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Werk her! Taten her! Tugend her! Mit Geschwätz, Buchstabenstreit und Worten lässt sich keiner gerne abspeisen. (Johann Michael Moscherosch, 1601-1669)
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Editorial
Hallo,
der Gesetzgeber gibt so manche Pillen aus, die erst im Nachhinein ihren bitteren Charakter offenbaren und zu Schluckbeschwerden führen können: So auch im sogenannten Alterseinkünftegesetz, von dem auch Lebensversicherungen nicht mehr lang ausgenommen bleiben. Wie man als Medizinstudent hier Durchblick im Paragraphendschungel behält, verrät uns der Versicherungsexperte Peter Dahlhausen in einem Interview. Und Kathrin Buder schildert uns im zweiten Teil ihres Famulaturberichtes aus Zagreb, was sie nach den Vorbereitungen in der Klinik erlebt hat.
'Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah liegen kann?', dachte sich Corinna Dölle, die uns heute ihren PJ-Bericht mit Erfahrungen in sehr lesenswerter Fallberichtsform vorstellt. Weiterhin dabei in der heutigen Ausgabe: Linktipps aus Medi-Seek, aktuelle Weblog-Einträge, der Witz der Woche sowie interessante Themen aus den Medi-Foren.
Bis zur nächsten Woche,
Jens, Lilian und Christian
Redaktion Medi-Learn.net
In einem aktuellen Positionspapier formuliert die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ihre Haltung zur Promotion und deren Bedeutung für den Nachwuchs in der Medizin. Sie fordert darin, begabte Studenten früh für die Forschung zu interessieren, sie in Forschungsprojekte einzubinden und auch attraktive Karrierewege aufzuzeigen. Gleichzeitig will sie die Ausbildungszeit inklusive der Promotionsphase auf acht Jahre begrenzen. "Paraforschung" zum Zweck der Promotion lehnt sie ab. Der Doktortitel müsse jedoch auch für den Arzt in Klinik und Praxis erhalten bleiben.
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(Jens)
Es gibt auch anderes zu berichten (30.06.2004 - 15:20)
Im Magazin Unicum haben wir einen lesenswerten Bericht von einem Medizinstudenten - oder sollte ich schreiben- einer Medizinstudentin entdeckt: Carsten studiert nun Medizin. Das wäre nichts besonderes und Tausende tun es ihm bundesweit gleich. Doch Carsten ist biologisch als Mädchen geboren. Von seinem Weg, seinen Eindrücken berichtet der Artikel aus Unicum.
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(Jens)
Österreich macht´s vor: Rückmeldung per PC (30.06.2004 - 15:15)
Ob und in welchem Ausmaß auch bundesweit die komfortable Möglichkeit besteht, sich bequem daheim am PC für die Veranstaltungen des nächsten Semesters einzuschreiben und einen Termin für die Rückmeldung vorzunehmen, vermag die Redaktion nicht zu überblicken. Aber fortschrittlich und meldenswert ist es allemal, was die österreichische Presse von den modernen Möglichkeiten berichtet.
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(Jens)
Vogelgrippe ist in Vietnam erneut ausgebrochen (30.06.2004 - 15:00)
Nur wenige Monate dauerte die Ruhe vor beinahe täglichen, beunruhigenden Nachrichten über das Wüten der Vogelgrippe in Asien. Heute tauchten leider neue Medlungen auf, die von einem erneuten Ausbruch der Vogelgrippe in Vietnam berichten
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(Jens)
Alterseinkünftegesetz: Interview mit Versicherungsexperten (30.06.2004 - 13:50)
Der Gesetzgeber schüttet manche Pillen aus, die auch Medizinstudenten bitter schmecken und Schluckbeschwerden verursachen könnten. Am 11. Juni 2004 hat der Bundesrat nach langen und schwierigen Verhandlungen das Alterseinkünftegesetz - kurz AlterseinKG - verabschiedet. Da dieses Gesetz auch für Medizinstudenten und junge Ärzte in der Zukunft starke Auswirkungen haben wird, hat Medi-Learn ein Interview mit Herrn Dahlhausen von der Deutschen Ärzte-Versicherung geführt.
