06.10.03

Ausgabe 182/03

Anzeige: 'Machen Sie mal eine Faust' - der Rippenspreizer Kalender 2004
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Medi -Learn

Die Onlinezeitung von Medi-Learn.net
Medi-Zeitung

Medi -Learn

(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung)


Auch Schlafen ist eine Form der Kritik, vor allem im Theater.
(George Bernard Shaw - Schriftsteller)


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 Editorial
  

Hallo,

kaum zu glauben, aber wahr - eine 13jährige Schweizerin hat am Samstag Abend bei Thomas Gottschalk bewiesen, dass sie alle Knochen des menschlichen Körpers ertasten und diese auf deutsch und auf Latein benennen kann. Mal ganz ehrlich, hättet Ihr das trotz Anatomieschein hinbekommen? Spätestens bei der deutschen Übersetzung der lateinischen Begriffe kommt man ins Straucheln (dies zeigen zumindestens Stichproben in unserer Redaktion). Mehr zu der Wette und zu anderen tagesaktuellen Themen findet Ihr in dem Artikel zum neuen Weblog.

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Konstantin Wauschkuhn entführt uns heute nach Tansania; Finn, das Maskottchen unserer Partnerseite Rippenspreizer.de, erklärt uns, wo all die Kugelschreiber bleiben, die immer wieder auf Station verloren gehen, und der Artikel "Endlich am Anfang" beschreibt die Geschehnisse, die einen Ersti bei Ankunft an der Uni erwarten. Wir wünschen Euch viel Spass beim Lesen!

Bis zur nächsten Woche,
Jens, Marlies und Christian
Redaktion Medi-Learn

P.S.: Wir suchen Artikelschreiber - ob Famulatur im Ausland oder in Deutschland, PJ in der Chirurgie oder anderswo oder das Auslandssemester oder eine andere interessante Begebenheit. Wir belohnen jeden Artikel mit einem kostenlosen Fachbuch. Wenn Ihr Lust habt, einmal einen Artikel zu schreiben, nutzt bitte das folgende Formular: [zum Formular].

  

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 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Tansania – District Krankenhaus Handeni
2.Emergency Room - Die Notaufnahme
3.Medi-Jobbörse: Der Jobticker
  
4.Das Kugelschreiber-Mysterium
5.Anatomie bei Thomas Gottschalk - das neue Weblog
6.Endlich am Anfang - das Ersti-Special
  
7.Interview mit Tobias Boeckh-Behrens (Arzt)
8.Gelauscht: Was ist los im Forum?
9.Gestöbert - PJ in Kanada
  
10.Dr. Raddatz: Lehrjahre sind keine Herrenjahre (3)
11.Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit
  

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 1. Tansania – District Krankenhaus Handeni

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Seit dem Physikum studiere ich am Klinikum Mannheim (Fakultät für klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg) und plante für die Semesterferien nach dem 5. klinischen Semester eine Auslandsfamulatur.

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1. Motivation für eine Famulatur im Ausland

Seit dem Afrika- Aufenthalt für sechs Wochen vor neun Jahren und Beginn meines Studiums, plante ich für das Ende des Studiums eine Famulatur in Afrika. Ich versuchte erst, einen Platz über den DFA (www.famulantenaustausch.de) zu bekommen – leider hatten sich aber so viele Kommilitonen beworben, dass ich im Losentscheid keinen Platz bekommen habe.

Nun schrieb ich über das Internet die verschiedenen Organisationen (GTZ, DED, Gesellschaft für Tropenchirurgie, Arbeitsgemeinschaft für Frauengesundheit in Entwicklungsländern, ...), Botschaften u.a. in Tansania, Ghana und Botswana an – und aus Tansania kam dann auch schon bald eine Mail von einem Deutschen Chirurgen des DED, der dort in einem District Hospital arbeitet. Dazu schickte er gleich eine Liste mit den häufigsten Krankheiten und Operationen, Infos zu dem Krankenhaus... demnach gibt es 110 Betten mit einem Einzugsbereich von 360.000 Menschen, und an Erkrankungen/Eingriffen kommen häufig Malaria, Diarrhöe, Pneumonie, Geschlechtskrankheiten, Geburten (->Sectio)... vor.

2. Vorbereitung der Famulatur

Zur Vorbereitung besuchte ich die "Sommerakademie der Tropenkrankheiten" des Missions-ärztlichen Instituts in Würzburg. Dies kann ich nur jedem empfehlen – neben der Vermittlung von fachlichen Kenntnissen über Tropenkrankheiten, Entwicklungshilfe, Gesundheitssysteme..., die ja an der Uni oft sehr kurz kommen, ist besonders der Austausch mit anderen Famulanten und Ärzten, die schon im Ausland waren, eine gute Vorbereitung.

Ausserdem besorgte ich mir den Lonely-Planet-Führer über Tansania und das Buch "Medical Practice in Developing Countries" zum Mitnehmen für die Kitteltasche und aus der UB "Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern".

3. Fachliche Eindrücke, Tätigkeitsbeschreibung

Meine Famulatur sollte den Schwerpunkt in der Chirurgie haben (neben Gyn und Tropen-krankheiten), was sich schon daraus ergab, dass mein direkter Ansprechpartner ein deutscher Chirurg war. Er ist für zwei Jahre für den DED dort im Krankenhaus.

