21.10.2003

Ausgabe 184/03

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Medi -Learn

Die Onlinezeitung von Medi-Learn.net
Medi-Zeitung

Medi -Learn

(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung)


Warum sollen Diagnosen nicht von Arzt zu Arzt wechseln dürfen? Die Krankheiten tun es doch auch.
(Erhard Blanck , Schriftsteller)


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 Editorial
  

Hallo,

sehen und gesehen werden, das ist das Motto mancher Party. Lernen und gelernt werden, das ist das tägliche Brot der Lernphasen im Studium. Ob Party oder Lernphasen: Der kostenlose KaLEARNder bietet Platz für so manchen Termin studentischer oder gesellschaftlicher Art. Eindrücke persönlicher Art findet Ihr in einem Famulaturbericht aus Dublin, von dem wir in dieser Ausgabe den ersten Teil vorstellen.

Bild wird nur bei bestehender Internetverbindung gelanden! Nachladen? Bitte F5 druecken!

Man kann es sich kaum vorstellen, doch trotz der neuen Änderungen in der Approbationsordnung erfüllt noch längst nicht jede Uni die neuen gesetzlichen Regelungen, wie uns Timo Brosig und Sascha Haschemi berichten. Für berichtenswert hält Dr. Raddatz, dessen 5. Teil aus dem Kapitel "Der Arzt in der Ausbildung" wir Euch heute vorstellen, die Tatsache, dass so manche Passage aus der neuen AO als 'Winkeladvokaterei' bezeichnet werden könnte. Ein Artikel zum Ablauf des Medizinstudiums, ein Ärzteinterview mit Annette Breuer, die aktuellen Stellenanzeigen der Medi-Jobbörse, die Hinweise auf interessante Forenartikel und ein Fundstück aus dem Archiv runden die heutige Ausgabe der Onlinezeitung ab, bei deren Lektüre wir Euch viel Spass wünschen.

Bis zur nächsten Woche,
Jens, Marlies und Christian
Redaktion Medi-Learn

  

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 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Der kostenlose KaLEARNder ist da
2.Famulatur in Dublin (Loughlinstown Hospital)
3.Medi-Jobbörse: Der Jobticker
  
4.Universitäten unterlaufen Übergangsregelung (2)
5.Dr. Raddatz: Arzt in der Ausbildung (5)
6.Einführung in das Medizinstudium
  
7.Interview mit Annette Breuer (Ärztin im Praktikum)
8.Die neue Via medici kommt .... bald!
9.Gelauscht: Was ist los im Forum?
  
10.Gestöbert im Archiv der Onlinezeitung
11.Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit
  

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 1. KaLEARNder von Medi-Learn erschienen

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Ende letzter Woche ist der kostenlose Wandkalender von MEDI-LEARN erschienen. In DIN A3 Größe bietet der "KaLEARNder" die Monatsübersichten über das Wintersemester und das Sommersemester. Der Wandkalender eignet sich ideal zur Erstellung des eigenen Lernplans für die Examenszeit. Auf der Rückseite des Posters findet Ihr einen Beispiellernplan inklusive einer Anleitung zur Erstellung desselben für das Physikum.

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Die Beispiellernpläne für das 1. und 2. Stex stehen Online kostenlos zum Download zur Verfügung. Die Wandkalender gibt es kostenlos in fast allen medizinischen Fachbuchhandlungen - fragt einfach einmal in Eurer Unistadt nach. Da die Anzahl der "KaLEARNder" begrenzt ist, solltet Ihr Euch möglichst bald Euer Exemplar sichern. Hier eine Auswahl der Buchhandlungen, an der der KaLEARNder verfügbar ist:



Eine komplette Liste mit allen Buchhandlungen, in denen Ihr nach dem KaLEARNder Ausschau halten solltet, findet Ihr unter folgendem Link:

klick hier, um die komplette Liste der Buchhandlungen mit dem kostenlosen KaLEARNder zu sehen

Die Beispiellernpläne liegen im PDF Format vor und können am Bildschirm gelesen oder ausgedruckt werden. Zum Öffnen ist das Programm Acrobat Reader von Adobe notwendig, das kostenlos auf der Seite des Herstellers verfügbar ist. [Adobe aufrufen]

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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Komplette Liste der Buchhandlungen
  
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 2. Famulatur in Dublin (Loughlinstown Hospital)

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Eine Famulatur in Irland durchzuführen war bei mir einerseits persönlich motiviert, da ich zuvor schon mehrere Monate in Dublin verbracht hatte und diese Zeit als sehr positiv in Erinnerung hatte und andererseits, weil ich mir von dieser Erfahrung mehr erhoffte, als in einem deutschen Krankenhaus. Meine Hoffnungen wurden auch in keinster Weise enttäuscht.

Vorbereitung
Ich hatte mich erst im März entschlossen, eine Famulatur in Dublin anzustreben. Ich dachte mir, dass dies für den offiziellen Weg über das Studentenbüro der Krankenhäuser schon zu spät sei, weshalb ich mich für eine andere Taktik entschied.