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(Jens)
Neue AO - Äquivalenzlisten der Hochschulen (29.06.2004 - 18:40)
Seit dem 1. Oktober 2003 gilt die neue Ärztliche Approbationsordnung. Viele Studierende, die ihr erstes Staatsexamen nicht mehr fristgerecht abgelegt haben, müssen nun nach den neuen Regelungen studieren. Leider werden nicht alle Landesprüfungsämter alle Altscheine anerkennen, sondern sich nach Äquivalenzlisten richten. Die Medizinstudenten im Hartmannbund haben daher die Medizinischen Fakultäten Anfang Mai angeschrieben und die allgemeine Vorgehensweise abgefragt. Hier die Rückmeldungen einiger Universitäten ...
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(jp)
Das Geld ist da - jeder AiP könnte... (24.06.2004 - 08:30)
...als Assistenzarzt übernommen werden - Blockade der Krankenhäuser unbegründet
Dr. Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender des Hartmannbund-Arbeitskreises „Ausbildung, Weiterbildung, Niederlassung“ wies in Berlin darauf hin, dass nach Auffassung des Hartmannbundes alle AiP-Verträge zum 01. Oktober 2004 enden, da die ursprüngliche Vertragsgrundlage, nämlich die AiP-Ausbildungsphase dann entfällt: „Kein bis zum 30. September tätiger AiP hat dann einen tariflichen oder gesetzlichen Anspruch darauf, bis zum ursprünglichen Ende seines Vertrages als Arzt weiter beschäftigt zu werden.“
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(jp)
Am 11. Juni 2004 hat der Bundesrat nach langen und schwierigen Verhandlungen das Alterseinkünftegesetz - kurz AlterseinKG - verabschiedet. Da das Gesetz auch für Medizinstudenten und junge Ärzte in der Zukunft starke Auswirkungen haben wird, hat Medi-Learn ein Interview mit Herrn Dahlhausen von der Deutschen Ärzte-Versicherung geführt.
Medi-Learn: Was ist die Kernaussage des neuen Gesetzes? Peter Dahlhausen: Das Gesetz sagt im Kern aus, dass Renten und Pensionen steuerrechtlich gleichbehandelt werden sollen. Steuerliche Gleichbehandlung bedeutet, dass sowohl die Beitragsphase als auch die Leistungsphase nach denselben steuerlichen Regelungen behandelt werden.
Medi-Learn: Was bedeuten Beitragsphase und Leistungsphase? Peter Dahlhausen: Die Beitragsphase ist der Zeitraum, in dem Beiträge bezahlt werden und eine Leistung aufgebaut wird. Die Leistungsphase ist der Zeitraum, in dem das Geld wieder in Richtung Versicherten fließt, kurz gesagt die Auszahlung.
Medi-Learn: Wie sieht die steuerliche Gleichberechtigung dann konkret aus? Peter Dahlhausen: Konkret bedeutet dies, dass Vorsorgebeiträge, sprich die Einzahlungen, schrittweise steuerfrei werden. Die Steuerfreiheit ist dabei mit einem Höchstbetrag gedeckelt. Renten und Pensionen werden dagegen schrittweise besteuert.
Medi-Learn: Besteuert? Wie hoch wird diese Steuer sein? Peter Dahlhausen: Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Höhe der Steuer hängt vom individuellen Steuersatz der einzelnen Person zum Zeitpunkt der Auszahlung ab. Er könnte bei einem 65jährigen Arzt, der in Rente geht, zum Beispiel bei ca. 40% oder auch darunter liegen.
Medi-Learn: Die meisten unserer Leser befinden sich noch im Medizinstudium;
betrifft sie das neue Gesetz eigentlich? Peter Dahlhausen: Im gewissen Sinne schon, da in dem neuen Gesetz auch die Besteuerung der Lebensversicherungen geregelt ist. Ab 1. Januar 2005 entfällt für alle danach neu abgeschlossenen Verträge das bisherige Steuerprivileg.
Medi-Learn: Betrifft dies alle Lebensversicherungen oder gibt es Ausnahmen? Peter Dahlhausen: Ausnahmen gelten lediglich für sehr lange laufende Verträge, die mindestens 12 Jahre laufen und erst ab dem 60. Lebensjahr ausgezahlt werden. Bei diesen werden dann immerhin noch 50% der Erträge steuerfrei ausgezahlt.
