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Man muss Zukunft im Sinn haben und Vergangenheit in den Akten. (C.M. Talleyrand, 1784-1838, frz. Staatsmann)
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Editorial
Hallo,
weiter geht es heute mit dem ersten Teil eines neuen Interviews: dieses Mal erfahrt ihr, wer sich hinter der Statistikberatung für Doktoranden namens Acomed verbirgt, denn Dr. Thomas Keller stellte sich uns für ein Interview zur Verfügung. Den zweiten, allerdings letzten Teil des Erfahrungsberichtes zu heicumed - u.a. mit unerwartetem Professorenverhalten - bieten wir euch ebenfalls. Lachen ist gesund - und wir fanden den Klinik-Clown Rididu erwähnenswert, der Kindern in Krankenhäusern die Medizin in Form von Humor weiterreicht.
Und empfehlen möchten wir euch ebenfalls das Topthema Spanien aus der aktuellen Via medici, das ihr ebenso wie Informationen zum neuen Zweifachstudiengang Medizin und Biowissenschaften an der Uni Leipzig in der heutigen Ausgabe findet.
In den Rubriken Doktorarbeit und Studienbeginn dreht es sich dieses Mal um die Fernleihe bzw. die ersten Tage an der neuen Uni.
Bis zur nächsten Woche,
Jens, Lilian und Christian
Redaktion Medi-Learn.net
Die sieben Weltmeere der Statistik sind für den Medizinstudenten und Doktoranden alles andere als ein gewohntes Gewässer und als Neuling ist man dankbar für einen erfahrenen Steuermann. Ein Fachmann für statistische Fragestellungen rund um die medizinische Doktorarbeit ist Dr. Thomas Keller (Acomed) aus Leipzig, den wir euch in einem zweiteiligen Interview einmal ausführlicher vorstellen möchten.
Was (und wo) haben Sie studiert und mit
welcher Motivation haben Sie dieses Studium aufgenommen?
Ich habe in den Jahren 1981-86 Physik in Leipzig studiert. Motiviert war ich zum
einen durch gleichartige Berufe meines Großvaters und Vaters, die Mathematiker
bzw. Physiker waren. Ich habe mich zeitig auf biomedizinische Anwendungen
konzentriert (In-vivo-NMR-Spektroskopie an Tierorganen), weil ich diese
interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Physikern, Biologen und Medizinern als
sehr anwendungsrelevant und fruchtbar empfunden habe.
Können Sie sich an die absoluten Höhe- wie auch Tiefpunkte des Studiums
erinnern?
Da ich während des Studiums heiratete und später meine beiden Töchter zur Welt
kamen, sind die schönsten Erinnerungen meiner Studienzeit eigentlich mit diesem
Teil des Lebens verbunden. Vielleicht war dieser Rückzug ins Private durchaus
symptomatisch, denn die permanenten Versuche, auch Physikstudenten ideologisch
zu indoktrinieren, gehörten zum unangenehmen Teil der Studienzeit.
Wann haben Sie den Entschluß gefasst, ACOMED ins Leben zu rufen? Was ist
das reizvolle für Sie an dieser Tätigkeit?
Nach vielen Jahren am Institut für Biophysik in Leipzig wurde ich Leiter Forschung&Entwicklung in
einer Biotech-Firma, und hatte als solcher vorrangig mit klinischen Studien und
statistischen Auswertungen zu tun. Als die Firma wuchs, und externe Berater mit
Hintergrund Automobilindustrie ihre Vorstellungen von Forschung im Unternehmen
propagierten, war es Zeit für einen Wechsel.
So gründete ich ACOMED statistik. Die Erwartungen, die ich an die eigene Firma
hatte, haben sich erfüllt, wenn nicht gar übererfüllt. Eigentlich wollte ich als
ausschließlich als Dienstleister wirken. Mittlerweile bin ich aber wieder in
Forschungsprojekte mit Industrie und Universitäten integriert, schreibe
Veröffentlichungen, trage auf Kongressen vor. Der Stress ist geblieben – doch
während er früher häufig in Frustration mündete, ist es jetzt ausschließlich
positiver Stress.
Reizvoll ist es natürlich, als Unternehmer komplett die Verantwort zu tragen,
und sein Unternehmen fortlaufend zu steuern und zu optimieren. So ist die Arbeit
– auch wenn ich den ganzen Tag allein vor dem Computer sitze und ab und zu
telefoniere – absolut spannend.
Was verbirgt sich hinter dem Namen ACOMED und wie sind Sie auf diesen
Namen gekommen?
ACOMED heißt Agentur für Computeranwendungen in der Medizin. Zunächst hat dieser
Name den Vorteil, dass er in Listen meist am Anfang genannt wird. Das „Med“
impliziert die Hauptausrichtung des Unternehmens.
Ich habe einen so allgemeinen Namen gewählt, da ich zum Zeitpunkt der
Firmengründung nicht wusste, ob die Firma in Richtung Statistik / Biometrie so
erfolgreich sein würde, wie sie es nun ist.
Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus und wie darf man sich Ihren
Arbeitsalltag vorstellen?
Ich arbeite zu Hause, mit Blick auf den Leipziger Auewald. Wie gesagt, sitze ich
mehr oder weniger den ganzen Tag am Computer. Das mag eintönig klingen; die
Abwechslung kommt durch die oben beschriebenen, vielfältigen Aufgaben zustande –
hinzu kommen noch die unternehmenstypischen Dinge wie Marketing, Controlling,
Buchhaltung etc.
Welche Kunden betreuen Sie?
Der Kontakt zu den Kunden läuft hauptsächlich über E-Mail und Telefon. Meine
Kunden sind Unternehmen aus der Diagnostika-Branche, universitäre
Forschungsgruppen und schließlich Doktoranden. Während die ersten Kundengruppen
Dienstleistungen in eine spezifische Richtung benötigen, wird durch die
Doktoranden ein breites Spektrum statistischer Methoden zu verschiedenartigsten
medizinischen Fragestellungen abgefragt.
Gab es einmal im Rahmen der von Ihnen betreuten Studien ein 'besonderes
Erfolgserlebnis' im Sinne einer herausragenden Publikation o.ä.? Für die Bayer Vital GmbH habe ich zwei neue statistische Verfahren
entwickelt, die die Unterschiede zwischen verschiedenen PSA-Subformen
(PSA-Tumormarkerdiagnostik für Prostata-Karzinom) auf neue Weise verdeutlichen.
Dies öffnete mir den Weg zur Auswertung einer Reihe von europäischen Studien,
Publikationen und Vorträgen.