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Zu allererst schrieb ich Emails an alle Chefärzte, an deren Emailadresse ich über das Internet herankam. Dann rief ich in den Krankenhäusern direkt an und fragte nach. In den großen Krankenhäusern sagte man mir auch gleich, dass alle „electives“ schon vergeben seien. Als ich das Mater Hospital anrief und dort dieselbe Auskunft bekam, drückte ich ein wenig auf die Tränendrüse und klagte der netten Dame am Telefon mein Leid. Diese riet mir dann, es doch in einem der peripheren Krankenhäuser zu versuchen und gab mir die Nummer des Loughlinstown Hospitals. Dort rief ich an und ließ mich mit dem „student coordinator“ verbinden. Diese Dame ist ausschließlich für die Verwaltung der Studenten zuständig, und als ich sie endlich ans Telefon bekam (sie arbeitet leider nur halbtags zu etwas wahllosen Zeiten) sagte sie mir auch sofort zu, allerdings nur für vier Wochen, obwohl ich eigentlich acht Wochen eingeplant hatte. Sie bat mich nur, ihr meinen Lebenslauf zu schicken und einen Letter of Recommendation. Als ich ihr beides schließlich zuschickte, bekam ich auch die definitive Zusage.
Etwa einen Monat später fand ich eine Email in meinem Postfach von dem Consultant der Endokrinologie des Beaumont Hospitals, der mir ebenfalls eine Famulatur anbot. Sofort sagte ich für den zweiten Monat zu. Für ihn war die Sache damit erledigt und er wollte auch keine weiteren Dokumente von mir. So unkompliziert kann es manchmal gehen. Diese Zusage machte mich besonders glücklich, da das Beaumont Hospital eines der größten Krankenhäuser Irlands ist und außerdem Lehrkrankenhaus des Royal College of Surgeons. Letzteres wusste ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht, es sollte sich aber als eine sehr glückliche Fügung herausstellen.

Reise und Wohnungssuche
Da ich bereits eine Unterkunft in Dublin hatte und mich nicht um ein Zimmer bemühen musste, kann ich zur Wohnungssuche nicht allzu viel sagen. Ich weiß aber, dass alle anderen Famulanten, die ich dort kennengelernt hatte, relativ schnell unterkamen. Der Wohnungsmarkt in Dublin entspannt sich gerade, und im Sommer, bevor die Studenten wieder an die Uni zurückkehren, findet man auch eher etwas. Eine Famulantin kam im Studentenwohnheim Trinity Hall in Rathmines unter, was wohl akzeptabel gewesen sein soll. Es ist aber zu sagen, dass man das Stadtzentrum tunlichst meiden sollte, insbesondere als Frau. Ich habe das auch lange für ein Gerücht gehalten, konnte mich aber mal wieder vom Gegenteil überzeugen. Auch bietet im Notfall die Studienkoordinatorin des Loughlinstown Hospitals an, dass man für 20 Euro die Nacht ein Zimmer bei ihr mieten kann. Sie wohnt aber ziemlich weit draußen, und 20 Euro sind auch in Dublin nicht wenig Geld.
Um einen Flug zu buchen ist es auf jeden Fall lohnend, mit Ryanair zu fliegen, auch wenn man dann in London STN sein Gepäck wieder auschecken muss. Von Berlin aus ist es oftmals günstiger, nicht mit Ryanair, sondern mit Air Berlin nach London zu fliegen. Für meinen Rückflug habe ich so nur knapp hundert Euro bezahlt. Dublin an sich ist unglaublich teuer. Alles ist teuer, nicht nur die Mieten sind horrende. Bei jedem Lebensmitteleinkauf staunte ich aufs Neue, wie viel Geld man in so wenige Produkte investieren kann, als Beispiel: Vernünftiger Orangensaft, ein Liter kostet zwei bis vier Euro.

Ankunft im Loughlinstown Hospital
Loughlinstown Hospital liegt außerhalb der Stadt Dublin im County Dublin. Es fahren zwei Busse aus dem Stadtzentrum direkt dorthin. Ich brauchte immer etwa eineinhalb Stunden, um dorthin zu gelangen. An meinem ersten Tag zeigte mir die Studienkoordinatorin das Krankenhaus und stellte mich einigen Ärzten vor. Ich war keinem Team zugeteilt und sollte erst einmal sehen, was mich so interessierte. Ein Team besteht in Irland, genau wie in England, aus dem Consultant, was im Prinzip dem Chefarzt entspricht und meist zwei Registrars (Assistenten im dritten Jahr), ein oder zwei SHOs (Assistenten im zweiten Jahr) und den Interns, die meiner Meinung nach so eine Mischung aus Pjlern und AIPlern darstellen. Dann gibt es noch die specialised Registrars, die in ein Higher Education Scheme aufgenommen wurden und sich nun endlich spezialisieren dürfen. Generell gilt, mindestens drei Jahre Innere, dazwischen noch das Membership Exam ablegen (meist nach dem SHO-Jahr) und sich dann für so eine Weiterbildungsstelle bewerben, was wohl gar nicht so leicht ist. Viele gehen nach England, wenn sie in Irland keinen Erfolg haben. Die Interns rotieren alle drei Monate zwischen den Fachrichtungen der Inneren, die SHOs alle vier Monate und die Registrars bleiben meist ein ganzes Jahr. Das kann aber auch je nach Krankenhaus ein wenig anders ablaufen.
Die Interns sind meist dafür verantwortlich, die Patienten aufzunehmen, Blut abzunehmen und Befunden hinterherzutelefonieren. Sie haben auch noch Fortbildungen, meist einmal wöchentlich, was so ein bisschen wie der PJ-Unterricht anmutet. In Irland gibt es nämlich kein PJ und die Interns kommen direkt von der Uni und haben daher nur so mäßige klinische Erfahrung. 