Medi-Learn: Wenn die Besteuerung mit dem Stichtag 01. Januar 2005 beginnt, was ist mit Lebensversicherungen, die bis dahin abgeschlossen werden? Peter Dahlhausen: Bis zum Stichtag gelten die alten Regelungen und damit auch uneingeschränkt das Steuerprivileg.
Medi-Learn: Was bedeutet das konkret finanziell? Welchen Unterschied wird die Besteuerung ausmachen? Peter Dahlhausen: Das lässt sich am besten anhand eines Beispieles erläutern: Ein 35jähriger Arzt zahlt 30 Jahre einen monatlichen Beitrag in Höhe von 100 Euro in eine Lebensversicherung ein und erhält nach heutigem Stand und heutiger steuerlicher Regelung 136.000 Euro ausgezahlt – steuerfrei. Würde dieser Vertrag zu gleichen Konditionen am 01. Januar 2005 abgeschlossen, so bekommt der Arzt rund 20.00 Euro weniger. Diese 20.000 Euro „Verlust“
entsprechen einem geschätzten Steuersatz zum Zeitpunkt der Auszahlung von 40%.
Medi-Learn: Also würden Sie empfehlen, noch vor dem Stichtag eine
Lebensversicherung abzuschließen. Viele Studenten haben jedoch gerade im Studium nicht genügend Geld zur Verfügung, um eine Lebensversicherung schon als Student zu bezahlen. Gibt es für dieses Problem einen Ausweg? Peter Dahlhausen: Auch für Studenten gibt es eine Möglichkeit – spezialisierte Versicherungen, wie z.B. die Deutsche Ärzte-Versicherung, bieten Lebensversicherungen mit einem sehr geringen Einstiegsbeitrag an, die auch schon als Student finanzierbar sind. Die Beiträge werden dann zu fest vereinbarten
Zeitpunkten, die abhängig von der eigenen Lebensplanung gesetzt werden können, erhöht. Durch den niedrigen Einstieg können sich zukünftige Mediziner jetzt noch die Steuervergünstigung sichern, die dann für den gesamten Vertrag inklusive der vereinbarten Erhöhungen gilt.
Medi-Learn: Wieviel Geld muss man denn mindestens einsetzen, um eine
Versicherung abzuschließen? Peter Dahlhausen: Da kommt es natürlich auf die Rahmenbedingungen wie Laufzeit oder Versicherungssumme an, aber auch darauf, ob ein zusätzlicher Schutz bei Berufsunfähigkeit gewünscht wird. Der Einstieg in die Vorsorge lässt sich aber schon mit einem monatlichen Beitrag von 20-25 Euro erreichen.
Medi-Learn: Wenn man sich nun für eine Lebensversicherung interessiert und gerne weitere Informationen hätte, wo bekommt man diese? Peter Dahlhausen: Ratsam ist in jedem Falle ein Gespräch mit einem Experten. Die Deutsche Ärzte-Versicherung, Partner von Medi-Learn, bietet in diesem Rahmen einen unverbindlichen und kostenlosen Informations- und Beratungsdienst rund um das Alterseinkünftegesetz an. Interessierte können diesen Service im Sponsored Room bei Medi-Learn anfordern [direkt zum Sponsored Room – klick hier].
Medi-Learn: Vielen Dank für das informative Gespräch – last but not least: Welchen Tipp möchten Sie unseren Lesern noch mit auf den Weg geben? Peter Dahlhausen: Wer ernsthaftes Interesse hat und später viel Geld sparen möchte, sollte nicht allzu lange warten. Die Verträge müssen definitiv inklusive aller Formalitäten bis zum 31. Dezember 2004 abgeschlossen sein. Es ist daher ratsam, die Sache möglichst bald anzugehen. Auch ich bedanke mich für
das Gespräch.
The Doctor gives a patient a check-up and looks very concerned.
Patient: "Okay doc, break it to me, how long do I have to live?"
Doctor: "Ten."
Patient: "Ten what? Years? Months?"