Dies war der erste Teil des Interviews, das wir in der nächsten Ausgabe
der Onlinezeitung fortsetzen. Dort gibt es u.a. 3 Tipps für Medizinstudenten
rund um das Thema 'Statistik' - weiterlesen lohnt also!
In Heidelberg genießen die Medizinstudenten seit einiger Zeit den Reformstudiengang des sogenannten 'Heidelberger Curriculum Medicinale' (kurz: heicumed). Alicja Zybowski hat ihre Eindrücke und Erlebnisse im Chirurgie-Block in sehr lesenswerter Form zu Papier gebracht. Heute gibt es den zweiten Teil des Erfahrungsberichtes.
In der Herzchirugie wurde Unwichtiges zu Wichtig genommen
Die Herzchirurgie war mit Abstand der am schlechtesten organisierte Kurs von
allen: es gab nur einen einzigen Dozenten für die gesamte Woche und für alle
Kursteilnehmer, d.h. dieser Dozent musste jeden Tag zwei oder drei Seminare
halten und noch zusätzlich sechsmal POL für drei verschiedene Gruppen. Da ist es
nicht schwer zu verstehen, dass dieser Mensch bald gar keine Lust mehr hatte und
sich das genauso auf die Studenten übertragen hat. Außerdem wurden ganz
spezielle Themen wie congenitale Herzfehler viel zu ausführlich behandelt und im
Gegensatz dazu nur ein freiwilliger Kurs für das Befunden des EKGs nur auf
äußersten Wunsch von Studenten angeboten, obwohl das - wie ich finde - etwas
absolut essentielles darstellt. Auch das Thema Herzinfarkt und seine Therapie
ist viel zu kurz gekommen, obwohl man doch Patienten mit derartigen Beschwerden
enorm viel häufiger antreffen wird als mit congenitalen Herzfehlern, die sofort
zu absoluten Spezialisten weitergeleitet werden. Die Themengebiete waren einfach
nicht sinnvoll eingeteilt und sogar in der Leitsymptom - Vorlesung passierte es,
dass 180 Studenten eine Stunde vergeblich auf den Professor warteten.
Thoraxchirugie in der größten Klinik Europas
Die Thoraxchirurgie wurde in Rohrbach innerhalb von drei Tagen unterrichtet.
Natürlich haben wir viele Raucher als Patienten dort angetroffen, aber viele
Patienten waren aufgrund ihres Metastasenleidens mit anderem Primärtumor dort
anzutreffen. Dafür ist wohl Rohrbach eine sehr geeignete Klinik und die größte
in ganz Europa, wie uns berichtet wurde, denn in keinem anderen Krankenhaus
werden täglich so viele Operationen durchgeführt wie in der Thoraxchirurgie in
Rohrbach und in einem anderen Krankenhaus in den USA. Die Seminare und das
Bedside-Teaching schien alles sehr gut organisiert, sowohl makroskopisch als
auch mikroskopisch wurden uns verschiede Krankheitsbilder dargelegt. Dort
durften wir sogar in den OP, um bei Teilresektionen der Lunge zuzuschauen.
Nur hatte man den Eindruck, dass die Dozenten alle sehr schlecht gelaunt waren
und überhaupt gar keine Lust auf Studenten hatten. Vielleicht lag es daran, dass
wir einer der letzten Kurse waren, aber auf jeden Fall war die Atmosphäre sehr
„bedrängend“.
Vom thematischen Aspekt her war dieser Kurs sehr interessant, aber vom
menschlichen und sozialen Aspekt gesehen hat dieser Kurs vielen Studenten fragen
aufgeworfen. Auch die Leitsymptomvorlesung gehörte mit Abstand zu einer der
besten verglichen mit den anderen chirurgischen Fächern. Denn die
renommiertesten Professoren halten nicht unbedingt auch die didaktisch beste
Vorlesung. Denn zumeist sind es die jungen Ärzte, welche die
Verständnisschwierigkeiten der Studenten nachvollziehen und ihre Vorlesung auch
genau nach dem Wissenstand der Studenten ausrichten können.
Plastische Chirurgen verhelfen Menschen zu neuem Erscheinungsbild
Die Plastische Chirurgie dauerte nur zwei Tage und fand in Ludwigshafen statt.
Allein die Ausstattung des Krankenhauses ist bewundernswert, da es auch zu einem
der größten der Verbrennungskliniken in ganz Europa gehört. Auch die
Handchirurgie nimmt einen großen Teil ein, die ästhetische Chirurgie nur einen
kleinen. In den Seminaren beschäftigeten wir uns vor allem mit der Untersuchung
der Hand, der Verbrennungsopfer und mit Nähen an Schaumstoffpräparaten.
Die Patientenbesuche waren hier mit Abstand die „qualvollsten“: die
Verbrennungs- und Unfallopfer waren sehr schlimm zugerichtet, um so
bewundernswerter die Arbeit der Plastischen Chirurgen: ein völlig entstellter
Menschen, der nie gleichwertig in unserer Gesellschaft aufgenommen werden würde,
weil er nicht in die Normen und Werte jener fällt, verhalfen die Chirurgen zu
einem annähernd normalen Leben, indem sie sein Erscheinungsbild durch
Haut-Muskel-Gewebetransplantate fast wiederherstellten. Sogar mit dem Mikroskop
wieder angenähte Gefäßverläufe werden in stundenlangen Operationen nicht
gescheut. Ich habe sehr viel Respekt vor einer derartig schwierigen
Meisterleistung. Und vor allem sieht man am Schluss als Resultat die endlose
Dankbarkeit eines geheilten Patienten; ich glaube es gibt nichts Schöneres für
einen Arzt.
Orthopädie ist scheinbar nicht ganz 'mein' Fach
Die Orthopädie fand in der Klink in Schlierbach statt. Das Engagement der Ärzte
war auch hier sehr zu spüren. Tägliche Untersuchungskurse an uns selbst und den
anderen Studenten sollten uns einen Einblick in die klinische Untersuchung
geben. Auch das Bedside-Teaching und der Besuch im OP durften nicht fehlen. Auch
wenn dieser Kurs sehr gut organisiert und geleitet wurde, schien es für mich im
wahrsten Sinne des Wortes eine „Knochenarbeit“ zu sein. Also wer Knochen und
ihre Röntgenbilder nicht liebt, sollte lieber kein Orthopäde werden. Es gibt an
dem Kurs überhaupt keinerlei Kritik zu üben, mir ist in dieser Woche klar
geworden, dass dies gewiss kein Fachgebiet für mich ist.
