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1. Editorial |
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Hallo,
nicht nur zum Thema Kaffee-Sorten hat Südtirol einiges zu beizutragen, weiß Birgit Köhler in ihrem Bericht zum PJ in Bozen zu erzählen. Diesen findet ihr in der heutigen Onlinezeitung genauso wie den Erfahrungsbericht von Anne Seyffarth zu ihrem Pflegepraktikum an einem nicht ganz alltäglichen Ort: Sie sammelte in Kosice in der Slowakei Erfahrungen, die sie als Lichtblick in der Vorklinik bezeichnet.
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Vorklinik? Da fällt einem nicht nur das Pflegepraktikum, sondern auch die Anatomie ein. Anatomie? Da haben wir für euch heute die Rezension zum zweiten Band des PROMETHEUS LernAtlas im Gepäck. Für die Studenten der klinischen Semester haben wir aber auch interssante Dinge im Angebot: Ich würde es jederzeit wieder machen - lautet das Fazit von Marlies, das sie nach Abschluss des Intensivkurses 2. Stex bei den Repetitorien in Marburg zog: Heute bieten wir euch den letzten Teil des Erfahrungsberichtes.
Weiterhin lest ihr in der heutigen Onlinezeitung von Verfolgungswahn und seinen Genen sowie von OSCE-Prüfungen mit Schauspielern.
Bis zur nächsten Ausgabe,
Jens, Lilian und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
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MEDI-LEARN auf Schnäppchenjagd gehen: Unser
virtueller Flohmarkt für Bücher und Klinikbedarf hat an 365 Tagen im Jahr rund
um die Uhr geöffnet und wartet auf euren Besuch. Ihr möchtet die nicht mehr
benötigten Bücher des letzten Semesters aus den Regalen räumen oder seid auf der
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Fall empfehlen wir euch einen Besuch im Auktionshaus, aus dem wir hier die
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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"Pronto, bitte", so meldete sich der Sekretär aus dem Vorzimmer des Chefarztes der 2. Medizin im Sanitätsbetrieb Bozen. Dies war einer der Gründe für mich, in Bozen zwei Monate meines PJs zu machen: Ich konnte mich in meinem (Basis-) Italienisch üben, aber wenn ich dann doch nicht mehr weiter wusste, war immer jemand in der Nähe, der deutsch sprach. Dazu muss ich aber sagen, dass die Medizin 2 eher deutschsprachig ist, da der Primar (=Chefarzt) aus Innsbruck kommt. Die Visite wurde manchmal auf italienisch geführt, aber ich konnte jederzeit nachfragen und nach ein paar Tagen hatte ich mich auch rein gehört.
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Alltag in Südtirol
Der Klinikalltag unterschied sich nicht sehr viel von dem in Deutschland. In
der Früh gab es die Frühbesprechung - in der 2. Medizin auf deutsch -, dann
gingen wir auf Visite und erledigten später die anfallenden Dinge. Zu den Aufgaben der Studenten auf Station gehörten neben dem Aufnehmen von (deutschsprachigen)
Patienten das "Therapien-Machen" ("fare la terapia"), d.h. Infusionen anhängen
und i.v. spritzen, Blut abnehmen, Nadeln legen, arteriell punktieren und
eventuell ein bisschen beim Arztbriefe - Schreiben helfen. Also nicht viel
anders als daheim. Die Ärzte waren alle sehr nett und ich konnte jederzeit
nachfragen. Ich durfte schon relativ viel machen, ich empfand die "Kollegen" als sehr aufgeschlossen, es hängt natürlich -wie immer- von einem selbst ab!
Kaffee-Spezialitäten
Mittagessen gab es praktisch umsonst, ich musste mindestens 18 Wochenstunden
auf meiner Stempelkarte verbuchen, um mittags kostenlos zu essen. Diese hatte ich recht schnell zusammen. Und die Essensauswahl war wirklich groß: Es gab
alles, von typisch italienisch bis zu guter Tiroler Hausmannskost, auf jeden Fall
genug, dass ich danach erstmal gestärkt war und mit einem Cafè latte "mitzumnehmen"
auf die Sonnenterrasse ging, ein Ritual nach dem Mittagessen, bei dem sich alle
PJler und auch die Südtiroler Studenten, die tirocinanti, trafen. Ein weiteres
Ritual ist das Kaffeetrinken und ich muss schon sagen, der Macchiato in
der Bar im Krankenhaus war einfach ein Traum - wie übrigens auch alle anderen
Kaffee-Spezialitäten!!! Im Gegensatz zu daheim war er in Bozen auch sehr preiswert! Deshalb
ging die gesamte Ärzteschaft jeden Tag nach der Morgenbesprechung zusammen
dorthin, um sich einen Cappuccino oder ähnliches zu gönnen, und dann nochmal nach
dem Mittagessen und dann noch einmal am Nachmittag… Die italienische
Kaffeekultur! Ich wurde zum "Kaffeejunkie"!!