Doctor: ".. nine.. eight.. seven.. six..."
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„Ich möchte berichten über Frau Dölle, die vom 15.04.2004 bis zum 31.07.2004 in der Poliklinik, Uni Würzburg, in stationärer Behandlung war. Sie wurde in gutem AZ und EZ aufgenommen. Die aktuelle Symptomatik bei Aufnahme war ein peri“PJ“tales Stress-Syndrom, bedingt durch eine anfänglich überschießende Informations-Flutwelle. Computertomographisch konnten wir eine degenerierte Hirnwindung feststellen, die das anfängliche Unvermögen praktische Dinge im Klinikalltag auszuführen, erklärt......!“. Aber Scherz bei Seite!
PJ in der Inneren - was kann es da Neues geben?
Der Titel dieses Artikels lässt einige von Euch wahrscheinlich in Gedanken schmunzeln, sich dabei sagend: „Was kann ich schon Neues von einem Artikel über ein Innere-PJ in Deutschland erfahren?“
Aber genau diese Überlegung ließ mich zu Papier und Stift greifen, na, wohl eher zu Tastatur und Bildschirm, denn: Wer weiß tatsächlich genau, was ihn in einem stinknormalen und gewöhnlichen PJ-Quartal in Deutschland erwartet?! Klar, Horrorgeschichten kennen wir von unseren Vorgängern zu genüge, aber was ist dran?!
Vorneweg: so Einiges! Und mit den folgenden Zeilen möchte ich Euch das Wasser für den Sprung etwas aufwärmen, denn komplett ersparen werd’ ich ihn Euch nicht können.
Mitten in der Nacht aufstehen, Blutsauger vom Dienst spielen
Die erste Problematik beginnt im Grunde schon am Vorabend des nächsten Arbeitstages: Das Stellen meines Weckers, was sich jedesmal als in einem extremen Überwindungsakt für das Endglied meines II. Digitorum erweist, wenn er die Zahl 05:45 (Uhr) eintippen soll.
Katzenwäsche, ein schneller Cafe (ohne Latte), die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur im Halbschlaf wahrgenommen, stehe ich um 7:30 Uhr kopfschüttelnd vor den für die morgendliche Blutabnahme gerichteten Röhrchen: Ca. 15 Patienten warten jeden Morgen auf die „Blutsauger vom Dienst“! Die Patienten brüderlich bzw. schwesterlich mit meiner PJ- Kommilitonin geteilt, beginne ich meinen morgendlichen Kampf mit den Gefäßen. Hiermit möchte ich alle kursierende Gerüchten bestätigen: Tatsächlich ist das Blutabnehmen die Hauptbeschäftigung eines PJlers. Und ein imaginärer tröstender Klopfer auf Deine Schulter, parallel zu folgendem Geständnis: Geprägt von frustranen Erlebnissen bei Blutabnahmen, musste ich die ersten Wochen meines Praktischen Jahres oft den inneren Schweinehund anbellen, um nicht alles hinzuschmeißen. Nun kommt noch die
Phrasendrescherei: Übung macht auch in diesem Fall den Meister und sogar ich treffe nun „immer öfter“!
"Tja, öhm, da müsste ich raten."
Je nachdem wieviele Patienten wir in die Blutarmut treiben, bleibt mir dann eventuell auch die Zeit um 8.00 Uhr zur Ärzte-Frühbesprechung zu gehen, das morgendliche Zusammentreffen der Weißkittel: Mit einem Kaffee eine interessante Infoveranstaltung, um Geschehnisse der Nacht zu erfahren (oder den Tratsch von der Party am Vorabend!)
Die „müden“ Geister in mir werden in der Morgenvisite durch unangenehme Fragen unseres „Obersten“ endgültig vertrieben. Leider steigern sich diese Situationen ins schier unendlich Peinliche durch mein meist Verschämtes: „Tja, öhm, da müsste ich raten!“ Und leider hat sich der Boden unter mir auch noch kein einziges Mal zum Zwecke meines Versinkens aufgetan!