Ein taktloser Professor in der Unfallchirurgie Die Unfallchirurgie war der Orthopädie sehr ähnlich, außer dass es mehr um
Bohren, Schrauben, Drähte und Plätten ging und ein jeder Bruch in Grade von I
bis IV unterteilt wurde. Es wurden viel weniger Krankheitsbilder als
Knochenbrüche besprochen, was die allgemeine Aufmerksamkeit oft sehr sinken
ließ, falls überhaupt alle anwesend waren. Vielleicht könnte man anhand dieser
Tatsache erklären, dass man fast ausschließlich männliche Ärzte in diesem
Fachgebiet antrifft. Nach einem Seminar mit einem Professor von außerhalb fand
unser Bedside-Teaching statt. Die erste Patientin, die an einem malignen
Knochenkrebs, bekam von diesem Professor zu höre: "Es gibt schlimmeres".
Daraufhin brachte kein Student mehr ein Wort heraus, nachdem alle das Gesicht
der Patientin gesehen hatten. Beim nächsten Patienten, der einen schweren
Autounfall überlebt hatte, sagte er: "Vor einigen Jahren hätten Sie diesen
Unfall gar nicht überlebt, denn damals war die Medizin noch nicht so weit
fortgeschritten." Dieser Art Kommentare des Professors ließ die Stimmung immer
weiter sinken. Es ist schlimm zu sehen, wie die Patienten unter solchen
Kommentaren leiden und derjenige es noch nicht einmal bemerkt, wenn er den
Patienten zu nahe tritt.
Vernetztes Denken: eine eindrückliche Unterrichtseinheit
Vielleicht wurde genau aus solchen Gründen in unserer mündlichen Prüfung
besonders darauf Wert gelegt, dass wir den Standardpatienten, den wir
untersuchen müssen, Empathie entgegenbringen, denn das sollte wirklich
eindringlich geübt werden. Die spezielle Pathologie und Radiologie wurden nicht
einzeln unterrichtet, sondern waren in alle chirurgischen Fächer mitintegriert.
Zum jeweils passenden Zeitpunkt kam der Pathologe und erklärte uns seine
Sichtweise der verschiedenen Erkrankungen und zeigt dazu noch makro- und
mikroskopische Bilder. Danach wurden uns von dem Radiologen die entsprechenden
Röntgen-, CT- oder MRT- Bilder gezeigt und erklärt, damit man möglichst einen
guten Eindruck über die Möglichkeiten der Diagnostik erhält. Da dies sehr am
klinischen Alltag orientiert war und manchmal sogar mit Patienten in
Zusammenhang stand, die wir auch selbst befragen durften, war dies für mich eine
sehr eindrückliche Unterrichtseinheit. Die „Athena Plattform“, die im Internet
für die Studenten eingerichtet wurde, war optimal genützt worden, denn fast
sämtliche Power-Point Präsentationen der Seminare konnten dort abgerufen werden,
so dass man nicht immer mitschreiben musste ohne wirklich gut zuhören zu können.
Nach jedem Kurs sollte auch noch eine Evaluation erfolgen. Nur inwiefern dieser
Evaluation nachgekommen wird, bleibt fraglich, aber es evaluieren immer viele
Studenten fleißig, damit unsere Nachfolger vielleicht ein noch besseres "heicumed"
genießen dürfen...
Vielen Dank an Alicja Zybowski für diesen lesenswerten Erfahrungsbericht.
findet ihr den ersten Teil der Artikelserie.
Nun kann es endlich losgehen: Nach Erhalt der Zusage für den Studienplatz steht das erste Semester ins Haus und eine wichtige Phase im Leben vor der Tür: 6 oder mehr Jahre Studium mit vielen Eindrücken und Erfahrungen warten darauf, durchlebt zu werden. Nach der Ankunft am Uniort heisst es für den Studienanfänger, vielfältige neue Eindrücke sammeln: Einschreiben, belegen, Veranstaltung für Erstis besuchen, die Kommilitonen kennenlernen. Hier finden 'die Frischlinge im Medizinstudium' Infos zum Start als Erstsemester im Medizinstudium.
Die Ankunft an der Uni – einschreiben und belegen
Zunächst erfolgt die offizielle Einschreibung und Belegung für das erste Semester im Studiendekanat/Studentensekretariat (meist bereits im September bzw. März oder aber im Oktober bzw. April des jeweiligen Jahres). Dazu solltet Ihr einen entsprechenden Brief erhalten haben, der über die Termine und die örtlichen Gegebenheiten (Plan der Universität etc.) informiert. Bei der Einschreibung bekommt Ihr Euer Studienbuch ausgehändigt, in das Ihr die in den jeweiligen Semestern belegten Kurse eintragt und durch das Studiendekanat bestätigen lasst. Was Ihr dort eintragen müsst, erfahrt Ihr meist durch ausliegende Zettel und konkrete Anweisungen des Studiendekanats und/oder Studenten höherer Semester. Wer hier bei Unklarheiten nicht zögert, freundlich und höflich zu fragen, was er nicht verstanden hat, dem wird sicherlich weitergeholfen. Dass auch die Angestellten des Studiendekanats bei der hohen Anzahl neuer Studenten nicht immer jeden freundlich, höflich und mit persönlichem Handschlag begrüssen können, müsst Ihr einfach so hinnehmen, da es an der Situation liegt und keinesfalls persönlich gemeint ist. Nutzt auch die Einschreibung und Belegung gleich dazu, ein paar Kontakte zu knüpfen und ein paar Eurer Mitstudenten im small talkkennenzulernen. Kontakte und persönliches Kennenlernen sind gerade zu Beginn dieses Studiums sehr wichtig, denn gerade am Anfang kommt es darauf an, den Anschluss zu finden.
Unterlagen für Behörden gleich zur Seite legen Weiterhin werden Euch mit der Einschreibung/Belegung oftmals gleichzeitig wichtige Unterlagen, die Ihr für Behörden etc. benötigt, ausgehändigt: Immatrikulationsbescheinigungen (in mehrfacher Ausführung zur Vorlage beim BaföG-Amt, bei der Krankenkasse etc. ) sowie der Studentenausweis (der z.B. zur Inanspruchnahme von Ermässigungen in Kino und Theater und ggf. zu Ermässigungen im öffentlichen Nahverkehr). Zeitgleich zu Semesterbeginn müsst Ihr die sogenannten Semestergebühren entrichten. Meist ein Betrag zwischen 80 und 160 € (je nach Uni verschieden). Diese Gebühren werden einerseits für den Verwaltungsaufwand erhoben, andererseits fliessen Teile in studentische Gremien und an vielen Universitäten wird damit das sog. Semesterticket finanziert. Das Semesterticket erlaubt Euch die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, Bahn,Strassenbahn, U-Bahn im Grossraumverkehr Eurer Universitätsstadt.
