14.06.2004

Ausgabe 224/04

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Medi -Learn

Die Onlinezeitung von Medi-Learn.net
Medi-Zeitung

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(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung)


Ein Pessimist ist ein Mensch, der sofort nach dem Sarg Ausschau hält, wenn er Blumen gerochen hat.
(Henry Louis Mencken - amerik. Journalist und Schriftsteller)


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 Editorial
  

Hallo,
das Foto zum Vorwort haben wir dieses Mal ganz bewusst ausgewählt: Seit Tagen sind zahlreiche Mails mit rassistischem Inhalt im Umlauf, von denen sich Medi-Learn ausdrücklich distanziert. Mehr zu diesem Thema in der Rubrik Weblog. Wie weit die deutschen Fussballnationalmannschaft bei der EM wohl kommen wird? Wir wissen es nicht, aber drücken Rudis Jungs natürlich die Daumen. Doch nicht nur auf europäischer Ebene wird um die Fussballkrone gerungen: Der Sieger der Medi-Meisterschaften steht ebenfalls fest.

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Stephan Albrecht macht sich in einem Gastartikel Gedanken zur Reform der Approbationsordnung: Er regt u.a. ein neues Lehrbewusstsein an und fordert für die Didaktik an den medizinischen Hochschulen eine Aufwertung. Und Caroline Hoggenmüller zieht im dritten und letzten Teil ihres Famulaturberichtes Panama ihr persönliches Fazit zum Aufenthalt in diesem kleinen Land. Ob sich ihr Aufwand an Vorbereitung gelohnt hat? Desweiteren bieten wir Euch aktuell interessante Forenbeiträge, 3 Artikeltipps zum Schmökern und stellen in der Rubrik 'Up-to-date' die Frage, welches Chirurgie-Buch bei Euch im Bücherschrank steht.

Bis zur nächsten Ausgabe,
Jens, Lilian und Christian
Redaktion Medi-Learn.net

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 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Up-to-date: Umfrage zu Chirurgie-Büchern und M. Bahlsen
2.Aktuelles aus dem Weblog: AiP-Abschaffung und neue Lokalforen
3.Erlangen ist neuer Medimeister!
  
4.Lachen ist gesund - Witz der Woche: Chirurgenköpfchen
5.Gastartikel: Nach der Reform ist vor der Reform
6.Gelauscht in den Medi-Foren: Schreibspiele und Mikroben aus Plüsch
  
7.dfa-Famulaturbericht: Panama (3)
8.Kurz angerissen - 3 Artikeltipps: Stichverletzungen, PJ in der Peripherie, Vorklinik-Scheine
9.Ärzte-Interview mit Inga Sechet (Assistenzärztin in Kinderheilkunde)
  
10.Impressum, Abofunktion, Mitarbeit
    
PDF

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http://www.medi-learn.net/seiten/onlinezeitung/1/224/index.shtml

  

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 1. Up-to-date

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Die Umfrage: Mit welchem Chirurgie-Buch lernt Ihr?
http://www.medi-foren.de/showthread.php?threadid=13325
  
Das Thema: Morbus Bahlsen und sonstiger Blödsinn...
Direktlink zum Thema im Forum
  

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 2. Weblog: Immer auf dem aktuellsten Stand

