Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean an Wille und Verstand. (Blaise Pascal)
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Editorial
Hallo,
ab der zweiten Hälfte der Woche soll der Sommer beginnen - am Wochenende sollen in weiten Teilen Deutschlands bereits sommerliche Temperaturen von bis zu 29°C herrschen. Bis es soweit ist, bringen wir Euch noch ein wenig Sonnenschein mit der Onlinezeitung: ob Auslandsfamulatur in Südafrika, professionelle Techniken für die MC-Prüfung, wichtige Informationen für alle von der AiP-Abschaffung-Betroffenen, Hintergrundwissen für die medizinische Doktorarbeit - wir haben mit der heutigen Onlinezeitung wieder eine bunte Mischung an Themen für Euch zusammengestellt.
Und wessen Informationsbedürfnis mit diesen Artikeln noch nicht gedeckt sein sollte, der findet in den MedNews oder unter den aktuellen Forenbeiträgen sicher noch das eine oder andere an Wissenswertem oder Unterhaltsamen.
Last, but not least: Die neuesten Anzeigen aus der Medi-Jobbörse, die sich nach weniger als 2 Jahren Laufzeit mit derzeit über 500 Anzeigen wieder einmal prall gefüllt zeigt, in der Ihr nach wie vor kostenlos Eure Anzeige aufgeben könnt.
Bis zur nächsten Woche,
Jens, Lilian und Christian
Redaktion Medi-Learn.net
Nicht zu lange an einzelnen Aufgaben aufhalten Halten Sie sich nicht zu lange an einzelnen Aufgaben auf. Bedenken Sie, dass Sie unabhängig von der Schwierigkeit einer Aufgabe auch nur einen Punkt bekommen, wenn Sie die Aufgabe richtig haben. Es gibt keine "Bonuspunkte für besonders schwere Aufgaben".
Wenn Sie nach 3 Minuten keine Auffassung zu einer Aufgabe haben, dann wird es nach 5 Minuten auch nicht besser aussehen. Entscheiden Sie sich daher nach spätestens drei Minuten für eine Lösung und gehen Sie dann zur nächsten Aufgabe über.
Bedenken Sie, dass Ihnen in der Prüfung pro Aufgabe durchschnittlich 1,5 Minuten Bearbeitungszeit zur Verfügung stehen. Verschenken Sie daher keine unnötige Zeit mit Aufgaben, die vielleicht eine fachliche Herausforderung darstellen, letztendlich aber nur Zeit kosten, die Ihnen später für die Bearbeitung der verbleibenden Fragen fehlt.
Auf das richtige Timing kommt es an
In der Prüfung kann es passieren, dass Sie sich bei Aufgabe 107 fragen, ob Sie noch rechtzeitig fertig werden. Sie schauen auf Ihre Uhr und es ist 11:30. Sie beginnen zu rechnen, ohne jedoch in der Prüfungsanspannung zu einem Schluss zu kommen und werden dann bis zum Ende der Prüfung - möglicherweise zu unrecht! - das Gefühl haben, unter Zeitdruck zu stehen, was in der Folge zu zahlreichen Flüchtigkeitsfehlern führen kann. Andererseits können Sie tatsächlich unter Zeitdruck geraten, indem Sie sich für die ersten Aufgaben zu viel Zeit nehmen, sodass in der verbleibenden Zeit die restlichen Fragen nicht mehr vollständig bearbeitet werden können.
Beugen Sie dieser unangenehmen Situation vor.
Machen Sie gleich zu Klausurbeginn einen Kreis um Aufgabe 45 ("Einstundenmarke"), einen Kreis um Aufgabe 90 ("Zweistundenmarke"), sowie einen Kreis um Aufgabe 135 ("Dreistundenmarke").
So erkennen Sie rechtzeitig, ob Sie noch in der Zeit liegen und beugen unnötigem Stress vor. Darüber hinaus bietet dieses Verfahren die Möglichkeit, bei Zeitproblemen noch rechtzeitig die "Schlagzahl zu erhöhen".