Lernqualität,-quantität,-effektivität im PJ
Danach beginnt die nächste Runde: Die Aufnahmen sind nun an der Reihe –wenn sie denn mal pünktlich eintreffen! Und wieder Blutabnahme, kurze Erläuterung, wo sie sich denn bitte zum Aufnahme-EKG,-LuFu hinbegeben müssten.
Um 10.30 Uhr Veschnaufpause, die wie folgt aussieht: Ich lasse mich erstmal nieder –nein, keine medizinisch-rückenschonende Alternative einer Sitzmöglichkeit-, vor mir, mein inzwischen bester Freund, der PC bzw. der Bildschirm. Meine Finger fliegen ungeschickt über die Tastatur, mit dem Ziel, einen Kurzbrief für die Neuzugänge anzulegen. Und hier möchte ich doch auch folgendes Thema ansprechen: „Lernqualität,-quantität,-effektivität im PJ?!“ Das zukunftsorientierte qualitativ hochwertige Schreiben von Arztbriefen gehört dazu; ebenso, die in ihrer Quantität nicht zu übertreffenden Tätigkeit des Blutabnehmens! Zur Effektivität zählt der adäquate Einsatz eines vielwissenden Kopfnickens bei der Morgenvisite –inzwischen eine meiner besten Übungen!
Lehrreiche Fragestündchen zwischendurch
Aber zurück, Kamera läuft: Es ist inzwischen 12:00 Uhr: Halbzeit und Zeit für Anamnese und klinische Untersuchung der Neuen. Dies ist nun endlich das erste, im Studium Gelernte und für Praxis (bzw. Klinik!) anwendbare. Ein nettes
Fragestündchen, in dem man so einiges über Land und Leute und natürlich auch über wie, wo, was und wann der Erkrankungen erfährt.
Die Übergabe der von mir aufgenommenen Patienten an unseren Assi und AiPler erweist sich dann als kleine Lehrstunde, in der ich anregende Fragen gestellt bekomme und durch welche ich zum Nachschlagen der Erkrankung in einem Lehrbuch motiviert werde. Womit wir hier auch schon den vierten Punkt in Sachen „Lehre im PJ“ haben: Im Studium gelernte Krankheitsbilder in die Praxis zu übertragen und so verständlich gemacht!
Die Röntgenbesprechung oder ein Lunch-Seminar (nur mittwochs und ohne Lunch!) nehme ich mittags auch gerne als Abwechslung mit. Der angenehme Nebeneffekt etwas zu lernen, ist mir ebenso willkommen.
Am Ende des Tages heißt es: Bapperli kleben
Der Nachmittag gestaltet sich auf der Station ruhiger. EK’s und Chemo’s anhängen, Braunülen legen oder Ports anstechen stehen dann nur noch auf der „to do“- Liste. Und es bleibt Zeit, um ein persönliches Gespräch mit Patient oder auch Kollegen zu führen.
Nun, wie und vor allem wann endet mein Arbeitstag?! Da es mir fern liegt, Euch für das PJ zu demotivieren, gehe ich, was die Benennung der Uhrzeit, zu welcher ich die Klinik verlasse, einen kleinen Kompromiss ein:
Die letzte Tätigkeit des Tages besteht darin, die Namens-„Bapperli“ (aus dem Fränkischen ins Deutsche übersetzt: Aufkleber) auf die Serum-, EDTA- oder
Gerinnungs-Röhrchen zu kleben! Für die fortgeschrittene Stunde gerade das richtige Maß an Anspruchlosigkeit! Aber dann:
16.30 Uhr und ich fröne der Dinge, die mich in meiner Freizeit erwarten werden.
Epikrise
Die Patientin Corinna Dölle kann nach 4monatigem stationären Aufenthalt bei anfänglichem chronischen Stress-Syndrom voraussichtlich am 31.07.04 entlassen werden. Während des Krankenhausaufenthaltes konnten erfolgreich Therapien (siehe Anhang) durchgeführt werden, sodass wir die Patientin in verbessertem Zustand (siehe Diagnostik) als bei Aufnahme, entlassen konnten. Zur weiteren Diagnostik empfehlen wir jedoch eine Vorstellung bzw. eine Überweisung in die Chirurgie. Ein Termin ist für den 01.08.2004 um 8.00 Uhr vereinbart.