In der Notaufnahme
Nachdem die Studienkoordinatorin mir das Krankenhaus gezeigt hatte, ließ sie mich in der Notaufnahme, wo ich meine Zeit bis zur Mittagsbesprechung verbringen sollte. Die Notaufnahme mutet für meine Begriffe ein wenig seltsam an. Die Patienten lagen auf Tragen in einem großen Raum und waren nur durch Vorhänge voneinander getrennt. Die Ärzte gingen dann in die „Cubicles“, um die Patienten zu versorgen. Es gab allerdings noch einen separaten Raum für „echte“ Notfälle und Reanimation. Ich heftete mich sogleich an die Ärzte, die interessante Fälle hatten. Ich durfte auch selbst einen Patienten aufnehmen, was allerdings völlig schief ging, da ich das System des history takings nicht kannte. Die Anamnese läuft nach einem ganz bestimmten System ab, dass ich mir gleich aufschreiben ließ, denn nach Meinung der irischen Ärzte sind dieses System und die klinische Untersuchung (wofür es auch wieder hundert Systeme gibt) das Allerwichtigste. Man findet sich aber schnell ein.

Lunch Conference
Etwa drei Mal die Woche gab es eine Lunch Conference, die von einem Pharmaunternehmen gesponsert wurde. Für uns hieß das umsonst essen. Meistens gab es Sandwichs und Softdrinks sowie Obst und Süßigkeiten. Danach gab es eine Fortbildung. Nach einem bestimmten Plan musste jeder Arzt einmal im Monat über ein bestimmtes Thema referieren. Nach ein paar Wochen hatte ich Mut gefasst und stellte in einer dieser Lunch Conferences meine Doktorarbeit vor. Dies hatte den Vorteil, dass mich danach das gesamte Krankenhaus kannte, was allerdings nur etwa 40 Ärzte umfasste. Zum Thema Lunch ist noch zu sagen, dass im Loughlinstown Hospital alle Studenten umsonst drei Mahlzeiten pro Tag bekommen. Es lohnt sich auch, dies voll auszuschöpfen, auch gibt es immer ein vegetarisches Essen, was auch essbar ist.

Die Fortsetzung dieses Famulaturberichtes folgt in der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung.

   
Autor(in): Autor der Redaktion bekannt (redaktion@medi-learn.net)
  
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 3. Medi-Jobbörse: Der Jobticker

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Medi-Jobbörse bietet Stellensuchenden wie Stellenanbietern im medizinischen Bereich einfache und unkomplizierte Wege bei der Jobsuche und Stellenbesetzung.

Ob AiP, Doktorarbeit, Nebenjob oder Assistenzarztstelle - alle Einträge sind weiterhin kostenlos!

Nutzt auch die Gelegenheit, ein Stellengesuch zu platzieren.
Wie immer an dieser Stelle hier nun die neuesten Stellenanzeigen aus unserer Jobbörse, in der sich insgesamt über 170 Angebote wie Gesuche befinden!

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Die neuesten Einträge

  

   

AIP-Stelle in der Neurologie gesucht

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2 PJ-Stellen Chirurgie Schweiz 1.12.03-31.3.04 frei

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Heilpraktikerschule in Hagen sucht Mediziner oder Studenten in höheren Semstern für den Unterricht

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Suche AIP 6 Monate Chirurgie

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AiP-Stelle Pädiatrie anzubieten

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Autor(in): Redaktion Medi-Jobbörse (redaktion@medi-jobboerse.de)
  
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 4. Universitäten unterlaufen Übergangsregelung (2)

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Dabei wäre doch alles so einfach!

Wenn die neue AO für alle Studenten gelten würde, die bis zum 01.10.03 noch nicht den klinischen Teil des Studiums begonnen haben, würde es kein einziges der hier geschilderten Probleme geben, die alle nur zu Lasten der Studenten gehen, die sich bereits im klinischen Teil befinden.

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Aber, da es sehr schwer sein dürfte, dieses „Meisterwerk“ von Gesetz noch zu ändern, sollten doch alle Beteiligten sich bemühen, dieses Problem, welches nicht nur einzelne Studenten, sondern eine große Anzahl betrifft, so zu lösen, dass niemand in so extremer und unzulässiger Weise benachteiligt wird.

Bei diesem Versuch stellt sich natürlich das Problem der Zuständigkeit. Sowohl der Gesetzgeber, als auch die Landesprüfungsämter beteuern, dass die Verantwortung einzig und allein bei den Fakultäten liegt, was auch richtig zu sein scheint, da den Universitäten sowohl inhaltlich, als auch organisatorisch sehr große Freiräume gelassen wurden.
So steht in der neuen AO “..... Die Universitäten regeln in ihren Studienordnungen das Nähere zu den Anforderungen und zum Verfahren bei der Erbringung der Leistungsnachweise......(§27 (1))“.

Allerdings bestimmen die Landesprüfungsämter, welche Leistungsnachweise wie anerkannt werden können, also welche Spielräume in den Äquivalenzlisten der Universitäten bestehen.