Pausen in der Prüfung
Bei vielen Studenten treten nicht erklärbare Fehlerserien in den Klausuren auf. Die Serien setzen etwa bei Aufgabe 60 - 70 ein und erstrecken sich über 5 - 10 Aufgaben. Die Studenten geben häufig an, die richtige Lösung eigentlich gewusst zu haben und sich die dennoch falsche Beantwortung nicht erklären zu können.
Typisch ist, dass die Frage nach Pausen während der Prüfung von diesen Studenten in der Regel verneint wird. Gerade in der "pausenlosen" Prüfungsanspannung liegt jedoch die Erklärung für diese Fehlerserien. Der Geist nimmt sich eine Zwangspause und schaltet auf "economy-mode". Durch den wachsenden Konzentrationsverlust ergeben sich dann die typischerweise ab Aufgabe 60 einsetzenden Flüchtigkeitsfehler.
Um dem vorzubeugen empfehlen wir, in der Prüfung rechtzeitig Pausen einzulegen. Nutzen Sie dabei Ihre bereits gesetzten Marken und machen Sie bei Aufgabe 45, Aufgabe 90 und Aufgabe 135 (nach ca. jeweils einer Stunde) eine Pause.
Der Erholungswert einer Pause korreliert übrigens nicht mit deren Länge. Der Erholungswert ist in den ersten Minuten am höchsten. Die Pausen müssen daher nicht länger als 3-5 Minuten sein. Sie können während dieser Pause an Ihrem Platz bleiben. Schließen Sie dabei das Aufgabenheft, sonst kann sich keine echte Entspannung einstellen.
Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung. Den ersten Teil der Artikelserie 'Profi-Tipps zur MC-Prüfung' findet Ihr
hier.
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Wie berichtet, konnte das AiP am 11. Juni diesen Jahres nach langjährigem politischen Druck des Hartmannbundes endlich abgeschafft werden. Leider ist nun jedoch vielerorts die Weiterbeschäftigung der AiP´s aufgrund fehlender Finanzierungszusage und unnötiger bürokratischer Hindernisse der zuständigen Krankenkassen gefährdet.
Durch die Refinanzierungsregelungen im GKV-Modernisierungsgesetz müssen die
Personalmehrkosten für die Krankenhäuser aber durch die Kassen voll erstattet
werden. Dr. Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender des Arbeitskreises „Ausbildung und
Weiterbildung“ im Hartmannbund:“ Die Verunsicherungstaktik der Krankenkassen auf
dem Rücken junger Ärzte sorgt für Verwirrung und erhebliche Sorgen bei den AiP´s.
Die Rechtsposition ist aber eindeutig und verpflichtet die Krankenkassen, die
Finanzierung der in den Krankenhäusern angestellten AiP´s nach dem 1.10. zu
übernehmen!“ Diese Tatsache sollten die AiP´s bei der Verhandlung mit ihrer
Personalabteilung als Argument nutzen! Leider wird es Krankenhäuser geben wird,
die AiP´s entlassen wollen, um Personalkosten einzusparen. Teilweise waren die
Verwaltungen und Personalabteilungen der Krankenhäuser aber auch nicht über
diesen Sachstand informiert.
Der Hartmannbund hatte deshalb vor Wochen ein Musterschreiben an die
zuständige Personalabteilung zur Beantragung der Übernahme als approbierter
Assistenzarzt für die Restlaufzeit der AiP-Phase unter
http://www.jungemediziner.de
zum Download bereitgestellt. Entscheidend für das Gespräch mit der Verwaltung
ist der jeweilige Individual-Arbeitsvertrag, so z.B. auch, ob eine
tarifrechtliche Bindung besteht. Wenn nicht, ist der Arbeitgeber nicht
gezwungen, automatisch ein Gehalt nach BAT IIa zu zahlen, sondern kann eine
Weiterbeschäftigung ggf. zu einem anderen Gehalt anbieten. Klaus-Peter Schaps
wiederholte daher seine dringende Empfehlung an alle AiP´s:“ Jetzt muss das
Gespräch mit dem Arbeitgeber gesucht werden, um zu klären, wie es weitergeht, da
definitiv alle AiP-Verträge automatisch zum 1. Oktober enden werden!“ Diese
Auffassung vertritt auf Anfrage des Hartmannbundes auch das
Bundesgesundheitsministerium in Berlin in dessen Zuständigkeitsbereich die
AiP-Abschaffung fällt.