Ich lief ihm ständig hinterher, machte Visiten auf der chirurgischen Männerstation, der gemischt internistisch + chirurgischen Frauenstation, bei den Kindern und auf der Maternity Ward mit sowie manchmal auf der Isolierstation. Bei den Visiten wurden Medikamente verordnet, Verbände gewechselt, gegipst, Wunden kontrolliert, Therapien festgelegt...

Im OP durfte ich bei Kaiserschnitten, Leisten- und Nabelhernien, Tubenligaturen... assistieren. Kleine Sachen konnte ich selber machen, wie suprapubischen Blasenkatheter legen, Abszesse spalten + Gummilasche einlegen, nähen, Lipom entfernen, Wunden säubern...

Natürlich habe ich auch einige Narkosen gemacht (immer Ketamin + Atropin), Spinale gesetzt bzw. lokale Betäubung. Elektive OP-Tage waren Di und Do.

Auf der Maternity Ward konnte ich die vaginale Untersuchung lernen, das Stadium der Geburt einschätzen, Grösse des Fetus, Lage... erkennen und auch einige Geburten selber "durchführen".

Zwischendurch haben wir in der Ambulanz die Patienten untersucht, die den Clinical Officern zu kompliziert erschienen. Im OP gab es ein paar Bücher, so dass ich zwischendurch auch mal etwas nachlesen konnte, wie man z.B. einen Gips bei einem Neugeborenen mit Klumpfuss macht... (diese Bücher werden leider von den Clinical Officern fast nie angeschaut).

Auf der "Was will ich lernen- Liste", die ich zusammen mit dem Chirurg am Anfang ausgearbeitet hatte, war am Ende alles abgehakt!

4. Sprachprobleme mit Ärzten und Patienten

Mein direkter Ansprechpartner war ein deutscher Chirurg - da gab es also keine Sprachprobleme. Mit den anderen Mitarbeitern hatte ich wenig Kontakt. Die anderen "Ärzte", Pfleger... sprachen mehr oder weniger gut Englisch. Mit den Patienten war eine Kommunikation so gut wie nicht möglich, da die nur Kisuaheli konnten und ich mit meinen wenigen Brocken da schnell aufgeschmissen war. Beim Zuhören konnte ich allerdings einiges verstehen. Die "Krankenakten" (=alte vergilbte lose Zettel...) wurden auf Englisch geführt, das konnte ich dann wenigstens lesen. Allerdings ist das ein Problem, da eben viele Pfleger das Englische nur sehr schlecht lesen und verstehen können.

(...) Die Fortsetzung des Artikels findet Ihr in der nächsten Onlinezeitung.



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Die Deutsche Ärzte-Versicherung bietet im Sponsored Room bei Medi-Learn.net einen kostenlosen Länderinformationsservice an. Ihr könnt dort Material zur Vorbereitung Eures Auslandsaufenthaltes kostenlos per Post anfordern; u.a. sind dort auch für Tansania (passend zum Bericht) Informationen enthalten [zum Länderinfo-Service].

   
Autor(in): Constantin Wauschkuhn (Constantin@Wauschkuhn.de)
  
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 2. Emergency Room - Die Notaufnahme

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Die Hoffnung stirbt zuletzt
08. Oktober 20:15 Uhr Pro7

Die 26 Jahre alte Alison ist auf der Straße zusammengebrochen und wird nach ihrer Einlieferung in die Notaufnahme von Carter und dem an Parkinson erkrankten Chirurgiepraktikant Nathan betreut. Die junge Frau ist schwer krank, braucht eine neue Leber. Carter möchte ihrem Wunsch, sterben zu dürfen, entsprechen, doch Nathan ist der Meinung, man müsse Leben auf jeden Fall, auch unter den schwierigsten Umständen, erhalten. Er ermutigt die junge Frau einfühlsam, weiterzukämpfen ...

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Die gesamte Story gibt es am Mittwoch um 20.15 Uhr auf Pro7 oder Online unter http://www.prosieben.de/serie/er/.

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 3. Medi-Jobbörse: Der Jobticker

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Medi-Jobbörse bietet Stellensuchenden wie Stellenanbietern im medizinischen Bereich einfache und unkomplizierte Wege bei der Jobsuche und Stellenbesetzung.

Ob AiP, Doktorarbeit, Nebenjob oder Assistenzarztstelle - alle Einträge sind weiterhin kostenlos!

Nutzt auch die Gelegenheit, ein Stellengesuch zu platzieren.
Wie immer an dieser Stelle hier nun die neuesten Stellenanzeigen aus unserer Jobbörse, in der sich insgesamt über 170 Angebote wie Gesuche befinden!

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Autor(in): Redaktion Medi-Jobbörse (redaktion@medi-jobboerse.de)
  
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 4. Das Kugelschreiber- Mysterium

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Wir alle kennen das Problem: Kugelschreiber! Egal ob Rettungsdienst oder Klinik - es besteht ein chronischer Mangel an Schreibware. Fängt man zu Schichtbeginn noch mit 2-3 mühsam zusammengeklauten Kugelschreibern an, so ist spätestens gegen Mittag wieder massiver Stiftemangel angesagt und nachmittags kann man nicht mal mehr einen Kugelschreiber auftreiben, wenn man notkoniotomieren müsste...