Rückzug am Nachmittag
Nachmittags war dann nicht mehr so viel zu tun für uns Studenten, ein paar
Aufnahmen meist aus der Ersten Hilfe, ein bisschen Therapie und andere
Kleinigkeiten, so dass man sich in die neu errichtete Bibliothek zurückziehen
konnte oder ich fragte einfach nach, ob ich nicht etwas früher gehen dürfte. Das
war meist kein Problem, da in Bozen alles sehr locker ablief. Und die
Ärzte der Medizin 2 zeigten dabei alle großes Verständnis, wenn mal wieder so
richtig schönes Wanderwetter war!
Es wird nie langweilig in der Umgebung
An so einem freien Nachmittag konnte ich dann viel unternehmen! Die Umgebung
von Bozen hat eigentlich für jeden etwas zu bieten: Wer es gerne sportlich hat,
den locken natürlich die Berge. Man kann wandern in allen Schwierigkeitsstufen,
von blauen Wanderungen (leicht), über schon etwas anspruchsvollere Routen (rot),
bis hin zu schwarzen Touren, für die man dann doch schon etwas Erfahrung
mitbringen und vor allem eine vernünftige Ausrüstung haben sollte. Es wird auf
jeden Fall nie langweilig!!
Für Kletterer gibt es auch eine große Vielfalt. Da ich persönlich noch nicht
so erfahren im Klettern war, hab ich eher Klettersteige gemacht, das war für mich eine
gesunde Mischung aus Wandern und Klettern, wobei ich immer an einem Stahlseil
gesichert war. Aber da gibt es auch sehr tückische und schwierige Steige… Auf
jeden Fall ist die Landschaft gigantisch! Und sehr abwechslungsreich, jedes Tal
ist anders, auch wenn sie eigentlich gleich nebenan liegen. Und dann
natürlich die traumhafte Landschaft im Rosengarten und weiter in den Dolomiten!
Naherholung satt
Für jemanden, der es lieber ruhig angeht, für den ist ein Stadtbummel in
Bozen genau richtig: Die sog. "Lauben" und der Obstmarkt sind berühmt und auch Bozen an sich ist wirklich nett. Anderen Städtchen sind in Reichweite:
Meran, Brixen, Bruneck, Trient, Sterzing, aber auch Verona, Mailand und Venedig
sind nicht wirklich weit weg, hier kann man das "dolce vita" neben großartiger
italienischer Kultur ganz und gar genießen. Entspannen lässt es sich
übrigens am besten an den Talferwiesen, das sind Grünflächen am Ufer der Talfer,
einem der Flüsse von Bozen, am besten mit einer guten Zeitung und einer Flasche
Rotwein. Oder man schwimmt noch eine Runde im kleinen oder großen Montiggler
See, etwas außerhalb zwar, aber das Naherholungsgebiet von Bozen, zum Schwimmen,
Joggen, Radfahren, in das es auch viele Einheimische zieht. Wenn man nicht
so viel Zeit hat, kann man auch einfach eines der kleinen Weindörfchen in der
Umgebung von Bozen besuchen und einen der berühmten und sehr guten Weine
Südtirols kosten. Oder man steigt auf eine der zahlreichen Burgen und Burgruinen
in den Anhöhen, es gibt eine Menge, irgendwie steht auf jedem
Felsvorsprung ein derartiges Bauwerk. Abends geht es dann ab in Bozen! Das
Nachtleben ist noch sehr jung, aber man merkt, wie es sich langsam mehr und mehr entwickelt. Die meisten
Kneipen sind mitten in der Innenstadt. Eine Bar, nämlich das "Nadamas" kennt
jeder, da kommt man einfach nicht dran vorbei. Die Kneipe ist direkt am
Obstmarkt, also mitten in Bozen, und es ist eigentlich immer was los, man trifft
sich hier auf ein Bier oder einen Gingerino und lernt eine Menge neuer Leute
kennen.
Auf den Geschmack gekommen?