Zusammenfassend sei also festgehalten: Alle AiP´s haben ab dem 1. Oktober 2004
einen Vollapprobationsanspruch und können als Assistenzärzte tätig werden.
Zuständig für die Erteilung der Vollapprobation sind die Approbationsbehörden
der Länder. Niemand kann verpflichtet werden, die Approbation rechtzeitig zu
beantragen. Juristisch betrachtet kann es allerdings sein, dass sich der AiP
strafbar macht, wenn er über den 1.10. hinaus nur mit der AiP-Erlaubnis den
ärztlichen Beruf ausübt. Rechtlich findet die Erlaubnis, die nur für die Dauer
der AiP-Phase erteilt wurde, dann keine Anwendung mehr. Klaus-Peter Schaps vom
Hartmannbund:“ Also sollte neben dem Gespräch mit Arbeitgeber schon jetzt
dringend die zuständige Approbationsbehörde des Landes konsultiert werden!“
Als AiP in der Arztpraxis
Da für niedergelassene Ärzte kein finanzieller Ausgleich im Rahmen der
AiP-Abschaffung vorgesehen ist, hat der Hartmannbund die Krankenkassen
eindringlich aufgefordert, auch hier die notwenigen Gelder bereit zu stellen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ist dementsprechend in Verhandlungen mit
den Gesetzlichen Krankenkassen eingetreten, um ein gesondertes Verfahren für die
betroffenen Ärzte im Praktikum, die in Vertragsarzt-Praxen tätig sind, zu
erzielen.
Als AiP über Drittmittel finanziert Für die Drittmittel-AiP-Stellen sind ebenfalls keine zusätzlichen
finanziellen Mittel aus dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz vorgesehen. Der
Hartmannbund empfiehlt, Kontakt mit dem Drittmittelgeber aufzunehmen, um eine
entsprechende Höherdotierung der Stelle zu erreichen. Dem Drittmittelgeber
könnte an einer Weiterführung der Forschung auch mit höheren Kosten gelegen
sein; folglich sollte er die finanziellen Mittel dann aufstocken. Häufig ergibt
sich für den Arbeitgeber auch die Möglichkeit, die höheren Personalkosten aus
anderen Töpfen zu finanzieren. Ansonsten ist das Arbeitsverhältnis (mit neuem
Arbeitsvertrag) dann nur mit einer reduzierten Wochenstundenzahl weiterzuführen.
Zu beachten ist dabei jedoch, dass sich die Weiterbildungszeit bei einer
Teilzeitstelle verlängert. Die zuständige Ärztekammer sollte in einem solchen
Fall dringend konsultiert werden, um die erkundigen, welche
Mindest-Weiterbildungsabschnitte die Weiterbildung angerechnet werden können zu
erfragen.
Der Hartmannbund hat einen Katalog mit den häufigsten Fragen und Antworten
zur AiP-Abschaffung zusammengestellt – dieser kann unter
http://www.jungemediziner.de
eingesehen und downgeloadet werden. In diesem Katalog findet sich des weiteren
auch alle Einzelheiten, Voraussetzungen und Anforderungen, die für die
Beantragung der Vollapprobation bei den zuständigen Landesbehörden unbedingt
notwendig sind. Auch werden alle arbeitsrechtlichen Fragen und Möglichkeiten im
Detail beleuchtet. Weitere, umfassende, täglich aktualisierte Informationen zur
AiP-Abschaffung sind auch über die Homepage des Hartmannbundes unter
http://www.jungemediziner.de
, per
Email unter [email protected] oder per Telefon unter 030/206208-0
erhältlich.
Schon wieder habt Ihr Dienst und wünscht Euch nichts sehnlicher, als dass dieser ein angenehm ruhiger sein möge. Aber: Ihr seid in einer neurologischen Klinik, auch da gibt es Notfälle. Es ist Dienstag abend 17 Uhr und schon werdet Ihr von einem Kollegen aus der Notaufnahme angefunkt.
