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Die Onlinezeitung von MEDI-LEARN
Medi-Zeitung
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(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung) |
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Gute Ansichten sind wertlos, es kommt darauf an, wer sie hat. (Karl Kraus, Satyriker) |
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Editorial |
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Hallo,
viele von Euch kennen sicherlich den Deutschen Famulantenaustausch (DFA) nur dem Namen nach: Im Interview mit Stephan Steinhauser erfahrt Ihr mehr über ihn und den dfa, der Studenten ins Ausland verhilft. Ebenfalls über das Ausland berichtet Tonja Burkhard in dem Artikel "Ein Jahr studieren in Lausanne", in dem nicht nur Messe-Häppchen und kurzärmelige Kittel eine Rolle spielen.
50 Bücher werden im neuen Gewinnspiel "Schätzen und Gewinnen" verlost, das wir Euch gemeinsam mit der Rezension zum vierbändigen Anatomie CompactLehrbuch präsentieren möchten.
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'Nach dem Gesetz haften Sie in voller Höhe' - hiess es in der letzten Ausgabe zum Start der Artikelserie "Berufshaftpflicht", die heute der Fragestellung 'Welche finanziellen Forderungen können auf mich zukommen?' nachgeht. Und schliesslich dürfte nicht nur für die von Kreuz- und Knieschmerz gelegentlich Geplagten der Artikel zur Wirksamkeit der Akupunktur lesenswert sein, den Ihr ebenfalls in der heutigen Ausgabe findet.
Bis zur nächsten Woche,
Jens, Marlies und Christian
Redaktion Medi-Learn.net
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Inhalt (jetzt auch anklickbar) |
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Repetitorien
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4-wöchige Schulung: Ideal für alle, die ihrer
Prüfungsvorbereitung unter fachkundiger Anleitung den letzten
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Die Kompaktkurse wenden sich
an Interessenten, die ihre Schwächen in einzelnen Fachgebieten der
punkteträchtigen Hauptfächer (Anatomie, Biochemie,
Physiologie & Med. Psychologie/ Soziologie) sehen.
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Durch die zeitliche Platzierung der Kurse am
Semesterende können auch Studenten mit Testat- oder
Anwesenheitsverpflichtungen im laufenden Semester die Kompaktkurse
besuchen.
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Heute möchten wir Euch Stephan Steinhauser vom Deutschen Famulanten-Austausch (DFA) in einem Interview einmal etwas näher vorstellen. Womit beschäftigt er sich, wie sieht die tägliche Arbeit aus und welche Tipps gibt er für eine Auslandsfamulatur? Antworten auf diese und weitere Fragen findet Ihr im folgenden Gespräch, für das sich Stephan dankenswerterweise zur Verfügung stellte.
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Welche Funktion übst Du genau beim Deutschen Famulantenaustausch (DFA) aus und wie darf
man sich als Aussenstehender die Arbeit eines DFA-Teamers vorstellen?
Ich bin zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit (auf neudeutsch: Public Relations)
des Deutschen Famulantenaustausch (DFA). Das heißt, ich halte zum Beispiel mit
Leuten wie euch bei MEDI-LEARN Kontakt und gebe so Medizinstudenten die
Möglichkeit, mehr über den DFA zu erfahren. Der Zeitaufwand dafür schwankt
sehr stark. Ungefähr fünf bis 20 Stunden die Woche, manchmal auch mehr. Der
harte Kern, sprich der Vorstand, besteht aus neun Medizinstudenten und zwei
Verwaltungsangestellten, die gemeinsam die ganze Verwaltungsarbeit im
Hintergrund bestreiten.
Lokal gibt es in jeder Fakultät Medizinstudenten, die Studenten vor Ort
betreuen, die ins Ausland wollen. Genauso kümmern sie sich um ausländische
Studenten, die in Deutschland ihre Famulatur machen. Das sieht dann so aus, dass
sie in ihrer Stadt einen Klinikplatz und eine Wohnung besorgen und mit den
ausländischen "Incomings" vor Ort etwas unternehmen, sogenanntes "social program".
Wie bist Du eigentlich zum DFA gekommen und was hat Dich bewogen, auch aktiv
in der Organisation mitzumachen?
Durch Zufall. Ich bin über die Fachschaft einmal auf eine
Mitgliederversammlung gekommen und bin hängengeblieben. Bei diesem Treffen habe
ich gesehen, dass hier wirklich gute Arbeit geleistet wird, bei der man auch
viel persönlich lernen kann und die ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich
wäre. Ich glaube, der Hauptgrund war aber eigentlich das sehr starke
Gemeinschaftsgefühl innerhalb des DFA und die Möglichkeit, etwas zu bewirken.