Wer also jetzt auf den Geschmack gekommen ist, der soll sich doch einfach mal
ganz unverbindlich in bevorzugten Abteilung per Email bewerben. Eine Übersicht
über das Krankenhaus und seine einzelnen Abteilungen mit allen Emailadressen
gibt es unter www.asbz.it. Bloß nicht wundern, wenn man etwas länger auf eine
Antwort wartet, Italien eben! Man kann natürlich auch anrufen, die Leute sind
sehr zuvorkommend und hilfsbereit Auf jeden Fall ist alles sehr unkompliziert
und geht problemlos. Es gibt dann auch ein eigenes Büro, das sich um eine
Unterkunft kümmert. Es wird sich zwar demnächst viel ändern, weil das bisherige
Personalwohnheim geschlossen wird, aber eine Lösung ist schon in Sicht. Die
Miete muss man selber zahlen, dafür bekommt man das Essen umsonst.
Meine Empfehlung
Ich kann jedem empfehlen, ein Tertial in Bozen zu machen, es war für mich
eine schöne und im Vergleich zu Deutschland ganz andere Erfahrung, an die ich
mich gerne erinnere!
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| Autor(in): Birgit Köhler ([email protected]) |
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4. Mehr Stationsarbeit, weniger Room Service: Ein Pflegepraktikum in Kosice, Slowakei
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Im Rahmen meines Pflegepraktikums hatte ich bereits einen Monat in einem deutschen Krankenhaus abgeleistet und war ziemlich frustriert über die langen Arbeitszeiten und den geringen Bezug zur späteren ärztlichen Tätigkeit. Ich wollte einfach noch etwas anderes erleben. Deswegen erkundigte ich mich beim DFA (Deutscher Famulantenaustausch) und erfuhr, dass die Slowakei das einzige Land ist, das Pflegepraktika anbietet. Ein Auslandspraktikum schien mir eine willkommene Abwechslung, und in der Slowakei war ich zuvor noch nie gewesen. Außerdem hatte eine Kommilitonin dieselbe Idee. Also beschlossen wir, zusammen den Schritt zu wagen.
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Unkomplizierte Anreise
Die Bewerbung über den DFA musste ich bis zum 15. Januar für den kommenden
Sommer abgeben. Ich bewarb mich für die Städte Bratislava, Kosice und Martin.
Zirka zwei Monate später erhielt ich die Zusage für das Faculty Hospital Louis
Pasteur in Kosice. Die Stadt liegt im Südosten der Slowakei, nahe der
ukrainischen und der ungarischen Grenze.
Angereist sind wir mit der Bahn, insgesamt 15 Stunden (mit Umstieg in Dresden
und Bratislava) dauerte die Fahrt von Leipzig nach Kosice. Trotz des vielen
Gepäcks war die Zugfahrt recht unproblematisch und ist wirklich empfehlenswert.
Der Preis lag bei rund 180 Euro für Hin- und Rückfahrt.
In Kosice wurden wir dann von unserer Betreuerin vom Bahnhof abgeholt und in
einem Wohnheim für Ärzte und medizinische Mitarbeiter untergebracht. Meine
Kommilitonin und ich mussten uns ein schlichtes Zimmer teilen. Auf Kühlschrank,
Waschmaschine und Fernseher mussten wir in diesem Monat leider verzichten, und
es gab nur eine Küche für die gesamte Etage, die entsprechend „sauber und
ordentlich“ aussah. Dafür hatten wir eine Putzfrau, die jeden Tag unseren Müll
leerte und eine Empfangsdame, die uns zu jeder Tages- und Nachtzeit unseren
Schlüssel aushändigte.
Leider war damit auch eine starke und für mich ungewohnte Kontrolle verbunden –
Herrenbesuch auf den Zimmern wird nach 18 Uhr nicht mehr akzeptiert und das
Wegbleiben bis drei Uhr wurde mit bösen Blicken bestraft. Im Großen und Ganzen
war unsere Bleibe dennoch zweckmäßig und ausreichend.
Viele Einblicke in den Mediziner-Alltag
Die ersten beiden Wochen verbrachten wir auf der Traumatologie, was äußerst
interessant war. Zu unseren Aufgaben zählten unter anderem das Blutdruckmessen,
das Anlegen von Verbänden und der Patiententransport in den OP. Wir erlernten
die Verabreichung von Injektionen (intravenös, subkutan, intramuskulär) oder das
Entfernen von Nähten und hatten die Möglichkeit, viele Operationen zu
beobachten, was für mich persönlich sehr beeindruckend war. Viel Zeit
verbrachten wir auch in der Ambulanz und durften bei der Aufnahme von Notfällen
mitwirken. Zu Aufgaben wie dem Bettenmachen und der Austeilung von Essen wurden
wir nur selten herangezogen, wohingegen dieses in Deutschland zu meinen
Hauptaufgaben zählte.