Das wichtigste aus diesem informativen Gespräch ist: Junge Patientin,
irgendwas mit einer Hemiparese. Mit diesen Worten im Hinterkopf macht Ihr Euch auf
den Weg. Nun könnt Ihr Euer erlerntes Neurologiewissen unter Beweis stellen,
etwas Anwendung neben dem Kreuzen:
Woran denkt Ihr? Was müsst Ihr organisieren? Was macht Ihr mit der Patientin?
In unserer Rubrik "MedNews" stellt Euch die Redaktion der StudMed aus dem Springer Verlag wöchentlich drei Nachrichten aus der Medizin zur Verfügung. Zum kompletten Artikel gelangt Ihr, wenn Ihr am Ende der Einleitungen auf "Mehr..." klickt. Die ausführlichen Artikel sind dann im Sponsored Room "StudMed" bei Medi-Learn zu finden.
>> Körpergefühl
nur eine Illusion? (8-Jul-2004)
Wie nimmt das Gehirn unsere
eigenen Gliedmaßen wahr? Zum ersten Mal haben jetzt Wissenschaftler die
Gehirnaktivität bei der Eigenwahrnehmung des Körpers in einem Experiment
aufgezeichnet - und auch registriert, ob sich das Gehirn dabei austricksen
lässt. Ihre Ergebnisse geben neue Einblicke in die Mechanismen von
Krankheiten wie Schizophrenie oder den Phantomschmerz bei Amputierten. Mehr...
Organtransplantationen lösen im
Körper des Patienten natürliche Abwehrreaktionen gegen das fremde Gewebe
aus. Das fremde Organ kann direkt nach der Operation abgestoßen werden
oder einer schleichenden Entzündung ausgesetzt sein. Mediziner des
Universitätsklinikums Heidelberg haben jetzt entdeckt, dass ein Botenstoff
des Immunsystems, das Interleukin 10 (IL 10), die unerwünschten
Abwehrreaktionen zumindest teilweise unterdrücken kann. Mehr...
>> Aids: Mehr
Neuinfektionen als jemals zuvor (8-Jul-2004)
Ein neuer Bericht der UN-Behörde
UNAIDS zeigt, dass die Anzahl der Menschen, die sich im Jahr 2003 mit dem
HI-Virus infiziert haben, weiter gestiegen ist - und dies in allen
Regionen der Welt. Wie die Wissenschaftler ermittelten, steckten sich fünf
Millionen Menschen neu mit dem Aids-Virus an und damit mehr als jemals
zuvor. In dem im Vorfeld der am 11. Juli beginnenden 15. Internationalen
Aidskonferenz in Bangkok veröffentlichten Bericht wird dank neuer Daten
und einer verbesserten Erhebungsmethode das bislang genaueste Bild der
Epidemie gezeichnet. Mehr...
Den Sommer 2003 verbrachte ich im Rahmen meiner letzten Famulatur im Bethesda Hospital an der Ostküste Südafrikas, im nordöstlichen Zipfel KwaZulu Natals. Begeistert von den Erfahrungen einer Kommilitonin hatte ich mich per e-mail ungefähr 10 Monate im Voraus beworben. Als ich nach einiger Zeit die Zusage in den Händen hielten, hatte ich plötzlich Zweifel. Das Risiko, sich mit HIV zu infizieren oder Opfer einer Gewalttat zu werden, war schwer einschätzbar. Als ich einer Kommilitonin davon erzählte, beschlossen wir, es gemeinsam zu wagen und wir gaben uns letztendlich einen Ruck und buchten einen Flug.
