schlechte am Guten und das Gute am Schlechten ist, daß beides einmal zu Ende geht.
(Anatole France, frz. Schriftsteller)


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 Editorial
  

Hallo,

nur noch 10 Tage habt Ihr die Möglichkeit, an der großen "Uni-Umfrage" von Medi-Learn teilzunehmen, um zum einen einen der vielen Preise zu gewinnen und zum anderen Eure Uni "in das richtige Licht" zu stellen. Wir würden uns freuen, wenn Ihr die Möglichkeit zur Teilnahme nutzt.
Einige Vorabergebnisse der Umfrage findet Ihr im ersten Artikel - unter anderem die Note für die Arbeit der Studiendekanate, die widererwartend sehr positiv ausgefallen ist.
Der Famulaturbericht in dieser Ausgabe beschreibt wie man einen "wunderschönen" Sommer in Porto verbringen kann.

Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden! Nachladen? Bitte F5 druecken!

Im Artikel aus unserem neuen Bereich "Studienbeginn" erfahrt Ihr diesmal, welche Geldquellen man als Student anzapfen kann und welche teilweise sehr wundersamen Nebenjobs Eure Kommilitonen haben. Im Ärzte-Interview steht diesmal Dr. Raddatz, ein niedergelassener Chirurg, Rede und Antwort und in der Rubrik "Gelauscht" erfahrt Ihr unter anderem, was hinter der Aussage "Wenn man schlecht arbeitet, schändet man die Leiche" steckt. Viel Spass beim Lesen und schöne letzte Ferientage.

Bis zur nächsten Woche,
Jens, Marlies und Christian
Redaktion Medi-Learn

P.S.: Eine Info unserer Kollegen von Rippenspreizer: Ab sofort kann der Cartoon-Kalender 2004, der in den letzten Jahren immer schon vor der Veröffentlichung vergriffen war, vorbestellt werden weitere Infos - klick hier!

  

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 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Uni-Umfrage: Bewertung der theoretischen Klinik
2.Wie verbringe ich sinnvoll und wunderschön einen Sommer?
3.Medi-Jobbörse: Der Jobticker
  
4.Studienfinanzierung (II)
5.Interview mit Dr. med. Thomas Raddatz (Chirurg)
6.Der Arzt in Ausbildung: Lehrjahre sind keine Herrenjahre
  
7.Emergency Room - Schlagabtausch
8.Gelauscht: Was ist los im Forum?
9.Gestöbert: Hospizbewegung und Palliativmedizin
  
10.Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit
  

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Dieser Gutschein ist bis zum 01.11.2003 gültig. Pro Bestellung kann nur ein Gutschein eingelöst werden. Der Gutschein ist nur bei Online-Kauf unter http://www.doccheckshop.de gültig. Eine Barauszahlung und/oder eine Anrechnung auf Versandkosten oder Serviceleistungen ist nicht möglich. Mindestbestellwert EUR 20,00. Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

  

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 1. Uni-Umfrage: Bewertung der theoretischen Klinik

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Nachdem wir in der letzten Ausgabe der Onlinezeitung erste Vorabergebnisse aus der Uni-Umfrage zu den vorklinischen Fächern präsentiert hatten, folgt nun die theoretische Klinik (5./6. Semester). In welchen Fächern gehen die Studenten in die Vorlesung, welche Fächer werden mit guter Qualität in der Lehre beurteilt und welche Fächer als besonders schwierig und lernintensiv eingeschätzt. Antworten auf diese Fragen wie auch auf die durchschnittliche Bewertung der Studiendekanate vor Ort findet Ihr im folgenden Artikel.

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Welche Fächer der theoretischen Klinik werden als besonders schwierig eingeschätzt?
Wir hatten die Umfrageteilnehmer gebeten, die vier Fächer Pharmakologie, Pathologie, Mikrobiologie und Pathophysiologie hinsichtlich des Lernaufwands und des Verständnisses zu beurteilen. Das Ergebnis in der Reihenfolge der Fächer: auf einer absteigenden Leiter werden nacheinander die Pharmakologie (52 % schätzen dieses Fach als besonders schwierig ein) gefolgt von der Mikrobiologie (von 29 % als schwierig bezeichnet), hin zur Pathologie (27 %) und schliesslich angelangt bei Pathophysiologie (4 %) - als vermeintlich leichtestem Fach - als schwierig bzw. weniger schwierig eingeordnet.
Wie man sieht, werden im Vergleich zur Vorklinik diese Fächer der theoretischen Klinik insgesamt von der Mehrheit der Studenten als weniger lernintensiv und leichter zu verstehen aufgefasst. Rund 40 % der Studenten schätzten die Fächer der Vorklinik (Mittelwert) als schwierig ein, in der theoretischen Klinik sind dies nur noch 28 %. Ein Gedanke, der insbesondere den Physikumskandidaten in der Vorklinik als motivierender Ausblick erscheinen dürfte: Nach dem Physikum wird es doch ein wenig leichter und der Stress und Lernaufwand für diese beispielhaft herausgegriffenen vier grossen Fächer der theoretischen Klinik nehmen deutlich ab.