Auch die Arbeitszeiten waren um einiges humaner als im deutschen
Pflegepraktikum: Der Dienstbeginn lag meist zwischen 8 und 10 Uhr. Am frühen
Nachmittag wurden wir oft heimgeschickt – mit der Aufforderung, doch etwas zu
unternehmen und das Land besser kennen zu lernen!
Das Klima auf Station ist weniger hektisch und persönlicher
Die zwei letzten Wochen wurden wir auf der Geburtshilfestation eingesetzt.
Aufgrund der Vielzahl von Schwestern gab es dort nicht so viel zu tun. Meistens
gingen wir mit der Ärztin, der wir zugeteilt waren, auf Visite oder nahmen an
Lehrstunden mit anderen ausländischen Studenten teil. Auch hatten wir das Glück,
bei Kaiserschnitten und Geburten dabei sein zu dürfen.
Für das Krankenhaus benötigt man auf jeden Fall eine weiße Hose und ein weißes
T-Shirt oder einen Kittel sowie weiße Schuhe. Im Merkblatt des DFA steht, man
brauche ein Stethoskop, was aber nur auf internistischen Stationen nötig ist.
Die Krankenhäuser in der Slowakei sind auf jeden Fall einfacher eingerichtet als
in Deutschland. Dennoch ist das Gesundheitssystem nicht schlecht. Vor allem
durch die hohe Anzahl an Ärzten und Schwestern ist das Klima auf Station weniger
hektisch und persönlicher.
Kommunikation nicht immer ganz einfach
Neben der Amtssprache Slowakisch sprechen viele Menschen Deutsch, da einige
Gebiete der Slowakei früher deutschsprachig waren. Englisch sprechen die meisten
jüngeren Leute. Im Krankenhaus kann man davon ausgehen, dass jeder Arzt entweder
des Deutschen oder des Englischen mächtig ist. Die Ärzte freuten sich übrigens
sehr darüber, ihre Deutsch- oder Englischkenntnisse an uns austesten zu dürfen!
Der Kontakt mit den Schwestern war leider etwas problematischer, da nur wenige
eine andere Sprache als Slowakisch beherrschten. Aber durch Verständigung mit
Händen und Füßen konnten wir doch noch einiges von ihnen lernen. Oft wurde es
dennoch zum Problem für mich, kein Wort Slowakisch zu verstehen. Gerade bei der
Verständigung mit den Patienten hatte ich große Schwierigkeiten, und auch
außerhalb der Klinik war die Kommunikation nicht immer ganz so einfach.
Unsere Betreuerin kümmerte sich in den ersten Tagen wirklich sehr um unsere
Probleme und Belange, später jedoch hörten wir fast nichts mehr von ihr. Zum
Glück sind die Slowaken sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, so dass wir
schnell Anschluss an eine Gruppe von Studenten fanden, mit denen wir abends
immer weggingen. Das Nachtleben von Kosice ist nicht mit dem einer deutschen
Großstadt zu vergleichen. Dennoch gibt es einige gemütliche Kneipen und Bars, an
denen besonders am Wochenende richtige Partystimmung aufkommt.
Ausflüge organisierten wir selbst und besuchten unter anderem das Slowakische
Paradies, die Hohe Tatra, und die Städte Bardejov, Bratislava und Budapest.
Besonders die ungarische Hauptstadt ist wirklich eine Reise wert! Wir nutzten
den Zug für all unsere Unternehmungen, denn das Bahnnetz in der Slowakei ist
sehr gut ausgebaut und die Preise sind günstig.
Im Voraus verlangt der DFA 80 Euro für den Austausch. Für die Anfahrt muss man
selbst aufkommen; Wohnheim und Mittagessen in der Klinik bezahlt die slowakische
Austauschorganisation. Eine Vergütung gibt es nicht, Ausflüge und alles andere
ist finanzielles Privatvergnügen. Für Deutsche ist das slowakische Preisniveau
allerdings sehr niedrig. Besonders Lebensmittel, Restaurants und Bars sind daher
sehr erschwinglich, für 100 Slowakische Kronen (ca. 2,50 Euro) bekommt man schon
eine große Pizza mit Getränk.