Erstsemester-Woche („Ersti-Wochen“)
Nach der Belegung und Einschreibung zum Semester habt Ihr den eher offiziellen Teil hinter Euch gelassen und dürft Euch auf die sogenannte Erstsemester-Woche mit vielen Einführungsveranstaltungen, die Euch das Zurechtfinden an der Uni und im Studentenalltag erleichtern sollen, freuen. Die Erstsemester werden von Studenten höherer Semester auch liebevoll „Ersti“ genannt, daher heissen diese Wochen auch an vielen Universitäten „Ersti-Wochen“. Meist in studentischer Initiative (Fachschaft oder AG´s und Gruppen zum Thema Erstsemesterarbeit) organisiert, trefft Ihr Euch hier in kleinen Gruppen zu Rundgängen über das noch völlig unbekannte Universitätsgelände – den sog. Campus: Wo liegt die Mensa, in der Ihr Mittagessen könnt, wo findet Ihr die Bibliothek, um Lehrbücher anzuschauen oder auszuleihen und nicht zuletzt wo findet Ihr die einzelnen Hörsäle, in denen die Vorlesungen gehalten werden. All dies wird Euch in den Einführungsveranstaltungen im Rahmen der Erstsemester-Woche gezeigt. An vielen Universitäten finden sich meist Tutoren (also freiwillige und engagierte Studenten höherer Semester), die sich bereiterklärt haben, den Erstsemestern bei den vielen unklaren Fragen zum Studienstart zu helfen. Oftmals trifft man sich auch in kleinen Gruppen bei den Tutoren privat zu Hause, die Euch bereitwillig jede erdenkliche Frage zum Studium beantworten oder einen kleinen Rundgang durch die für viele noch fremde Universitätsstadt organisieren.
Der erste Pflichtkurs: Die „Erstsemester-Party“ Pflichtprogramm an vielen Unis ist auch die erste Studentenparty (keine Angst, es bleibt nicht die einzige. ..): Die sog. Erstsemester-Party. Nutzt die Chance, in ungezwungener und lockerer Atmosphäre Euren Studienstart gemeinsam mit den anderen „Frischlingen“ ein wenig zu feiern. Ihr seht: Der Studienstart ist alles andere als langweilig und Ihr findet gerade zu Beginn vielfältige Veranstaltungen, die Euch den Start in einen neuen Lebensabschnitt erleichtern. Nutzt wirklich die Chance, möglichst viele Leute kennenzulernen und scheut Euch nicht, Kontakte zu knüpfen. Denn eines habt Ihr trotz vielleicht vorhandener Unterschiede gemeinsam: 6 Jahre eines eindrucksvollen, erfahrungsreichen, lern- und lehrreichen und für manche auch einzigartigen Studiums liegen vor Euch.
Lerngruppenbildung An einigen Universitäten werden die Kurse des ersten und zweiten Abschnitts im Studium in sogenannten festen Lerngruppen (zwischen 3 und 6 Personen) absolviert. Meist habt Ihr die erste oder auch zweite Woche im Semester Zeit, Euch mit Euren Mitstudenten zusammenzufinden und auf entsprechenden Listen einzutragen. Daher solltet Ihr in dieser Zeit ein Auge darauf halten, welche der Mitstudenten nach Sympathiefaktor und erstem Kennenlernen vielleicht zu Eurem Typ passen und Ihr Euch vorstellen könnt, eine nicht unerhebliche Zeit mit eben diesen 3 bis 6 Personen in den Kursen und Praktika zu verbringen.
Veranstaltungen an der Uni (Vorlesung – Seminar – Praktikum)
Nachdem Ihr Euch an der Uni eingeschrieben, Euch ein wenig zurechtgefunden und das Unigelände erkundet habt, stehen auch meist die ersten Veranstaltungen auf dem Plan. Bei den Veranstaltungen, die Ihr im Laufe des Studiums durchlaufen werdet, lassen sich grob gesagt unterscheiden: Vorlesung (Professoren halten Unterricht meist in Vortragsform), Seminar (Professoren und Lehrkräfte vertiefen das in der Vorlesung behandelte Thema meist in kleineren Gruppen, die in etwa der Grösse einer Schulklasseentsprechen), Praktikum (hier seid Ihr aktiv gefordert, praktisch tätig zu sein, d.h. mikroskopieren, chemische Versuche durchführen, eine Leiche sezieren etc.). Wie dies vor Ort an der Uni im ersten Abschnitt des Studiums (die ersten zwei Jahre, auch Vorklinik genannt) im einzelnen geregelt ist, erfahrt Ihr bei der Einschreibung und Belegung im Studiendekanat oder von Studenten höherer Semester, die sich als Tutoren bereiterklärt haben, Euch Erstsemestern zu helfen.
Die ersten Vorlesungen Nun geht es los: Die erste Begrüssungsvorlesung steht auf dem Plan. Meist durch offizielle Personen wie den Dekan der medizinischen Fakultät, werdet Ihr als Studenten feierlichbegrüsst. Auch finden bald die ersten Vorlesungen in den Fächern der Vorklinik statt. Für einige ist esgewöhnungsbedürftig, sich in grossen Hörsälen, in denen z.T. mehrere Hundert Mitstudenten sitzen, zurechtzufinden. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Wichtig sind noch zwei Abkürzungen, die im Zusammenhang mit den Vorlesungen erläutert werden sollten: S.t. und c.t.. Schaut Ihr in das Vorlesungsverzeichnis, so steht hinter den Vorlesungen oftmals eine dieser beiden Abkürzungen, die etwas über den Zeitpunkt der Vorlesung aussagen. Mit s.t. bezeichnete Vorlesungen beginnen zur vollen Stunde (also 8 Uhr s.t bedeutet 8:00 Uhr), mit c.t. bezeichnete Vorlesungen beginnen ein Viertelstündchen später („das sogenannte akademische Viertelstündchen oder akademisches Viertel“: 8 Uhr c.t. bedeutet 8:15 Uhr). Die Abkürzungen stammen aus dem lateinischen und besagen für s.t. = sine tempore = „ohne Zeit“ = zur vollen Stunde bzw. für c.t. = cum tempore = „mit Zeit“ = immer um viertel nach....