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  Bundesrat stimmt AiP-Abschaffung zu (11.06.2004 - 11:15)
   Erste Nachrichtenticker liefern schon die frohe, wenn auch schon weitgehend bekannte Kunde: Mit der erfolgten Zustimmung im Bundesrat ist die AiP-Phase nun endgültig abgeschafft. Die ersten Meldungen treffen gerade ein, auf den Internet-Seiten des Bundesrates http://www.bundesrat.de sind noch keine offiziellen Pressemitteilungen ersichtlich. Erste Zeitungen berichten allerdings schon von der frohen Kunde, die alle glücklich stimmen dürfte, z.B.: bbv-net. Damit gehört dann dieses Kapitel der ärztlichen Ausbildung endlich der Medizingeschichte an! [mehr Infos] (Jens)
  Einführungsseminar in die Gesundheits- und Sozialpolitik (10.06.2004 - 18:45)
   Die aktuellen politischen Entwicklungen zwingen (angehende) Ärztinnen und Ärzte, sich immer mehr mit den Grundlagen des Gesundheitssystems sowie aktuellen Problemen des deutschen Sozialwesens auseinander zu setzen, die ihre (zukünftige) Berufsausübung (un)mittelbar beeinflussen. Die Friedrich-Thieding-Stiftung bietet daher Interessierten ab Herbst 2004 ein kostenfreies Einführungsseminar (inkl. Reisekostenzuschuss) an. [mehr Infos] (Jens)
  36 neue Lokalforen zu den Unistädten (10.06.2004 - 17:30)
   Wir haben nun für jede der bundesdeutschen Uni-Städte ein separates Lokalforum eingerichtet, in dem Ihr Studenten aus Euren Städten virtuell treffen, mit ihnen über die 'Lokalpolitik' diskutieren oder Euch über Freizeitaktivitäten austauschen und noch dazu etwas gewinnen könnt. Damit sich die Themen innerhalb der Palette der Unistädte ein bisschen besser sortiert lesen lassen, haben wir eine Unterteilung in den Lokalforen vorgenommen. Wir möchten Euch im folgenden die Bereiche vorstellen und auch gleich ein paar Anregungen geben, was Ihr thematisch dort als Beitrag einstellen könnt. [mehr Infos] (Jens)
  Medi-Learn distanziert sich ausdrücklich: rassistischer Spam (10.06.2004 - 14:05)
   Seit heute Nacht rollt eine neue Spam-Welle: Mailaccounts werden mit zahlreichen ausländerfeindlichen Emails überflutet. Bei diesen Emails mit rassistischen Texten wurden als Absender u.a. auch Email-Adressen von Medi-Learn verwendet. Keiner unserer Mitarbeiter hat eine diese Mails verschickt und die komplette Redaktion distanziert sich ausdrücklich von rassistischen Mails dieser Art. Medi-Learn hat in diesem Zusammenhang Anzeige gegen Unbekannt bei der Kieler Kriminalpolizei erstattet. Wer nähere Infos zu diesen Vorgängen nachlesen möchte, sei auf folgende Artikel bei Spiegel und Heise verwiesen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/48121
http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,303531,00.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,303522,00.html
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  Medizinstudenten lernen Gesprächsführung an Schauspielern (04.06.2004 - 16:30)
   Wie informiert man Angehörige über den Tod eines Patienten? Wie kann depressiven und suizidgefährdeten Menschen geholfen werden, die Rat und Hilfe beim Arzt suchen? Und wie erreicht man Patienten, die ihre Beschwerden nicht ernst nehmen? Mit Medi-KIT trainieren Studenten einmal wöchentlich Arzt-Patienten-Gespräche, die im Klinik- und Praxisalltag ständig vorkommen: Krankengeschichten, Aufklärungs- und Beratungsgespräche sowie das Übermitteln schlechter Nachrichten. Wie lernen angehende Ärzte eine einfühlsame Gesprächsführung und den sensiblen Umgang mit Patienten? Dieser wichtige Bereich ist im Medizinstudium bislang vernachlässigt worden. Im Rahmen des reformierten Studiengangs Medizin an der Universität Heidelberg (HEICUMED) wird seit 2001 dazu das innovative Projekt Medi-KIT angeboten. [mehr Infos] (Jens)

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 3. Erlangen ist neuer Medimeister!

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Der Schlusspfiff ertönte Samstagabend um 20 Uhr 10. Erlangen ist neuer Medimeister. In einem grandiosen Finale schafften die Franken einen 4:0 Kantersieg gegen Bochum, Dritter wurde Hannover. Die Regensburger Mannschaften scheiterten jeweils unglücklich im Sechzentel- bzw. Achtelfinale durch Elfmeterschießen. Insgesamt waren 51 Mannschaften angetreten.