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Wir von Rippenspreizer möchten diesem Phänomen etwas auf den Grund gehen. Dazu haben wir umfangreiche Recherchen betrieben und Erstaunliches herausbekommen! Schlussendlich enthüllen wir ausserdem ein unglaubliches Mysterium!

In der Bundesrepublik Deutschland werden pro Jahr ca. 25-30 Mio Kugelschreiber produziert. Pharmaunternehmen, Versicherungen und Bauunternehmer investieren ebenfalls Millionen von Euros, um diese Kugelschreiber zu erwerben und willkürlich & zügellos unter die Menschheit zu verteilen. Und trotzdem scheint es nie genug von den Dingern zu geben. Fast könne man glauben, Kugelschreiber wären ein gängiges Zahlungsmittel an Kliniken & Rettungswachen. Frei nach dem Motto: "Okay, die Spätschicht kostet Dich drei Kugelschreiber!" Die Wichtigkeit von Kugelschreibern ist unbestritten essentiell und notwendig. Wer hasst es nicht, seine Stifte "mal eben" auszuleihen und nie wiederzusehen.

Die Hypothese:
Wir haben festgestellt - es muss eine ausreichende Menge an Kugelschreibern in Umlauf sein. Trotzdem ist man ständig auf der Suche nach dem Schreibgerät. Ein paar verwirrte Gestalten stürzen sich verzweifelt in die Anschaffung eines teuren Mt.Blanc-Schreibers - auch dies ein hoffnungsloses Unterfangen.

Wir sehen also erstaunliche Analogien zum Phänomen des berühmten fehlenden Sockens. Klar - ein Paar Socken geht in die Waschmaschine - 1x Buntwäsche und am Ende ist ein Socken spurlos verschwunden!
Mitte der 90er Jahre wurde glücklicherweise der Sockenplanet SP_3498_xx3 im Sternbild des Ariel durch den Astronom E.Nemenemuh entdeckt, und farbradiologisch konnte festgestellt werden, dass an der Oberfläche dieses Planeten ca. 48,35 Mrd. Socken lagern.

Könnte ein solches Schicksal nicht auch unseren Kugelschreibern wiederfahren sein und wenn ja, wo wäre dieser "Kugelschreiberplanet.

Die Enthüllung:
Rippenspreizer suchten jahrelang verzweifelt das Firmament nach einem potentiellen Kugelschreiberplaneten ab - völlig erfolglos! Doch dann half Kommissar Zufall weiter und führte uns zu einer erstaunlichen Entdeckung: Es gibt keinen Schreiberplaneten - die Kugelschreiber sind immer noch mitten unter uns!
Ja, es gibt einen Ort, an dem sich sämtliche Kugelschreiber der Welt sammeln - wie ein schwarzes Loch saugt diese Region Unmengen an Kugelschreibern, Filzern, Eddings & Co. an.

Natürlich möchtet Ihr nun wissen, wo dieser Ort ist. Rippenspreizer wäre nicht Rippenspreizer, wenn wir der Diskretion und Verschwiegenheit verpflichtet wäre!

Es handelt sich um die thoraxchirurgische Station 3 (TC3) der Unikliniken Essen. Egal welche Schublade hier aufgezogen wird, es ergießt sich eine Flut von Kugelschreibern über den Besucher.

Nicht nur das - auch Marker, Bleistifte, Textmarker und Büroklammern sind in Hülle und Fülle vorhanden! Rippenspreizer machte den Test und eröffnete den Frühdienst mit einem Kugelschreiber in der Brusttasche links. Bereits gegen Mittag verstopften über acht Kugelschreiber die Brusttasche und kurz vor Feierabend mussten über 23 Kugelschreiber aus allen aufgenähten Behältnissen am Kittel entfernt werden.
Wir bezeichnen dieses Phänomen als 'reverses Kugelschreiberphänomen'.

Okay, damit sei ein weiteres Rätsel der Menschheit geklärt. Wir bitten allerdings dringend von der Idee Abstand zu nehmen, die benannte Station TC3 mit Sattelschleppern und Tiefladern zu besuchen, um heimische Kugelschreibervorräte wieder aufzustocken.
Wenn Ihr das nächste Mal einen brauchbaren Kugelschreiber sucht oder Euch fragt, wo wieder die drei Kugelschreiber abgeblieben sind, die Ihr eben noch hattet, so denkt an die TC3 und seid beruhigt: Eure Stifte sind nicht auf irgendeinem obskuren Kugelschreiberplaneten, sondern sicher und gut behütet in Essen. Und wenn Euch jemand fragt, ob Ihr zufällig einen Kugelschreiber habt, so könnt Ihr zukünftig antworten: "Nein, sorry - die sind alle auf der TC3".

Auch schön, oder?

Und wenn Ihr mal zuviele Kugelschreiber habt, dann schickt diese doch an Michel, den Hüter der 25.000 Kugelschreiber - zumindest über einen Gruss in sein Gästebuch würde sich der kleine Mann freuen :-)

>>  Thoraxchirurgie Uniklinik Essen
   >>  Michel - Hüter von über 25.000 Kugelschreibern!

