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Die Onlinezeitung von MEDI-LEARN
Medi-Zeitung
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(in Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag und der Deutschen Ärzte Finanz) |
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Besser ein kleiner Strauch mit grünen Zweigen als ein grosser Baum mit morschen Ästen. (Volksmund) |
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Inhalt (jetzt auch
anklickbar) |
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1. Editorial |
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Hallo,
heute hat die ZVS die NC-Werte für das Hochschulauswahlverfahren veröffentlicht. Details und weitere Informationen findet Ihr im ersten Artikel.
Themenwechsel - die Bundesärztekammer gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass viele Arztpraxen für immer schließen müssen: Nicht nur im Osten der Republik gibt es zahlreiche Bereiche mit zunehmender ärztlicher Unterversorgung, auch in westlichen Regionen greift der Ärztemangel immer mehr um sich. In dieser Woche legten Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung die alarmierenden Ergebnisse der Studie zu den Arztzahlen 2005 vor, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten möchten.
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Diana Liebrich ist noch ein paar Semester davon entfernt, als Ärztin tätig zu sein: Sie famulierte in Eastbourne in Großbritannien und das Fazit ihres Famulaturberichtes könnte einige von Euch zur Nachahmung animieren. Apropos, animieren: Gerade ist die neue Via medici samt beiliegender MEDI-LEARN Zeitung erschienen und wir laden Euch ein, einen Blick in das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgaben zu werfen: Da ist bestimmt etwas für Euch dabei. Mit dabei haben wir auch wieder Berichte aus der Forschungslandschaft, die sich dieses Mal den Themen Lernen, Dopamin und faszinierenden Einblicken in die Welt der Enzyme widmen. Und schließlich stellt Trojan Urban Euch in der Artikelserie zum Berufsstart als Arzt die Universität als potentielles Arbeitsfeld vor.
Bis zur nächsten Ausgabe,
Jens, Lilian und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
PS: Von Kiel bis München: Wie sehen die Examina der Zukunft aus? MEDI-LEARN informiert im Herbst 2005 wieder vor Ort - klick hier zur Anmeldung
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Ein großer Teil der Universitäten hat sich auch im sogenannten Hochschulverfahren für die Durchschnittsnote als Auswahlkriterium entschieden und die ZVS mit der Auswahl beauftragt. Die Werte der einzelnen Unis sind nun auf der Seite der ZVS zu finden (NC-Werte aufrufen). Die Bescheide (laut ZVS insgesamt 12.367) werden morgen in die Post gegeben und sollten damit am Samstag (01.10.) bei allen Bewerbern eintreffen.
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In einem Telefoninterview mit der ZVS erfuhr MEDI-LEARN, dass in den ersten Tagen nach dem Versand rund 30.000 Telefonate pro Tag dort eingehen. Für die Beantwortung der telefonischen Fragen können nur Mitarbeiter eingesetzt werden, die genauesten mit der Materie vertraut sind. Dies führt dazu, dass leider nicht alle Telefonate beantwortet werden können, da viele Bewerber einfach nicht durchkommen. Die ZVS empfiehlt in diesem Falle, einige Tage zu warten, da sich das Telefonaufkommen in der Regel nach einigen Tagen wieder etwas beruhigt hat. Darüber hinaus bietet die ZVS zahlreiche detaillierte Informationen zu Bescheiden, Verfahren und NC-Werten auf ihrer Webseite an, mit denen viele Fragen bereits beantworten werden können. Wer keine Antwort auf seine Frage findet, kann der ZVS eine Email schreiben oder es per Telefon probieren. Dabei gibt es bestimmte Telefonnummern und Emailadressen für die Anfragen, die sich nach den Anfangsbuchstaben der Nachnamen richten. Die Liste der Erreichbarkeiten findet ihr unter http://www.zvs.de/Service/Beratung.htm.
Darüber hinaus hat die ZVS eine Extrainformationseite für das Lesen der ZVS-Bescheide eingerichtet, auf der noch einmal im Detail erläutert wird, wie die Briefe zu lesen sind. Anhand eines Musters erfolgt eine genaue Bescheibung des Bescheides. Die Hilfe-Seiten findet ihr unter http://www.zvs.de/Antragstellung/BescheidHinweise.htm. Wer sich über die Bescheide (ob positiv oder negativ) mit anderen "Leidensgenossen" austauschen möchte, der hat dazu im MEDI-LEARN Forum unter "vor dem Studium" die Möglichkeit dazu. Das Forum "vor dem Studium" findet ihr unter hier. Im redaktionellen Bereich "vor dem Studium" findet ihr zahlreiche Informationen rund um die Studienvorbereitung und die ersten Tage an der Uni. Die Lektüre des Bereiches lohnt sich für jeden neuen Medizinstudenten. Ob Wohnungssuche oder Studienfinanzierung - alles Themen, mit denen man sich zu Studienbeginn auseinandersetzen muss. Wir drücken allen Bewerbern die Daumen und freuen uns mit allen zukünftigen Medizinstudenten.
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| Autor(in): Christian Weier ([email protected]) |
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Veranstaltungsreihe
Der Arbeitsplatz Krankenhaus im Wandel
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Tarifreform im Öffentlichen Dienst, Privatisierungen,
Klinikfusionen: es tut sich etwas in der Krankenhauslandschaft!
Informieren Sie sich in den Veranstaltungen
"Der Arbeitsplatz Krankenhaus im Wandel"
über die
Auswirkungen dieser und weiterer wichtiger gesetzlicher
Rahmenbedingungen auf Ihre Karriere als Ärztin oder Arzt.