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Ziel dieses karitativen Fußballturniers, dessen gesamter Gewinn an KUNO (den Bau einer ostbayrischen Kinderuniversitätsklinik, Ärzte ohne Grenzen, sowie den Hospizverein Regensburg e.V. geht), war es Medizinstudenten unter sportlichen Vorwand mit Spaß, Herausforderung und Benefiz zu verbinden. So kamen fast 1000 Studenten aus 34 Hochschulstädten auf das Regensburger Sportgelände. Untergebracht waren Sie in den Turnhallen. Für die Verpflegung hatte das Orgateam gesorgt, so gingen 750 Steaks, 3000 Bratwürste und 19 Hektoliter Bier über die Tresen. Die genaue Gewinnsumme steht noch nicht fest, sie soll den drei Organisationen aber in Kürze zukommen. Dazu werde man eine eigene Spendenübergabe veranstalten, so das Orgateam.

Doch nicht nur das Sportliche stand im Vordergrund, gesucht wurde auch die medizinische Hochschulstadt mit den besten Fans - bunte Transparente, bengalische Feuer, bunte Schminke, Maskottchen und Tanzformationen sind nur ein kleiner Teil der Anstrengungen, die die Fangruppen zum Erreichen dieses Titels unternommen haben. Am Ende siegte knapp Magdeburg vor Lübeck, Jena und Bochum.

Eine Tombola mit über 300 Sachpreisen im Gesamtwert von 4500 Euro war ein weitere Anreiz für Besucher und Teilnehmer Geld für den guten Zweck zu geben. Hauptpreis war ein Fahrrad von Zweiradservice Stadler. „Wir möchten uns bei allen Sponsoren für die tollen Preise bedanken“, so die Veranstalter. 2005 wird das Turnier wohl in Jena ausgetragen werden. „Wir sehen das mit einer Träne im Auge“, so die Organisatoren, „nach einem Jahr Vorbereitung hängt einem das Turnier doch sehr am Herzen. Aber da der Spirit und die Euphorie dieser Veranstaltung weiter durch Deutschland gehen soll, ist es richtig, diese Veranstaltung im jährlichen Turnus rotieren zu lassen“.

Begonnen hatten die MediMeisterschaften schon am Freitag im Audimax, wo neben einigen spektakulären Showeinlagen Professor Michael Nerlich, Dekan der Medizinischen Fakultät, die angereisten Teams begrüßte. Denise Herrmann, Miss Regensburg 2004, loste anschließend die Gruppen für die Vorrunde aus. Besonderer Dank gilt den Hauptsponsoren: „Ohne sie wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen, und wir hätten kein Geld für den guten Zweck sammeln können“. Informationen rund ums Turnier findet man auf der Homepage der Veranstaltung: www.medimeisterschaften.de
Wir bedanken uns für die Teilnahme!
Johannes Fleckenstein
Pressesprecher
Fachschaft Humanmedizin Regensburg e.V.

   
Autor(in): Johannes Fleckenstein, Pressesprecher (johannes.fleckenstein@klinik.uni-regensburg.de)
  
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Homepage Medimeisterschaften
  
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 4. Lachen ist gesund - Witz der Woche

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Ein Chirurg, ein Anästhesist und ein Internist stehen im Fahrstuhl und warten auf einen Kollegen. Dabei geht die Fahrstuhltür immer wieder zu, jedesmal steckt der Chirurg seinen Kopf in den Türspalt, um sie offenzuhalten. Die anderen beiden schauen sich das einige Male an, dann fragen sie: "Sag mal, warum nimmst du dazu eigentlich nicht deine Hände?" "Die brauche ich doch noch zum Arbeiten!"