In welchen Fächern der theoretischen Klinik besuchen die Studenten regelmässig die Vorlesung?
Am Besuch der Vorlesungsveranstaltungen hat sich zwischen der Vorklinik und der theoretischen Klinik recht wenig geändert: In den von uns erfragten vorklinischen Fächern besuchten durchschnittlich 35 % die Vorlesungen. In den Fächern der theoretischen Klinik gingen durchschnittlich 30 % der Studenten in die Vorlesungen. Wie sieht der Vorlesungsbesuch nun in den einzelnen Fächern aus? Spitzenreiter in puncto Vorlesungsbesuch mit rund 50 % Teilnahme unter den Studenten ist die Mikrobiologie, gefolgt von der Pharmakologie, in deren Vorlesungen sich rund 35 % der Studenten bundesweit einfanden. Die Vorlesungen in Pathologie werden bundesweit von rund einem Drittel der Studenten regelmässig besucht. Einen freien Platz im Hörsaal zur Auswahl dürfte man als Student in Pathophysiologie haben: Nur rund 6 % der Medizinstudenten gehen hier in die Vorlesungen. 

Welche Fächer der theoretischen Klinik werden von Studenten mit dem Urteil „Gute Qualität der Lehre“ bewertet?
Rund die Hälfte der Studenten beurteilt die Qualität der Lehre in den Fächern der theoretischen Klinik als 'gut' (zum Vergleich: vorklinische Fächer wurden von 44 % mit einer 'guten Qualität der Lehre' beurteilt.) Wie wurden die Fächer im einzelnen beurteilt? Insgesamt wurden die Fächer Pharmakologie, Mikrobiologie und Pathologie von mehr als der Hälfte der Studenten als didaktisch gut beurteilt. Spitzenreiter ist hier die Pharmakologie (64 %), gefolgt von Mikrobiologie (57 %) und Pathologie (51 %), Pathophysiologie wird hingegen nur von 17 % als Fach mit guter Qualität in der Lehre beurteilt.

Welche Durchschnittsnote erteilen die Studenten den Studentensekretariaten/-dekanaten?
2,64 - wer hätte das gedacht! Hört man sich in Kommilitonenkreisen um, so sind die Urteile und Meinungen über das Studentendekanat/-sekretariat meist eher negativer eingefärbt. Fragt man hingegen nach einer konkreten Benotung, so dürften die Angestellten in den Sekretariaten und Dekanaten der Unis mit einem Urteil zwischen 'gut' und 'befriedigend' sicher zufrieden sein.

Im nächsten Teil der Umfrage stellen wir die Ergebnisse für die Fächer der praktischen Klinik vor. Wer noch nicht an der Umfrage teilgenommen hat, findet unter www.medi-umfrage.de noch bis Semesterbeginn Gelegenheit dazu. Die ausführlichen Ergebnisse einzelner Universitäten folgen zu Semesterbeginn. Und nicht vergessen: Ein bisschen Werbung zur Teilnahme an der Umfrage im Kommilitonenkreis schadet der Umfrage keineswegs....

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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zur Teilnahme an der Uni-Umfrage
  
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 2. Wie verbringe ich sinnvoll und wunderschön einen Sommer?

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Famulatur in Porto/Portugal

Meine erste abenteuerliche Auslandsfamulatur wollte ich nicht alleine verbringen, deshalb habe ich mich bis Ende Februar 2003 beim Deutschen Famulantenaustausch beworben ( www.dfa-germany.de). Unerwartet habe ich dann relativ kurzfristig einen Platz in Porto/Portugal für den August 2003 bekommen und das ohne ein Wort Portugiesisch zu können....

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Dennoch nahm ich diese Chance nach dem ganzen Bewerbungsmarathon wahr und buchte gleich einen Flug für etwa 300 Euro nach Lissabon(Linienflug Lufthansa, gibts billiger seit September 2003 bei Germanwings Stuttgart, www.germanwings.com, je früher gebucht, desto billiger). Porto ist dann noch ca. 3h weiter mit dem Zug oder Bus im Norden (ca.15 oder 20 Euro).

Motivation

Eine Auslandsfamulatur erweitert den Horizont, bringt jede Menge Erfahrung mit sich und beschert mit Sicherheit viel Spass.