Was macht Dir an Deiner Arbeit besonderen Spass und welche Art von Jobs sind
Dir eher nicht so recht?
Die größte Motivation ist wohl, dass man einen Haufen Leute kennenlernt, die
ähnliche Ziele und Einstellungen haben, wie ich selbst. Sei es nun innerhalb von
Deutschland oder von überall her auf der Welt. Unangenehme Seiten hat der Job
allenfalls in seinem großen zeitlichen Aufwand. Es kommt vor, dass man auf Dinge
verzichten muss, und auch der Freundeskreis im heimischen Umfeld wird dadurch
vernachlässigt.
Wenn ich mich als Medizinstudent über den DFA für eine Auslandsfamulatur
bewerben möchte, kannst du den groben Weg (Vorgehen, Kosten, Rechte, Pflichten)
einmal kurz darstellen?
Eigentlich relativ simpel. Man sammelt ein paar Zeugnisse zusammen, schreibt
einen 'letter of motivation' (in dem man erklärt, warum man gerade in dem
begehrten Land famulieren möchte), zahlt eine Bewerbungsgebühr von 100€ auf das
DFA-Konto und schickt das an den DFA, bzw. an die Lokalvertretung an jeder Uni. Im
Normalfall zahlt man dann vor Ort nichts mehr für seine Unterkunft und
Verpflegung. 50€ bekommt man wieder zurück, wenn man einen Bericht über seine
Erlebnisse während der Famulatur schreibt.
Nun studierst Du ja auch Medizin. Wie lange studierst Du schon und wo?
Interessieren würde mich auch noch, was Dich seinerzeit motivationstechnisch
bewogen hat, das Medizinstudium aufzunehmen?
Ich studiere mittlerweile im vierten Jahr in Ulm. Die Motivation? Großes
Interesse an biologischen und physiologischen Vorgängen und Krankheit. Ich mag
die Atmosphäre im Krankenhaus und das Arbeiten im Team. Und wenn ich ehrlich bin
natürlich auch ein Stück weit gesellschaftliches Ansehen des Berufes.
Welche Fächer liegen Dir im Studium besonders und welche Fächer hätte man aus
Deiner Sicht gar nicht erst erfinden müssen? Woran liegt´s aus persönlicher
Sicht, dass dir die einen liegen und die anderen nicht?
Am meisten liegen mir, glaube ich, alle klinischen Fächer mit direktem
Patientenbezug. Telefonbuch-Fächer wie Biochemie, Pharma und Mikrobiologie müssen
zwar sein, liegen auf meiner Favoritenliste aber weit unten. Insgesamt gibt es
meiner Meinung nach kein überflüssiges Fach in der AO. Nur die Gewichtung
und der Prüfungs- und Benotungswahn nimmt derzeit einfach Überhand.
Medizinstudium, DFA - da machst du sicher eine Menge Erfahrungen, beides kostet
Zeit. Wie bringst Du Studium und DFA unter einen Hut? Schaffst Du das parallel?
Ich muss irgendwie versuchen, das Ganze parallel zu schaffen, weil ich deshalb
keine Zeit im Studium verlieren möchte, da ich auch noch Auslandspläne hege.
Meistens muss dann vor den Prüfungen eine Menge Stoff nachgeholt werden;-)
Vielleicht liegt das aber auch an meiner Lernmentalität...
Bei soviel Aktivität rund um Studium und DFA braucht man Entspannung. Mit
welchen Hobbies gelingt es Dir, wieder frische Kraft zu tanken und Abstand vom
Studienalltag zu gewinnen?
Ich treibe Sport, wo es zeitlich geht und gehe sehr gerne in die Sauna. Außerdem
gönne ich mir ab und zu mit meiner Freundin Exzessiv-Entspann-Wochenenden, an
denen einfach nichts gemacht wird. Die Reue folgt dann unter der Woche...
Welche allgemeinen Tipps zu einer Auslandsfamulatur beim DFA würdest du
spontan und als 'aus Erfahrung besonders wichtig bzw. häufig erfragt', den
Interessenten für Euer Austauschprogramm mit auf den Weg geben wollen?
Die Auslandsfamulatur ist an sich schon ein Tipp, um sich selbst und sein
medizinisches Wissen zu bereichern. Sicher muss man nicht über den DFA ins
Ausland gehen. Man macht sich dadurch nur manches leichter. Zum Beispiel braucht
man sich nicht um einen Klinikplatz oder eine Wohnung zu kümmern. Auch das
Kennenlernen von anderen Studenten ist einfacher. Wenn man sich selbst alles
organisiert, sollte man sich aus diesem Grund eher an Kliniken bewerben, die
Anschluss an Universitäten haben. Diese Kliniken haben dann meistens auch mehr
Erfahrung im Handling von ausländischen Studenten.