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Termine und
Veranstaltungsorte finden Sie in unserem Veranstaltungskalender unter der
Rubrik "Klinik und Karriere": |
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[mehr Info zu den Veranstaltungen - klick hier] |
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Der Ärztemangel in Deutschland hat sich manifestiert. Bis zum Jahr 2010 werden 40.340, bis 2015 sogar 74.449 der derzeit noch in Praxen und Krankenhäusern tätigen Mediziner in Ruhestand gehen. Das sind 17.219 Abgänge in den Kliniken, 23.480 bei den Hausärzten und 33.750 bei den Fachärzten. Engpässe treten bereits jetzt bundesweit in Krankenhäusern und in der ambulanten Versorgung in Ostdeutschland auf. Das belegt eine Studie, die Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am 27.09. in Berlin vorstellten.
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Bundesärztekammer und Kassenärztliche
Bundesvereinigung warnen vor anhaltendem Ärztemangel
Ergebnisse der Studie zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung liegen vor
Beunruhigende Entwicklung: Ruhestandswelle und fehlender Nachwuchs
"Wenn 57.230 Vertragsärzte bis zum Jahr 2015 aus der ambulanten Versorgung
aussteigen, dann sind das fast die Hälfte aller niedergelassenen Mediziner. In
den neuen Ländern sind es allein 23.500. Nachwuchs ist kaum in Sicht", erklärte
der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler. "Wir entfernen uns Tag und
Tag mehr von dem Anspruch, eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung für
alle Menschen in diesem Land bereitzustellen. Ärztemangel ist an vielen Orten
bereits Realität, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung und Intensität. Die
Gründe für diese Entwicklung liegen offen zu Tage: Der Arztberuf hat gerade für
viele junge Ärztinnen und Ärzte stark an Attraktivität eingebüßt. Die schlechten
Bedingungen in Klinik und Praxis, gekennzeichnet durch hohe Arbeitsverdichtung,
ausufernde Bürokratie und schlechte Bezahlung, führen dazu, dass zunehmend mehr
Ärzte Ausschau nach Alternativen zur kurativen Medizin halten", führte
BÄK-Präsident Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe aus.
Den vorläufigen Höhepunkt der Ruhestandswelle erwarten BÄK und KBV 2006. In
diesem Jahr werden 6.000 ambulant tätige Mediziner ihre Zulassung zurückgeben.
Spürbar ist der Mangel jedoch bereits jetzt. Die gemeinsame Studie nennt sechs
Arztgruppen, bei denen die Zahlen schon im Jahr 2004 rückläufig sind, darunter
Augen- und Frauenärzte. Drastisch stieg auch das Durchschnittsalter der
niedergelassenen Mediziner: Lag es 1993 noch bei 46,6 Jahren, kletterte es 2004
auf 50,8 Jahre.
"Sorgen bereitet uns vor allem, dass immer mehr junge Leute ihr Medizinstudium
abbrechen. Schlossen es 1993 noch 11.555 Akademiker ab, so waren es im Jahr 2003
nur noch 8.947", zeigte sich Hoppe besorgt. Entsprechend sei auch die Zahl der
Ärzte im Praktikum im selben Zeitraum von 21.960 auf 17.460 gesunken.
Statement von Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer
Die Zahl der arztfreien Zonen in Deutschland hat sich in den vergangenen
Jahren weiter erhöht. In 11 von 99 Planungsbezirken Ostdeutschlands haben wir
keine ausreichende hausärztliche Versorgung mehr. Nicht viel anders sieht es in
den Krankenhäusern aus. Derzeit sind nach Angaben der Deutschen
Krankenhausgesellschaft ca. 3.200 Arztstellen in deutschen Krankenhäusern
unbesetzt, etwa ein Drittel davon in Ostdeutschland. Nur durch die Zuwanderung
ausländischer Ärztinnen und Ärzte, insbesondere aus Mittel- und Osteuropa,
konnte das Niveau der stationären Versorgung im Osten unseres Landes
aufrechterhalten werden. Diese Fakten sprechen eine deutliche Sprache. Wir
entfernen uns Tag und Tag mehr von dem Anspruch, eine flächendeckende und
wohnortnahe Versorgung für alle Menschen in diesem Land bereitzustellen.
Ärztemangel ist an vielen Orten bereits Realität, wenn auch in unterschiedlicher
Ausprägung und Intensität.
Die Gründe für diese Entwicklung liegen offen zu Tage: Der Arztberuf hat gerade
für viele junge Ärztinnen und Ärzte stark an Attraktivität eingebüßt. Die
schlechten Arbeitsbedingungen in Klinik und Praxis, gekennzeichnet durch hohe
Arbeitsverdichtung, ausufernde Bürokratie und schlechte Bezahlung, führen dazu,
dass zunehmend mehr Ärzte Ausschau nach Alternativen zur kurativen Medizin
halten. Und anders als früher gibt es diese Alternativen, sei es in der
pharmazeutischen Industrie, im Gesundheitsmanagement oder in der Verwaltung.
Inzwischen stimmen immer mehr Ärzte auch mit den Füßen ab: Sie gehen nach
England oder Skandinavien, auch weil deutsche Klinikärzte im internationalen
Vergleich am unteren Ende der Einkommensskala rangieren. Es hat also sicherlich
seine Berechtigung, wenn die jungen Ärztinnen und Ärzte in den
Universitätskliniken für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn streiten. Die
Kliniker wollen einfach nicht mehr die Weißkittel-Zielscheibe der Nation sein.