Die Universität kann also dafür sorgen, dass alle Studenten, die in diese Übergangsregelung fallen, zwar unter die neue AO fallen, „stundenplanmäßig aber nach alter AO zu Ende studieren und ihnen die fehlenden 10 – 12 Leistungsnachweise bescheinigt werden, da sie inhaltlich auch im alten Stundenplan mit thematisiert wurden."
Oder, wenn er zusätzlich neue Leistungsnachweise erbringen muss, sollte dies unter folgenden Kriterien geschehen:
Der Student muss nur die neuen Leistungsnachweise erbringen, die 
1. von der jeweiligen Universität angeboten werden
2. von ihm wahrgenommen werden können, da sie sich mit keinem anderen Kurs überschneiden
3. von ihm wahrgenommen werden können, ohne dass sich dadurch seine Studienzeit über die Regelstudienzeit hinaus verlängert.

Es sollte hier nicht der Eindruck entstehen, dass dem Studenten irgendetwas „geschenkt“ wird, denn das Ziel einer Übergangsregelung ist ja, die alte und neue AO so zu verbinden, dass niemandem dadurch ein Nachteil entsteht.

Damit liegt die Verantwortung nun tatsächlich bei den Universitäten und den LPA´s, wie sie mit ihren Studenten umgehen, wie sie die vom Gesetz bestehenden Möglichkeiten flexibel und vor allem sinnvoll nutzen. Ob sie sagen: “Tja, da hat der Student wohl Pech gehabt und muss bis zu 1 ½ Jahre länger studieren und wer das zeitlich oder finanziell nicht schafft, der sollte sein Medizinstudium wohl besser an den Nagel hängen“, oder ob sie bemüht sind, eine halbwegs zumutbare Lösung zu finden.

Leider haben die meisten Universitäten aber keinerlei Vorbereitungen getroffen, daher stehen viele „scheinfreie“ Studenten nun ohne einen greifbaren Plan vor der Situation, sich um die Organisation der zusätzlichen Scheine selber kümmern zu müssen . Erfahrungsberichte von Studenten haben jedoch gezeigt, dass sie bei Nachfrage bei den jeweiligen Professoren als „Examensflüchtlinge“ angesehen werden oder einfach nur als stinkfaul. Aussagen wie „ genau genommen habt ihr nicht mehr als euer Physikum geschafft, deshalb kann die Organisation von Plänen unserer Uni noch warten“, sind mittlerweile teilweise an der Tagesordnung.

Eine Erkenntnis, die die Lösung des Problems wohl maßgeblich vorantreiben muss, ist folgende:
Es dürfte eigentlich niemandem, der mit dem deutschen Gesundheitssystem Kontakt hat, verborgen geblieben sein, dass der bestehende Ärztemangel von ca. 30.000-40.000 eine wirkliche Gefahr darstellt.
Bei der Ursachenforschung, wie es soweit kommen konnte, ist ja auch schon deutlich geworden, dass die universitäre Ausbildung eine entscheidende Rolle spielt.
Dr. rer. pol. Thomas Kopetsch , KBV-Experte für Versorgungsfragen, beurteilt die Nachwuchsentwicklung als „alarmierend“.
Die zweite Studie zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung von KBV und BÄK* ergab, dass die Gesamtzahl der Medizinstudenten von 90 594 (1993) mittlerweile um rund 14 Prozent auf 78 303 gesunken (2002) ist. Die Zahl der Absolventen verringerte sich von 1993 bis 2001 sogar um 22,5 Prozent. „Dies kann nur dadurch erklärt werden, dass die Zahl der Studienabbrecher beziehungsweise -wechsler ständig angestiegen ist und weiterhin ansteigt“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie (aus Ärztemangel: Der Nachwuchs bricht weg, Deutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 36 vom 05.09.2003, Seite A-2262 / B-1884 / C-1784).

Da sich in diesem Punkt alle Fachleute einig sein dürften, sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass, wenn genau zu diesem Zeitpunkt die AO und damit auch das Medizinstudium verändert wird, dieses Problem mitgelöst wird oder man dies zumindest versucht.

Dank der nicht vorhandenen Kooperationsbereitschaft der Fakultäten, sehen sich die Studenten inzwischen dazu gezwungen, selbst geeignete Schritte, vor allem juristische, einzuleiten.
So hat sich eine Interessensgemeinschaft der Studierenden gebildet, die in Zusammenarbeit mit der Fachtagung Medizin Email-Adressen von allen Studenten sammelt, die in der hier beschriebenen Art und Weise benachteiligt werden. Die Studenten haben die Chance, eine Email, in der sie kurz ihre Situation deutlich machen können, an die folgende Email-Adresse zu schicken:

uebergangsregeln@fachtagung-medizin.de

Die gesammelten Adressen können dann unter anderem dazu dienen, eine Sammelklage in die Wege zu leiten, um den Druck auf die Fakultäten zu erhöhen.
Wünschenswert wäre natürlich eine für alle Seiten annehmbare Lösung zu finden, ohne den Rechtsweg beschreiten zu müssen.