Berüchtigte Minibustaxis fuhren uns zum Krankenhaus
Ein halbes Jahr später fanden wir uns am Flughafen Durban wieder. Mit dem Baz Bus, einer sicheren und preiswerten Möglichkeit Südafrika zu bereisen, kamen wir relativ bequem bis nach Mkuze, von wo aus wir in einem der berüchtigten südafrikanischen Minibustaxis (gefährlich überladen, das Gepäck unbefestigt auf dem Dach) 20 km über eine Schotterstraße zum Krankenhaus gelangten. Das Bethesda Hospital liegt im kleinen Bergort Ubombo, in einer der ärmsten Regionen Südafrikas, weitab von größeren Städten. Das ehemalige Missionskrankenhaus hat einen Einzugsbereich von etwa 100000 Menschen und verfügt über 230 Betten. Das staatliche Hospital ist ausschließlich mit schwarzen Patienten (hauptsächlich vom Zulu-Stamm) belegt, während die Ärzteschaft aus weißen Südafrikanern und Indern besteht. Es gibt fünf Stationen, Röntgen, Ultraschall, ein Labor und das Out Patient Department (OPD), eine Mischung aus Ambulanz und Rettungsstelle.
Ankunft im Wohnheim
Die Unterkunft für Studenten ist sehr einfach, aber die Erfahrungen im Krankenhaus sind jegliche Unbequemlichkeiten wert. Wir bewohnten ein spärlich möbliertes Zimmer im Schwesternschülerinnen-Wohnheim und teilten uns drei Toiletten und eine Dusche mit etwa 25 Schwestern, Strom und Wasser reichten oft nicht für alle. Das enge Zusammenleben mit den Schwestern brachte uns einen tiefen Einblick in die Kultur der Zulus. Oft wurden wir um fünf Uhr von ausgelassenen Gesängen geweckt, erlebten aber auch laute Trauer über Todesfälle hautnah mit. Vor dem Krankenhaus herrscht tagsüber buntes Treiben, an der Straßen verkaufen Frauen Obst, und Minibustaxis entladen kleine Menschenmassen.
Von Notfällen, Schussopfern und mehr In Wolldecken gehüllte Patienten treffen nach langem Fußmarsch im Krankenhaus ein, manche werden von ihren Angehörigen in der Schubkarre gebracht. Die OPD-Schwestern dirigieren die Kranken auf lange Wartebänke, auf denen so mancher auch die Nacht verbringt. Nach der Stationsarbeit finden sich die Ärzte im OPD ein und behandeln Notfälle (Autounfälle, Schussopfer, Atemnot, Frakturen) und viele chronisch Kranke (AIDS, Tuberkulose, Tumorerkrankungen). Vier der sechs Ärzte waren kaum älter als wir und nur für das obligatorische Jahr ihres Community Service in Ubombo. Wir durften selbst entscheiden, was wir sehen und tun wollten, so begann unser Tag meist mit der Visite, oft in der Pädiatrie. Ein Großteil der kleinen Patienten leidet an Kwashiorkor und Folgen der
Immunschwäche. Häufig sind Verbrennungen, Meningitis, Scabies, Mykosen und Bilharziose, seltener auch Cholera, Malaria und rheumatisches Fieber.
Zulumedizin und ihre Folgen
Immer wieder sahen wir Säuglinge, die die traditionelle Zulumedizin (pflanzliche Abführmittel in Erwachsenendosis) nur schwer beeinträchtigt überstehen.
Auf den Erwachsenenstationen liegen internistische Fälle (AIDS, TB, P. carinii-Pneumonie, Herzinsuffizienz) neben neurologischen, psychiatrischen (Schizophrenie, Alkoholismus, AIDS-Enzephalopathie) und chirugischen Patienten. Obwohl Auszehrung und opportunistische Infektionen (45% HIV-Infektion) den Alltag bestimmen, stellen auch die sogenannten Wohlstandskrankheiten wie Adipositas, Gefäßkrankheiten und Typ-II-Diabetes für einen Teil der Bevölkerung ein Problem dar. Die Ambulanz brachte einen guten Einblick in das soziale Gefüge der Menschen. Unsere Aufgabe dort wurde es schnell, in Kurznarkose Abszesse zu spalten und Frakturen zu gipsen.
Was haben wir gelernt?