Vorbereitung

Als Vorbereitung empfiehlt es sich, ein paar Brocken Portugiesisch zu lernen, dass man wenigstens nach dem Weg fragen kann oder zu Patienten mal höflichkeitshalber Guten Tag (Bom dia) sagen kann. Wer Portugiesisch besser kann, versteht dann auch die ganze Kommunikation im Krankenhaus und kann Anamnesen alleine erheben usw. Sonst waren keine Voraussetzungen nötig.

Fachliche Tätigkeit

Ich bekam einen Platz auf der Gynäkologie und Geburtshilfe. Am besten ist es auch hier, grosse Fächer wie Innere, Gyn, Pädiatrie, Chirurgie und z.T. auch Dermatologie zu wählen. Das Krankenhaus hat auf diesen Gebieten einfach genügend Kapazität auch für ausländische Famulanten.
Die Arbeitszeiten waren morgens Montag-Freitag von 9-12.30 Uhr. Danach gehen die meisten Ärzte in Privatkliniken und -Praxen. Man konnte hier- wenn man wollte- vieles sehen:
Geburten, auch mit Zange und Sauger, Kaiserschnitte, Notfälle, diverse Operationen, Ultraschalluntersuchungen von Schwangeren, Schwangerschaftsvorsorgen, Fertilitätsberatung usw. Meistens konnte man jedoch nur zuschauen und nur gelegentlich selber Hand anlegen.

Sprache

An Fremdsprachen werden in Portugal neben Spanisch am ehesten Englisch oder Französisch verstanden.
Unsere Gruppe bestand aus 30 Leuten und nur die Brasilianer konnten Portugiesisch (da deren Landessprache). Wir anderen konnten uns ohne Probleme mit Englisch sehr gut verständigen, da die meisten Ärzte wirklich gut Englisch sprechen. Eine Ärztin konnte sogar Deutsch sprechen.

Beziehung zur Bevölkerung

Portugal zählt ca. 10 Millionen Einwohner, die sehr unterschiedlich über das Land verteilt leben. Porto hat etwa 500 000 Einwohner und fast jeder Portugiese, der mir über den Weg gelaufen ist, war verblüffend hilfsbereit und offen. Jeder versucht so gut er kann einem zu helfen, teils mit Gestik, teils kam es sogar vor, dass man im Auto mitgenommen wurde und am richtigen Fleck abgesetzt wurde!
Ausserdem hatten wir 2 Studenten, die sich sehr engagiert, z.T. aber auch etwas chaotisch um unsere Gruppe gekümmert haben. Aber auch ohne Hilfe kann man leicht das ganze Land bereisen.

Medizinische Ausbildung im Land

Das portugiesische Medizinstudium entspricht etwa dem Deutschen, also auch 6 Jahre Studium und danach die Facharztzeit, die etwa 6 Jahre dauert. AiP gibt es nicht.

Unterkunft

Ich habe 4 Wochen in einem Studentenwohnheim gewohnt (in der Rua Don Pedro V, Porto): Ein kleines, aber funktionell eingerichtetes Zimmer, zu Zweit teilt man sich einen Balkon!, etwa 10 Leute auf einem Flur, 4 Duschen und WCs sowie eine Küche und ein großes Wohnzimmer, in dem man sich wunderbar abends treffen kann zum gemütlichen Plausch.

Lebenshaltung

Portugal ist sehr billig für unsere Verhältnisse. Man kann billig herumreisen und in Portugal gibt es wirklich viel zu sehen: Lissabon, Universitätsstadt Coimbra, portugiesisches Rom Braga, die Algarve, den Wallfahrtsort Fatima, die rauhe Costa Verde im Westen und wunderschöne Naturparks im Norden.
Im Supermarkt kann man sich auch leicht und lecker verpflegen und weggehen macht richtig Spass, da ein Bier z.B. nur 1 Euro kostet und ein Cafe (Espresso) etwa 50 Cents.
Auch Kino ist sehr zu empfehlen, da fast alle Filme auf Englisch laufen und es für Studenten nur 3-4 Euro kostet.

Verkehrsverbindungen

Zum Krankenhaus fährt der Bus 78, der allerdings durchs Zentrum fährt und deshalb ziemlich lange braucht und Bus 39, der etwa 15 min. braucht. Ein Monatsticket kostet 23 Euro.

Rückblick

Ich kann die Famulatur hier sehr empfehlen, da man viel lernen kann und auch schöne Wochenendausflüge planen kann, ausserdem der Strand für Nachmittags genau vor der Tür liegt, der Portwein sehr gut schmeckt und die Portugiesen einem menschlich auch einiges näher bringen.