Herzlichen Dank an Stephan Steinhauser vom DFA für dieses Interview! (Jens
Plasger, MEDI-LEARN)
[ Deutscher
Famulantenaustausch (DFA) - klick hier ] |
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| Autor(in): Stephan Steinhauser (DFA) ([email protected]) |
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN.net ([email protected]) |
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(11/2004) |
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2. Assistenzärztin/-arzt
Kardiologie
Herz- und Gefäß-Klinik GmbH, Bad Neustadt/Saale |
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3. Assistenzärztin/Assistenzarzt
Frankenklinik Bad Neustadt/Saale |
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erhalten Sie unter dem angegebenen Link oder auf der Webseite der
Rhön-Klinikum AG oder per Email unter
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Viele Studenten absolvieren nicht nur eine Famulatur, sondern gleich ein ganzes Studienjahr im Ausland: Das Erasmus-Programm macht´s möglich. Tonja Burkhard nutzte die Chance, über das Erasmus-Programm ein Studienjahr im schweizerischen Lausanne zu absolvieren. Es gab nur wenig Schatten in dieser Zeit, so dass für Tonja feststeht: Nach dem 2. Stex geht es, wenn irgendmöglich, wieder zurück nach Lausanne.
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Mein Studienjahr in Lausanne
von Tonja Burkard
Französische Sprache, zweites London und der schönste See der Welt
Eh ben, alors, écoute,eh… voilà quoi! Diese Worte sind eine Notwendigkeit für
einen Vaudois, mindestens eines dieser Worte wird in jeden gesprochenen Satz
eingebaut. Zusammen mit der sehr eigentümlichen Satzmelodie werde ich wohl für
immer diese „manière de parler“ aus allen französischen Dialekten heraushören.
Die französische Sprache war eine Grundbedingung für die Wahl Lausanne (das sich
wohlbemerkt in der französischsprachigen Schweiz und nicht in Frankreich
befindet!), dann die Tatsache, dass ich noch nie in der Schweiz war und
letztendlich die Empfehlung derer, die schon mal da waren. Der Feststellung „der
schönste See der Welt“ musste ich mich dann in den Frühlingsmonaten doch noch
anschließen, nachdem ich Lausanne in den Wintermonaten mit all dem Nebel und
Regen eher für ein zweites London gehalten hatte.
Für mich war es eine große Umstellung von der Großstadt München in diese 150.000
Einwohnerstadt zu kommen, in der man schlecht Fahrradfahren kann, weil es so
bergig ist und wo das kulturelle Angebot eher wählerisch als üppig ist. Für
Studenten ist allerdings ordentlich was geboten, sei es Sport, Parties oder
Ausflüge – Lausanne ist die verkörperte Erasmus-Stadt – man schafft es locker,
dieses Jahr ohne Langeweile zu verbringen und ohne viel in der Uni gewesen zu
sein…
Erste Eindrücke in Lausanne
Mein erster Besuch in Lausanne war katastrophal. Er war leider nötig, da ich
mich natürlich viel zu spät für einen Wohnheimsplatz beworben hatte und über das
Internet etwas zu finden, war dann auch ziemlich unsicher. Also fuhr ich mit
einer Freundin zur aktiven Wohnungssuche nach Lausanne. Mein erster Eindruck war
„ganz nett, schöne Kathedrale, ganz schön steil hier alles!“. Mit Strom
betriebene Busse, lebensmüde Skater, die die steilen Straßen zum Seeufer nach
Ouchy hinunterrasen und unglaublich höfliche Menschen. Auch wenn diese Höflichkeit
sehr oberflächlich ist, so vermisse ich sie doch immer mal wieder hier im
spröden Deutschland. Genauso hatte ich Mühe, mich wieder daran zu gewöhnen, dass
man hier in Deutschland nicht immer an der Ampel drücken muß, um sie zu
überqueren. Und es fehlen mir die netten Busfahrer, die warten oder noch mal
anhalten, damit man zusteigen kann oder die für eine alte Dame sogar aussteigen
und den Fahrschein für sie lösen. Da könnten sich die Deutschen mal eine Scheibe
gutes Benehmen bei den Schweizern abschneiden!
Man lernt Menschen aus der ganzen Welt kennen
Ich muß jedoch gestehen, dass sich meine Bekanntschaft mit Schweizern eher in
Grenzen hielt, da man als Erasmusstudent hauptsächlich sich in Erasmuskreisen
bewegt, was den Vorteil hat, Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen. Ein
Urinstinkt oder was auch immer verleitet einen zwar dazu, sich vor allem mit
seinen eigenen Landsleuten zu umgeben, aber das kann sich ja jeder selber
heraussuchen. Fakt ist, dass ich in diesem Jahr viel Französisch gesprochen habe,
es sich aber kaum verbessert hat, da ich hauptsächlich mit
Nicht-Muttersprachlern es gesprochen habe. Ich spreche jetzt also fließendes,
grammatikalisch unkorrektes Französisch. C’est comme ca!