Uns wurde beigebracht, Pleura-, Aszites- und Lumbalpunktionen durchzuführen und Wunden zu versorgen. Jeden Mittwoch durften wir im OP bei Sectiones und anderen Eingriffen assistieren und vieles selber machen (Nähte, Spinalanästhesien, Kürretagen). Mehrmals fuhren wir zu umliegenden Krankenstationen, in denen speziell ausgebildete Schwestern die Krankenversorgung gewährleisten und nur einmal pro Woche Problemfälle dem Arzt vorstellen. An unserem letzten Tag konnten wir dies mit dem Flugzeug tun und so noch einmal das gesamte Einzugsgebiet, eine 1500 Quadratkilometer große Ebene, die sich bis zum Indischen Ozean erstreckt, von oben überblicken. Die Ärzte boten uns oft an, sie am Wochenende zu begleiten: In die Drakensberge, zum Indischen Ozean und Tiere beobachten in einem der zahlreichen Naturparks. Nach unserer Famulatur nahmen wir uns zwei Wochen Zeit und erkundeten das Land: Krüger Park, die Gartenroute, die Weinregion und natürlich Kapstadt, wo wir im September den Heimflug antraten. Trotz anfänglicher Bedenken - wir hätten es bereut, nicht gefahren zu sein. Wir haben viel gesehen und gelernt. Die Armut hat uns betroffen gemacht, aber zugleich waren wir beeindruckt von der Qualität der medizinischen Versorgung, gemessen an den vorhandenen Mitteln. Letztendlich ist Südafrika ist ein wunderschönes Land und für sich allein jede Reise wert.
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Länderinformationsservice an. Ihr könnt dort Material zur Vorbereitung Eures Auslandsaufenthaltes kostenlos per Post anfordern; u.a.
ist dort auch Südafrika (passend zum Bericht) enthalten [zum
Länderinfo-Service].
Erfahrungsgemäß ist es am besten, bald nach dem Physikum bzw. während des ersten klinischen Studienabschnitts mit der Suche nach einer geeigneten Arbeit zu beginnen. Jede Arbeit hat einen Vorlauf von mehreren Monaten, Verzögerungen ergeben sich von selbst (z.B. Urlaub, Krankheit, Literaturbeschaffung, Famulatur etc.).
Zu diesem Zeitpunkt hat der Durchschnittsstudent in der Regel keine klaren Vorstellungen über seinen weiteren Berufsweg wie z.B. Spezialisierung oder geplanten Tätigkeitsbereich. Trotzdem sollte man sich nicht scheuen sich auf ein Thema festzulegen. Auch wenn man später in einem völlig anderen Bereich tätig ist, ist die Zeit gut investiert, da durch eine Promotionsarbeit zumindest ein gewisser Einblick in einen bestimmten Teilbereich der Medizin zu erlangen ist. Die beim weiteren Studium gewonnenen Erkenntnisse sind für die Doktorarbeit und ihre meist sehr detaillierte Fragestellung sowieso irrelevant. Ein eventuell anstehender Studienplatzwechsel sollte möglichst vollzogen sein.
Der praktische Teil der Doktorarbeit bzw. die Datenerhebung sollte unbedingt vor Ende des praktischen Jahres abgeschlossen sein. Von der Erstfassung bis zur endgültigen Version vergeht oftmals noch eine Menge Zeit, da meist mehrere Überarbeitungen nötig sind. Der Durchschnittsdoktorand verfasst zum ersten Mal einen zusammenhängenden medizinischen Fachtext, sodass die Gliederung und viele Formulierungen immer wieder geändert werden müssen. Die ersten zwei bis drei Überarbeitungen sind deshalb sehr umfangreich und zeitintensiv. Liegt die Arbeit dann schließlich in überarbeiteter und vom Betreuer akzeptierter Form vor, sind oft noch weitere formale Korrekturen notwendig. Von der Abgabe der Arbeit beim Dekanat bis zum Abschluss des Promotionsverfahrens, d. h. bis der mittlerweile leidgeprüfte Doktorand endlich seine Promotionsurkunde in Händen hält, vergehen meist noch weitere Monate.