Teresa Wacker, 8. Semester, Universität Ulm
Auslandsfamulatur im August 2003 in Porto/Portugal in:

AEFMUP
Alameda Professor Hernani Monteiro
Piso 01
Hospital de Sao Joao
4200319 Porto
Portugal

Telefon: 0035 1225074370
Fax: 0035 1225074379

   
Autor(in): Teresa Wacker (teresa.wacker@student.uni-ulm.de)
  
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 3. Medi-Jobbörse: Der Jobticker

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Medi-Jobbörse bietet Stellensuchenden wie Stellenanbietern im medizinischen Bereich einfache und unkomplizierte Wege bei der Jobsuche und Stellenbesetzung.

Ob AiP, Doktorarbeit, Nebenjob oder Assistenzarztstelle - alle Einträge sind weiterhin kostenlos!

Nutzt auch die Gelegenheit, ein Stellengesuch zu platzieren.
Wie immer an dieser Stelle hier nun die neuesten Stellenanzeigen aus unserer Jobbörse, in der sich insgesamt über 170 Angebote wie Gesuche befinden!

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Die neuesten Einträge

  

   

PJ-Stelle in der Schweiz gesucht

Stellengesuche/PJ-Stellen

Plastische oder Allgemeine Chirurgie

Stellengesuche/AiP-Stellen

Suche AIP Stelle Innere Medizin, vorzugsweise Berlin

Stellengesuche/AiP-Stellen

Stellengesuche/Assistenzarzt-Stellen

Assistenzärztin/-arzt (BAT-O IIa)

Stellenangebote/Assistenzarzt-Stellen

Assistentenstelle in der Schweiz - Innere Medizin

Stellengesuche/AiP-Stellen

Suche PJ-Stelle Innere in der Schweiz ab 02/2004

Stellengesuche/PJ-Stellen

Oberarzt/ - ärztin mit Schwerpunkt Neonatologie und/oder pädiatrische Intensivmedizin

Stellenangebote/Oberarzt_Chefarzt

Assistenzarztstelle in der Inneren Medizin

Stellenangebote/Assistenzarzt-Stellen

Suche PJ-Stelle in der Schweiz/anderen Ländern ab dem 09. Februar 2004

Stellengesuche/PJ-Stellen

AiP-Stelle gesucht (bevorzugt in der Dermatologie)

Stellengesuche/AiP-Stellen

   
Autor(in): Redaktion Medi-Jobbörse (redaktion@medi-jobboerse.de)
  
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 4. Studienfinanzierung (II)

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Im folgenden stellen wir Euch wichtige Geldquellen für Studenten zur Finanzierung des Lebensunterhaltes während des Medizinstudiums vor: Ob BAföG, Elternzuschuss oder dazuverdienen durch Nebenjobs, wir geben zu allen Punkten interessante Hinweise.

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Welche Geldquellen gibt es?
Insgesamt 4 studentische Einnahme- und Geldquellen sorgen für monatliche Zahlungen auf den Konten der Studenten: Die elterliche Finanzspritze, Zahlungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG), möglicherweise Stipendien und die Einnahmen aus eigener Arbeit, also studentischen Nebenjobs.

Elterliche Finanzzuwendungen
Die meisten Studenten erhalten finanzielle Unterstützung von ihren Eltern, die sich in Höhen zwischen (einigen) Hundert und z.T. auch über 1.000 Euro bewegen. In einer Umfrage unter rund 250 Medizinstudenten aus dem Jahre 2001 haben wir die durchschnittliche elterliche Zuwendung erfragt, wobei hier die Angaben sehr schwankten: Rund 288 € lassen sich die Eltern das monatliche "sponsoring" ihrer Zöglinge kosten. Allerdings fallen an den Extremen sowohl dasjenige Fünftel auf, das ohne "Elternzuschuss" zurechtkommen muss, als auch diejenigen 12 %, die 512 € und mehr im Monat auf dem Bilanzkonto "sponsored by parents" verbuchen können. 

Grafik - Monatliche Finanzspritze durch die Eltern:





Zahlungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG)
Gemäss Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG) können Zuwendungen für den Lebensunterhalt im Studium beantragt werden. Die Höhe der zu erwartenden Zahlungen richtet sich u.a. zum Beispiel nach der Höhe des elterlichen Einkommens und ggf. der Höhe des eigenen Einkommens (sofern man neben dem Studium noch einen studentischen Nebenjob wahrnimmt). 

Grundsätzlich wird BaföG für den Medizinstudiengang nur für eine Förderungshöchstdauer von 13 Semestern gewährt. Weiterhin wird BaföG als zinsloses Darlehen gewährt, so dass Ihr bei Inanspruchnahme von BaföG-Leistungen diese zur Hälfte später zurückzahlen müsst. Hier gibt es Sonderregelungen, die zum Teil zu einer Verminderung des Rückzahlungsbetrages führen: Wer besonders schnell studiert, wer zu den besten seines Studienjahrgangs gehört oder wer grössere Summen des Schuldbetrages auf einmal zurückzahlen kann, bekommt einen Erlass der BaföG-Schulden. Die monatliche Rückzahlungsrate – zu der man meist 10 Jahre nach Studienbeginn durch die Bundesfinanzverwaltung aufgefordert wird – liegt derzeit (Stand: August 2003) zwischen 40 und 100 € monatlich.