Timo Brosig
Sascha Haschemi

   
Autor(in): Sascha Haschemi und Timo Brosig (Sascha.Haschemi@ruhr-uni-bochum.de)
  
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 5. Arzt in der Ausbildung: Lehrjahre sind keine Herrenjahre (5)

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Desweiteren soll derselbe Kandidat „zu Hilfe und Betreuung auch bei chronisch und unheilbar Kranken sowie Sterbenden fähig“ sein. Dazu müßte erst einmal Gelegenheit bestanden haben. Die einzigen Toten, die alljährlich hunderte von Medizinstudenten zu sehen bekommen, sind die Leichen im Sezierkurs der Anatomie. Manch einer hat den ersten Kontakt mit sog. finalen Zuständen Jahre nach abgeschlossenem Studium, es sei denn, er hat sich zuvor seinen Lebensunterhalt mit Nachtwachen verdient. Manch einer hat diesen Kontakt nie! 

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Diese Approbationsordnung - als Reform des Medizinstudiums apostrophiert - wird über 31 Seiten Text ausgebreitet, die vom Bundesrat anschließend verfügte Korrektur beläuft sich auf 32 Seiten (!).

Dabei treten dann so fundamentale Dinge zutage wie „Verbiete nur, was du auch kontrollieren kannst“, beispielsweise das Veröffentlichungsverbot von Prüfungsaufgaben („§ 14 Abs. 2 Satz 2 ist zu streichen“). Seit Jahrzehnten dienen alte Prüfungsfragen den Kandidaten der nächsten Generation zur Examensvorbereitung. Diese werden in Taschenbuchformat von mehreren Verlagen angeboten und sind regelmäßig zu Semesterende vergriffen. Dennoch werden solch unsinnige Paragraphen von Reform zu Reform weitertransportiert und stolz als Meilenstein der Medizinerausbildung verkauft, was jetzt - zumindest in diesem Beispiel wohl eher zufällig - verhindert wurde.

Sie wollen Medizin studieren und verfügen über keine nennenswerten juristischen Basiskenntnisse? Dann sollten Sie sich das Ganze aber noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Es könnte nämlich bedeutsam sein, ob Sie einen Leistungsnachweis erbringen müssen oder ob Sie sich einer Prüfung unterziehen. Sie kennen den Unterschied nicht? Na ja, genau genommen ist da auch keiner, jedenfalls kein wesentlicher. Eine Prüfung ist erst dann eine Prüfung, wenn sie mit dem Hochschulrahmengesetz in Einklang steht. Sagen Sie bloß, Sie kennen das Hochschulrahmengesetz ebenfalls nicht. Das kann ja heiter werden. So wird Stück für Stück das ganze Ausmaß dieser Winkeladvokaterei deutlich und ist an juristischer Spitzfindigkeit kaum noch zu übertreffen. Jetzt ist wohl auch jedem verständlich, daß - wie schon erwähnt - der Prüfungsteil der Approbationsordnung einen solch übergewichteten Raum einnimmt. Hier waren eindeutig Juristen am Werk. Daß nun mal ein Gesetzestext von Juristen erarbeitet wird, ist beileibe nicht ungewöhnlich. Daß allerdings der inhaltliche Teil so knapp gefaßt ist, sollte nachdenklich stimmen. So wird im übrigen in allen anderen Bereichen ebenfalls verfahren, was noch nachdenklicher stimmen sollte ...

Wünschenswert für die Zukunft wäre es, daß sich die Schreiber von Gesetzestexten nicht ausschließlich mit der juristisch einwandfreien Form, sondern auch insoweit mit dem Inhalt ihrer Gesetze auseinandersetzten, damit der eigentliche Nutznießer auch den Sinn zu erkennen vermag, dem er zwangsläufig anheim fällt. Augenblicklich dienen solche und andere Gesetze lediglich zur Abwehr von vermeintlichen Rechtsansprüchen, ohne in der Masse verstanden zu werden.

Zur Vereinfachung eines komplexen Sachverhalts diene der im Original folgende Internetbrief eines Medizinstudenten, aus dem die pure Verzweiflung spricht:

Hallo, Lerngemeinde! 
Mir steht die nächsten Tage Chirurgie lernen fürs 2. Stex bevor - wovor ich einen totalen Horror habe. 
Zum einen bin ich in Anatomie nicht besonders fit und ich interessiere mich überhaupt nicht für Chirurgie! 
Wie kann ich trotzdem effektiv und halbwegs motiviert lernen? 
Hat jemand einen Buchtipp, eine Strategie, welche Themen sind Schwerpunkt, etc? 
Bin über jeden Tipp dankbar, der mich über diese Hürde bringt.

Die Hilflosigkeit dieser Botschaft ist unübersehbar. Man denke daran, daß dieser Student in etwa zwölf Monaten das Ziel seiner jahrelangen Bemühungen erreicht haben wird und laut gesetzlicher Forderung in der Lage sein muß, „die Indikation zu konservativer und operativer Therapie zu beherrschen“. Die Arbeit eines Assistenten im Krankenhaus wird er allerdings schon unmittelbar nach diesem zweiten Examen aufnehmen. Diese sog. PJler sind noch keine vollzugelassenen Ärzte, werden aber in Krankenhäusern aus Kostengründen gern als Assistenten eingesetzt. Zuweilen verzichten sie auf entsprechendes Entgeld, zuweilen wird ihnen auch keines angeboten, hin und wieder jedoch gibt’s auch ein Taschengeld. Zu diesem Thema findet sich in der Approbationsordnung kein Sterbenswörtchen.