Mein Krankenhaus: Das CHUV in Lausanne
Das Krankenhaus, das CHUV – centre hospitalier universitaire vaudoise - habe ich
vom ersten Augenblick an geliebt. Wenn man es betritt, fühlt man sich nicht
gleich wie in einem Krankenhaus, die Dekoration und die räumliche Gestaltung im
Empfangsbereich sind sehr angenehm. Die Stationen sind groß und man kann fast
überall, auch von der Mensa aus, die Berge und den See sehen – ein Traum!
Bei der Visite wird bei der Besprechung eines Patienten jedes Mal ein Vorhang
rundherum gezogen, so dass die Privatsphäre des Patienten gewahrt bleibt. Ich
hatte das Gefühl, die Ärzte konnten sich mehr Zeit für den einzelnen Patienten
nehmen, andererseits gibt es im CHUV auch sehr viel Personal – ich habe leider
keine Ahnung, wie das finanziert wird…
Endlose Dienste und Überstunden auch in der Schweiz
Die Arbeitszeiten sind ähnlich wie in Deutschland, auch Schweizer Ärzte haben
endlose Dienste und Überstunden, aber ein großer angenehmer Unterschied sind die
„apéros“. Die Schweizer trinken gerne (ihren eigenen) Wein und essen gerne Käse
und das zelebrieren sie eben einmal pro Woche auf Station. Sei es nach
Feierabend oder im Rahmen einer Fortbildung oder eines Pharma – Vortrages. Ca
fait du bien! Die Mensa im CHUV war auch hervorragend, aber leider den Schweizer
Preisen entsprechend. Da wird auch keine Rücksicht auf Studenten genommen.
Schweizer Ärzte tragen übrigens Kittel mit kurzen Ärmeln. Wenn man sich daran
ersteinmal gewöhnt hat, findet man die langen Ärmel der deutschen Kittel lästig…
Kongresse am CHUV: Häppchen für Studenten und mehr
Jeder, der im CHUV arbeitet, trägt eine sogenannten „Badge“ mit seinem Namen und
einer Farbe. Lila sind Studenten, rot die Ärzte.
Ich habe auf vielen Stationen ein kurzes Praktikum gemacht und konnte dadurch
viel sehen, lernen und auch machen! Die Bereitschaft und Möglichkeit zur Praxis
ist in der Schweiz deutlich höher, als in Deutschland. Ein weiterer Vorteil des
CHUV war, dass dort viele Kongresse stattfanden. Für uns Erasmusstudenten
bedeutete das, die noch übrigen Häppchen und die offenen Weine verköstigen zu
können. So mancher ist da angeheitert aus dem Krankenhaus geschwankt…Teilweise
fanden die Kongresse auch in den besten Hotels von Lausanne statt, auch da
hatten wir Zutritt und wurden verwöhnt…
Mein Fazit: Nichts wie zurück
Im Nachhinein betrachtet muß ich sagen, wir hatten unseren Spaß und die Medizin
ist etwas auf der Strecke geblieben in diesem Jahr. Doch das liegt in Jedermanns
Verantwortung, was er aus diesem Jahr macht. Am Ende wollte ich nicht mehr nach
München zurück. Jetzt bringe ich mein zweites Staatsexamen hinter mich und
dann…nichts wie zurück!
Tonja Burkard - [email protected]
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| Autor(in): Tonja Burkard ([email protected]) |
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In unserer Rubrik "MedNews" stellt Euch die Redaktion der StudMed aus dem Springer Verlag wöchentlich drei Nachrichten aus der Medizin zur Verfügung. Zum kompletten Artikel gelangt Ihr, wenn Ihr am Ende der Einleitungen auf "Mehr..." klickt. Die ausführlichen Artikel sind dann im Sponsored Room "StudMed" bei Medi-Learn zu finden.
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| >> Mäuse-Nasen und Killerzellen hören auf das gleiche Kommando (11-Nov-2004) |
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Mäuse, die Mitglieder ihrer Population mit dem Geruchssinn identifizieren, und die Erkennung von körpereigenen Zellen durch die Killerzellen der Immunabwehr basieren offenbar auf dem gleichen Erkennungsmerkmal: Charakteristische Peptide, die als Individualitäts-Ausweis fungieren und somit maßgeblich zur Unterscheidung von "eigen" und "fremd" beitragen. Entsprechende Forschungsergebnisse publizieren Forscher in der aktuellen Ausgabe von Science. Mehr...