   
Autor(in): Finn (Rippenspreizer.de) (finn@rippenspreizer.com)
  
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Rippenspreizer - Lachen bis die Rippen krachen

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Zum Hüter Michel
  
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Workshop "Effektive Examensvorbereitung"

 

Feuchte Hände und Herzklopfen beim Gedanken an das nächste Examen? Dann ist es Zeit, etwas dagegen zu unternehmen! Denn wer seine Prüfungsvorbereitung vernünftig plant, kann dem Examen ganz gelassen entgegensehen.

Mehr Infos - hier klicken

All denen, die in Sachen Prüfung kein Risiko eingehen wollen, bietet MEDI-LEARN als besonderen Service einen Workshop zur "Effektiven Examensvorbereitung".
Der Workshop findet am 11.10 und 12.10.2003 im Schulungszentrum Elisabethbrunnen in Marburg statt und kostet 179,- Euro (für Via medici Abonnenten 111,- Euro) inkl. Unterkunft und Verpflegung.

[weitere Informationen - klick hier]

  

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 5. Anatomie bei Thomas Gottschalk

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Seit Ende letzter Woche gibt es auf den Seiten von Medi-Learn einen kleinen, aber feinen neuen Dienst: Das Weblog - wem dieser Modebegriff (noch) nichts sagt, dem sei verraten, dass es sich dabei um eine Art Online-Tagebuch handelt, in dem Ihr bei Medi-Learn tagesaktuelle Informationen rund um die Medizin und das Studium findet. In dieser Onlinezeitung möchten wir Euch einige Ausschnitte vorstellen - das vollständige Weblog findet Ihr auf der Startseite von Medi-Learn in der linken Navigation oder über den Link unter dem Artikel.

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    Anatomie bei Wetten-dass (04.10.03 - 23:10)
    So sehen also die Mediziner von morgen aus - mal ganz ehrlich, hättest Du alle Knochen des menschlichen Körpers mit verbundenen Augen ertasten können und dann sowohl den deutschen als auch lateinischen Namen gewusst. Florine Wipfli hat den Beweis angetreten, dass sie bereits im Alter von 13 Jahren zu dieser Leistung fähig ist - so mancher Medizinstudent oder gar fertiger Arzt hätte da sicherlich kleinere Problemchen gehabt und wenn es nur die deutsche Übersetzung von "Os sphenoidale" gewesen wäre.
Ob Florine wirklich einmal ihren Traum erfüllen wird und nach ihrem Medizinstudium Rechtsmedizinerin wird, wird man sehen - wir drücken ihr die Daumen und sind sicher, dass der ein oder andere Anatomie-Professor ihr für die bestandene Wette auch den Schein für "Allgemeine Anatomie" ausstellen würde. Mehr Infos findet Ihr auf der Webseite von "Wetten-dass" ..... .... (Christian)
    Mediziner können sich den Job wieder aussuchen (03.10.03 - 10:11)
    Gleich zwei Zeitungen und Web.de melden: Mediziner können sich den Job wieder aussuchen. Laut Mitteldeutscher Zeitung suchen im Bundesdurchschnitt mehr als die Hälfte aller Kliniken Ärzte - in Ostdeutschland sogar 76 Prozent. Ausführliche Kommentare u.a. von Hans-Jörg Freese von der Bundesärztekammer in Berlin findet Ihr in den drei Artikeln:

(Frank)

    Den Herzinfarkt aus einer anderen Sicht (03.10.03 - 08:31)
    'Infarkt. Eine Betriebsstörung'. So lautet der Titel eines Buches, das ein 34jähriger Mann geschrieben hat, der ein Jahr zuvor einen Herzinfarkt hatte. Er arbeitet nicht unter 12 Stunden am Tag, wurde mit Anfang 30 Chef einer großen Tageszeitung. In dem Buch (Rowohlt Verlag, ISBN: 3-87134-481-8) beschreibt Peter Huth die Erlebnisse aus der Sicht des Patienten. Heute, Freitag, wird der Autor in der Johannes B. Kerner Show zu Besuch sein - sowohl das Buch als auch die Sendung dürften interessante Lektüre für werdende Ärzte sein. .... (Christian)
 

zum Weblog - klick hier

   
Autor(in): Christian Weier (christian.weier@medi-learn.net)
  
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 6. Endlich am Anfang

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Nach der Ankunft am Uniort heisst es vielfältige neue Eindrücke sammeln: Einschreiben, belegen, Erstsemesterveranstaltungen besuchen, die Kommilitonen kennenlernen. Hier findet Ihr Infos zum Start als Erstsemester im Medizinstudium.