Unter den Medizinstudenten nehmen weniger als 20 % finanzielle Förderung gemäss BaföG in Anspruch und der Durchschnittsbetrag den die (vergleichsweise wenigen) Medizinstudenten gezahlt bekommen beträgt rund 250 €. Bei denjenigen, die in den Genuß dieser staatlichen Förderung kommen, verteilen sich diese Einnahmen nahezu gleichmässig über die in der Tabelle vorgenommene Einteilung in Gruppen zu je 140 € . Berechnet man den Durchschnittswert, so beziehen die Umfrageteilnehmer 45 € an Bafög im Monat. Dieser Wert wird allerdings durch den hohen Anteil der Nicht-Bafög-Empfänger verursacht. Berechnet man den Durchschnitt nur in der Gruppe derjenigen, die Bafög erhalten, so liegt der Wert mit 250 €  deutlich darüber. 

Grafik BaföG-Einnahmen


Wie kann ich BaföG beantragen?

Einen BaföG-Antrag bekommt Ihr in Eurer Stadt beim sogenannten BaföG-Amt. Meist werden auch an der Uni von Tutoren oder engagierten Studenten der Fachschaft Einführungen zum Thema Bafög durchgeführt, so dass Ihr Euch diesbezüglich umhören und/oder die Aushänge an den „Schwarzen Brettern“ (=Aushängetafeln mit Veranstaltungshinweisen) beachten solltet.

Speziellere und detaillierte Informationen mit Gesetzestexten, Möglichkeiten zum Download entsprechender Formulare und einen BaföG-Beispielrechner findet Ihr auf den folgenden beiden Internet-Seiten:
Allgemeine Infos zum BaföG:
http://www.bafoeg.bmbf.de/  

BaföG-Rechner zur Ermittlung der evtl. Zahlungshöhe:
http://www.bafoeg-rechner.de/ 

Kindergeld
Als in der ersten beruflichen Ausbildung stehender Student habt Ihr bis einschliesslich Vollendung des 27. Lebensjahres einen Anspruch auf weitere Zahlungen des Kindergeldes (derzeitige Höhe 154 €, Stand August 2003). Für weitere Einzelheiten in Eurem konkreten Fall (z.B. wenn Ihr nebenher jobbt oder BaföG-/Stipendienzahlungen bezieht) ist vor Studienbeginn eine kurze Rücksprache mit der Kindergeldkasse des Ortes / Arbeitsamt anzuraten, um die fortlaufende Zahlung des Kindergeldes sicherzustellen. Weitere Informationen findet Ihr u.a. hier:
http://www.arbeitsamt.de/hst/services/lis/kg/anspr/index.html 

Eigene Arbeit und Jobben
Viele Studenten verdienen sich durch Nebenjobs „einen Euro dazu“, einige bestreiten gar Ihren ganzen Lebensunterhalt durch studentische Nebenjobs. Das Angebot an Nebenjobs für Studenten ist vielfältig: Neben dem Kellnerjob in Restaurant und Biergarten, dem Paketeverfrachten bei der Post usw. gibt es einige Nebenjobs mit Nähe zu medizinischen Tätigkeiten, die wir Euch an dieser Stelle einfach in Aufmerksamkeit rufen möchten. Wer nebenher etwas verdienen möchte/muss, kann dies prima als studentische Aushilfskraft an der medizinischen Fakultät machen: Ihr könnt als Sitz- und Nachtwachen auf Station arbeiten, könnt in den Laboren jobben, in der Bibliothek oder aber wenn Ihr einige Semester studiert habt als sog. Tutor (gleich: studentischer Hilfslehrer z.B. im Anatomie-, Biologie-, Biochemie-Kurs) jobben.

Welche Nebenjobs Studenten der Medizin so wahrnehmen, könnt Ihr in folgenden Listen einmal ersehen und Euch vielleicht auch die ein oder andere Anregung verschaffen, wo es vielleicht auch an Eurer Uni/ in Eurer Stadt entsprechende Möglichkeiten gibt:

Medizinstudenten jobben - wo und was sie machen, erfahrt Ihr auf den folgenden Internetseiten:
http://www.medi-files.de/nebenjob/17,htm  
http://www.medi-files.de/nebenjob/18.htm 
http://www.medi-files.de/nebenjob/19.htm 
http://www.medi-files.de/nebenjob/20.htm
http://www.medi-files.de/nebenjob/21.htm 


   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 5. Interview mit Dr. med. Thomas Raddatz (Chirurg)

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Wir möchten in der Reihe "Interview mit Ärzten" an dieser Stelle das Gespräch mit Herrn Dr. med. Thomas Raddatz (Chirurg) veröffentlichen, der den kleinen Fragenkatalog wie folgt beantwortet hat.