Nach Abschluss des praktischen Jahres muss sich der Student aber um eine Stelle als Arzt im Praktikum kümmern. Nur in Ausnahmefällen gibt es an den Universitätskliniken freie AIP-Stellen, sodass häufig ein Ortswechsel notwendig wird. Deshalb kann man sich um die noch nicht abgeschlossene Promotionsarbeit nicht mehr konsequent bzw. schnell genug kümmern, wodurch sich natürlich weitere Verzögerungen ergeben. Außerdem wird mit dem Stellenantritt die volle Leistung am Arbeitsplatz erwartet und als Berufsanfänger bleibt in der Regel keine Zeit für Zusatzaktivitäten dieser Art. Der Rollenwechsel vom Studenten zum weitgehend eigenverantwortlichen Kollegen muss vollzogen werden und kostet Energie. Die Prioritäten verschieben sich, d.h. es ist primär entscheidend den Routineanforderungen zu genügen. Erst in zweiter Linie kann man sich um eigene Angelegenheiten, wie z.B. den Abschluss seiner Promotion, kümmern. Vor allem in kleineren Krankenhäusern kann oft kein Verständnis oder Entgegenkommen in dieser Richtung erwartet werden.
Viele Arbeiten
scheitern leider noch in diesem Stadium.
Meistens sind die wesentlichen Ergebnisse der Promotionsarbeit schon in der einen oder anderen Form veröffentlicht, sodass der Betreuer keinen allzu großen Druck mehr auszuüben braucht. Sein primäres Interesse sind naturgemäß die wissenschaftlichen Ergebnisse und nicht die Promotion des Doktoranden (s. unten). In so einer Situation muss sich jeder noch mehr um seine Arbeit kümmern und ggf. mit entsprechender Hartnäckigkeit um die Korrektur seiner Entwürfe bitten. Dies wird natürlich wiederum dadurch erschwert, dass die Betreuer nicht mehr am gleichen Ort und deshalb nur noch sehr schwer zu erreichen sind.
Die
Inhalte dieser Artikelserie stammen aus dem folgenden Buch:
Titel:
Praktische Tipps für
die Medizinische Doktorarbeit
Autor:
Eva-Maria Baur,
Martin Greschner, Ludwig Schaaf
ISBN:
3540650261
Verlag:
Springer Verlag
Preis:
14,95
Euro
Neben den hier
veröffentlichten Kapiteln 1,2,8,9 und 14 stehen in dem Buch sehr viele weitere
Informationen zur Verfügung. Um Euch einen Überblick über die weiteren Inhalten zu
verschaffen, schaut Euch doch einfach einmal das Inhaltsverzeichnis an.
Mit mehr als 1.000 Beiträgen in der Woche findet man in den Medi-Foren zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In der neuen Rubrik "Gelauscht" wollen wir Euch in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findet Ihr das ein oder andere Thema, das Euch auch interessiert - ein Klick und Ihr seid mit dabei:
Folgende Personen arbeiten regelmäßig oder zeitweise an der
Onlinezeitung:
Ilka Markmann, Redakteurin, Marlies Lehmkuhl, Redakteurin, Daniel Luedeling, Redakteur, Peter Artz, Redakteur, Franziska Böhm, Redakteurin, Susanne Kirscht, Redakteurin, Andreas Bussmeyer, Redakteur, Jascha Hellberg, Redakteur, Christian Weier, Redakteur, Jens Plasger, Redakteur, Stan, Reporter für Extremeinsätze, Arne Beckendorf, Buchrezensionen und Lokal Hannover, Andrea Clemens, Lokalbereich Uni Köln, Astrid Stumpf, Lokalbereich Uni Münster, Benedikt Bader, Lokalbereich Uni München, Bettina Kiep, Lokalbereich Uni Mainz, Cordula Sachse, Lokalbereich Uni Greifswald, Daniela Prause, Lokalbereich Uni Göttingen, Eike Beyer, Lokalbereich Uni Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg, Kristina Krüger, Lokalbereich Uni Hannover, Pia Paul, Lokalbereich Uni Witten, Stefanie Schmölke, Lokalbereich Uni Frankfurt, Tobias Schmeinck, Lokalbereich Uni Münster
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