Die Ankunft an der Uni – einschreiben und belegen

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Nun kann es endlich losgehen: Nach Erhalt der Zusage für den Studienplatz steht das erste Semester ins Haus und eine wichtige Phase im Leben vor der Tür: 6 oder mehr Jahre Studium mit vielen Eindrücken und Erfahrungen warten darauf, begonnen zu werden.
Zunächst erfolgt die offizielle Einschreibung und Belegung für das erste Semester im Studiendekanat/Studentensekretariat (meist bereits im September bzw. März oder aber im Oktober bzw. April des jeweiligen Jahres). Dazu solltet Ihr einen entsprechenden Brief erhalten haben, der über die Termine und die örtlichen Gegebenheiten (Plan der Universität etc.) informiert. Bei der Einschreibung bekommt Ihr Euer Studienbuch ausgehändigt, in das Ihr die in den jeweiligen Semestern belegten Kurse eintragt und durch das Studiendekanat bestätigen lasst. Was Ihr dort eintragen müsst, erfahrt Ihr meist durch ausliegende Zettel und konkrete Anweisungen des Studiendekanats und/oder Studenten höherer Semester. Wer hier bei Unklarheiten nicht zögert, freundlich und höflich zu fragen, was er nicht verstanden hat, dem wird sicherlich weitergeholfen. Dass auch die Angestellten des Studiendekanats bei der hohen Anzahl neuer Studenten nicht immer jeden freundlich, höflich und mit persönlichem Handschlag begrüssen können, müsst Ihr einfach so hinnehmen, da es an der Situation liegt und keinesfalls persönlich gemeint ist.
Nutzt auch die Einschreibung und Belegung gleich dazu, ein paar Kontakte zu knüpfen und ein paar Eurer Mitstudenten im small talk kennenzulernen. Kontakte und persönliches Kennenlernen sind gerade zu Beginn dieses Studiums sehr wichtig, denn gerade am Anfang kommt es darauf an, den Anschluss zu finden.

Unterlagen für Behörden gleich zur Seite legen
Weiterhin werden Euch mit der Einschreibung/Belegung oftmals gleichzeitig wichtige Unterlagen, die Ihr für Behörden etc. benötigt, ausgehändigt: Immatrikulationsbescheinigungen (in mehrfacher Ausführung zur Vorlage beim BaföG-Amt, bei der Krankenkasse etc.) sowie der Studentenausweis (der z.B. zur Inanspruchnahme von Ermässigungen in Kino und Theater und ggf. zu Ermässigungen im öffentlichen Nahverkehr). 
Zeitgleich zu Semesterbeginn müsst Ihr die sogenannten Semestergebühren entrichten. Meist ein Betrag zwischen 80 und 160 € (je nach Uni verschieden). Diese Gebühren werden einerseits für den Verwaltungsaufwand erhoben, andererseits fliessen Teile in studentische Gremien und an vielen Universitäten wird damit das sog. Semesterticket finanziert. Das Semesterticket erlaubt Euch die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, Bahn, Strassenbahn, U-Bahn im Grossraumverkehr Eurer Universitätsstadt.


Erstsemester-Woche („Ersti-Wochen“)
Nach der Belegung und Einschreibung zum Semester habt Ihr den eher offiziellen Teil hinter Euch gelassen und dürft Euch auf die sogenannte Erstsemester-Woche mit vielen Einführungsveranstaltungen, die Euch das Zurechtfinden an der Uni und im Studentenalltag erleichtern sollen, freuen. Die Erstsemester werden von Studenten höherer Semester auch liebevoll „Ersti“ genannt, daher heissen diese Wochen auch an vielen Universitäten „Ersti-Wochen“.
Meist in studentischer Initiative (Fachschaft oder AG´s und Gruppen zum Thema Erstsemesterarbeit) organisiert, trefft Ihr Euch hier in kleinen Gruppen zu Rundgängen über das noch völlig unbekannte Universitätsgelände – den sog. Campus: Wo liegt die Mensa, in der Ihr Mittagessen könnt, wo findet Ihr die Bibliothek, um Lehrbücher anzuschauen oder auszuleihen und nicht zuletzt wo findet Ihr die einzelnen Hörsäle, in denen die Vorlesungen gehalten werden. All dies wird Euch in den Einführungsveranstaltungen im Rahmen der Erstsemester-Woche gezeigt.
An vielen Universitäten finden sich meist Tutoren (also freiwillige und engagierte Studenten höherer Semester), die sich bereiterklärt haben, den Erstsemestern bei den vielen unklaren Fragen zum Studienstart zu helfen. Oftmals trifft man sich auch in kleinen Gruppen bei den Tutoren privat zu Hause, die Euch bereitwillig jede erdenkliche Frage zum Studium beantworten oder einen kleinen Rundgang durch die für viele noch fremde Universitätsstadt organisieren.

Der erste Pflichtkurs: Die „Erstsemester-Party“
Pflichtprogramm an vielen Unis ist auch die erste Studentenparty (keine Angst, es bleibt nicht die einzige...): Die sog. Erstsemester-Party. Nutzt die Chance, in ungezwungener und lockerer Atmosphäre Euren Studienstart gemeinsam mit den anderen „Frischlingen“ ein wenig zu feiern.

Ihr seht: Der Studienstart ist alles andere als langweilig und Ihr findet gerade zu Beginn vielfältige Veranstaltungen, die Euch den Start in einen neuen Lebensabschnitt erleichtern. Nutzt wirklich die Chance, möglichst viele Leute kennenzulernen und scheut Euch nicht, Kontakte zu knüpfen. Denn eines habt Ihr trotz vielleicht vorhandener Unterschiede gemeinsam: 6 Jahre eines eindrucksvollen, erfahrungsreichen, lern- und lehrreichen und für manche auch einzigartigen Studiums liegen vor Euch. 

Lerngruppenbildung
An einigen Universitäten werden die Kurse des ersten und zweiten Abschnitts im Studium in sogenannten festen Lerngruppen (zwischen 3 und 6 Personen) absolviert. Meist habt Ihr die erste oder auch zweite Woche im Semester Zeit, Euch mit Euren Mitstudenten zusammenzufinden und auf entsprechenden Listen einzutragen. 
Daher solltet Ihr in dieser Zeit ein Auge darauf halten, welche der Mitstudenten nach Sympathiefaktor und erstem Kennenlernen vielleicht zu Eurem Typ passen und Ihr Euch vorstellen könnt, eine nicht unerhebliche Zeit mit eben diesen 3 bis 6 Personen in den Kursen und Praktika zu verbringen. 