Seit mehr als 2 Jahren wird die Onlinezeitung an eine wachsende Zahl von Abonennten verschickt, die über diese lange Zeit auch viele interessante Artikel beigesteuert haben. Wir haben uns in das Archiv begeben und stellen Euch in der neuen Rubrik 'Gestöbert' pro Woche jeweils einen interessanten Artikel vor. Diese Woche: 'Eine richtig gute Famulatur' von Matthias Schäfer.
Die Klinik
Die Hautklinik war wohl eines der weniger schönen Gebäude des Klinikgeländes. Überhaupt war das Klinikum ein Gelände älterer und neuerer Häuser verschiedener Zeiten und Stile – was jedoch an meinem Studienort in Leipzig auch nicht viel anders ist. Wie erwartet war der Standard nicht so hoch wie in Deutschland: Die Patienten der Tagesklinik warteten auf dem Gang der Station oder saßen mit bei den stationären Patienten in den Zimmern. In Zimmern, die in Deutschland wohl nur Einzelzimmer gewesen wäre, lagen oft bis zu 5 Patienten (wobei einer dann in einem Klappbett schlafen musste). Die Stühle in den Behandlungszimmern und in den Wartezimmern waren zum Teil kaputt und nicht ausreichend für die vielen Patienten.
Die Hautklinik bestand aus drei Bereichen:
· der Station
· der Ambulanz, zu welcher wiederum verschiedene Ambulanzen gehören (allgemeine dermatovenerologische, chirurgische, allergologische, phlebologische und kosmetische Ambulanz, einmal wöchentlich pädiatrische Sprechstunde)
· der Tagesklinik: die Patienten kamen jeden Tag zur Behandlung in die Klinik, schliefen jedoch zu Hause
Am Montag versammelten sich alle Ärzte (zu meiner Zeit 14 Ärztinnen und ein Arzt) der Hautklinik im Behandlungsraum der Station, um sich alle Patienten der Tagesklinik anzuschauen. Danach verteilten sich die Ärzte auf die Station und in die einzelnen Ambulanzen und Therapieräume (Phototherapie). Von Dienstag bis Donnerstag führten nur die Ärzte der Station bei ihren Patienten auf Station die Visiten durch. Am Freitag fand die Chefvisite, an der wiederum alle Ärzte teilnahmen, auf der Station statt. Jeden Tag um 14.00 Uhr fand eine Besprechung statt, in der Probleme und Patienten des jeweiligen Tages in kroatischer Sprache diskutiert und Weiterbildungen abgehalten wurden. Am Donnerstag fand um 13.00 Uhr zusätzlich eine pathologisch – dermatologische Besprechung gemeinsam mit den Pathologen statt. Dies nur ganz kurz zum Ablauf, der sich meiner Meinung nach wenig von dem in deutschen Krankenhäusern unterschied.
Mein erster Tag in der Klinik verlief sehr unglücklich: Viele neue Gesichter, eine fremde Sprache, Hektik und wenig Zeit,... Niemand wusste so recht, was er mit mir anfangen sollte, denn Famulaturen kennt man in Kroatien nicht. Letztendlich setzte man mich in den Besprechungsraum, der gleichzeitig als Sekretariat der Klinik diente und drückte mir ein riesiges englisches Dermatologie – Lehrbuch in die Hand. Am zweiten Tag nahmen sich zwei sehr nette junge Kroatinnen, die für zwei Wochen auf der Dermatologie eine Art Praktisches Jahr oder eher Äip ableisteten, meiner an. In Kroatien studiert man 6 Jahre Medizin, verbringt dann sein 7. Studienjahr in der Klinik, wobei man auf verschieden Stationen arbeitet und danach ist man Allgemeinarzt/-ärztin. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass StudentInnen in Kroatien selbst in diesem letzten Jahr keine großen praktischen Fähigkeiten erlernen konnten (im Vergleich zu den PJ-lern in Deutschland). Ich lauschte ihren Anamnesen und untersuchte zusammen mit ihnen die Patienten. Allerdings erhoben die Studentinnen den internistischen Status, für den dermatologischen waren die Assistenzärzte zuständig, denen jedoch sehr wenig Zeit zum Erklären blieb. Überhaupt kam mir alles sehr hektisch und unverständlich vor, so dass ich überlegte Ende der zweiten Woche in ein anderes Fachgebiet zu wechseln.