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| >> Fluoreszenzmikroskopie auf die Spitze getrieben (11-Nov-2004) |
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Ein neues Nahfeldmikroskop erkennt einzelne Farbstoffmoleküle, die nur rund zehn Millionstel Millimeter voneinander entfernt sind. MPI-Wissenschaftler haben mit ihrem "Tip on Aperture"-Nahfeldmikroskop erstmals Lage und Orientierung einzelner fluoreszierender Farbstoffmoleküle bestimmt, die an jeweils einen DNA-Strang gebunden waren, der bei der Abbildung gleichzeitig miterfasst wurde. Mehr...
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| >> Entlarvende Gewichtszunahme verrät Enzymaktivität (11-Nov-2004) |
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Zellteilung, Differenzierung, programmierter Zelltod – bei wichtigen zellulären Prozessen spielt fast immer eine bestimmte Enzymklasse eine entscheidende Rolle: Proteinkinasen. Ein Team von der University of Chicago hat nun ein neues Verfahren entwickelt, um die Aktivitäten dieser wichtigen Enzyme und die bestimmter Arznei-Bestandteile zu verfolgen. Mehr...
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| Autor(in): Redaktion StudMed ([email protected]) |
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Derzeit gewinnt das Thema Berufshaftpflicht und Medizinstudium zunehmend an Bedeutung. Stellte sich in der Vergangenheit die Frage einer eigenen Berufshaftpflichtversicherung (BHV) für Medizinstudenten im Grunde erst mit dem Praktischen Jahr und nur in Ausnahmefällen zu einem früheren Zeitpunkt des Studiums, so bei einer Famulatur im Ausland, so rückt dieses Thema im Zusammenhang mit der neuen Approbationsordnung jetzt verstärkt in den Fokus. Einzelne Universitäten gehen sogar inzwischen soweit, von ihren Studenten ab dem ersten Semester einen Nachweis über eine BHV zu verlangen.
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Nach dem Gesetz haften Sie in
unbegrenzter Höhe
Wichtige Informationen für Medizinstudenten rund um das Thema Berufshaftpflicht
Grund genug für die Redaktion, das Thema einmal einer gründlichen Analyse und
Aufarbeitung unterziehen zu lassen. Wir konnten dafür Peter Dahlhausen von der
Deutschen Ärzte-Versicherung gewinnen, der in den nächsten Ausgaben der
Online-Zeitung exklusiv über die Berufshaftpflicht informiert.
Die Artikelserie zur Berufshaftpflicht befasst sich mit den folgenden Fragen:
Teil 1: Warum bin ich überhaupt schadenersatzpflichtig?
Teil 2: Welche finanziellen Forderungen können auf mich zukommen?
Teil 3: Was deckt eine Berufshaftpflichtversicherung ab?
Teil 4: Wie sollte der Versicherungsschutz gestaltet sein?
Teil 5: Wo können Fehler passieren und wie sehen typische Haftpflichtfälle aus?
Teil 6: Benötige ich wirklich eine eigene Haftpflichtversicherung und was kostet
die?
Artikelserie zum Thema
Berufshaftpflicht - Teil 2
Welche finanziellen Forderungen können auf mich zukommen?
Die „Rechtsfolge einer Haftung“ ist die Ersatzpflicht für den gesamten Schaden,
der dem Patienten durch einen Fehler bei der Behandlung entstanden ist. Ist der
Arzt schadenersatzpflichtig, so hat er dem Patienten sämtlichen Schaden zu
ersetzen, der ihm durch die Behandlung entstanden ist – einschließlich möglicher
Folgekosten.
Dabei wird im Zivilverfahren unterschieden in Schadenersatz für den
nachgewiesenen materiellen Schaden (z.B. Verdienstausfall oder
Behandlungskosten) einerseits und Schmerzensgeld für den immateriellen Schaden
andererseits. Die Berufshaftpflichtversicherung (BHV) deckt alle diese
Schadenpositionen ab.
In den Fällen, in denen es außerdem zu strafrechtlichen Ermittlungen aufgrund
einer vermuteten Straftat (i.d.R. Körperverletzung, u.U. aber auch Tötung) gegen
den behandelnden Arzt kommt, geht es um eine mögliche Verurteilung des Arztes zu
einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens.
Ankläger ist der Staat. Eine mögliche Geldstrafe, die nicht dem Patienten,
sondern einer gemeinnützigen Einrichtung zufällt, hat der Arzt selbst zu tragen.
Hier greift die BHV nicht!