Veranstaltungen an der Uni (Vorlesung – Seminar – Praktikum)
Nachdem Ihr Euch an der Uni eingeschrieben, Euch ein wenig zurechtgefunden und das Unigelände erkundet habt, stehen auch meist die ersten Veranstaltungen auf dem Plan. Bei den Veranstaltungen, die Ihr im Laufe des Studiums durchlaufen werdet, lassen sich grob gesagt unterscheiden: Vorlesung (Professoren halten Unterricht meist in Vortragsform), Seminar (Professoren und Lehrkräfte vertiefen das in der Vorlesung behandelte Thema meist in kleineren Gruppen, die in etwa der Grösse einer Schulklasse entsprechen), Praktikum (hier seid Ihr aktiv gefordert, praktisch tätig zu sein, d.h. mikroskopieren, chemische Versuche durchführen, eine Leiche sezieren etc.). Wie dies vor Ort an der Uni im ersten Abschnitt des Studiums (die ersten zwei Jahre, auch Vorklinik genannt) im einzelnen geregelt ist, erfahrt Ihr bei der Einschreibung und Belegung im Studiendekanat oder von Studenten höherer Semester, die sich als Tutoren bereiterklärt haben, Euch Erstsemestern zu helfen.

Die ersten Vorlesungen
Nun geht es los: Die erste Begrüssungsvorlesung steht auf dem Plan. Meist durch offizielle Personen wie den Dekan der medizinischen Fakultät, werdet Ihr als Studenten feierlich begrüsst. Auch finden bald die ersten Vorlesungen in den Fächern der Vorklinik statt. Für einige ist es gewöhnungsbedürftig, sich in grossen Hörsälen, in denen z.T. mehrere Hundert Mitstudenten sitzen, zurechtzufinden. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Wichtig sind noch zwei Abkürzungen, die im Zusammenhang mit den Vorlesungen erläutert werden sollten: S.t. und c.t.. Schaut Ihr in das Vorlesungsverzeichnis, so steht hinter den Vorlesungen oftmals eine dieser beiden Abkürzungen, die etwas über den Zeitpunkt der Vorlesung aussagen. Mit s.t. bezeichnete Vorlesungen beginnen zur vollen Stunde (also 8 Uhr s.t bedeutet 8:00 Uhr), mit c.t. bezeichnete Vorlesungen beginnen ein Viertelstündchen später („das sogenannte akademische Viertelstündchen oder akademisches Viertel“: 8 Uhr c.t. bedeutet 8:15 Uhr). Die Abkürzungen stammen aus dem lateinischen und besagen für s.t. = sine tempore = „ohne Zeit“ = zur vollen Stunde bzw. für c.t. = cum tempore = „mit Zeit“ = immer um viertel nach....

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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zum Bereich 'vor dem Studium/Studienbeginn'
  
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 7. Interview mit Tobias Boeckh-Behrens (Arzt)

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Wir möchten in der Reihe "Interview mit Ärzten" an dieser Stelle das Gespräch mit Herrn Tobias Boeckh-Behrens veröffentlichen, der den kleinen Fragenkatalog wie folgt beantwortet hat.

Beschreiben Sie bitte kurz Ihren studentischen Werdegang (Studienort, Studienverlauf, Studienzeit etc.). An welche Höhepunkte und auch Tiefpunkte während des Studiums erinnern Sie sich noch heute?
Ich habe mein Studium in Erlangen begonnen, dort nach 4 Semestern das Physikum abgelegt und nach 6 Semestern das 1. Staatsexamen.

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Da ich unbedingt noch einmal eine andere Stadt und Gegend kennenlernen wollte, wechselte ich nach dem 1. Staatsexamen an die Uni Bonn (aber nur, weil ich dort zufällig einen Tauschpartner gefunden hatte). In Bonn blieb ich bis nach dem 2. Staatsexamen, welches ich nach einem doktorarbeitsbedingt eingelegtem Urlaubssemester nach dem 11. Semester ablegte.
Nach meinem Wechsel nach Bonn habe ich eine infektiologische klinische Arbeit über Hepatitis C in der Neonatologie (= Lehre von den Erkrankungen des Neugeborenen) begonnen und mich daran gut 1 Jahr festgebissen, bis mein Doktorvater mir eröffnet hat, dass wir die Studie mangels ausreichender Fallzahlen leider abbrechen müssen. Zum Ausgleich hat er mir ein übersichtliches statistisches Thema überlassen, über dessen Fertigstellung ich momentan bis zum Beginn meiner Zeit als Arzt im Praktikum (AiP) sitze. 
Zum Praktischen Jahr (PJ) ging ich nach München und war dort an 3 unterschiedlichen Krankenhäusern, je nach Gebiet, bis ich dann nach dem 13. Semester mein 3. Staatsexamen ablegte. 
Rückblickend gab es einige kritische Momente für mich während des Studiums: Zuerst einmal war der Start nach dem Zivildienst extrem ungewohnt was den Lernaufwand betraf. Nachdem ich für mein erstes Anatomie-Testat annähernd soviel gelernt hatte wie fürs Abi, habe ich mir gesagt, wenn du jetzt durchfällst, ist das Studium nichts für dich. Aber man gewöhnte sich erstaunlich schnell an die Anforderungen. Was mir in der Vorklinik sehr geholfen hat, war die Faszination, die von der unglaublichen Komplexität des menschlichen Organismus ausging. Hätte ich dieses Interesse nicht entwickelt, wäre es wohl sehr schwierig geworden, sich durch die Unmengen an abstrakten Lerninhalten zu kämpfen.
In der Klinik ging alles etwas ruhiger zu, schade war der viel zu seltene Patientenkontakt und das Gefühl, in der Praxis so gut wie nichts beigebracht zu bekommen.
Aber auch an Höhepunkten gab es einige, allein die Masse an Prüfungen verschaffte mir gezwungenermaßen viele Erfolgserlebnisse. Auch der wenn auch viel zu seltene direkte Patientenkontakt bestärkte mich immer wieder darin, mich für das Richtige entschieden zu haben.