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Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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Medi-Lachparade in den Foren
  
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 5. Nach der Reform ist vor der Reform

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'Nach der Reform ist vor der Reform': Den Satz haben schon so viele zitiert, dass keiner mehr weiß, von wem er stammt, jeder ihn toll findet und sich regelmäßig danach wieder gar nix ändert. Schon ein Jahr vor der Verabschiedung der Neuen Approbationsordnung 2002 hat der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Hoppe, das auch gesagt – aber was werden Universitäten, Professoren und Studierende daraus machen und wann wird der Gesetzgeber die nächste Reform der ÄappO auf den Weg bringen?

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Deshalb stellt sich die Frage: Was könnten wir Studierende von unseren Fakultäten und Lehrenden als Grundeinstellung für die nächsten 16 Jahre (der Zeit, die die Approbationsordnung brauchte, um seit 1986 „grundreformiert“ zu werden) fordern?

"Lehrbewusstsein" schaffen
Bewusstsein bei den Lehrenden, dass Lehre eine ihrer ureigenen Aufgaben ist: Denn was wäre eine medizinische Fakultät ohne Studierende? Und wer würde die Professoren bezahlen?

Maß für die didaktische Qualität eines Lehrenden
Ein Impact Factor für die Lehre: Der Impact Factor als Grad für die wissenschaftliche Leistung bei Habilitationen existiert schon länger. Warum gibt es so etwas nicht auch für die Lehre und ein bestimmter Score ist Voraussetzung für die Einleitung des Habilitationsverfahrens?

Unabhängigkeit der Finanzierung der Lehre
Trennung von Krankenhauskosten und Lehre – ein langbesungenes Stichwort, aber an welcher Universität wird für die Lehre die Nennleistung der Abteilungen und Institute laut Vertrag errechnet, oder gar die in den Arbeitsverträgen der Ärzte verankerte Lehrleistung. Und daraus folgend natürlich eine klare Anrechnung von Lehre auf die Arbeitszeit! Klarstellung, dass Lehre unabhängig von der Krankenversorgung organisiert, bezahlt und geleistet wird! 

Didaktik als Pflichtfach für alle Lehrenden
Ausbildung aller Lehrenden in didaktischer Hinsicht, auf jeden Fall vor der Habilitation, nach Möglichkeit aber schon am Anfang der Laufbahn. Und eine Pflicht für C4er (Institutsleiter), eine besondere Qualifikation zur Ausbildung von Lehrenden zu haben; denn wer ist für die didaktische Ausbildung der wissenschaftlichen Mitarbeiter, Habilitanden und Tutoren an einem Institut verantwortlich? 

Erforschung und Evaluation der Lehre für ein effektiveres Studium: 
Studium Evidence based?
Regelmäßige zentrale Beobachtung der Reformstudiengänge und Umsetzung der Ergebnisse in den Regelstudiengang alle 5 Jahre. Dadurch haben alle Beteiligten die Möglichkeit „mitzuwachsen“ und Reibungsverluste bei Reformen werden reduziert. 

Und was könnten Ziele der Fakultät (= Lehrende + Studierende) für’s Studium sein?

  • Praxis und Patientenkontakt ab dem ersten Studienjahr
  • Reduktion des Gegenstandkatalogs (GK) auf das Wesentliche, frei nach dem Schema, Häufiges ist häufig und für den Rest gibt es Spezialisten (wie auch vom Chef des IMPP, Prof. Neuser gefordert!)
  • Training von Gesprächskompetenz, Teamverhalten
  • Problemlöseverfahren in Kleingruppen
  • Wissenschaftliches Arbeiten und auf dem neuesten Stand bleiben – Wie gemacht und wie relevant für den Feld-Wald-und-Wiesen-Arzt oder am Krankenhaus der Regelversorgung? Vorbereitung auf Lebenslanges Lernen ist das Stichwort 
Fazit
Wie vieles von dem, was wir hier fordern, ist schon heute in die „Neue“ (und im Gunde genommen schon wieder veraltete ;-) ) ÄappO interpretierbar? Und wann kommt die nächste Reform? 2020 ? Oder wäre es nicht besser, ständige Veränderung in der Ausbildung im Sinne eines Evidence-based-learning für die Ausbildung guter Ärzte zum Standard zu machen? Und schließlich die wichtige Frage: Wie müssen wir es fordern und formulieren, damit es auch umgesetzt wird? 