Ein in den Medien immer wieder gerne aufgegriffenes Thema sind die sogenannten
„Kunstfehler“ und die Berichterstattung darüber – häufig mit reißerischen
Überschriften wie „Schlaganfall nicht erkannt“ oder „Falsches Bein amputiert“.
In der Öffentlichkeit wird dadurch der fälschliche Eindruck vermittelt, den
Ärzte würden in großer Zahl schwere Behandlungsfehler unterlaufen.
Rund 10.000 Haftpflichtfälle pro Jahr – Tendenz steigend
Ein Blick in die Statistik des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft
zeigt, dass die Anzahl der Haftpflichtschäden kontinuierlich ansteigt. Eine
Ursache dafür ist in dem gestiegenen Anspruchsdenken der Patienten zu sehen.
Auch die Tatsache, dass viele Anspruchsteller auf Grund einer eigenen
Rechtsschutzversicherung kein Kostenrisiko eingehen, ist zu nennen.
In der Schadenstatistik überwiegen die Schäden bis 50.000 Euro
Entschädigungssumme.
Die zugesprochenen Entschädigungen überschreiten in jüngster Zeit aber immer
häufiger die Grenze von 1 Mio Euro. Dies kann bei Großschäden durchaus der Fall
sein, wenn Leistungen wie Schmerzensgeld, Kosten für medizinische Behandlungen,
Pflegekosten und Verdienstausfall zusammenkommen. Man kann sich vorstellen, dass
sich eine lebenslange Rente schnell auf mehrere 100.000 Euro summieren kann.
Kritisch: Großschäden
Der Fall eines Geburtsschadens mag dies verdeutlichen (LG Lübeck, 22.07.2002; 10
O 316/98, Teilanerkenntnisurteil): Aufgrund eines ärztlichen Behandlungsfehlers
ist ein Kind geistig und körperlich schwerstbehindert. Es kann weder sehen noch
hören, weder essen noch trinken, muss über eine Magensonde ernährt werden und
kann sich weder setzen noch aufrichten. Es wird sein Leben lang
schwerstbehindert bleiben und auf die Pflege Dritter, insbesondere der Eltern,
angewiesen sein. Das Gericht sprach hier 500.000 EUR Schmerzensgeld sowie eine
monatliche Rente in Höhe von 511 EUR zu. Hinzu kommen noch Ansprüche der
Krankenversicherung (Behandlungskosten), Kosten für den pflegerischen
Mehraufwand des Kindes sowie ein Erwerbsschaden des Kindes ab ca. dem 18.
Lebensjahr.
Die Artikelserie widmet sich in der nächsten Ausgabe der Online-Zeitung der
Frage „Was deckt eine Berufshaftpflichtversicherung ab?“.
Zum ersten Teil der Artikelserie "Warum bin ich überhaupt
schadenersatzpflichtig?": [klick
hier]
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Hier geht es zum aktuellen Haftpflichtangebot in Zusammenarbeit mit dem
Hartmannbund
* Für Medizinstudenten in den vorklinischen und klinischen Semestern:
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Info - klick hier]
* Für PJ-Studenten:
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| Autor(in): Peter Dahlhausen (Deutsche Ärzte-Versicherung) ([email protected]) |
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| Titel: |
Compact Lehrbuch Anatomie |
| Autor(en): |
Graumann, Sasse |
| Verlag: |
Schattauer Verlag |
| ISBN: | 3-7945-2400-4 |
| Preis: |
Setpreis mit Fotoatlas und Schultertasche |
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Vorab: Am Ende der Rezension wartet ein Gewinnspiel auf Euch!
Anatomie ist ein Fass ohne Boden, was die Anzahl potentiell zu erlernender Fakten angeht: Man verliert sich ins Uferlose, wollte man jeder Detailstruktur und jedem Namen nachgehen und bis in die letzte Verästelung erlernen. Als Student ist man hier auf Hilfe angewiesen, die Wichtiges von Unwichtigem unterscheidet. Im Bereich der Atlanten hat man hier die Auswahl unter zahlreichen Standardwerken, doch wie sieht es im Bereich der Lehrbücher aus?
Das CompactLehrbuch Anatomie bietet in insgesamt vier Bänden auf rund 2.100 Seiten das komplette Wissen dieses wichtigen vorklinischen Faches. Die Texte heben das für die Prüfung wichtige Wissen durch Fettdruck hervor, so dass man schon beim Erfassen einer ganzen Seite beim ersten Wiederholen sich an die Stellung der jeweils fettgedruckten Worte erinnert, was den Einstieg in den Lern- und Wiederholungsvorgang erleichtert. Textmarker-ähnlich sind zudem dezent am Seitenrand nochmals wichtige Passagen hervorgehoben, so dass ich alleine schon beim Durchblättern des Buches an zahlreichen Stellen hängen bleibe, da ich neugierig bin, was hier wichtig ist und hervorgehoben wurde.