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5. Lachen ist gesund: Der Klinik-Clown Rainer Kreuz
Bonn (idw) - Bei der Arbeit von Rainer Kreuz steht das Kind und nicht der Clown im Vordergrund! Als Clown Rididu besucht er einmal im Monat teilweise schwer kranke Kinder in der Neurochirurgie der Bonner Universitätsklinik. Einfühlsam und sensibel tastet sich Rididu an jedes Kind individuell heran und versucht die Kinder zum gemeinsamen Spiel zu motivieren.
Lachen ist gesund: Der Klinik-Clown Rainer Kreuz
Als Klinik-Clown zaubert Rainer Kreuz mit den Kleinen, bläst auf seiner Trompete
muntere "Clowns-Melodien" oder malt die Lieblingstiere der kleinen Patienten auf
Luftballons, mit denen die Kinder Rididu zum Abschied winken. Oder er ist
einfach nur für sie da!
Sein schönstes Erlebnis: Er brachte einen fünfjährigen Jungen nach überstandener
Herz-Operation zum Lachen. Auch die Eltern des Kindes dankten dem Clown. Darin
besteht für Kreuz der Sinn seines Daseins als Klinik-Clown: Den Kindern schöne
Momente zu bereiten! Ebenso einfühlsam wie im Spiel mit den Kindern ist er auch,
wenn er merkt, dass es einem Kind plötzlich schlecht geht und Hilfe von den
Krankenschwestern braucht. Dann zieht er sich schnell und unauffällig zurück.
Das gehört dazu. Auch, dass Kinder die Frage: "Hast Du Lust auf Clownsbesuch?"
gelegentlich verneinen. "Ein Therapeut sei er nicht", sagt Klinik-Clown Kreuz.
Auch wenn seine Arbeit therapeutische Wirkung auf das Gemüt der kleinen
Patienten zeigt, denn lachen ist bekanntlich gesund! Wenn Kreuz Kinder über
einen längeren Zeitraum besucht, entstehen automatisch so genannte
Clownsfreundschaften zwischen Clown Rididu und einzelnen Kindern.
Bereits seit zehn Jahren arbeitet Sozialpädagoge Kreuz als Clown. Im Jahr 2000
ließ er sich zum professionellen Clown ausbilden. Kreuz schätzt die Kombination
von künstlerischer und pädagogischer Tätigkeit. Mit seiner Arbeit schafft er
einen anderen Zugang zu den Kindern, als ihn die Ärzte haben, mit der
Motivation: "Ich möchte dem grauen Klinikalltag Farbtupfer geben," sagt Kreuz,
der auch Mitglied des Vereins "Kunst im KinderKrankenhaus" (KiKK) e.V. ist.
Ermöglicht wird sein Einsatz im Universitätsklinikum Bonn, wo er seit drei
Jahren als Clown Rididu tätig ist, mit Hilfe der Stiftung Krankenhausseelsorge
des evangelischen Kirchenkreises Bonn. Aber auch in anderen Bonner und Kölner
Krankenhäusern arbeitet er als "sensibler Spassmacher".
Wenn Kreuz nicht mit roter Clowns-Nase, Schlapphut und Ringelsocken in den
Kliniken Kinder mit ihren Sorgen und Schmerzen besucht, ist er als Jugendleiter
in einer evangelischen Kirchengemeinde tätig. Überschneidungspunkte zu seiner
Tätigkeit als Klinik-Clown gibt es insofern, dass er hier mit Kindern und
Jugendlichen Theater spielt. Wenn er die Krankenhaus-Welt verlässt ist er
"positiv erschöpft" und die Reflexion über seine Arbeit mit Clownskollegen,
Klinikschwestern oder Freunden ist sehr wichtig. In dem Clownskostüm steckt eben
auch "nur" ein Mensch, und das Erlebte muss sich nach der Arbeit "erst mal
setzen", so Kreuz.
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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Kopf frei fürs Examen - Studienendfinanzierung
Große Sprünge können sich Studierende meistens nicht leisten. BAföG, Praktikums-Vergütung, Stipendien oder der Eltern-Zuschuss decken gerade einmal die nötigsten Ausgaben für Wohnung, Mensa und Freizeit. Besonders wichtig wird finanzielle Rückendeckung dann während der Examensvorbereitung. Gerade Examenskandidatinnen und –kandidaten sollten Kopf und Rücken frei haben und nicht auf Zeit raubende Jobs angewiesen sein.
Deshalb bietet ihnen die APO-Bank die Studienendfinanzierung, d.h. während des „Endspurts“ einen monatlichen Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt, an.
Die Vorzüge
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100-prozentige Auszahlung des Kredits
freie Verfügbarkeit
niedriger Zinsaufwand
außerplanmäßige Tilgungen, z.B. bei unerwartetem Geldzufluss
Und noch ein Plus: Die von der Bank geleisteten Darlehensbeträge haben keinen Einfluss auf die BAföG-Berechnungen!
Für den Mediziner in der Doktorarbeit können neben der Universitätsbibliothek (UB) auch Staats-, Landes- und Forschungsinstitutsbibliotheken wie beispielsweise die der Max-Planck-Institute für die Literaturbeschaffung hilfreich sein.
Aufbau einer Bibliothek Die Bibliothek gliedert sich in verschiedene Bereiche. Im Freihandbereich und der Lehrbuchsammlung
stehen vor allem Lehrbücher, Lexika etc. Sie können selbst ausgesucht und
ausgeliehen werden. Die im Lesesaal ausgelegten Bücher und Zeitschriften dürfen
nicht ausgeliehen werden, sondern müssen dort gelesen oder fotokopiert werden.
In manchen Bibliotheken ist der Lesesaal in verschiedene Bereiche getrennt, z.B.
Zeitschriften- und Hauptlesesaal. Der Katalogsaal enthält die verschiedenen Kataloge wie Alphabet- und Sachkataloge sowie Zeitschriftenverzeichnisse. Mit Hilfe der Kataloge können beispielsweise unvollständige Literaturangaben komplettiert werden oder der Standort einer bestimmten Zeitschrift ermittelt werden. Regelmäßig angebotene Bibliotheksführungen sind der geeignete Einstieg zum besseren Kennenlernen einer Bibliothek.
Vom Zitat zur Originalarbeit
Die ausgedruckten Literaturzitate mit Abstracts oder selbst gemachte Karteikarten nach Studium bereits vorliegender Literatur sollten dahingehend geprüft werden, ob die Originalarbeit benötigt wird. Außerdem empfiehlt es sich, die Ausdrucke zu zerschneiden, um jeweils nur ein Zitat pro Blatt zu erhalten. Später kann man somit einfach die Standortbezeichnung der Zeitschrift notieren und das Zitat dem kopierten Artikel vorheften. Heutzutage kann man auch die Gesamtarbeit online herunterladen, dann ist es jedoch besser die Arbeit zu speichern und später auszudrucken, um wertvolle Online-Zeit nicht zu verschwenden.