Ein echter Lichtblick in der Vorklinik!
Für mich war der Aufenthalt eine wirklich wichtige Erfahrung und auf jeden Fall
eine Abwechslung zum deutschen Krankenhausalltag. Ich habe viele Dinge gelernt
und gesehen, die ich sonst wohl erst viel später in der Klinik erfahren hätte –
ein echter Lichtblick in der trockenen und anstrengenden Vorklinik! Außerdem
habe ich viele neue Bekanntschaften gemacht, die ich nicht mehr missen möchte.
Ich kann die Slowakei jedem empfehlen, der mal eine andere Erfahrung machen
möchte oder der wie ich einfach nur genervt von der Art des hiesigen
Pflegepraktikums ist. Hilfreich für mich war es aber auch, dass ich nicht ganz
alleine, sondern zusammen mit einer Kommilitonin dieses Abenteuer eingegangen
bin.
Die Adresse der Klinik:
Faculty Hospital Louis Pasteur
Ratislavova 43
04190 Kosice - Slovakia
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| Autor(in): Anne Seyffarth ([email protected]) |
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| Titel: |
PROMETHEUS: Hals und Innere Organe |
| Autor(en): |
Schünke, Schulte, Schumacher |
| Verlag: |
Thieme |
| ISBN: | 3131395311 |
| Preis: |
39,95 |
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"Wow - ganz schön umfangreich", "Edele, schöne Zeichnungen", "Wirklich nett,
hätte ich auch gern" - all diese Aussagen bekam ich, als ich den zweiten Band des
Prometheus Medizinern in die Hand gegeben und nach ihrem ersten
Eindruck gefragt habe. In der Tat, der zweite Band ist rund 400 Seiten
stark und durchgehend vierfarbig. Inhaltlich beschäftigt er sich mit dem Hals und den Inneren Organe.
Ähnlich wie beim ersten Band sind alle Grafiken aus einem Guss; Schritt für
Schritt werden Schichten ausgeblendet und man kann systematisch den Aufbau
studieren. Dieses hilft vor allem bei den komplexen Strukturen des Halses.
Ebenfalls findet man, entsprechend dem ersten Band, beim Lesen zahlreiche
klinische Verknüpfungen: So wird zum Beispiel die Kehlkopfspiegelung ausführlich
dargestellt und mit den anatomischen Begebenheiten übereinander gelegt. An
anderer Stelle sind endoskopische Bilder einer Magenspiegelung zu finden.
Ergänzt wird der zweite Band im Anhang um die "Systematik der Organversorgung".
Überschaulich werden hier in Schemazeichnungen, die arterielle und venöse
Versorgung, der Lymphabfluss und die Innervation dargestellt. Das Sachverzeichnis
ist umfangreich und übersichtlich aufgebaut und führt schnell zum Ziel.
Wie schon der erste Band kann der Prometheus "Hals und Innere Organe"
überzeugen.
Preislich liegt der zweite Band bei 39,95 €. Wer sich die gesamte Reihe zulegen
möchte, muss rund 150,00 € für alle drei Bände investieren - vielleicht das
ideale Geschenk zu Weihnachten. Der letzte und dritte Band, auf den man gespannt
sein darf, erscheint voraussichtlich im Februar 2006.
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| Autor(in):
Christian Weier (MEDI-LEARN) ([email protected]) |
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Deine Meinung ist gefragt!
Das Forum "Bücherplausch" steht für Diskussionen rund um die Lehrbücher zur
Verfügung. |
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| Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]) |
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7. Anstrengend, aber effektiv: Erfahrungsbericht zum Intensivkurs 2. Staatsexamen bei MEDI-LEARN (4)
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"Ängste und Sorgen vor Prüfungen will ich abbauen können und meine Sprachkünste, sollen ebenfalls ins Trainingslager", dies ist einer der Vorsätze, den Marlies Lehmkuhl fasste, ehe sie den Intensivkurs 2. Staatsexamen der MEDI-LEARN Repetitorien in der altehrwürdigen Universitätsstadt Marburg besuchte. Im heutigen vierten und letzten Teil der Artikelserie verrät uns Marlies ihr Fazit zum Besuch des Kurses bei den Repetitorien.