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Beschreiben Sie bitte kurz Ihren studentischen Werdegang (Studienort, Studienverlauf, Studienzeit etc.). An welche Höhepunkte und auch Tiefpunkte während des Studiums erinnern Sie sich noch heute? 
Kurz-Vita: Geboren 12. Oktober 1948 in Berlin - Abitur 1968 - Studium der Germanistik, Geschichte und Dokumentations-Wissenschaften an der Freien Universität Berlin 1968-74 - Magisterarbeit 1974 - Freier Mitarbeiter des Senders RIAS Berlin von 1969-72 - Studium der Humanmedizin an der Freien Universität Berlin 1974-81 mit Promotion zum Dr. med. - Chirurgischer Assistenzarzt in Warburg, Kassel und Herford 1982-88 - Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie am Klinikum Kassel 1988-89 - Seit 1989 niedergelassener Chirurg in Vellmar bei Kassel mit den Tätigkeitsschwerpunkten Ambulante Operationen und Unfallmedizin

Studium von 1974-81 an der Freien Universität Berlin incl. Promotion ("Ultraschalluntersuchungen der Placenta und fetaler Körperstrukturen im Verlauf der Schwangerschaft" bei Prof. Hoffbauer, Universitäts-Frauenklinik Berlin-Charlottenburg).
Beeindruckend und äußerst wirkungsvoll waren meine diversen Famulaturen in einer gynäkologischen Praxis, die in regelmäßigen Vertretungen gipfelten: Der Famulus Raddatz wurde von dem Praxisinhaber als gleichberechtigt behandelt. Die gesamte Sprechstunde haben wir zu zweit abgewickelt, morgens in der Belegklinik 2x pro Woche operiert. Dabei wurden nicht nur praktische Kenntnisse entwickelt und gefördert, so ganz nebenbei entstand auch das "Feeling" für den Arztberuf.

Was haben Sie am Tag Ihres 3. Staatsexamen(s) gemacht, nachdem Sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gelassen und damit das Medizinstudium abgeschlossen hatten?
Mit ein paar Kumpels ein paar Bierchen gezischt, dabei den Trauermarsch aus Wagners "Götterdämmerung" gehört.

Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? 
Die Frage könnte auch lauten: Warum habe ich mich um einen Studienplatz bemüht? Mein Germanistik-Studium verlief im Ende nicht gerade erfolgreich: Mein Doktorvater wechselte nach Wien, eine reelle berufliche Alternative im Bundeskanzleramt wurde durch die Guillaume-Affäre zunichte gemacht. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich niemals mit einem Studienplatz gerechnet und habe mich mehr aus Quatsch beworben. Als dann aber die Zusage kam, war mir schlagartig die Gunst der Stunde bzw. die zweite Chance bewußt.

Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?
Sie hat sich über das gesamte Studium nicht nur gehalten, sondern auch gefestigt. Gedanken an einen Studienabbruch/-wechsel traten zu keiner Zeit auf. Zur Motivation noch ein paar Worte: Im Studienverlauf ist man geneigt, die gesammelten Kenntnisse in Erfahrungen umzusetzen, mit anderen Worten "Doktorspielchen" auf hohem Niveau, welches ein durchaus geeignetes Mittel der Eigenreflexion ist. So ergibt sich fast automatisch, dem einen oder anderen aus Familie oder Bekanntschaft mit medizinischen Tipps behilflich zu sein. Das ist Motivation genug.

Wie sieht der Alltag als Arzt für Sie heute aus? Was macht Ihnen am meisten Spass? Was am wenigsten?
Die Chirurgie ist von allen klinischen Fächern für mich das reizvollste. Es gibt kaum identische Verläufe, und man arbeitet stets am Limit. Diese Herausforderung brauche ich. Bedauerlicherweise haben sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Staatsdirigismus und wirtschaftliche Zwänge überlagern das rein medizinische. 