Zitat Nur das vollständige Zitat ermöglicht das rasche und sichere Auffinden der Originalarbeit. Ein komplettes Zitat beinhaltet den Nachnamen des Erstautors mit den Initialen des Vornamens, den Titel der Arbeit, den Namen, Band und Jahrgang der Zeitschrift sowie die Seitenzahl. Fehlende Angaben können anhand der Kataloge oder einer MEDLINE-Recherche ergänzt werden. Die Zeitschriftennamen im Zitat sind in aller Regel einheitlich abgekürzt. Um auf den vollen Namen zu kommen, muss im Zeitschriftenverzeichnis (List of Journals Indexed in Index Medicus) nachgeschlagen werden. Es wird jährlich aktualisiert. Falls eine Abkürzung nicht enthalten ist, sollte man einfach einen Bibliothekar zu Rate ziehen und evtl. eine Fernleihe versuchen.
Standort Danach muss der Literatursuchende den Standort der betreffenden Zeitschrift anhand des Standortverzeichnisses her- ausfinden. Dieses alphabetische Verzeichnis gibt an, in welchen Bibliotheken/Instituten die Zeitschrift vorhanden ist und welche Standortbezeichnung sie dort hat. Außerdem enthält es Angaben darüber, welche Jahrgänge wo vorhanden sind. Es bietet sich an, sofern die Zeitschrift an mehreren Stellen geführt wird, alle entsprechenden Angaben zu notieren, um Ersatzstandorte zu haben, falls eine Zeitschrift einmal nicht erhältlich ist.
Fernleihe
Wird eine Zeitschrift nicht geführt, kann man entweder auf diese Arbeit verzichten oder eine Fernleihe durchführen. Das entsprechende Formular erhält man beim Bibliothekar, bei dem auch die Gebühr zu entrichten ist. Nachteil der Fernleihe ist die Wartezeit von vier bis sechs Wochen. Abhilfe schafft hier der Telefaxdienst der Zentralbibliothek der Medizin in Köln. Vor 14 Uhr bestellte Arbeiten werden in der Regel bis 16 Uhr zugefaxt; die Kosten liegen derzeit bei
8 € pro Artikel. Man benötigt außer dem Telefaxbestellschein nur ein Faxgerät, über das mittlerweile die meisten Kliniken und Institute verfügen. Komfortabel lässt sich diese Bestellung mit Zusatzprogrammen wie Easy Order erledigen (s.S. 54). Einige UBs bieten auch die elektronische Dokumentenlieferung an (s.S. 49).
Kopieren Wer viele Artikel in verschiedenen Bibliotheken kopieren muss, sollte die Literaturnachweise mit den Standortbezeichnungen nach Bibliotheken und Zeitschriften vorsortieren, um unnötige Wege zu vermeiden. Mit der Standortbezeichnung versehen, macht man sich auf den Weg zur entsprechenden Bibliothek. Die Öffnungszeiten der Bibliotheken sind sehr variabel, deshalb sollte man sich unbedingt vorher informieren. Die Suche nach dem Standort der Zeitschrift gestaltet sich mitunter anfänglich recht schwierig, erfahrene Benutzer oder der Bibliothekar helfen aber gerne weiter.
Neuere Ausgaben sind als Einzelhefte in Zeitschriftenständern ausgelegt, zwar mit der Standortbezeichnung versehen, jedoch alphabetisch sortiert.
Die älteren Jahrgänge sind gebunden nach der Standortbezeichnung sortiert. Ist ein Jahrgang nicht auffindbar, sollte man nachfragen, ob er evtl. beim Buchbinder ist und wann er verfügbar sein wird. Aus dem entsprechenden Band oder der Zeitschrift wird der gewünschte Artikel herausgesucht und die Angaben noch einmal verglichen. Anschließend geht man zum Kopieren. Hierzu noch einige Tipps:
Checkliste
Genügend Kleingeld oder eine Kopierkarte mitnehmen
Hefter, Büroklammern, Bleistift mitnehmen
Von hinten nach vorne kopieren; die Kopien müssen dann nicht mehr sortiert werden
Kontrollieren, ob alle Seiten vollständig kopiert sind
Ggf. verkleinern, um Geld und Papier zu sparen
Abstract bzw. Karteikarte vorheften
Die
Inhalte dieser Artikelserie stammen aus dem folgenden Buch:
Titel:
Praktische Tipps für
die Medizinische Doktorarbeit
Autor:
Eva-Maria Baur,
Martin Greschner, Ludwig Schaaf
ISBN:
3540650261
Verlag:
Springer Verlag
Preis:
14,95
Euro
Neben den hier
veröffentlichten Kapiteln 1,2,8,9 und 14 stehen in dem Buch sehr viele weitere
Informationen zur Verfügung. Um Euch einen Überblick über die weiteren Inhalten zu
verschaffen, schaut Euch doch einfach einmal das Inhaltsverzeichnis an.
Und damit Sie richtig lossparen können, schenken wir Ihnen 5 Euro
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8. Topthema der aktuellen Via medici: Hasta la vista, Doc! Studium, PJ und Famulatur in Spanien
Sand in den Schuhen, nicht aus Hawaii, sondern aus Spanien - das haben auch hierzulande immer mehr Studenten. Und wer von euch mit dem Gedanken spielt, Teile des Studiums im sonnenverwöhnten Spanien zu verbringen, findet in der aktuellen Via medici mit dem Topthema 'Hasta la vista, Doc!' von Dr. F. Witte wertvolle Impressionen, von denen wir Euch hier einen Auszug bieten.
Hasta la vista, Doc!: Studium, PJ und Famulatur in Spanien
von Dr. med. Felicitas Witte (Via medici)
Viva España! Bei einer Famulatur oder einem Auslandssemester auf der iberischen
Halbinsel kann man weit mehr kennen lernen als nur den Geschmack von Paella,
Tapas und Sangría. In Spanien kann man eine Medizin erleben, die mit
überraschend wenig Stress auskommt und sich in einer Sprache üben, die man in
vielen Teilen der Welt spricht.
„Empuja, Dolores, empuja! Esfuérzate!“ Das Stöhnen der Gebärenden ist neben der
dröhnenden Stimme der Hebamme kaum zu hören. „Venga, Dolores, empuja!“, ruft
auch die Gynäkologin und drückt die Hand der Schwangeren kräftig. „Venga, venga,
empuja, empuja!“, feuern zwei Hebammenschülerinnen die Frau an. Zehn Minuten
später hat die junge Frau ihren Sohn im Arm und strahlt.