Es kam jedoch anders. In der zweiten Woche lernte ich eine junge Assistenzärztin kennen, die mich ermutigte, in die allgemeine dermatovenerologische Ambulanz zu gehen, da ich dort sehr viel mehr sehen und lernen könnte. Und so verbrachte ich den Rest meiner Famulatur in ebendieser Ambulanz, was ich nicht bereut habe. In der Ambulanz konnte man eigentlich alle häufigen Krankheitsbilder sehen – von der Onychomykose bis zur Psoriasis. Eine Assistenzärztin arbeitete zusammen mit dem Facharzt oder einer Fachärztin. Zwar ging es auch in der Ambulanz oft sehr hektisch zu, da wurden notfalls zwei Patienten gleichzeitig, nur getrennt durch eine Stellwand, untersucht, die Befunde wurden immer schon während der Anamnese mit Hilfe eines etwas älteren Exemplars von Schreibmaschine in die Krankenblätter eingetragen, Patienten und Ärzte wurden auch einmal sehr laut, wenn erstere ungeduldig wurden, aber insgesamt herrschte dort eine sehr angenehme, lockere und freundliche Atmosphäre. Wenn ich Fragen hatte und gerade ein wenig Zeit zum Erklären war, so stand man mir gern Rede und Antwort. Rein praktisch konnte ich eigentlich nichts machen, doch wird dies auch in Deutschland in der Dermatologie sicher nicht so sehr viel anders sein, da dieses Fach einfach vom Sehen lebt – und gesehen habe ich in diesen wenigen Wochen wirklich sehr viel.
Sprache und Verständigung
Ich hatte den Vorteil, dass mir durch meine Muttersprache Sorbisch die Türen in die anderen slawischen Sprachen geöffnet wurden. Außerdem lernte ich 4 Jahre Russisch in der Schule, was dem Kroatischen auch ziemlich nahe kommt.
Vor allem die jüngeren Ärzte in der Klinik sprachen alle sehr gut englisch. Problematischer war es bei den Patienten. Einige sprachen etwas deutsch, doch englisch hat kaum einer gesprochen. Kenntnisse wenigstens einer slawischen Sprache sind sehr hilfreich und ich würde niemandem empfehlen nach Kroatien zu gehen, wenn er oder sie nicht wenigstens eine slawische Sprache sehr gut beherrscht. Nach ca. einer Woche konnte ich den Arzt–Patienten– Gesprächen einigermaßen gut folgen und das wichtigste verstehen.
Außerhalb der Klinik bin ich mit meinen durchaus nicht hervorragenden Englischkenntnissen auch gut klargekommen, denn auf der Post, im Geschäft, auf dem Bahnhof etc. wird sich immer jemand finden, der einem irgendwie weiterhelfen kann.
Das Land und seine Leute
Kroatien ist ein unglaublich vielseitiges und landschaftlich sehr reizvolles Land. In der Umgebung von Zagreb kann man wunderbar wandern gehen und dabei riesige alte Buchen bewundern. Außerdem sollte man auf keinen Fall einen Ausflug nach Plitvice versäumen. Diesen wunderschönen Nationalpark mit seinen 16 durch Wasserfälle verbundenen klaren, sauberen Seen fand ich wirklich atemberaubend schön. Sicher ist es im Sommer noch beeindruckender, wenn sich die umgebenden Wälder im satten Grün wiegen, doch dafür waren im März nur sehr wenige Touristen da. Auch die kroatische Küste sollte man wenigstens einmal gesehen haben: das türkisfarbene Meer, die vielen alten Villen an der Strandpromenade, der Geruch des Meeres, die Möwen, ... – Opatia, die Stadt, die ich an einem Samstag besucht habe, strahlte mediterranes Flair aus – ganz anders als Zagreb.
Aber auch Zagreb fand ich toll. Es ist eine Hauptstadt, die trotz einer Million Einwohner, nicht so groß, doch dafür sehr gemütlich wirkt. Die historische Altstadt lädt ein zum Spazierengehen, Träumen und Staunen. Die vielen Museen lassen keine Langeweile aufkommen und laden ebenfalls zum Entdecken ein. Und wer Ruhe sucht, der findet diese beispielsweise im Park Maksimir.