Gedanken zur neuen und alten, zur neuen alten Approbationsordnung. Der Autor Stephan Albrecht war Sekretär der Fachtagung Medizin, der ‘bundesweiten Vertretung' der medizinischen Fachschaften.

Diskussion im Forum 'Approbationsordnung'
Nach der Reform ist vor der Reform: Deine Meinung ist gefragt
zum Mitdiskutieren hier entlang

   
Autor(in): Stephan Albrecht (Fachtagung Medizin) (cuartopollo@web.de)
  
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Diskussion zum Thema im Forum 'Approbationsordnung'

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Fachtagung Medizin
  
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 6. Gelauscht: Was ist los im Forum?

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Mit mehr als 1.000 Beiträgen in der Woche findet man in den Medi-Foren zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In der neuen Rubrik "Gelauscht" wollen wir Euch in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findet Ihr das ein oder andere Thema, das Euch auch interessiert - ein Klick und Ihr seid mit dabei:

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Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 7. dfa-Famulaturbericht: Panama (3)

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Panamá ist wie die meisten Länder Mittel- und Südamerikas ein Land der Gegensätze: Ungefähr 50-60 % der ca. 3,2 Mio Panamenos leben unterhalb der Armutsgrenze. Ein großer Teil dieser Menschen wohnt auf dem Land, im Dschungel und in den Bergregionen, aber viele Tausende bevölkern auch die Elendsviertel entlang des Corredors (einer Autobahn), der Außenbezirke Panama Citys oder der Altstadt.

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Impressionen aus Panama
Die Bevölkerung setzt sich aus 65% Mestizos (Mischlinge zwischen Indigenas /Spanischen Nachkommen), 15% Schwarze, 10% Indígenas (Indios, 7 verschiedene Stämme) und 10% Weißen und Asiaten zusammen. Den große Teil der Armen stellen wie erwartet die Indígenas und die Schwarzen, denen Zugang zu Universität und guter Schulbildung meist nicht offen steht. Das Gesundheitsversicherungssystem in Panamá ist dreigegliedert: Es gibt private Krankenversicherungen und private Krankenhäuser, die sich nur die sehr Reichen leisten können. Ungefähr 30-40% der Panameños sind in der Seguro Social versichert, die vom Arbeitgeber (mit-)gezahlt wird und die eine relativ gute Gesundheitsversorgung in speziellen Krankenhäusern sichert. Meistens konnte ich jedoch auf den Bettschildern im Kinderkrankenhaus unter dem Vermerk Seguro Social nur lesen: no tiene, was bedeutet, dass dieses Kind nicht versichert war. Diese Nichtversicherten werden wiederum nur in Staatlichen Krankenhäusern, wie dem Hospital del Niños, behandelt und müssen wenn möglich einen Teil der Behandlungskosten selbst tragen. Da der Staat sich jedoch eine Art Fürsorgepflicht für seine Bürger auferlegt hat, sind z.B. alle Impfungen im Kindesalter umsonst zu bekommen und die Behandlung in Staatlichen Kliniken ist teilweise umsonst oder sehr günstig,

Das Kinderkrankenhaus, in dem ich famulierte, ist, obwohl das einzige seiner Art in Panamá, trotzdem gerade nur mit dem wirklich allernötigsten zur Diagnostik ausgestattet: So standen ein CT und ein einziges Sonogerät für die Diagnostik aller Kinder zur Verfügung. An ein MRT oder ähnliches kann ich mich nicht erinnern. Das Blutdruckgerät, das wir auf Station benutzten, war Marke 1960 und in Ermangelung von genügend Inkubatoren wurde auf der Säuglingsstation über die Bettchen der beatmeten Frühchen einfach eine Frischhaltefolie gespannt. Trotzdem wurden, soweit ich das beurteilen kann, wann immer möglich sowohl akute als auch chronische Erkrankungen nach modernem Standard behandelt.