„Als ich das erste Mal eine Geburt in Spanien sah, war ich total überrascht“,
erinnert sich Uli Ronellen-fitsch, der zwei Semester in Madrid studiert hat.
„Alle rufen und feuern die Gebärende an. Da merkt man das südländische
Temperament!“ Laut und lebendig geht es nicht nur in Bars, Cafés und im
Straßenverkehr zu, sondern auch im normalen Krankenhausalltag: Wild
gestikulierend erklären Chirurgen während der OP die Operationsschritte,
detailverliebt erläutern Internisten im Einzelunterricht verwirrende MRT-Bilder
und HNO-Ärzte zeigen mit ausufernden Erklärungen, wie man den Gehörgang
untersucht. „Zuschauen darf man überall und die meisten Ärzte erklären sehr
gerne“, erinnert sich Uli Ronellenfitsch.
„Die Betreuung in Spanien ist super“, findet auch Lena Piechatzek, die im
neunten Semester an der Universidad de Barcelona studiert. „In den Praktika sind
immer nur wenige Studenten, sodass man viel Gelegenheit zum Fragen hat. Während
meines Praktikums in der Gynäkologie konnte ich Untersu-chungen durchführen, die
man in Deutschland oft erst im AiP lernt. Dies ist für die Medizinstudenten hier
selbstverständlich und wird von den Patientinnen gut akzeptiert.“ Oft ist ein
Arzt bei der Untersuchung dabei, fragt nach und korrigiert. „Ich hatte einen
Professor, der sich hervorragend um mich gekümmert hat“, erinnert sich
Marc-Daniel Kunze, der Anfang des Jahres sein Innere-PJ-Tertial im Hospital
General Universitario Gregorio Maranón in Madrid absolviert hat. „Ich
untersuchte meine Patienten und stellte einen Therapieplan auf. Zusammen mit dem
Professor diskutierte ich den Fall. Er nahm sich immer Zeit für mich, um mir
etwas zu erklären oder mir Untersuchungstechniken zu zeigen. Viele praktische
Eingriffe wie Pleurapunktionen oder Aszitespunktionen durfte ich selbst machen!“
Seine Freundin Alexa Bürgermeister, die dort zur gleichen Zeit ihr PJ-Tertial in
der chirurgischen Abteilung absolvierte, war weniger begeistert. „Da spanische
Medizinstudenten kaum Famulaturen machen, wissen die Ärzte nicht, was sie einem
Studenten zutrauen können“, erzählt sie. „In der Allgemeinchirurgie durfte ich
außer Hakenhalten nicht viel machen. Nur in der Gesichtschirurgie konnte ich
manchmal Gefäße ligieren oder nähen. Aber die Chirurgen waren sehr nett, hatten
Zeit für meine Fragen und erklärten mir mit ausführlichen Skizzen die Eingriffe.
Wenn mich eine OP nicht interessierte, bin ich in die urgencia (Ambulanz)
gegangen, dort konnte ich ab und zu Schnittwunden nähen. Sehr froh war ich, dass
ich kein Blut abnehmen und keine Nadeln legen musste. Dafür sind in Spanien die
Schwestern zuständig.“
Der Arbeitstag der PJlerin endete offiziell um 15.00 Uhr. Da Chirurgie sowieso
nicht ihr Traumfach ist, nutzte Alexa Bürgermeister die Zeit, um die spanische
Hauptstadt zu erkunden. Denn letztendlich bietet ein Auslandsaufenthalt mehr als
bloßen medizinischen Wissenszuwachs. „Ein Blick über den Tellerrand erweitert
den Horizont“, findet Harald Voth, der zurzeit in Barcelona studiert. „Ich halte
es für wichtiger, die Sprache zu lernen, die Landschaft zu genießen, sich einen
Einblick in die Kultur des Landes zu verschaffen und Kontakte mit Einheimischen
zu knüpfen.“
Vorbereitung: ¿Hablas español?
Ob Gespräche mit Patienten, Nachfragen bei Ärzten oder Plaudern mit der netten
Bedienung im Café: Ohne Grundkenntnisse in Spanisch kommt man nicht weit. „Bevor
ich ein Semester in Alicante studierte, habe ich einen zweiwöchigen Sprachkurs
in Galizien belegt“, erinnert sich Lena Piechatzek, die schon zum dritten Mal
während ihres Medizinstudiums in Spanien ist. „Das reichte aber nicht! Die
Spanier sprechen viel schneller, als man als Anfänger verstehen kann. Zum Glück
hatte ich damals nur Anatomie und den Präparierkurs, sodass ich mich nicht viel
unterhalten musste. Ich habe aber sonst jede Gelegenheit zum sprechen genutzt –
der Bäcker hat sich jedes Mal gefreut, wenn ich zum Plaudern vorbeikam!“, fügt
sie hinzu. „Wer nach Barcelona gehen möchte, sollte beachten, dass man mit
castellano (Spanisch) nicht weit kommt“, mahnt Harald Voth, der seit Februar
über Erasmus an der Universidad de Barcelona studiert. „Die Katalanen sind sehr
patriotisch. Patienten und Ärzte sprechen vor allem catalán, und nur auf
Nachfrage castellano. Es kann sehr anstrengend sein, wenn man immer nachhaken
muss.“
Wer Spanisch beherrscht, hat nicht nur besseren Kontakt zu den Patienten,
sondern profitiert auch mehr von Vorlesungen und Seminaren. Harald Voth hat
Kurse belegt, die in seiner Heimatstadt Köln im Studium seiner Meinung nach zu
kurz kommen. „Ich habe zuerst einen Kurs in semiología belegt, der ist ähnlich
wie unser Untersuchungskurs, aber viel detaillierter und systematischer als bei
uns. Später habe ich noch meine Pflichtfamulatur in Allgemeinmedizin in einem
atención primaria (Gesundheitszentrum) gemacht. Ich durfte viele Patienten
otoskopieren und laryngoskopieren.“ In den anderen Fächern habe er längst nicht
so viel machen können. „Praktisch habe ich bis auf die Zeit im
Gesundheitszentrum wenig gelernt. Das Studium in Spanien ist leider sehr
verschult. Medizinstudenten dürfen meist nur zuschauen, Anamnesegespräche und
körperliche Untersuchungen durchführen.“ Auch Uli Ronellenfitsch findet das
spanische Medizinstudium viel zu theorielastig. „Viele spanische Ärzte können am
Ende des Studiums weder eine gute Untersuchung durchführen noch richtig Blut
abnehmen. Es gibt keine Pflichtfamulaturen und ein PJ wie bei uns kennt man dort
auch nicht. Am Ende des Studiums gleichen die Mediziner oft einem ,wandelnden
Lehrbuch‘, haben aber von praktischen Dingen keine Ahnung. Auch als residente
(Arzt in der Weiterbildung) darf man in den ersten zwei Jahren nicht viel
eigenverantwortlich machen, sondern soll vor allem zuschauen.“
Sehr großzügig sind Ärzte und Profs hinsichtlich der Arbeitszeiten. Während
Famulanten oder PJler in deutschen Kliniken oft erst spät abends ihre Station
verlassen können, legen spanische Ärzte viel Wert darauf, dass der Besuch aus
Deutschland sich ihr país maravilloso anschaut, und schicken die jungen
Mediziner häufig schon am frühen Nachmittag nach Hause. So nutzen viele wie
Harald Voth ihre Freizeit neben intensiven castellano- und catalán-Sprachkursen
für Ausflüge in die Umgebung, Mountainbike-Touren, Kinobesuche oder Strandtage.