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Anstrengend, aber
effektiv
Intensivkurs 2. Staatsexamen bei MEDI-LEARN
Teil 4 des Erfahrungsberichtes von Marlies Lehmkuhl
Sauna, Solarium, WLAN und Waschen
Im Haus gibt es 26 Einzelzimmer, recht komfortabel eingerichtet mit Bett, Tisch,
Kommode, Nachttisch, Kleiderschrank, Fernseher, Telefon, teilweise auch mit
Waschbecken mit Spiegel. Je nach Flurgröße teilen sich 2-3 Leute ein Badezimmer
mit Toilette, Badewanne und/oder Dusche. In den "Appartements" gibt es sogar ein
eigenes Bad. Einige Zimmer haben eine so genannte "Singleküche" (Spüle mit zwei
Kochplatten) und einen Kühlschrank.
Zum Teil bestehen die Räumlichkeiten auch aus zwei kleinen Zimmern, so dass man
ein Schlaf- und ein Arbeitszimmer hat. Die Zimmer werden im Infomaterial
beschrieben. Bei der Anmeldung können Wünsche geäußert werden.
Sind keine Zimmer mehr frei oder finden zwei Kurse gleichzeitig im E-Brunnen
statt, dann stehen auch Zimmer extern bei privaten Vermietern in Schröck und
Marburg zur Verfügung.
Zum Haus gehört ein großer Parkplatz, so dass mancher sich im Gegensatz zur
Situation an seinem Studienort keine Sorgen um die Parkplatzsuche machen muss.
Für ganz ungemütliche Tage oder gegen stärkeren Lernfrust gibt es im Keller eine
Sauna, in die circa fünf Personen passen. Für gesunden Teint kann man sich
wahlweise auch unter das Solarium legen - alles inklusive. Wer kann das schon
von seiner Studentenbude behaupten? Im Keller, weit weg von allen, die auch noch
spät abends lernen und die man somit nicht durch lautes Reden und Gelächter
stören will, gibt es eine gemütliche Sitzecke, in der wir uns oft abends
getroffen haben und mit einem Bier den Abend haben ausklingen lassen.
Im Zeitalter von Internet und Computer ist auch an die Bedürfnisse der
Teilnehmer in dieser Hinsicht gedacht: Da viele einen Laptop zum Kreuzen
mitbringen, haben diese ihr E-Mail-Postfach auch gleich mit dabei. Um also auch
auf diese Weise weiter Kontakt halten zu können, ist der ganze E-Brunnen mit
WLAN ausgestattet, so dass man in den meisten Zimmern bequem vom Schreibtisch
aus seine E-Mails abfragen kann.
So ein großes Haus muss natürlich über so eine lange Zeit auch sauber gehalten
werden. Aber keine Angst: Die Teilnehmer dürfen sich ganz auf das Lernen
konzentrieren. Zwei Hausdamen sind die guten Seelen im Haus und sorgen für
Ordnung und Sauberkeit. Ihnen zur Seite steht ein Hausmeister, der alle
anfallenden Reparaturen im Haus sofort erledigt. Vormittags verwalten die
Reinigungskräfte auch die Waschküche, aus der man zwei Mal pro Woche neue
Bettwäsche und Handtücher bekommen kann. Nachmittags kann man seine eigene
Wäsche waschen und sie anschließend zum Trocknen aufhängen oder in den Trockner
stecken. Auch diese Geräte sind mehrfach vorhanden, so dass keine langen Staus
entstehen. Wer nur glatte Sachen anziehen mag, der findet sogar Bügeleisen und
Bügelbrett.
Ihr seht: Es ist alles vorhanden, um sich konzentriert in die Lernarbeit zu
stürzen und zwischendurch die Seele baumeln zu lassen. Also: Auch fern der
Heimat kann es gemütlich werden! Und für ganz Gefühlsbetonte, die keine sechs
Wochen auf ihren Schatz verzichten mögen, erlaubt MEDI-LEARN gegen ein geringes
Entgelt jederzeit Gästeübernachtungen.
Marburg und Umgebung
Für sechs Wochen lohnt es tatsächlich, sich eine Karte der Region zu besorgen.
Die Lahnberge laden zum Besuch ein, es gibt ein Schwimmbad oder man flaniert mal
abends durch die niedliche, aber sehr hügelige Altstadt mit schönen
Fachwerkhäusern bis hinauf zum Schloss und genießt von oben den sagenhaften
Ausblick. Kneipen und Kinos sind ebenfalls vorhanden.