Noch einiges in Kürze:
Einreise/Visum: Bei der Einreise bekommt man ein 3 Monte gültiges Touristenvisum (Tarjeta de Embarque), mit welchem man, auch ohne vorher zu irgendeinem Ministerium zu müssen, wieder ausreisen kann. Verwirrende "Hinweise", die man besser ignoriert, hierzu auf Homepage des Auswärtigen Amtes und in den Reiseführern - also sich nicht verunsichern lassen!

Impfungen/Hygiene: Zur Einreise sind keine Impfungen vorgeschrieben-empfohlen werden, je nachdem, wo und wie man reist Typhus, Gelbfieber- und Hepatitis A-Impfungen, eine Malariaprophylaxe ist ebenfalls nur in bestimmten Gebieten nötig, nicht in Panama City. Das Leitungswasser in Panama City ist übrigens trinkbar, was aber nicht für das Interior (Hinterland) oder andere Städte gilt. 

Währung/Geld: Landeswährung ist der Balboa, aber den gibt´s nur in Münzform, eigentliche Währung ist der US-Dollar. An jedem der vielen Bankautomaten in Panama City kann man mit einer normalen europäischen EC-Karte/oder Visa-Karte (Kreditkarten aber sehr teuer) Geld abheben- Gebühr ca. 5 Euro pro Abhebung. Mit Traveller-Checks, die man am günstigsten in der Banco Nacional de Panamá umtauscht (Gebühr ca. 1%), ist das ganze halt etwas zeitaufwendiger - (Vorsicht am Dia del Pago!!)

Wie viel kostet das Leben in Panamá
Lebensmittel aus Supermercados sind gleich- oder sogar teuerer als bei uns, was sowohl für einheimische wie auch importierte Ware gilt. Günstiges Obst und Gemüse gibt's auf den Straßenmärkten. Günstig kommt man auch in den Restaurants/Bars weg. Ein Bier kostet etwa 0,75 Cent bis 1,50$, andere alkoholfreie Getränke 0,5$ bis 1,5$, Hauptgerichte kosten zwischen 3 - 8 US-Dollar. Die Fahrt mit einem der normalen Stadtbusse kostet 25 Cent, mit einem Bus, der über den Corredor (die Stadtautobahn, schneller und komfortabler) fährt, kostet 75 Cent. Taxis haben kein Taxametro, aber einen Fixpreis für bestimmte Strecken (System hab ich nie kapiert) plus einen Preis von 1 Dollar extra für jede Person, die mitfährt, sodass man für eine Fahrt von den Außenbezirken in die Innenstadt ca. 4-6 Dollar zahlt, in der Innenstadt selbst ca. 2-3 Dollar- auf keinen Fall mehr zahlen, alles andere sind Gringo-Preise. Auch die Überlandbusse in andere Städte sind sehr günstig und man kann ungefähr als Preis 1-1,5 US-Dollar pro Stunde Fahrzeit rechnen, Preise variieren also zwischen 2$-14$. Ebenfalls recht günstig kommt man mit dem Flugzeug überall hin -verschiedene Airlines, die mit kleinen 15-Mann-Maschinen das ganze Land und die vielen Inseln befliegen: Preise zwischen 30 und 50 Dollar einfach. Fotofilme und Entwicklung von Fotos sind in Panamá sehr teuer, deswegen gleich mit genügend Material aus Deutschland ausstatten.

Unterkunft
Da ich einen bilateralen Platz hatte, kostete die Unterbringung in der Familie nichts - auch wollte die Familie von mir keinen "Zuschuss" zu den Lebensmitteln und Getränken- sodass ich wirklich so gut wie gar nichts zahlen musste.
Außerdem konnten wir jeden Tag im benachbarten Hospital Nacional in der Kantine umsonst Mittagessen, meistens sehr lecker!