Welche Tipps würden Sie Studenten, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Medizin zu studieren, mit auf den Weg geben? 
Mein Buch "Eine Krähe hackt der anderen ...", das in diesem Jahr erscheinen wird, empfehle ich auch Studieninteressierten und Studenten zum Lesen. Kurz ein paar Worte zu dem Buch: Die Schwächen des öffentlichen Gesundheitswesens und deren Fehlentwicklungen der letzten zwanzig Jahre schonungslos darzustellen, ist Hauptanliegen dieses Buches, das sich nicht als typisches Sachbuch versteht. Vielmehr ist es als Streitschrift angelegt, basiert selbstverständlich auf nachprüfbaren Fakten, verwendet aber populistische, hin und wieder auch polemische Stilmittel, um Betroffenheit auszulösen. Der Autor hat alle wesentlichen Stufen einer ärztlichen Karriere durchlaufen und gestattet Einblicke in die Praxis von Ärzten und Krankenhäusern, Kassen und Kammern, von Aus- und Weiterbildung. Dabei werden die Bereiche, die der Öffentlichkeit üblicherweise verborgen bleiben, kritisch offengelegt und Zusammenhänge beschrieben, wo keine vermutet werden. 

Wenn Sie nach der Lektüre anschließend immer noch davon überzeugt sind, das richtige zu tun, dann sind Sie wohl nicht aufzuhalten. 
Sie finden mich übrigens im Internet unter: http://chirurgieraddatz.docmx.de,zudem engagiere ich mich seit einiger Zeit im Bürgerkonvent (einer Reformbewegung von Bürgern für Bürger zum Abbau des Reformstaus in unserem Land) http://www.buergerkonvent.de

Vielen Dank für dieses Interview!

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 6. Der Arzt in Ausbildung: Lehrjahre sind keine Herrenjahre

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An dieser Stelle beginnen wir den mehrteiligen Abdruck des Kapitels "Der Arzt in der Ausbildung - Lehrjahre sind keine Herrenjahre" von Dr. med. Thomas Raddatz. Es ist dem in diesem Jahr erscheinenden Buch "Eine Krähe hackt der anderen" entnommen und beschäftigt sich in manchmal nachdenklicher, manchmal beschreibender manchmal etwas provozierender, vor allem aber insgesamt in sehr lesenswerter Form mit dem Medizinstudium. Wir danken Herrn Dr. Raddatz an dieser Stelle für die Genehmigung zum Vorabdruck dieses Kapitels.

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Der ärztliche Beruf - früher ein angesehener Beruf auf hohem Niveau, ausgestattet mit allen Vorzügen sozialer Privilegien - hat in der Vergangenheit mächtig Federn gelassen. So ist seit Jahren zu beobachten, daß sich Affären und Skandale, kriminelle Handlungen und andere Heldentaten weit besser verkaufen lassen, wenn ein Doktortitel den Namen des Beschuldigten ziert. Während üblicherweise das Publikumsinteresse bei Personen des öffentlichen Lebens, sog. VIP’s, für höchste Auflagen und Einschaltquoten sorgt, genügt ein harmloser Abrechnungsirrtum bereits, den Hausarzt einer Kleinstadt auf die Titelseite einer überregionalen Boulevardzeitung und damit in Bedrängnis zu bringen. „Neid ist die höchste Form sozialer Anerkennung“, heißt es dann häufig im Gegenzug.

Damit allein kann aber diese Tendenz nicht erklärt werden. Grund genug, sich diesen Berufsstand einmal genauer anzusehen, dessen Ausbildungskosten im Durchschnitt bei einer runden Million DM liegen. Was sind das also für Heilige, die tagein, tagaus anderen Menschen in deren Körperöffnungen schielen, manchmal sogar in selbigen arbeiten, sich unangenehmen Gerüchen und Anblicken aussetzen, dabei auch nicht selten an den Rand ihrer Belastbarkeit geraten, sich keiner Situation versagen dürfen, in denen Hilfe erwartet wird, sei es Sommer oder Winter, am Tage, wie in der Nacht. Bühne frei für Albert Schweitzer und Mutter Theresa!

Ein junger Mensch mit Hochschulreife will Arzt werden. Also muß er Medizin studieren. Wie in vielen anderen Bereichen auch, ist das Motiv häufig nicht sehr präzise. „Mein Vater ist auch Arzt“, hört man gelegentlich. „Der Junge hat schon als Kind gern Doktor gespielt“, erzählt die Mutter mit schlecht verstecktem Stolz. „Etwas anderes kommt überhaupt nicht in Frage“, stellt das patriarchalische Familienoberhaupt fest, obwohl diese Variante seltener wird. „Ich hatte mal einen Ferienjob beim Roten Kreuz“, wird eher kleinlaut und vereinzelt geäußert. Die überwiegende Mehrheit der medizinischen Studienanfänger hat jedoch keinerlei persönliche Beziehung, sondern wählt aus mehreren Möglichkeiten aus, wobei die Aussicht, einmal zu den Besserverdienenden zu gehören, genauso unberechtigt wie häufig ist. Gerade bei den in der Gesamtzahl begrenzten Studiengängen, die im berüchtigten Numerus clausus einen Vorgeschmack auf elitäres Bewußtsein schaffen, muß man mehrere Eisen im Feuer haben. So findet sich eine beachtliche Zahl von Medizinstudenten, die ihre Studienaufnahme dem Zufall zu verdanken haben. Der Grund für die einkalkulierte Zufälligkeit liegt in einem Auswahlverfahren, das die Abiturnote und die Wartezeit berücksichtigt. Hat der Bewerber also einen mäßigen Abiturnotenschnitt, so kommt er auf die Warteliste.