Wir stehen vor einer doppelten demografischen Herausforderung. Zum einen haben
wir die rapide älter werdende Gesellschaft mit einem eklatanten Anstieg von
Mehrfacherkrankungen, zum anderen macht die Altersentwicklung auch vor den
Ärzten nicht halt. Allein bei den Hausärzten werden im Osten der Republik in den
nächsten zehn Jahren mehr als ein Drittel in den Ruhestand gehen, also etwa
3.500 Ärztinnen und Ärzte.
Ausreichender Nachwuchs ist nicht in Sicht. Insgesamt sind nur noch 16,4 Prozent
aller Ärztinnen und Ärzte jünger als 35 Jahre alt - ein dramatischer Einbruch.
Ich hatte schon dem Ärztetag im Mai von einem Kölner Krankenhausarzt berichtet,
der seinen Arztkittel an den Nagel hängte, in das Controlling der Klinik
wechselte und so sein Gehalt auf einen Schlag verdoppelte und obendrein seine
Arbeitszeit halbierte.
Mehr braucht man zu diesem Thema eigentlich nicht mehr zu sagen.
Quelle:
Bundesärztekammer
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| Autor(in): Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ([email protected]) |
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Da ich seit frühester Jugend gute Kontakte nach Großbritannien habe, stand meine Entscheidung, hier eine Auslandsfamulatur machen zu wollen, schon recht früh fest. Allerdings wollte ich nicht gleich für meine erste Famulatur ins Ausland, weil ich mir dachte, etwas mehr klinische Erfahrung könnte nicht schaden. Also plante ich meine Englandfamulatur als letzte zu machen, zwischen dem 5. und 6. klinischen Semester.
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Langsam wurde ich nervös: Meine Bewerbung
Ich hatte durch meine privaten Kontakte speziell Eastbourne im Auge,
und machte mich im Frühjahr 2005 auf die Suche nach einem Krankenhaus in dieser
Stadt. Im Internet wurde ich auf einer der Seiten des NHS schnell fündig, und
schrieb einfach unter der Rubrik Kontakte eine Anfrage, bei wem ich mich für
eine Famulatur bewerben könne. Die Antwort mit der zuständigen Kontaktperson am
District General Hospital (DGH) in Eastbourne, Mrs Tomasetti, kam auch einen
oder zwei Tage später. Bei ihr habe ich mich dann per Email mit einem simplen
Bewerbungsschreiben für ein "Elective" beworben. Leider bekam ich darauf lange
keine Antwort, bis ich schon etwas nervös wurde und kurzerhand zum Telefonhörer griff.
Mrs Tomasetti, Undergraduate Administrator (Adresse am Ende des Berichtes), war
sehr nett am Telefon, konnte allerdings aus irgendwelchen Gründen keine Email
von mir finden. Also fragte ich, ob es denn noch Famulaturplätze gäbe, was sie bejahen konnte, sodass ich ihr einfach noch einmal eine Bewerbung per
Email zusandte. Am Telefon sagte sie mir schon, dass sie keine Famulanten für
die Anästhesie nähmen, woraufhin ich mich für Gynäkologie und Geburtshilfe
entschied. Direkt am nächsten Tag kam auch schon ihre Zusage mit dem Namen des
Consultants, dem ich zugeteilt werden sollte, wenn ich die Famulatur annehmen
wolle. Was ich natürlich gerne machte!
Nicht zu vergessen: Der Impfausweis
Eigentlich gab es nicht viel vorzubereiten und zu beachten, als das, was mir Mrs Tomasetti genau in ihren Emails schrieb. Und wenn ich Fragen
hatte, zum Beispiel zum Thema Impfungen, antwortete sie sehr schnell. So stellte
ich fest, dass ich keinen Tuberkulin-Test brauchte, erstens, weil er eigentlich
bei uns nicht mehr Standard ist, und ich zweitens kurz nach meiner Geburt noch
den BCG-Impfstoff erhalten hatte. So musste ich bei der Abreise und am
ersten Tag nur an meinen Impfausweis denken. Das einzige, was wirklich vorher
noch geregelt werden musste, war die "tuition fee" zu bezahlen, da die Zeit am
DGH leider nicht umsonst war. Für 4 Wochen waren das immerhin £140, und
wenn ich die Krankenhausunterbringung auch noch genutzt hätte, wären noch
£235,40 dazu gekommen. England ist eben leider teuer..
Wohnen, Anreise und das Krankenhaus
Ich hatte also das Glück, in der Stadt eine Famulatur machen zu können, in der
ich bei Freunden wohnen konnte. Wer in Eastbourne niemanden kennt, kann ohne
weiteres in den angegliederten Krankenhaus Appartements unterkommen. Soweit ich
weiß, bekommt man automatisch mit der Zusage dort einen Platz. Die Preise erwähnte ich bereits und viel mehr kann ich leider nicht dazu sagen, aber die anderen Mädels, die dort gewohnt haben, konnten es
gut einen Monat dort aushalten.
Die Anreise ist denkbar einfach und billig. Ich bin mit einer günstigen
Gesellschaft nach London Gatwick geflogen, dort in den Zug ein- und am
Zielort ausgestiegen. Da Eastbourne nur eine 50minütige Zugfahrt von London
entfernt liegt, dauert die Reise gerade einmal ein paar Stündchen. Das DGH ist
ein eher kleines Haus mit 538 Betten, trotzdem sind einige interessante
Fachgebiete vertreten, unter anderem Pädiatrie, Kardiologie, Radiologie mit CT
und MRI, sowie eine "Special Baby Care Unit". Mein Alltag bestand allerdings aus
Gynäkologie und Geburtshilfe.