In südlicher Richtung und von der Terrasse des E-Brunnens zu sehen, liegt die
Amöneburg, zu der sich ein Ausflug lohnt. An einem Studientag kann man auch
bequem mit dem Zug in die eine Stunde entfernte Metropole Frankfurt am Main
fahren.
Der Aufwand lohnt sich!
Insgesamt muss ich sagen, dass sich dieser Kurs enorm gelohnt hat. Natürlich ist
es manchmal nervig, mit 30 Leuten so nah aufeinander zu hocken. Dafür habe ich
eine Menge über mich, die Medizin und unser Gehirn gelernt, von dem ich heute
während meines PJ ungemein profitiere. "Wie lerne ich eigentlich am besten?"
Dieser Satz, der in Marburg so zentral war, beeinflusst auch noch mein heutiges
Lernen im PJ.
Zwar bin ich auch heute nicht unbedingt Expertin auf sämtlichen Fachgebieten,
aber mein Medizin-Wissen, das nach dem 10. Semester aus vielen zusammenhanglosen
Einzelbausteinen bestand, wurde durch diesen Kurs zu einem sinnvollen Gesamtbild
zusammengesetzt.
Das, was in der Uni fehlt und dringend dort Einzug halten sollte, nämlich dass
man ein Organ oder eine Krankheit von verschiedenen Seiten aus betrachten
sollte, wurde hier durchgeführt. Die Tuberkulose behandelten wir beispielsweise
in Pathologie, in Arbeitsmedizin, in Pädiatrie und, als wir es alle schon fast
nicht mehr hören konnten, auch noch in der Inneren Medizin. So bekamen wir ein
Verständnis dafür, wie man sich aus ganz verschiedenen Richtungen einer
Krankheit nähern kann und warum die einzelnen Symptome überhaupt so auftreten.
Ich muss sagen, dass ich für diesen Gesamtüberblick extrem dankbar bin und ich
dafür gerne die nicht unerheblichen Kosten und den von meinen Freunden
belächelten "Lernknast" auf mich genommen habe.
Kurz vor Schluss…
…mussten wir dann noch einmal in den sauren Apfel beißen und uns durch die
Endklausur hangeln. Alle waren natürlich sehr nervös, denn jetzt sollte sich ja
zeigen, ob man auf dem richtigen Weg war und sich die Strapazen der letzten
Wochen gelohnt hatten. Wie immer gab es den Lösungsbogen am Schluss und man traf
sich zum Auszählen in der Küche.
Da saßen wir nun und zählten unsere Buchstaben. Wo man hinsah: Glückliche
Gesichter, sei es, weil die Prozente in die Höhe geklettert waren oder auch,
weil es nun bald nach Hause ging.
Zusammen mit dem Lösungsbogen gab es einen DIN A 2-Bogen mit Arbeitsanweisungen
für die Zeit nach dem Kurs, der nach Zeitpunkt der mündlichen Prüfung für die
Teilnehmer unterschiedlich war. Zusätzlich hatte Thomas für jeden noch spezielle
Empfehlungen in der abschließenden Lernberatung gehabt, welche Themen intensiver
und welche kürzer zu behandeln seien. Dabei fasste er den Kurs noch einmal
zusammen und brachte die Ergebnisse aus den drei großen schriftlichen Prüfungen,
den Tagesklausuren und dem täglichen Kreuzpensum mit ein.
Nach der Lernberatung packten wir unsere Koffer, eine Adressliste wurde schnell
geschrieben und unter die Leute gebracht. Ehe man sich versah, war der E-Brunnen
leer. Die Studenten gingen in alle Richtungen auseinander und freuten sich nach
einer in diesem Jahr wegen zu hoher Arbeitsbelastung schlichtweg ausgefallenen
Adventszeit auf die heimischen Weihnachtsferien.
Es herrschte eine tolle Stimmung: Es ging wieder nach Hause und nach sechs
Wochen zusammen in diesem Haus waren wir zu einer richtig netten Truppe
geworden, die gemeinsam etwas bewegt hatte und sich zusammen erfolgreich durch
diese Zeit gebracht hatte. Und darauf waren wir alle doch sehr stolz!
Mein Fazit
Kein Zweifel: Es war wirklich anstrengend. Aber diese sechs Wochen waren
ungefähr genauso effektiv wie meine ganze restliche Lernzeit für das 2. Stex -
und ich habe Anfang September angefangen und im März geschrieben. Ich würde es
jederzeit wieder machen, denn man ist durch dieses geführte Lernen irgendwie
doch mehr bei der Sache. Trotz Telefon und Internet auf dem Zimmer, ist man doch
aus der Welt und kann sich auf den Stoff konzentrieren.