Rückblick
Ob sich meine Erwartungen erfüllt haben?? Sie wurden, was die Panameños und ihr Land angeht, bei weitem übertroffen!! Ich habe selten so freundliche, herzliche, hilfsbereite Menschen kennengelernt wie in Panamá! Und auch wenn ich vielleicht nicht soviel "praktisch" in der Klinik machen konnte, wie ich mir dies vorgestellt habe, war es dennoch eine sehr lehrreiche und sowohl von den Ärzten als auch von den LEOs vor Ort sehr gut betreute Famulatur, sodass beides, Arbeit im Kinderkrankenhaus und der gesamte Aufenthalt in Panamá eine große Bereicherung für mich waren.
Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an Stefanie Böttcher, y un agradecimiento cordial para Thais, Dr. Carlos Rios, Jeymi y su familia y todos los amigos- gracias para el tiempo inolvidable con ustedes y todo su ayuda.

Dies war der letzte Teil der Artikelserie 'Famulatur in Panama'. Wer den Anfang noch einmal nachlesen möchte, findet hier den ersten Teil der Artikelserie.


zur Webseite des dfa
(Deutscher Famulantenaustausch)
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Autor(in): Caroline Hoggenmüller (Email der Redaktion bekannt (redaktion@medi-learn.net))
  
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Deutscher Famulantenaustausch (dfa)
  
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 8. Kurz angerissen - 3 Artikeltipps

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In dieser Rubrik stellen wir Euch jede Woche 3 kurz angerissene Artikel aus dem Basismodul von Medi-Learn.net vor, das mittlerweile über 500 Artikel enthält. Da keiner 500 Artikel auf einmal überblicken kann und der ein oder andere Abonnent erst in neuerer Zeit zu uns gelangt ist, bietet diese kurzweilige Rubrik einen dreifachen Präsentierteller für interessante Artikelinfos rund um die Themen Studium, Ausland, Doktorarbeit und Co.

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Diese Woche stellen wir Euch folgende 3 Artikel zum Schmökern vor:

Artikeltipp 1 Das alltägliche Risiko
Stichverletzungen im Krankenhaus
Es passiert häufig und gehört zu den Risiken, die den Alltag in den Kliniken und Krankenhäusern rund um die Welt begleiten: Stichverletzungen beim Blutabnehmen oder Nähen, Schnittverletzungen mit Skalpellen oder, oder, oder...Schon einmal darüber nachgedacht? Ja?

kompletter Artikel - hier klicken


Artikeltipp 2 PJ in der Peripherie
Klein aber oho
Die peripheren Lehrkrankenhäuser der Universitäten sind bei vielen Studenten inzwischen immer beliebter, da man auf diese Weise endlich aus dem universitären Alltag hinauskommt und sie zudem noch den Ruf genießen, einfachere Prüfungen im 3.Staatsexamen abzuhalten.

kompletter Artikel - hier klicken


Artikeltipp 3 Physikum ade - Verhauene Scheine der Vorklinik
Physiologie und Co. in Kalifornien
Es ging damit los, dass ich durch die Physio-Seminarklausur fiel. Zum zweiten Mal. Die mündliche Nachprüfung war äußerst unfair und ich entsprechend aufgeregt, sie endete nach fünf Minuten damit, dass der Prof mir sagte, ich solle mir eine andere Uni suchen. So endete für mich das fünfte vorklinische Semester. Zunächst war ich verzweifelt. Der Anwalt scheiterte an der Studienordnung.

kompletter Artikel - hier klicken

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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Basismodul mit über 500 Artikeln rund um das Studium
  
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 9. Ärzte-Interview mit Inga Sechet

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Wir möchten in der Reihe "Interview mit Ärzten" an dieser Stelle das Gespräch mit Frau Inga Sechet (Assistenzärztin in Kinderheilkunde) veröffentlichen, die unseren kleinen Fragenkatalog wie folgt beantwortet hat:

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Beschreiben Sie bitte kurz Ihren studentischen Werdegang (Studienort, Studienverlauf, Studienzeit etc.). An welche Höhepunkte und auch Tiefpunkte während des Studiums erinnern Sie sich noch heute?
Bis zum ersten Staatsexamen habe ich alle Semester in Marburg gemacht, dann bin ich für 8 Monate in Tampere, Finnland, für einen Erasmus-Austausch gewesen, habe dann bis zum 2. Staatsexamen wieder in Marburg studiert und habe mein PJ in Paris gemacht. Neben den großartigen Erinnerungen an die gemeinsamen Erlebnisse mit den Studienfreunden waren für mich vor allem die Auslandsaufenthalte besonders prägend, um einmal andere Gesundheitssysteme kennenzulernen. Das ist eine besondere Chance im deutschen Studiensystem, die nicht in allen Ländern gegeben ist.
Die Tiefpunkte waren natürlich immer kurz vor den Prüfungen :-((

Welche Fächer waren im Studium Ihre Lieblingsfächer und was hat Ihnen daran gefallen?
Eigentlich haben mir alle Fächer Spaß gemacht, sobald ich begriffen hatte, worum es geht. Viel hing von den Professoren ab und wie man als Student von den Lehrkräften in die ärztlichen Tätigkeiten einbezogen wurde.

Welche Fächer haben Sie im Studium eher überhaupt nicht gemocht und warum haben Sie Ihnen missfallen?
Zum Lernen fand ich bei den klinischen Fächern vor allem Pharmakologie und Mikrobiologie unglaublich anstrengend, weil es reines Fakten lernen war und man nur ab und zu mal einen logischen Zusammenhang finden konnte.

Was haben Sie am Tag Ihres 3. Staatsexamen(s) gemacht, nachdem Sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gelassen und damit das Medizinstudium abgeschlossen hatten?
Das war im Dezember, meine Freunde haben mich mit Champagner vor dem Prüfungsraum erwartet, sind dann auf den Weihnachtsmarkt gegangen und später in unsere Stammkneipe gegangen ... es war einfach genial!

Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? Gab es den entscheidenden Augenblick/Situation, mit dem feststand „Jetzt weiß ich es: Ich studiere Medizin“?
Der Spass im Umgang mit den Menschen und die naturwissenschaftliche Seite, die Entscheidung hatte ich irgendwann in der 10. Klasse getroffen.

Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?
Die Motivation hat sich nicht verändert und es ist auch genau das, was mir jetzt noch so viel Spaß an der Medizin bereitet.

Wie sieht der Alltag als Arzt für Sie heute aus? Was macht Ihnen am meisten Spaß? Was am wenigsten?
Ich bin als Assistenzärztin auf einer Kinderstation in der Nähe von Paris tätig, mit 1-2 Nachtdiensten pro Woche. Der Patientenkontakt und die Teamarbeit ist einfach genial, der Papierkrams leider sehr viel weniger genial und leider hat man irgendwie immer zu wenig Zeit. Aber ich würde auf jeden Fall wieder Medizin studieren, auch wenn es ab und zu ziemlich stressig ist und viel Geduld vom Partner erfordert, wenn man schon wieder vollkommen unerwartet viel zu spät nach Hause kommt.

Welche Tipps würden Sie Studenten, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Medizin zu studieren, mit auf den Weg geben?
Auf jeden Fall versuchen, persönliche Prioritäten und Interessen, die außerhalb des Medizinstudiums liegen, nicht zu vernachlässigen und in einigen Bereichen, vielleicht auch mit dem Medizinstudium zu verbinden, wie z.B. Auslandsaufenthalte, wenn man an anderen Sprachen und Kulturen interessiert ist.
Und auch wenn einige Professoren die einmalige Begabung haben, alle Medizinstudenten als komplette Vollidioten darzustellen ... so doof ist man eigentlich ja doch nicht ;-D

Vielen Dank für dieses Interview!

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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zum Bereich 'vor dem Studium/Studienbeginn'

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 10. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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