Es konnte losgehen: Mein erster Tag
Um 9 Uhr sollte ich mich in Mrs Tomasetti´s Office einfinden, wo ich auch
direkt zwei weitere Famulantinnen aus Deutschland kennenlernte. Für den ersten
Tag ideal, da fühlt man sich nicht mehr ganz so unsicher. Nachdem wir erst einmal
eine Menge Informationsmaterial bekommen hatten, machten wir uns auf den Weg
unsere Kittel abzuholen. Wie sich später herausstellte, hatte ich ihn keinen
einzigen Tag an, da auch alle anderen Ärzte keinen trugen. Weiterhin hatte jede
von uns einen Termin im "Occupational Health Departement" bekommen, für den
Einstiegs-Gesundheitstest (Blutabnahme, Impfstatus). In der Zwischenzeit wurden
wir in der Bibliothek herumgeführt, in der auch Internet und Drucker zur
Verfügung standen. Die Bibliothek ist recht gut ausgestattet, da das DGH "Associate
University Teaching status" der Guy`s King`s und St Thomas medical school in
London besitzt. Ansonsten mussten wir noch ein Foto machen lassen, damit wir
einen Ausweis bekommen konnten, der auch zum Öffnen fast aller Türen
nötig war. Als wir uns dann auf den Weg machten, die uns schon zugewiesenen
Consultants (ist übrigens sowas wie der Chefarzt, wobei es davon pro Abteilung
mehrere gibt, nicht nur wie bei uns einen) zu suchen, stellte sich bei mir
heraus, dass meiner noch bis Mittwoch im Urlaub war. Das war für mich natürlich nicht so
schön, weil sich so keiner für mich zuständig fühlte. Aber
nach etwas Eigeninitiative landete ich dann mit einem der Senior House Officers
(Assistenzarzt) im OP und blieb dort für den Rest des Tages.
Alltag in der Gynäkologie
Mein Tag fing normalerweise um 9 an und sollte eigentlich bis 17 Uhr dauern, aber
ich merkte schnell, dass das nicht als Dogma feststand: Wenn nichts mehr los
war, bin ich auch schon um 15 Uhr raus, oder eben auch erst nach 17 Uhr, wenn es
was Interessantes gab. Mein Consultant hatte mir so eine Art Stundenplan
geschrieben: Er hat mir aufgeschrieben, wann er wo ist, und was ich
sonst machen kann, wenn er nicht da ist oder Papierkram hat. Montags stand also
ab der zweiten Woche morgens die "Antenatal Clinic" auf dem Plan, also
Schwangerschaftsvorsorge. Ich hatte das Glück bei einem sehr netten Arzt
gelandet zu sein, bei dem ich als erste die Schwangere untersuchen durfte, und
er danach meine Befunde noch mal überprüft hat. Nachmittags und den ganzen
Dienstag stand eigentlich von meinem Consultant aus nichts auf meinem Plan, also
bin ich entweder auf der "Labour Ward" vorbeigegangen, um eventuell bei einer Geburt dabei sein zu können, oder bin in die Bibliothek, um etwas nachzulesen oder vorzubereiten.
Die englischen Studenten erarbeiten regelmäßig ein spezielles Thema, das sie dann ihrem Tutor oder jedem anderen Arzt, der gerade
Zeit hat, vortragen. So hatte ich auch meist irgendwas, was ich
nachlesen sollte. Aber es war alles nicht stressig oder unter Druck, sondern
wirklich nur für meinen eigenen Nutzen, denn wenn ich was nicht wusste, hat er
es halt ergänzt. Mittwochs Vormittags war ich mit meinem Consultant im OP, wo
ich gelegentlich auch assistieren durfte. Mittags gab es, von einem der
Consultants organisiert, einen CTG-Workshop, an dem alle, Hebammen, Studenten,
Assistenzärzte, teilnehmen durften. Dort wurde in sehr lockerer Atmosphäre über
aktuelle Fälle anhand eines CTGs diskutiert. Nebenbei gab es Getränke und
Sandwiches, was das ganze natürlich noch attraktiver machte. Nachmittags
stand dann normale Gyn-Sprechstunde auf dem Plan. Donnerstags war ich am Vormittag
auf der "Labour Ward", wo ich entweder bei Kaiserschnitten dabei war oder auch
im OP vorbei geschaut habe, je nachdem, was los war. Überhaupt war der Plan nicht
strikt zu befolgen, sondern nur als Anleitung für mich gedacht. Ich musste
auch nicht immer bei meinem Consultant bleiben, sondern hab mich an die
gehalten, die gerade was spannendes gemacht haben. Donnerstags Nachmittags war
ich dafür eigentlich immer mit meinem Consultant in der Colposkopie-Sprechstunde,
denn er hat mir dabei viel erklärt und gezeigt. Freitags war erstmal "Infertility-Clinic"
angesagt und danach Uro-Gyn, also Inkontinenz etc. Außerhalb meines
normalen Plans hab ich noch an der Tumor- und der Abbruchsprechstunde
teilgenommen.