Hier unterstützt Anatomie Compact den in Anbetracht der Fülle des Lernstoffs manches Mal verwirrten Studenten: Hervorhebungen wesentlicher Fakten, Fettdruck der wichtigsten Vokabeln sind nur einige der didaktischen Handgriffe, die das Fass ohne Boden zu einem Fass mit vielen kleinen, überschaubaren Lerneinheiten machen, die man motivierter lernt und liest. Gewöhnen musste ich mich zunächst an den zweispaltigen Druck, doch diese, von manchem als leichten Nachteil (leichte Unübersichtlichkeit), empfundene Tatsache ist nach einer ersten Phase der Eingewöhnung schnell vergessen.
"Was versteckt sich hinter den rot hinterlegten Kästchen?", dachte ich beim Durchblättern des Buches. Wie der zweite Blick dann ergab, finden sich an sehr vielen Stellen Hinweise auf klinischen Bezug des gerade behandelten anatomischen Grundlagenwissens: So erfahre ich nach den anatomischen Fakten über die Pyramidenbahnen (Band 4) gleich nebenan im roten Kästchen, dass ein Ausfall dieser Struktur zur spastischen Lähmung mit gesteigertem Muskeltonus und Hyperreflexie führt. Die roten Kästchen mit den klinischen Bezügen haben es mir angetan und man kann kaum umhin, sich erst diesem Teil der Darstellung mit Ausblicken auf die Praxis zu widmen, von wo aus sich dann der Erwerb des weiteren anatomischen Wissens leichter gestaltet. Auch ein Weg, motivierter Anatomie zu erlernen: Denn wenn ich erst einmal weiss, dass und welche Folgen der Ausfall oder die Schädigung einer anatomischen Struktur haben könnte, bin ich auch motivierter, diesen Stoff zu lernen.
Hervorragend gestaltet sind die schematischen Abbildungen, von denen ich mir sogar mehr gewünscht hätte: Sie erschliessen das Thema auf einen Blick und sind klar gekennzeichnet, aussagekräftig und für den Lern- und Wiederholungsvorgang hervorragend geeignet, da es einfach Spass macht, sie anzuschauen und man als Student leicht das wiederfindet, was im Text angedeutet wurde.
An vielen Stellen sind zudem übersichtliche tabellarische Zusammenstellungen von Wissenskomplexen (z.B Gruppe der Augenmuskelnerven) integriert, die nicht beim ersten Blick durch zu viele Spalten und Zeilen verwirren, sondern ansprechend gestaltet sind.
Aus unserer Sicht wäre die zweispaltige Anordnung des gesamten Textes wie auch der teilweise etwas sparsamere Gebrauch des Fettdruckes ein Weg, der bei der nächsten Auflage oder Nachdruck des Buches in Erwägung gezogen werden könnte.
Das CompactLehrbuch Anatomie bietet für den Studenten in der Vorklinik zu einem erschwinglichen Preis ein prüfungs- und kursorientiertes Kompendium, das mit wünschenswerter Ergänzung durch den anschauenden Blick in den Atlas und nicht zuletzt im Präparierkurs ein prüfungs- und klinikbezogenes Lernen der gesamten Anatomie ermöglicht.
Graumann, Sasse: Compact Lehrbuch Anatomie
Band 1: Allgemeine Anatomie, Band 2: Bewegungsapparat, Band 3: Innere
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(idw) - Akupunktur ist wirksam: Sowohl die Akupunktur nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), als auch die sog. Sham-Akupunktur, bei der an Nicht-Akupunkturpunkten gestochen wird, wirken besser gegen chronischen Kreuz- und Knieschmerz als die leitlinienbasierte konservative Standardtherapie. Das sind die ersten Ergebnisse der weltweit größten Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur gerac (German Acupuncture Trials), die in der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Ruhr-Universität Bochum von Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch koordiniert werden. Für die gerac-Studien
haben Orthopäden, Schmerztherapeuten, Neurologen und Biometriker mit Vertretern
der Akupunktur zusammengearbeitet.
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Akupunktur sticht Standardtherapie aus: Nadeln
wirken gegen Kreuz- und Knieschmerz
Erste Ergebnisse der gerac-Studien
Strenge Einschluss- und Behandlungskriterien
Je über 1000 Patienten mit länger als sechs Monate dauernden Kreuz- bzw.
Knieschmerzen nahmen an den beiden kontrollierten, randomisierten Studien teil.
Sie wurden zufällig einer der drei Gruppen - TCM-, Sham-Akupunktur oder
Standardtherapie - zugeordnet. Die akupunktierten Patienten erfuhren nicht,
welche Art Akupunktur sie erhielten: Die Akupunktur nach TCM-Regeln oder die für
gerac eigens entwickelte Sham-Akupunktur an vermeintlich unwirksamen Punkten.