Was haben Sie am Tag Ihres 3. Staatsexamen(s) gemacht, nachdem Sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gelassen und damit das Medizinstudium abgeschlossen hatten?
Anders als nach den ersten großen Prüfungen wollte ich keine Riesenparty. Ich war in eher nachdenklich beglückter Stimmung und feierte den Abschluss mit einer kleinen Flasche Champagner und einem stimmungsvollen Essen mit meiner Frau.

Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? Gab es den entscheidenden Augenblick/Situation, mit dem feststand „Jetzt weiss ich es: Ich studiere Medizin“?
Ich gehörte nie zu den „berufenen“ Medizinern. Eigentlich wollte ich Germanistik studieren und in einem Verlag arbeiten. Im Zivildienst arbeitete ich jedoch in einem Krankenhaus und war fasziniert von dem gesamten Bereich Medizin. Dort ist der Entschluss gefallen.

Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?
Diese Motivation, die Faszination der medizinischen und biologischen Zusammenhänge, hat sich eher während des Studiums verstärkt. Das war jedoch auch nötig, um die vielen frustrierenden Momente und den oft hohen Druck durchzustehen.

Wie sieht der Alltag als Arzt für Sie heute aus? Was macht Ihnen am meisten Spass? Was am wenigsten?
Da meine Phase als Arzt im Praktikum (AiP) noch nicht begonnen hat, kann ich nur aus der Erfahrung des Praktischen Jahres (PJ) antworten. Alle Ärzte, die ich gesehen habe, waren frustriert durch den immensen bürokratischen Aufwand, den sie neben ihrer eigentlichen ärztlichen Tätigkeit betreiben müssen. Das, wofür man jedoch wirklich studiert hat, das Sprechen mit den Patienten, das Behandeln, die Erkenntnis, dass man in der Tat helfen kann sowie die Vielfalt der Fälle, das alles ist toll. 

Welche Tipps würden Sie Studenten, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Medizin zu studieren, mit auf den Weg geben?
Ich denke, wenn wahres Interesse an der Medizin besteht ist es leichter möglich, sich nicht durch verschiedene Faktoren entmutigen zu lassen.
Alle äußeren Faktoren wie Arbeitsplatzsicherheit, Bezahlung, Prestige usw. sollten in der Entscheidungsfindung so gut wie keine Rolle spielen.
Insgesamt ist das Studium schwierig, aber machbar und manchmal kann man sich sogar richtig dafür begeistern.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

   
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 8. Gelauscht: Was ist los im Forum?

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Mit mehr als 500 Beiträgen in der Woche findet man in den Medi-Foren zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In der neuen Rubrik "Gelauscht" wollen wir Euch in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findet Ihr das ein oder andere Thema, das Euch auch interessiert - ein Klick und Ihr seid mit dabei:

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 9. Gestöbert

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Seit mehr als 2 Jahren wird die Onlinezeitung an eine wachsende Zahl von Abonnenten verschickt, die über diese lange Zeit auch viele interessante Artikel beigesteuert haben. Wir haben uns in das Archiv begeben und stellen Euch in der neuen Rubrik 'Gestöbert' pro Woche jeweils einen interessanten Artikel vor. Diese Woche: 'PJ in Kanada von Jeannette von Jackowski'

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 10. Arzt in der Ausbildung: Lehrjahre sind keine Herrenjahre (3)

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Dass Mengenausweitung nicht zwangsläufig in eine höhere Qualität mündet, dürfte hinreichend bekannt sein. Wer über ein Körpergewicht von 100 Kilogramm verfügt, ist nicht automatisch doppelt so viel wert wie eine 50-Kilo-Person. Die Schlagzeile der auflagestärksten Tageszeitung kommt der Wahrheit nicht allein dadurch näher, dass sie millionenfach vervielfältigt, die Frontansicht eines jeden deutschen Kiosks schmückt. Sogar die Persil-Werbung mußte eingestehen, dass Masse nicht automatisch in Klasse mündet.