Prädikat 'Empfehlenswert': Mein Fazit
Ich konnte also in den viereinhalb Wochen fast jede Facette der Gyn und
Geburtshilfe kennen lernen, einschließlich normaler Geburten, was ich in
Deutschland als ein fast unmögliches Unterfangen empfunden hatte. Trotzdem hing,
wie so oft, sehr viel vom eigenen Engagement ab. Wenn ich mich in den
Aufenthaltsraum gesetzt hättee, ohne auf mich aufmerksam zu machen, hätte ich wohl
den ganzen Tag dort zubringen können. Man musste schon von alleine hinter den Ärzten
her laufen. Trotzdem fühlte ich mich nie im Weg oder lästig, sondern Studenten
gehörten dort zum Alltag und ich bekam immer gerne viel erklärt. Auch bei der praktischen Arbeit war Initiative gefordert: Wenn ich
mich nicht sicher genug fühlte zu assistieren, war das genauso in Ordnung wie die Bitte, zunähen zu dürfen. Die sehr entspannte Atmosphäre machte es einfacher, solche Fragen zu stellen. Überhaupt sind die Engländer
sehr offen und freundlich auf mich zugegangen und ich hab mich viel netter
aufgenommen gefühlt als bei allen Famulaturen in Deutschland. Allein für diese Erfahrung hat sich die Famulatur schon gelohnt. Ich kann die
Gynäkologie im DGH in Eastbourne allen empfehlen, die sich für Gyn und
Geburtshilfe interessieren und mal was anderes als zu Hause sehen wollen. Es
gibt viele interessante Unterschiede - also am Besten einfach
selbst entdecken.
Kontaktadressen:
District General Hospital
Kings Drive
Eastbourne
East Sussex
BN 21 2UD
0044 1323 414967
http://www.esht.nhs.uk/eastbournedgh/
Kontakt per Email an:
Mrs Tomasetti, Undergraduate Administrator
Tel.: 0044 1323 414967
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| Autor(in): Diana Liebrich ([email protected]) |
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Schon seitdem es die Onlinezeitung von MEDI-LEARN gibt, veröffentlichen wir vorab den
Inhalt der neuen Via medici - so auch dieses Mal. Die Ausgabe 04/2005 ist soeben erschienen und wartet schon darauf, von euch in Empfang genommen zu werden.
Seit Beginn des Jahres findet ihr die übrigens zwölfseitige MEDI-LEARN
Zeitung als Beilage zur Via medici aus dem Georg Thieme Verlag.
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Inhaltsübersicht der
aktuellen Via medici (Heft
4,
2005)
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Via
Perspektiven
- Praktisches Jahr in
Kanada
Hausbesuche mit Air Labrador -
Weiterbildung Psychiatrie
Von der Kunst des Zuhörens -
Interview mit Prof. Neuser vom IMPP
Der Herr der Fragen -
Brennpunkt Genitalverstümmelung
Schnitt in Leib und Seele - Im Fokus: der
Turnusarzt in Österreich
Ausbeutung statt Ausbildung? - Die besondere
Famulatur: bei der DLR
Unter Luft- und Weltraumfahrern -
Handwerkszeug für Doktoranden (Teil 4)
"Publish oder perish!"
- Feiern Sie mit!
Zehn Jahre Via medici | -
Ars
Medici
- Notfall: plötzlicher
Herztod beim Sport
Tödlicher Ehrgeiz -
OP-Techniken: distale Radiusfraktur
Vorgeschraubt und zugenäht -
Fallorientiertes Lernen: Husten
Steife Brise in der Lunge - Bildgebende
Verfahren: Abdomen-Sono (2)
Sediment oder Fata Morgana? - Anatomische
Kasuistik: "Hangman"-Fraktur
Galgen der Neuzeit
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Die neue Via
medici gibt es in jeder medizinischen Fachbuchhandlung (5,50 Euro/Heft)
oder im Abo (19,95 Euro/Jahr). |
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Inhaltsübersicht der
MEDI-LEARN Zeitung MLZ
(ist als Beilage in der Via medici enthalten)
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| Ausgabe 04/2005 |
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* Special zum
Thema "Medizin studieren in Deutschland"
Alle Unis auf einen Blick im direkten Vergleich von Lehre, Leben und
Lernen |
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* Doch gar nicht so
hammermässig?
Pretest zum Zweiten Abschnitt |
* Hoffnungen und Sorgen
Pflegepraktikum auf einer gastroenterologischen Station |
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* Bäumchen, wechsel Dich!
Studienplatztausch |
* Auf dem Weg zum Titel
Die Suche nach der Doktorarbeit |
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* Operieren in Indien
Auslandsfamulatur in Kerala |
* La vie à Paris
Erasmusstudienjahr in Frankreich |
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* Modellstudiengang
Bochum
Veranstaltungen mit Dialogcharakter |
* Dem Chef die Unterlagen
bringen
Tipps zur Erhöhung der Berufschancen |
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* Vergleichsrezensionen
Lehrbücher Innere Medizin |
* Zimmer frei
Abenteuer Wohnungssuche |
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* Neue Wege zur
Information
RSS bei MEDI-LEARN |
* Rechtsfragen
Medizinstudium in Österreich |
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* Anatomie ist wichtig
Interview mit Dr. Banerjee |
* ZVS-Onlinebewerbung
Onlineservice "AntOn" von der ZVS |
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Weitere ständige Rubriken in der MEDI-LEARN
Zeitung:
Das Kreuzwortquiz mit wertvollen Sachpreisen, Neuerscheinungen auf dem
Buchmarkt, kurz notierte Pressenews, Linktipps,
Artikelhinweise, interessante Diskussionen, Buchtipps
dddddd |
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Gratis dazu: MEDI-LEARN Zeitung
Ihr könnt euch selbst
ein Bild von der MEDI-LEARN Zeitung (kurz: MLZ)machen, denn wir haben euch die
bislang erschienenen Ausgaben als kostenloses PDF zum Download
anzubieten:
[klick hier
zur MLZ]
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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6. Artikelserie zum Berufsstart als Arzt: Berufsfeld Universität
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- zurück zum Inhalt - |
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Ob die Wahl einer Stelle auf ein peripheres Krankenhaus oder eine Universitätsklinik fällt, macht große Unterschiede. Das „Patientengut“ an einer Universitätsklinik unterscheidet sich von dem eines peripheren Krankenhauses: Patienten mit spezielleren Erkrankungen müssen eher in einem Zentrum, sprich der Universitätsklinik, behandelt werden. In einem Chirurgischen Zentrum wird man deshalb die komplikationslose Appendektomie weitaus weniger häufig antreffen als in einem peripheren Haus.