Die Teilnehmer der Akupunktur-Gruppen erhielten zehn, bei Bedarf 15
Behandlungen binnen sechs bzw. zwölf Wochen. Falls notwendig, waren
Schmerzmittel bis zu einem vorher definierten Höchstmaß erlaubt. Nicht erlaubt
waren Zusatztherapien wie Spritzen oder bei Kreuzschmerz Krankengymnastik.
Akupunktierte Patienten brauchen weniger Medikamente
In die Kreuzschmerz-Teilstudie wurden 1162 Patienten eingeschlossen. Die
Ergebnisse sechs Monate nach Ende der jeweiligen Therapie: Die Akupunktur nach
TCM-Regeln erreichte bei 71,1 % der Patienten einen Erfolg, das heißt eine
Schmerzlinderung und/oder Funktionsverbesserung gemäß der zur Erfolgsmessung
eingesetzten Instrumente. Die Sham-Akupunktur war in 67,7 % der Fälle
erfolgreich, die Standardtherapie jedoch nur in 57,6 %. Durch Einberechnen von
nicht erlaubten Zusatztherapien wie Krankengymnastik oder Spritzen, die durch
Telefoninterviews erfasst wurden, sanken die Erfolgsraten auf 47,6 % für die
Akupunktur nach TCM-Regeln, 44,2 % für die Sham-Akupunktur und nur 27,4 % für
die Standardtherapie. "Der über sechs Monate nachweisbare Effekt von Akupunktur
führte zu einem geringeren Verbrauch an Medikamenten und weiteren Therapieformen
im Nachuntersuchungszeitraum, als unter Standardtherapie", so
gerac-Teilstudienleiter PD Dr. Michael Haake (Orthopädische Klinik Universität
Regensburg).
Nadeln erringen überzeugende Erfolge - Wirkungsmechanismus weiter offen
Ähnlich sehen die (unbereinigten) Ergebnisse drei Monate nach dem
Behandlungsende für die Teilstudie Kniegelenksverschleiß (Gonarthrose) aus, an
der 1039 Patienten teilnahmen: Eine Abnahme der Schmerzen und eine Verbesserung
der Kniegelenkfunktion ließ sich in allen drei Gruppen nachweisen, wobei die
Erfolgsraten unter den Patienten mit TCM-Akupunktur (51 %) und Sham-Akupunktur
(48 %) deutlich höher sind, als bei den Patienten mit der konventionellen
Standardtherapie (28 %). Die Zahl der Patienten, die im Untersuchungszeitraum
mindestens einmal ein schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Mittel
benötigten, sind in den beiden Akupunkturgruppen (Verum: 35 %, Sham: 31%)
niedriger, als in der Standardtherapiegruppe (56 %). Auffallend ist, dass es auch
hier keine signifikanten Unterschiede zwischen den Effekten der TCM- und der
Sham-Akupunktur gibt. Die Auswahl der Akupunkturpunkte sowie die spezifische
Stichtechnik scheint somit keinen wesentlichen Einfluss auf den Therapieeffekt
zu haben.
Grundlage für die Beratungen zur Aufnahme in den Leistungskatalog
Die Ergebnisse der gerac-Studien, die von den Krankenkassen AOK, BKK, IKK,
Bundesknappschaft, Landwirtschaftliche Sozialversicherung und See-Krankenkasse
finanziert werden, sollen dem Gemeinsamen Bundesausschuss helfen zu entscheiden,
ob die Kosten für Akupunkturbehandlungen künftig von den gesetzlichen
Krankenkassen übernommen werden oder nicht. Bundesweit führen etwa 20.000 Ärzte
(rund 17 % aller niedergelassenen Mediziner) Akupunktur bei verschiedensten
Erkrankungen durch. Die Wirksamkeit war bislang noch nie wissenschaftlich
bestätigt worden. "Die vergleichbar hohe Wirksamkeit der TCM- und der
Sham-Akupunktur wirft jedoch weitere Fragen auf, ohne dass der beobachtete
Effekt aus den vorhandenen Ergebnissen erklärt werden kann", fügt Prof.
Hanns-Peter Scharf (Teilstudienleiter Gonarthrose, Orthopädische Klinik
Universität Heidelberg) hinzu, "hierzu wären weitere Studien notwendig."
Weitere Informationen
Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch
Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum
Tel. 0234/32-27790
Fax: 0234/32-14325
E-Mail: [email protected]
http://www.gerac.de
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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| Autor(in): Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch (Ruhr-Universität Bochum) ([email protected]) |
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