   
Autor(in): Dr. med. Thomas Raddatz (Dr.Raddatz_Vellmar@gmx.de)
  
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Interview mit Dr. Raddatz

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Homepage von Dr. Raddatz
  
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 6. Das Medizinstudium

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Eckdaten – Regelstudienzeit und verlängerte Studienzeiten
Ein Medizinstudium dauert in der Regelstudienzeit bis zum Erwerb des berufsqualifizierenden Abschlusses „Ärztin / Arzt“ 6 Jahre und drei Monate – rechnet man die Prüfungszeit für die Abschlussprüfung mit ein. „In den Prüfungsordnungen sind die Studienzeiten zu sehen, in denen ein berufsqualifizierender Abschluss erworben werden kann (Regelstudienzeit). Die Regelstudienzeit schließt Zeiten einer in den Studiengang eingeordneten berufspraktischen Tätigkeit, praktische Studiensemester und Prüfungszeiten ein.“ (siehe § 10 Hochschulrahmengesetz unter http://www.bmbf.de/gesetz.htm).

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Da Studenten in Semestern rechnen sind dies insgesamt etwas mehr als 12 Semester (1 Semester ist ein Studienhalbjahr). Die Regelstudienzeit ist diejenige Zeit, die ein Student nach Absolvieren aller für die einzelnen Prüfungen notwendigen Voraussetzungen (Scheine etc.) benötigt, um das Medizinstudium endgültig abzuschliessen.

Welche Gründe haben Studenten, ihr Studium über die Regelstudienzeit hinaus zu verlängern?
Soweit die Theorie – doch wie viele Studenten studieren nicht in Regelstudienzeit und welche Gründe könnte es dafür geben, dass das Studium länger dauert? Die Doktorarbeit, Auslandsaufenthalte und hochschulpolitische Arbeit sind einige der häufigeren Gründe, die dazu führen, dass das Studium bei dem ein oder anderen ein bis mehrere Semester länger dauert. 
Pia M. aus Aachen hat bereits in fortgeschrittenen Semestern neben der eigentlichen klinischen Ausbildung ihre medizinische Doktorarbeit angefertigt und widmete sich für einige Zeit der Arbeit im Forschungslabor oder auf der Krankenstation, so dass Examina erst später absolviert werden. „Zwar hat mein Studium dadurch zwei Semester länger gedauert“, so Pia im Gespräch mit der Redaktion, „doch ich möchte diese Zeit für die Doktorarbeit nicht missen.“ 
Andere Studenten sind in hochschulpolitischen Gremien (Studentenparlament, Asta etc.) aktiv und widmen einen Teil ihrer Zeit, die sie ansonsten für das Studium verwenden, für diese engagierte Arbeit für Kommilitonen: „Immer nur lernen, im Hörsaal sitzen, Bücherwurm sein, das war nichts für 365 Tage im Jahr für mich“, sagt Carsten R., der immer auch „etwas bewegen wollte“ und sich daher in AstA und Studentenparlament für studentische Belange engagierte. 
Wiederum andere Studenten verbringen einige Monate oder Semester im Ausland, so dass sie nach der Rückkehr in die Heimat noch Scheine und Prüfungen nachholen müssen. „Hätte ich nicht ein Auslandssemester in den USA absolviert, so wäre mein Studium zwar ein Semester kürzer, aber um wesentliche Erfahrungen medizinischer und menschlicher Art ärmer. Ich würde es immer wieder machen, auch wenn das Studium ein wenig länger dauert.“ , sagt Bernd H., der sein Studium für einen Auslandsaufenthalt unterbrochen hat.
Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass es gute und vielfältige Gründe gibt, die die Regelstudienzeit von 12 Semestern / 6 Jahren in dem ein oder anderen Falle verlängern. Allerdings sollten all diejenigen Studenten, die vorhaben, im Studium für die o.a. Gründe zu pausieren und gleichzeitig BaföG / Stipendien beziehen, auf die aktuelle Förderungshöchstdauer achten. So kann es nicht passierten, dass man am Ende des Studiums während der entscheidenden Examina sich auch noch um die Sicherung des Lebensunterhaltes aus eigener Kraft kümmern muss.

Was ist ein Semester und was sind Semesterferien ?
Das Jahr des Normalbürgers wird für den Studenten in zwei Hälften aufgeteilt, die als Semester bezeichnet werden. Ein Studienhalbjahr (=Semester) gibt es für den Sommer und für den Winter. Das Sommersemester beginnt am 01.April und endet am 30.September, das Wintersemester beginnt am 01.Oktober und endet am 31.März.
Mitte Juli beginnt die erste lange Phase der vorlesungsfreien Zeit, auch Semesterferien genannt, die erst Mitte Oktober durch das nun mit Vorlesungen neu beginnende Wintersemester beendet wird. Diese knapp 3-monatigen Sommersemesterferien werden von Studenten in der Regel nicht nur als absolute Faulenzzeit benutzt, sondern sind meistens auch mit Aktivitäten rund um das Studium angefüllt: Einige Studenten absolvieren hier Teile ihres Krankenpflegepraktikums, machen Famulaturen oder widmen sich der Doktorarbeit.
Nicht zu vergessen, dass viele Studenten nur in den Semesterferien dazu kommen, den „ramponierten und leeren Geldbeutel aufzufüllen“, also mit Jobben etwas für die schwarzen Zahlen auf dem Konto tun. Viele Anregungen, mit welcher Art von Nebenjobs sich Medizinstudenten etwas dazuverdienen, könnt Ihr unter den folgenden Internet-Adressen bekommen:

Beispiellisten mit Nebenjobs von Medizin-Studenten
http://www.medi-files.de/nebenjob/17.htm
http://www.medi-files.de/nebenjob/18.htm 
http://www.medi-files.de/nebenjob/19.htm 
http://www.medi-files.de/nebenjob/20.htm 
http://www.medi-files.de/nebenjob/21.htm 


Viele Examina liegen auch im Sommer und Winter gerade in den Zeiten der Semesterferien, so dass diese Phase dann voll und ganz mit Lernen ausgefüllt ist.
Nach Ende der Sommersemesterferien beginnt Mitte Oktober das Wintersemester. Mitte Februar wird der Beginn der zweiten Semesterferien während des Studienjahres eingeläutet: Die Wintersemesterferien, die von Mitte Februar bis Mitte April dauern. Auch in dieser Phase werden nach einer Erholungsphase meist wieder Lern- und Studiumsbezogene Arbeiten verrichtet.

Daneben gibt es kürzere vorlesungsfreie Zeiten (wie z.B. zu Pfingsten und Weihnachten/Neujahr).
Zusammengefasst besteht das studentische Jahr also aus rund 7 Monaten Semester und aus 5 Monaten vorlesungsfreier Zeit/Semesterferien.

aktives WINTERSEMESTER
Mitte Oktober bis Mitte Februar (ca. 4 Monate)

SEMESTERFERIEN/ vorlesungsfreie Zeit des Semesters (1)
Mitte Februar bis Mitte April (ca. 2 Monate)

aktives SOMMERSEMESTER
Mitte April bis Mitte Juli (ca. 3 Monate)

SEMESTERFERIEN/vorlesungsfreie Zeit des Semesters (2)
Mitte Juli bis Mitte Oktober (ca. 3 Monate)



   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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zum Bereich 'vor dem Studium/Studienbeginn'
  
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 7. Interview mit Annette Breuer (Ärztin im Praktikum)

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Wir möchten in der Reihe "Interview mit Ärzten" an dieser Stelle das Gespräch mit Frau Annette Breuer (Ärztin im Praktikum) veröffentlichen, die unseren kleinen Fragenkatalog wie folgt beantwortet hat.

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Beschreiben Sie bitte kurz Ihren studentischen Werdegang (Studienort, Studienverlauf, Studienzeit etc.). An welche Höhepunkte und auch Tiefpunkte während des Studiums erinnern Sie sich noch heute? 
Studium 1996-2003 an der FAU Erlangen-Nürnberg, 2000 bis 2001 Erasmus-Student in Rennes, Frankreich, Chirurgie-Tertial des Praktischen Jahres (PJ) in Houston, Texas.
Höhepunkte im Studium waren die Auslandsaufenthalte, da die Leute dort wesentlich motivierter waren, einem etwas beizubringen und der Student nicht von vorneherein als störend empfunden wurde, sondern als Partner, dessen Hilfe benötigt wird und der deswegen von einer guten Einarbeitung/Ausbildung nicht alleine profitiert, sondern auch der Lehrer. 
Tiefpunkte: Innere-Tertial des PJ: Man wurde wirklich als Arbeitskraft zum Blutabnehmen, Zugänge legen und telefonieren missbraucht.
Meine Lieblingsfächer im Studium waren Physiologie, Pathophysiologie, Innere Medizin, Neurologie und Gynäkologie und Geburtshilfe. Die ersten drei haben mir wegen der Verknüpfung zwischen theoretischen Grundlagen und daraus folgenden Erkenntnissen für die Praxis sehr gut gefallen. Zudem ist Innere Medizin ja die Basis eigentlich aller klinischer Fächer. Neurologie hat mir wegen der immensen Möglichkeiten, durch die alleinige klinische Untersuchung sehr viel an Lokalisationsdiagnostik betreiben zu können, sehr zugesagt. Tja, und Gynäkologie und Geburtshilfe hat von allem etwas: Es ist z. T. operativ, aber auch konservativ, in der Endokrinologie ist Denken gefragt, in der Onkologie kann man sich persönlich einsetzen, und in der Geburtshilfe hat man es mit jungen, gesunden Patienten und freudigen Ereignissen zu tun. Von den Studienfächern nicht gefallen haben mir Statistik, Chemie und Physik, da es sehr langweilig und schlecht dargestellt wurde. 

Was haben Sie am Tag Ihres 3. Staatsexamen(s) gemacht, nachdem Sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gelassen und damit das Medizinstudium abgeschlossen hatten?

Zuerst mit dem Rest der Prüfungsgruppe weggegangen, um etwas zu trinken, später mit Freunden in eine Kneipe.

Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? Gab es den entscheidenden Augenblick/Situation, mit dem feststand „Jetzt weiss ich es: Ich studiere Medizin“?
Es gab kein wirkliches Schlüsselerlebnis. Ich wollte gerne naturwissenschaftlich tätig werden, gleichzeitig mit Menschen arbeiten, die Möglichkeit haben, etwas wie ein Detektiv herauszufinden und gleichzeitig ein breites Spektrum an zukünftigen Berufsmöglichkeiten zu haben.

Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?
Im wesentlichen ja. Während des Studiums hatte man natürlich genügend Zeit, sich weitere Vorstellungen zu machen bzw. diese zu modifizieren anhand von verschiedenen Tatsachen, die man erlebt hat.

Wie sieht der Alltag als Arzt für Sie heute aus? Was macht Ihnen am meisten Spass? Was am wenigsten?
Ich bin momentan AIP in der Gynäkologie und Geburtshilfe in Wiesbaden. Meine Doktorarbeit ist zwar abgegeben, das Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen. In der Klinik ca. 2 Drittel Stationsarbeit und OP, ein Drittel Verwaltungskram. Am meisten Spass machen der Kontakt mit den Patienten und die Herausforderung, für jeden die optimale, für ihn passende Lösung zu finden, zudem immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und Therapien zu überdenken und Verbesserungen zu finden. 
Am wenigsten reizen Arbeiten wie DRG-Kodierungen einzugeben, Briefe zu diktieren und hinter Akten her zu telefonieren.

Welche Tipps würden Sie Studenten, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Medizin zu studieren, mit auf den Weg geben?
Vorher auf jeden Fall ein Praktikum im Krankenhaus bzw. beim Niedergelassenen zu machen, um sich ein wirkliches Bild vom Beruf zu machen und nicht Idealvorstellungen zu verfallen und später im Berufsleben/Studium total frustriert aufzugeben.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

   
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 8. Die neue Via medici kommt .... bald!

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Schon seitdem es die Onlinezeitung von Medi-Learn.net gibt, veröffentlichen wir den Inhalt der neuen Via medici - so auch dieses Mal. Hier nun zunächst der Inhalt der neuen Viamedici.

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  • Via Perspektiven
       
    • Famulatur und PJ in den USA
      Bedside-teaching mit dem Chef
    •  
    • Die Doktorarbeit im Visier
      Titel zwischen Traum und Trauma
    •  
    • Fachgebietsreportage Allgemeinmedizin
      Gefragte Alleskönner
    •  
    • Humanitäre Hilfe im Irak
      Ärzte zwischen den Fronten
    •  
    • Via medici-PJ-Umfrage: die Auswertung
      Das Schweigen der Lämmer
    •  
    • Organspende im Brennpunkt
      Niere gegen Geld?


Die neue Via medici gibt es in jeder medizinischen Fachbuchhandlung zum Preis von 4,- Euro.

     
  • Ars Medici
       
    • Kasuistik Bilharziose
      Liebespärchen in der Leber
    •  
    • OP-Techniken: Cholezystektomie
      Tunnelblick zur Gallenblase
    •  
    • Pharmaka unter der Lupe: Antithrombotika
      Dem Thrombus keine Chance
    •  
    • Neurologische Aufnahmeuntersuchung
      Reflexhammer statt MRT
    •  
    • Notfall Diabetisches Koma
      Zucker außer Kontrolle
    •  
    • Rätsel-Kasuistik
      Verdächtige Flecken
    •  

  •  
  • Via Multimedia
       
    • Augenheilkunde-Bücher im Test
      Lektüre für Weitsichtige

     

    • Ärzte als Schriftsteller
      Feder statt Spritze

   
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 9. Gelauscht: Was ist los im Forum?

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Mit mehr als 500 Beiträgen in der Woche findet man in den Medi-Foren zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In der neuen Rubrik "Gelauscht" wollen wir Euch in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findet Ihr das ein oder andere Thema, das Euch auch interessiert - ein Klick und Ihr seid mit dabei:

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 10. Gestöbert

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Seit mehr als 2 Jahren wird die Onlinezeitung an eine wachsende Zahl von Abonennten verschickt, die über diese lange Zeit auch viele interessante Artikel beigesteuert haben. Wir haben uns in das Archiv begeben und stellen Euch in der neuen Rubrik 'Gestöbert' pro Woche jeweils einen interessanten Artikel vor. Diese Woche: ' Nebenjob auf Intensiv - was muss man können, was darf man machen?'

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 11. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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Folgende Personen arbeiten regelmäßig oder zeitweise an der Onlinezeitung:
Ilka Markmann, Redakteurin, Marlies Lehmkuhl, Redakteurin, Daniel Luedeling, Redakteur, Peter Artz, Redakteur, Franziska Böhm, Redakteurin, Susanne Kirscht, Redakteurin, Andreas Bussmeyer, Redakteur, Jascha Hellberg, Redakteur, Christian Weier, Redakteur, Jens Plasger, Redakteur, Stan, Reporter für Extremeinsätze, Arne Beckendorf, Buchrezensionen und Lokal Hannover, Andrea Clemens, Lokalbereich Uni Köln, Astrid Stumpf, Lokalbereich Uni Münster, Benedikt Bader, Lokalbereich Uni München, Bettina Kiep, Lokalbereich Uni Mainz, Cordula Sachse, Lokalbereich Uni Greifswald, Daniela Prause, Lokalbereich Uni Göttingen, Eike Beyer, Lokalbereich Uni Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg, Kristina Krüger, Lokalbereich Uni Hannover, Pia Paul, Lokalbereich Uni Witten, Stefanie Schmölke, Lokalbereich Uni Frankfurt, Tobias Schmeinck, Lokalbereich Uni Münster

  
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