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Auch sind Klinken und Stationen der Universitätsklinik in den meisten Bereichen von vornherein spezialisierter als Stationen in peripheren Häusern. Beispielsweise genügen in einer Kleinstadtklinik eine oder zwei internistische Stationen, die das gesamte Spektrum abdecken; in der Uniklinik hat man es zum Beispiel mit einer „Klinik für Gastroenterologie“, einer „Klinik für Nephrologie“ und einer für Kardiologie zu tun. Somit liegen die Unterschiede für den jungen Assistenten auf der Hand: Wer beispielsweise in der Inneren Medizin ein breit gefächertes Wissen über jeden Bereich erwerben will, sollte sich ein peripheres Haus aussuchen; wer eine Subspezialisierung anstrebt, ist an der Uniklinik gut aufgehoben.
Forschung und Lehre Doch die Breite und Spezifität des „Patientengutes“ ist nur ein Aspekt des Berufsfeldes Universität. Wer Ambitionen hat als Assistent an einer Universitätsklinik tätig zu werden, sollte schon bei der Bewerbung seine Erfahrung und sein Interesse an wissenschaftlicher Arbeit herausstreichen. Der Bewerber, dessen Promotion schon abgeschlossen ist oder in absehbarer Zeit vollendet sein wird, hat die besseren Chancen auf eine Anstellung an der Uniklinik, da er auf diese Weise schon seine wissenschaftliche Befähigung unter Beweis gestellt hat. In der Abteilung, in der man tätig ist, wird man früher oder später vom Professor in Studien eingebunden, die man je nach Wissensstand betreuen oder planen muss.
Das bedeutet eine Menge Mehrarbeit neben Patientenbetreuung und Dokumentation,
ebnet aber auch den Weg zu einer Universitätskarriere. Diese Studien dienen meistens dem Zweck, neue Therapieoptionen zu testen und auszubauen. Je nach Fachgebiet besteht auch die Möglichkeit, in der Grundlagenforschung tätig zu werden. In Kombination mit der Patientenbetreuung kann wissenschaftliche Arbeit trotz der relativ hohen Arbeitsbelastung eine sehr befriedigende Sache sein, da sich Erfolgserlebnisse oft schnell einstellen. Das dritte „Standbein“ der universitären Tätigkeit ist die Lehre, wie jeder Medizinstudent wissen wird. Der Jungassistent wird vom Prof oft zur Vorlesungsassistenz verpflichtet, was jedoch nicht unbedingt ein Nachteil sein muss: Man kann in der Vorlesung als „Aktiver“ seine Grundlagen immer wieder auffrischen, bekommt Kontakt zu Studenten und kann sich auch einmal für 45 Minuten von der stressigen Stationsarbeit „ausklinken“ ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen...Auch mit dem Abhalten von „Klopfkursen“ und Seminaren wird man betreut; da meist die eigenen Kurse noch nicht allzu lange her sind, hat man hier die Gelegenheit das besser zu machen, was an den am eigenen Leib erlebten Kursen nicht so optimal geplant war. Durch engagierten und durchdachten Unterricht kann man sich bei den Studenten und Kollegen außerdem in recht kurzer Zeit einen guten Namen machen. Es ist zweckmäßig, die Studenten in anonymer Form nach dem Ende der Kursreihe kurz um ein Feedback zu bitten, um seine eigenen Leistungen als Wissensvermittler besser einschätzen zu können.
Wenn dann im jeweiligen Fachgebiet eine Klausur geschrieben wird, kommt man auch leider nicht herum einen Teil der Klausur zu erstellen und die Arbeiten korrigieren zu müssen... Augen zu und durch !
Habilitation Wenn der Assistent nun einige Jahre in seiner Abteilung tätig war und Gefallen an der Betreuung von Studien gefunden hat, kann es passieren, dass der Professor ihm eine Habilitation vorschlägt. Was ist das? Eine Habilitation ist der Erwerb der Lehrberechtigung für das jeweilige Fachgebiet. Sie wird vollzogen mit der Verleihung der Habilitationsurkunde. Wer habilitiert ist, ist berechtigt den Titel „Privatdozent“ (PD) zu führen. Die Voraussetzungen zur Habilitation sind in den Habilitationsordnungen der Universitäten festgelegt. Der Habilitand muss promoviert haben, in der Regel eine mehrjährige Tätigkeit an der Universität belegen und eine Erstautorenschaft bei mindestens 10 Publikationen nachweisen können. Der Forschungsschwerpunkt des Habilitanden sollte aus den Publikationen deutlich werden und die Publikationen müssen in international anerkannten Fachzeitschriften erschienen sein.Der Kandidat fertigt eine Habilitationsschrift an, die ähnlich wie die Promotion angelegt ist, diese jedoch an Umfang und wissenschaftlicher Qualität bei Weitem übersteigt. Diese wird wie die Promotion von mehreren Gutachtern geprüft und (hoffentlich!) für positiv befunden. Ist das der Fall, hält der Habilitand seine Antrittsvorlesung. Durch Überreichung der Urkunde wird die Habilitation vollzogen. Eine Möglichkeit ohne Habilitationsarbeit zum PD zu werden ist die so genannte „Kumulative Habilitation“. Hier wird der Kandidat habilitiert, der an mehreren Publikationen in tragender Weise (im Idealfall als Erstautor) beteiligt war und dessen Arbeiten von besonderer Qualität sind. Diese werden dann in Verbindung mit einer Zusammenfassung einer Habilitationsschrift gleichgesetzt.