Auf dieser Warteliste rückt er allmählich vor und dürfte auf diese Weise irgendwann - gleich dem Landtagsabgeordneten, der über Landeslisten ins Parlament vordringt - seinen Studienplatz sicherhaben. Ein ordentliches Abitur lohnt sich also allemal. Sollte das Kontingent nach Einsatz dieser Kriterien noch nicht erschöpft sein, also irgendwo noch Studienplätze frei sein, so entscheidet das Los. So gibt es vereinzelt Kandidaten, die ihren beruflichen Werdegang einzig und allein dem Umstand verdanken, daß sie irgendwann einmal mit Fortuna im Bunde standen. Dem stehen Kandidaten gegenüber, die zwar die Voraussetzungen erfüllen, aber nicht den Willen für eine kontinuierliche Ausbildung aufbringen. Die haben dann keinen Grund zu klagen, verfügen über ordentliche, meist väterliche Mittel und lassen es „locker angehen, bis sich etwas geeignetes bietet“. Damit ist gleichzeitig das Urteil gefällt, augenblicklich etwas ungeeignetes zu betreiben. Wir haben also Ernsthafte und Ehrgeizige, Glückskinder und Glücksritter.

Ungeachtet der oben beschriebenen Selektionsmechanismen wird dem traditionellen Berufsbild des Arztes während der Ausbildung wenig Beachtung geschenkt, ein Defizit, das sich spätestens beim ersten Arzt-Patient-Kontakt bemerkbar macht. Allein der Umstand, daß ärztliches Handeln ohne Patient schwer vorstellbar ist, sollte genügen. Alles konzentriert sich auf die Anhäufung faktischen Wissens nach dem Humboldtschen Bildungsideal, d.h. ein guter Student ist einer, der viel weiß, regelmäßig und freiwillig Vorlesungen besucht und sich im Ausbildungssystem arrangiert hat. Ein unbequemer Student ist einer, der kritische Anmerkungen macht, Fragen stellt, die schwer zu beantworten sind, der sich also nicht ohne weiteres in eine Schablone pressen läßt. Der letztere hat gute Chancen, ein guter Arzt zu werden, müßte er doch frühzeitig gelernt haben, daß sich kein Behandlungsfall wiederholt, daß kein Schema, keine Regel weiterhilft, wenn es gilt, ein Individuum zu heilen. Mag sein, daß der erstgenannte jeden richtig behandelt, solange alles regulär, quasi nach Plan verläuft. Bei den berühmten Ausnahmen von der Regel wird’s dann eng. „Das macht am Ende den Unterschied zwischen Arzt und Mediziner aus“, verkündete einst der Papst der Klinischen Chemie an der Freien Universität Berlin, Prof. Dulce und kegelte einen Examenskandidaten aus der Prüfung.

   
Autor(in): Dr. med. Thomas Raddatz (Dr.Raddatz_Vellmar@gmx.de)
  
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 7. Emergency Room - Die Notaufnahme

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Schlagabtausch
24. September 20:15 Uhr Pro7

Praktikant Gallant versucht ohne Erfolg, seine Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass die Patientin Stella nicht simuliert. Doch niemand glaubt ihm, da Stella schon häufig in der Notaufnahme erschienen ist - aber dann stirbt sie plötzlich. Kovacs Sympathiewerte unter den weiblichen Kollegen sinken drastisch, als sich herumspricht, dass er mit der Mutter einer kleinen Patientin im Vorratsraum intim geworden ist ... Währenddessen gerät Dr. Weaver in ein ungünstiges Licht ...

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 8. Gelauscht: Was ist los im Forum?

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Mit mehr als 500 Beiträgen in der Woche findet man in den Medi-Foren zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In der neuen Rubrik "Gelauscht" wollen wir Euch in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findet Ihr das ein oder andere Thema, das Euch auch interessiert - ein Klick und Ihr seid mit dabei:

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 9. Gestöbert

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Seit mehr als 2 Jahren wird die Onlinezeitung an eine wachsende Zahl von Abonennten verschickt, die über diese lange Zeit auch viele interessante Artikel beigesteuert haben. Wir haben uns in das Archiv begeben und stellen Euch in der neuen Rubrik 'Gestöbert' pro Woche jeweils einen interessanten Artikel vor. Diese Woche: 'Hospizbewegung und Palliativmedizin' von Ulrich Sündermann.

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 10. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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