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Dennoch zeichnete sich bereits in den Siebziger Jahren ab, woran heute noch alles krankt: Die Vorstellung des Staates, alle Einzelheiten des öffentlichen (und in zunehmendem Maße auch des privaten) Lebens mit einem Netz von feingesponnenen Vorschriften und Bestimmungen zu überziehen, die alles zu ersticken drohen, was noch lebt, kennen wir heute als „Staatsdirigismus“ und wird insbesondere von der aktuellen Opposition verdammt, wenigstens bis zur nächsten Wahl. Da macht natürlich die Medizinerausbildung keine Ausnahme. So war es nicht verwunderlich, dass sich eine von Fachleuten bereits zuvor prognostizierte „Ärzteschwemme“ entwickelte. Das hat sich zuächst noch nicht gravierend bemerkbar gemacht. Zuvor konnten an Krankenhäusern, insbesondere kleiner und mittlerer Kategorie, die ungeliebten und häufig auch der deutschen Sprache nicht gerade übermächtigen Ausländer gegen deutsche Jungärzte ausgetauscht werden. Desweiteren haben Pharmakonzerne das Niveau eigener Forschungen aufgewertet, indem den Projekten ein approbierter Arzt voranstand und nicht mehr ein ehemaliger Medizinstudent ohne Abschluß, wie er hin und wieder auch in Zeitungsredaktionen anzutreffen ist. Natürlich waren die Beagles von Ciba-Geigy und La Roche, von Merck und Bayer, hocherfreut, als sie erfuhren, künftig nicht mehr vom Tierpfleger, sondern von einem approbierten Arzt ins Jenseits befördert zu werden.

Über die unerträgliche Sucht, das Staatsgefüge nur mit restriktiven Entmündigungsgesetzen konservieren zu können, ist schon viel geschrieben worden. So müssen sich aber viele Hochschullehrer gefühlt haben, als ihnen der Staat zwar die Erstellung von Lehrplänen, nicht aber die Verantwortung für das Ergebnis abgenommen hat. Von den Befürwortern wird als Argument der Gleichschaltung von Ausbildungsbetrieben gern ins Feld geführt, dass mit einem solchen von „oben“ gesteuerten Einheitssystem etwaige Fehlleistungen oder Fehlentscheidungen verhindert werden. Dies mag durchaus richtig sein, sofern sie auf persönlich gefärbter Anschauungen oder Sympathie-Antipathie-Dualismus beruhen. Was aber ist, wenn die Diener des Gesundheitsministers mit ihrer Einschätzung ebenfalls daneben liegen? Klartext: Gelingt es einem Hochschullehrer, Begeisterung und Leidenschaft zu wecken, läuft alles andere fast wie von selbst. Hat man hingegen einen schwachen Professor erwischt, kann man die Vorlesung abhaken und für den nächsten Kurs auf Besserung hoffen. Liegt hingegen ein Systemfehler vor, ist alle Mühe vergebens, das persönliche Engagement verliert sich im Nichts.

Früher war es möglich - und hin und wieder sinnvoll - während der Ausbildung die Universität zu wechseln, um sich Eindrücke von hochkarätigen Universitätsprofessoren mit Weltruf zu verschaffen. Heute kann man das getrost vergessen. Der Einheitsbrei, der an deutschen Universitäten - natürlich alles streng nach Vorschrift - serviert wird, demotiviert schließlich alle. Kein Wunder also, daß immer mehr Medizinprofessoren die eigentliche Studentenausbildung in die Hände von Assistenten und Oberärzten legen und sich auf Forschung und Institutsdasein beschränken. Wenn es in der deutschen Universitätslandschaft je exorbitante Persönlichkeiten gegeben hat - und viele zweifeln nicht daran - so werden diese jetzt untergepflügt und verlieren sich in Bedeutungslosigkeit. Wie der Berg, der Hindernis und Aussichtspunkt zugleich ist, so gibt es auch Universitäten mit hohem und auch einige mit geringerem Niveau.

Der Wechsel der Vielfalt ist es, der das menschliche Antlitz bestimmt und ihm die entscheidenden Unterschiede verleiht. Wir dürfen nicht zulassen, dass man uns diesen wichtigen Spielraum nimmt und alles auf Mittelmaß einebnet.

   
Autor(in): Dr. med. Thomas Raddatz (Dr.Raddatz_Vellmar@gmx.de)
  
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 11. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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Ilka Markmann, Redakteurin, Marlies Lehmkuhl, Redakteurin, Daniel Luedeling, Redakteur, Peter Artz, Redakteur, Franziska Böhm, Redakteurin, Susanne Kirscht, Redakteurin, Andreas Bussmeyer, Redakteur, Jascha Hellberg, Redakteur, Christian Weier, Redakteur, Jens Plasger, Redakteur, Stan, Reporter für Extremeinsätze, Arne Beckendorf, Buchrezensionen und Lokal Hannover, Andrea Clemens, Lokalbereich Uni Köln, Astrid Stumpf, Lokalbereich Uni Münster, Benedikt Bader, Lokalbereich Uni München, Bettina Kiep, Lokalbereich Uni Mainz, Cordula Sachse, Lokalbereich Uni Greifswald, Daniela Prause, Lokalbereich Uni Göttingen, Eike Beyer, Lokalbereich Uni Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg, Kristina Krüger, Lokalbereich Uni Hannover, Pia Paul, Lokalbereich Uni Witten, Stefanie Schmölke, Lokalbereich Uni Frankfurt, Tobias Schmeinck, Lokalbereich Uni Münster

  
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