Der lange Weg zum Prof. Nach der Habilitation nimmt der Privatdozent wie zuvor Aufgaben in Forschung und Lehre wahr. Neu ist jedoch, dass er selbstständig Vorlesungen planen und halten darf und vermehrt eigenständige Studien plant und betreut. Außerdem hat er nun die Möglichkeit und Pflicht Studenten in den Staatsexamina zu prüfen. Er wird seinen so erworbenen Status viele Jahre beibehalten bis ihn vielleicht irgendwann „der Ruf ereilt“: Eine Universität oder ein Krankenhaus hat sich mit seiner Arbeit und seinen wissenschaftlichen Leistungen auseinandergesetzt und beschlossen den PD zu bitten, einen Ober- oder Chefarztposten anzunehmen. Er
wird dann entweder als habilitierter Chefarzt eine Klinikleitung übernehmen oder
den Lehrstuhl einer Universität zu besetzten.
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| Autor(in): Trojan Urban (MEDI-LEARN) ([email protected]) |
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Es gibt Dinge, an
denen kommt ein Student nicht vorbei: |
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Klassik-Schädel von 3B Scientific® |
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Erste Wahl für das anatomische
Grundstudium und auch als medizinisches Geschenk besonders attraktiv:
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Originalabformung eines echten menschlichen Schädels
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Sehr akkurate Darstellung
der Fissuren, Foramina, Processus, Nähte und anderen Details
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Wie lässt sich das Lernen verbessern? Diese Frage ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund des schlechten Abschneidens deutscher Schüler bei der PISA-Studie von besonderer Aktualität. Die Diskussion konzentrierte sich dabei allerdings bislang vornehmlich auf politisch beeinflussbare Aspekte wie Klassengröße oder Lehrpläne. In einem soeben bewilligten Forschungsprojekt an der Universität Münster wollen Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete jetzt untersuchen, inwieweit Lernen, Gedächtnis und eine Funktionserholung des Gehirns (etwa nach Schlaganfall) durch eine Beeinflussung des Gehirnbotenstoffs Dopamin verbessert werden kann und welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird dieses Verbundprojekt, dessen Sprecher Prof. Dr. Stefan Knecht von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Münster (UKM) ist, für drei Jahre mit gut 1,1 Millionen Euro fördern.
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Die besten Voraussetzungen für Lernerfolge und Gedächtnisbildung bestehen während der Gehirnreifung, das heißt im Kindes- und Jugendalter, sowie in Situationen, die für die jeweilige Person von besonderer Bedeutung sind. Mittlerweile haben Wissenschaftler verschiedene Faktoren im Organismus identifiziert, die das Lernen fördern. Einige von ihnen können sogar gezielt beeinflusst werden. Dazu gehört der Neurotransmitter Dopamin. Wie Prof. Knecht berichtet, kann eine medikamentös (durch Gabe einer Vorläufersubstanz) bewirkte Erhöhung dieses Botenstoffs im Gehirn sowohl den Lernerfolg verbessern als auch eine Erholung geschädigter Hirnfunktionen nach einem Schlaganfall beschleunigen. Diese "dopaminerge Modulation", das heißt die Beeinflussung dieses Gehirnbotenstoffs, bietet laut Knecht "vielversprechende therapeutische Möglichkeiten".
Diese Möglichkeiten und die Mechanismen, die dabei eine Rolle spielen, näher zu erforschen, ist Ziel des soeben genehmigten Verbundprojektes in Münster. Thematisch wird dabei ein großer Bogen geschlagen von Veränderungen des Lebensstils bis hin zu neuronalen Stammzellen. Das Forschungsteam umfasst daher Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen. Neben Neurologen sind Sportwissenschaftler, Neuropsychologen, Psychologen Neurolinguisten, Physiker, Verhaltensbiologen und Biokybernetiker beteiligt. Die Methoden, die dabei zum Einsatz kommen, reichen von bildgebenden Verfahren wie Magnetenzephalographie und Kernspintomographie über Verhaltens- und Sporttraining bis hin zu molekulargenetischen Untersuchungen.
Im Rahmen dieses groß angelegten Projektes werden die Forscher unter anderem der Frage nachgehen, ob Dopamin das Lernen bereits auf der Ebene der Sinnesreizverarbeitung beeinflusst. Ferner wollen sie untersuchen, welche Gehirnsysteme intakt sein müssen, damit es überhaupt zu einer Verbesserung von Lernen und Gedächtnis durch Dopamin kommen kann. Im Fokus ihres Interesses steht aber beispielsweise auch, wie weit sich eine Spracherholung nach Schlaganfall durch den Gehirnbotenstoff verbessern lässt. Darüber hinaus wollen sie herausfinden, ob das Lernen auch durch körperliches Training gefördert werden kann, weil dadurch der Dopamin-Spiegel im Gehirn angehoben wird. Nicht zuletzt richten die münsterschen Wissenschaftler ihren Blick auch auf die molekularen Mechanismen, die bei der durch Dopamin bewirkten Lernverbesserung eine wichtige Rolle spielen.