Den vollständigen Artikel "Hasta la vista, Doc!: Studium, PJ und
Famulatur in Spanien" von Dr. med. Felicitas Witte findet Ihr in der
aktuellen Via medici 4/04:
Zum aktuellen Heft hier klicken
Autor(in): Dr. med. Felicitas Witte (Via medici) ([email protected])
Mit mehr als 1.000 Beiträgen in der Woche findet man in den Medi-Foren zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In der neuen Rubrik "Gelauscht" wollen wir Euch in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findet Ihr das ein oder andere Thema, das Euch auch interessiert - ein Klick und Ihr seid mit dabei:
Leipzig (idw) - Einmalig in den neuen Bundesländern ist ein besonderes Ausbildungsprogramm, das es ausgewählten Studenten der Medizin und der Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie an der Uni Leipzig ermöglichen soll, gleichzeitig ein doppeltes Studienprogramm zu absolvieren und mit einer interdisziplinär angelegten Promotion sowohl den Doktor rer. med. als auch den Doktor rer. nat. zu erwerben.
Zweifachgraduierung für Medizin und Biowissenschaften an der Uni Leipzig
Erfolgreiche Absolventen dürfen den Titel MD/PhD führen, der sie als international anerkannte Experten ausweist. Diese Doppelpromotion soll hochbegabten Absolventen der oben genannten
Fakultäten mit besonderem Interesse an medizinisch orientierter experimenteller
Forschung spezielle Betreuung und Unterstützung zukommen lassen. "Wir wollen
damit", erklärt Prof. Dr. Wieland Kiess, Dekan der Medizinischen Fakultät, "auf
internationalem Parkett konkurrenzfähige junge Wissenschaftler mit einem
vertieften Verständnis für medizinische und naturwissenschaftliche Methoden
sowie projektbezogene Planung ausbilden."
Die Studierenden erfahren eine vollwertige Ausbildung in ihrem jeweiligen Fach
und schließen daran ein vertiefendes Studium des Partnerfaches an. Dann folgt
die Doppelpromotion, die eine medizinische und eine biowissenschaftliche
Dissertation einschließt. Also: Medizinstudenten studieren Medizin und ergänzen
ihr Studium mit einer Spezialausbildung in den Biowissenschaften und/oder der
Pharmazie. Und Studenten der Biowissenschaften, Biochemie und Pharmazie
studieren ihr Fach und erhalten zusätzlich eine medizinische Ausbildung. Sie
schließen ebenfalls mit der Doppelpromotion ab. Die von den Biowissenschaftlern,
Biochemikern und Pharmazeuten absolvierte Medizinausbildung bezieht sich stets
auf die medizinische Forschung und schließt keine Approbation als Arzt ein,
darum der Dr. rer. med.
Der Dekan der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, Prof.
Dr. Kurt Eger, sieht in der Doppelpromotion eine Stärkung der Stellung der
Naturwissenschaftler in der Medizin, die ein traditionelles Forschungsfeld auch
für Absolventen der Naturwissenschaften darstellt: "Besonders in Leipzig und in
den anderen ostdeutschen medizinischen Fakultäten waren Naturwissenschaftler in
der Medizin stark vertreten. Wir knüpfen gewissermaßen daran an."
Die Doppelpromotion ist ein Angebot für besonders begabte, ausgewählte
Studenten. Es stellt naturgemäß auch besondere Anforderungen an die Betreuung.
Deshalb ist die Zahl dieser Promovenden von vornherein begrenzt. Prof. Frank
Emmrich, Mitglied der MD/PhD-Kommission an der Medizinischen Fakultät und
Sprecher des IZKF Leipzig, denkt an höchstens fünf Studenten aus jeder der zwei
Fakultäten. "Es handelt sich um eine Hochbegabtenausbildung, die von den
Beteiligten besonders viel verlangt."
Promoviert wird an den jeweiligen Fakultäten nach den jeweiligen
Promotionsordnungen. Die Dekane Prof. Kiess und Prof. Eger könnten sich durchaus
vorstellen, dass sich auch andere naturwissenschaftliche Fakultäten der
Doppelpromovierung anschließen. Die Aufnahmebedingungen in das Programm werden
in Kürze veröffentlicht. Die Ausschreibung für interessierte Bewerber beginnt im
Wintersemester 2004. Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
Folgende Personen arbeiten regelmäßig oder zeitweise an der
Onlinezeitung:
Ilka Markmann, Redakteurin, Marlies Lehmkuhl, Redakteurin, Daniel Luedeling, Redakteur, Peter Artz, Redakteur, Franziska Böhm, Redakteurin, Susanne Kirscht, Redakteurin, Andreas Bussmeyer, Redakteur, Jascha Hellberg, Redakteur, Christian Weier, Redakteur, Jens Plasger, Redakteur, Stan, Reporter für Extremeinsätze, Arne Beckendorf, Buchrezensionen und Lokal Hannover, Andrea Clemens, Lokalbereich Uni Köln, Astrid Stumpf, Lokalbereich Uni Münster, Benedikt Bader, Lokalbereich Uni München, Bettina Kiep, Lokalbereich Uni Mainz, Cordula Sachse, Lokalbereich Uni Greifswald, Daniela Prause, Lokalbereich Uni Göttingen, Eike Beyer, Lokalbereich Uni Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg, Kristina Krüger, Lokalbereich Uni Hannover, Pia Paul, Lokalbereich Uni Witten, Stefanie Schmölke, Lokalbereich Uni Frankfurt, Tobias Schmeinck, Lokalbereich Uni Münster
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