Die Menschen in Kroatien sind freundlich und herzlich, wenn man einmal mit ihnen in Kontakt gekommen ist. Da man rein äußerlich nicht unbedingt auffällt in Kroatien, wird man nicht einfach so angesprochen. Ich habe vor allem im Krankenhaus einige bewundernswerte Menschen kennengelernt, und mit einigen pflege ich immer noch Kontakt. Viele Menschen wirkten zufriedener und ausgeglichener als unsere hiesigen Mitmenschen.
Ich war die einzige Austauschstudentin zu dieser Zeit in Kroatien und dadurch, dass ich in keinem Wohnheim wohnte, lernte ich leider nur wenige StudentInnen kennen, was ich ein wenig schade fand. Die dortigen Medizinstudenten hatten sehr viel zu tun, und ein „social program“ gab es praktisch nicht. Einige wenige Male organisierte Lea kleine Treffen mit ihren Bekannten, doch waren diese meist nur von kurzer Dauer und eher flüchtiger Natur. Auch die Ausflüge an den Wochenenden habe ich meisten allein unternommen.
Rückblick
Die Famulatur und der Aufenthalt in Kroatien überhaupt waren eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich war das erste Mal in meinem Leben in einem fremden Land ganz auf mich allein gestellt, was eine sehr nützliche und gute Erfahrung für mich war. Rein medizinisch habe ich praktisch nicht viel machen können, jedoch trotzdem dazugelernt. Und ich habe ein wunderschönes Land und sehr nette Menschen kennengelernt.
Kathrin Buder, Universität Leipzig, zur Zeit der Famulatur 7. Semester
Famulatur in der Klinik für Dermatovenerologie am Universitätsklinikum Sestre Milosrdnice Zagreb (vom 01.03 bis zum 30.03.2003)
Klinicka Bolnica „Sestre Milosrdnice“
Vinogradska cesta 29
HR – 10000 Zagreb
Hrvatska – Kroatien
In dieser Rubrik stellen wir Euch einen Ausschnitt aus dem Linkverzeichnis von Medi-Learn vor, das Ihr komplett unter der Adresse www.Medi-Seek.de findet. Falls Ihr auch eine oder mehrere interessante Webseiten für Medizinstudenten kennt, tragt sie doch bitte unter www.Medi-Seek.de ein. Wir wünschen Euch viel Spass bei Surfen.
Diese Woche stellen wir euch aus Medi-Seek.de vor:
Surftipp 1
Staatsexamen
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Diese WebSite ist eine Informations-Plattform von Studierenden für Studierende an der Uni Zürich. Unter dem Unterpunkt Skripte sind von den Professoren die wichtigsten Prüfungsinhalte für die klinischen Staatsexamina zusammengefaßt. Man kann sich diese Infos als PDF-File auch downloaden. Schaut einfach mal vorbei.
Der Online-Histologie-Kurs bietet dem Studenten theoretische Grundlagen anhand der Vorlesungsmitschrift. Schließlich kann man eine wirkliche Fülle von histologischen Präparaten nach verschiedenen Kriterien (System (z.B. Bronchialsystem), alphabetisch oder Präparatenummer) anklicken, auf Mausklick erhält man dann nähere Informationen zu den verschiedenen Strukturen, die studentenentsprechend angepaßt ist, d.h. es wird nicht jede Zelle bezeichnet, aber jede für den Studenten wichtige Struktur
Dieses Programm ist auf Wunsch in deutscher, englischer oder französischer Sprache benutzbar. Der User erhaelt dabei Einblicke in die Morphologie des roten und weissen Blutbildes, der Blutplättchen und des Knochenmarks
Der MakroTutor ist ein interaktives Lernprogramm, das zur Vorbereitung auf den makroskopisch anatomischen Kurs dient, als Hilfe während des Präparierens eingesetzt und zur Rekapitulation der makroskopischen Anatomie benutzt werden kann. Online gibt es einige ausgewählte Seiten.
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