Von den Ergebnissen des Forschungsprojektes sollen Medizin und Gesellschaft profitieren. So könnten auf der Grundlage der Ergebnisse neue neuromodulatorische Therapien in der Klinik, etwa zur noch effektiveren Behandlung von Schlaganfall-Patienten, entwickelt werden. Zum anderen wollen die Wissenschaftler der Gesellschaft Erkenntnisse über optimale Bedingungen für Lernen und Gedächtnis liefern. Dieser doppelte Nutzen ist auch Ziel des BMBF-Programms zur "Förderung von Forschungsverbünden zu kognitiven Leistungen und ihren Störungen beim Menschen", in dessen Rahmen das Projekt in Münster gefördert wird. So soll laut Ausschreibung eine Brücke geschlagen werden zwischen der klinischen Forschung an Patienten und einem Forschungsansatz, der das grundlegende Verständnis höherer Hirnfunktionen zum Ziel hat.
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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| Autor(in): Jutta Reising (WWU Münster) ([email protected]) |
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Eine neue Methode, mit der sie erstmals in der lebenden Zelle beobachten können, wie Gene reguliert, das heißt, mit Hilfe von Enzymen markiert und abgeschaltet werden, haben Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) entwickelt. Ist dieser Vorgang gestört, können Mißbildungen und schwere Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, die Folge sein. Die Technik ist deshalb insbesondere für die Krebsforschung von großer Bedeutung. Jetzt hat Nature Methods* die Arbeit von Dr. Lothar Schermelleh (LMU), Dr. Cristina Cardoso (MDC) und Prof. Heinrich Leonhardt (MDC, LMU) vorab online (doi:10.1038/nmeth794) veröffentlicht.
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Die Träger der Erbinformation, die DNA-Fäden, liegen nicht nackt im Zellkern, sondern werden mit speziellen Proteinen verpackt. Die Aktivität der einzelnen Gene wird unter anderem über deren Verpackungsdichte gesteuert. So sind aktive Gene locker verpackt und der DNA-Faden für die Abschrift leicht zugänglich. Werden bestimmte Gene in einer spezialisierten Zelle, wie zum Beispiel einer Muskelzelle, nicht mehr benötigt, werden sie abgeschaltet, besonders dicht und unzugänglich aufgewickelt und von der Zelle mit so genannten Methylgruppen gekennzeichnet. Dafür sind bestimmte Enzyme, die DNA-Methyltransferasen, verantwortlich. Sie hängen die Methylgruppen an die Kontrollregion der betroffenen Gene und rasen danach wieder durch den Zellkern. Das Markieren und Abschalten von Genen ist ein lebenswichtiger Vorgang. Werden jedoch die falschen Gene markiert und abgeschaltet, kann das fatale Folgen haben. Im schlimmsten Fall wird die fein austarierte Balance der Wachstumskontrolle gestört und es entstehen Krebszellen. So finden sich häufig bei Tumoren veränderte Methylierungsmuster, wodurch wichtige Gene für die Wachstumskontrolle fälschlich abgeschaltet werden, so dass
sich ein Tumor ungebremst ausbreiten kann.
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In der "Falle": Enzyme (rot), die Gene markieren und abschalten.
Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Ludwig-Maximilians-Universität München können mit der von ihnen entwickelten Technik erstmals Enzyme bei der Arbeit in einer lebenden Zelle (grau) beobachten. Photo: Kourosh Zolghadr/Copyright: MDC/LMU |
Bislang konnten die DNA-Methyltransferasen mangels Alternativen nur im Reagenzglas untersucht werden, was nicht der natürlich Umgebung in einer lebenden Zelle entspricht. Um sie direkt "in vivo" erforschen zu können, hat die Arbeitsgruppe von Prof. Leonhardt in Kooperation mit Dr. Cardoso die DNA-Methyltransferasen mit grün oder rot leuchtenden Farbstoffen (grün/rot fluoreszierenden Proteinen) markiert und somit in lebenden Zellen sichtbar gemacht. Damit sie auch die Aktivität dieser angefärbten Enzyme messen können, haben die Forscher spezielle "Fallen" (traps) in der Zelle aufgestellt. Jedesmal wenn eine Methyltransferase eine Methylgruppe anhängt, das heißt ein Gen für die Abschaltung markiert, schnappt die Falle zu, das Enzym hängt fest. Da die Enzyme farbig leuchten, kann dieses In-die-Falle-gehen mit geeigneten Mikroskopen beobachtet werden.
Mit dieser Technik ist es jetzt erstmalig möglich ein Enzym in lebenden Zellen bei der Arbeit zu beobachten. Die Forscher versprechen sich davon neue Erkenntnisse zur Regulation der DNA-Methyltransferasen und Hinweise auf mögliche, krebsauslösende Fehlerquellen. Ferner wollen sie mit dieser neuen Technik Wirkstoffe suchen, die diese Fehler wieder rückgängig machen und fälschlich abgeschaltete Gene wieder anschalten können. In Zukunft könnten so neue Wege zur Prävention und Therapie von Tumorerkrankungen möglich werden.
Weitere Informationen: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch:
http://www.mdc-berlin.de
Nature:
http://www.nature.com/nmeth/journal/v2/n10/pdf/nmeth1005-736.pdf
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft |
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| Autor(in): Barbara Bachtler (MDC Berlin) ([email protected]) |
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