Dies war der vierte und letzte Teil des Erfahrungsberichtes von Marlies Lehmkuhl zum Intensivkurs 2. Staatsexamen bei den MEDI-LEARN Repetitorien. Wir danken Marlies für ihre Mühen und hoffen, ihr habt einen informativen Einblick in Aufbau, Art und Ablauf eines Vorbereitungskurses bei den Repetitorien gewinnen können.
Infokasten MEDI-LEARN Repetitorien
 Die
Kursplätze für die MEDI-LEARN Repetitorien in Marburg sind begehrt, doch bei
rechtzeitiger Anmeldung sind die Chancen sehr gut, an einem der Kurse teilnehmen
zu können.
Das Procedere ist einfach: Per Telefon oder per Post kann man das kostenlose
Infomaterial direkt bei MEDI-LEARN anfordern (MEDI-LEARN, Bahnhofstr. 26 b,
35037 Marburg, Tel. 06421-6816680). Das geht natürlich auch mit einer der vielen
Postkarten, die man fast überall in den Buchhandlungen und auch im MediPlaner
findet. Internet-Freunde klicken sich auf diesem Weg zum Kursangebot:
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/campus/Medizinische_Repetitorien/
Hat man sich entschlossen, einen Kursplatz zu buchen, muss man eine
entsprechende Anmeldung nach Marburg schicken. Dazu nutzt man entweder die
Seiten aus dem Kursinfoheft oder lädt sich das entsprechende PDF aus dem
Internet herunter. Verbunden mit der schriftlichen Anmeldung ist eine Anzahlung
von 230 €. Ist man früh genug dran und es gibt noch freie Kursplätze,
erhält man innerhalb weniger Tage eine Buchungsbestätigung. Ist der gewünschte
Kurs bereits ausgebucht, besteht die Möglichkeit, sich auf eine Warteliste
setzen zu lassen. Manchmal springen nämlich kurzfristig noch Teilnehmer ab oder
werden krank, so dass man im Nachrückverfahren einen Kursplatz ergattern kann.
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| Autor(in): Marlies Lehmkuhl ([email protected]) |
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(idw) Neues Lernstudio für praxisnahe Medizinerausbildung eröffnet im November
Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Theaterakademie Vorpommern in Zinnowitz und der Medizinischen Fakultät der Universität Greifswald im Juni dieses Jahres, der ein gemeinsames Simulationstraining für Medizinstudenten des zweiten klinischen Ausbildungsjahres vorsieht, fanden in dieser Woche die ersten OSCE-Prüfungen in Mecklenburg-Vorpommern statt.
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Noch in diesem Monat wird darüber hinaus am Institut für Community Medicine offiziell ein modernes Lernstudio mit Videoausstattung für die praxisnahe Ausbildung der Medizinstudenten übergeben. "Die Reform der Medizinerausbildung wird mit diesen interaktiven Lernmöglichkeiten um einen weiteren wichtigen Bestandteil bereichert", betonte der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Heyo K. Kroemer.
OSCE bedeutet "Objective Structured Clinical Evaluation" (Objektiv strukturiertes klinisches Examen). Das ist eine relativ neue Prüfungsform, die nicht nur theoretisches Wissen abfragt, sondern insbesondere praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Bewältigung ärztlicher Routinen und den richtigen Umgang mit Patienten prüft. An mehreren Stationen werden durch geschulte Schauspieleleven bestimmte krankenhaustypische Situationen simuliert, die die etwa 100 Studenten des 2. klinischen Ausbildungsjahres nacheinander absolvieren müssen. Entwickelt wurde OSCE als Prüfungsform in Schottland. In den USA werden OSCE-Prüfungen bereits seit mehreren Jahren eingesetzt und auch in Deutschland gibt es bereits einzelne Erfahrungen, jedoch meist in Reformstudiengängen. Eigens für diese spezielle Prüfungsform wurde im Sommer eine enge Zusammenarbeit mit der Theaterakademie Vorpommern vereinbart.
"Perspektivisch plant die Medizinische Fakultät, die Schauspielschüler in seltenen, aber wichtigen Krankheitsbildern zu schulen, damit die Studenten realitätsnah in diesen Situationen ausgebildet werden. Bislang wurde die studentische Ausbildung unter Zuhilfenahme von Schauspielern nur in einzeln verlesenen Reformstudiengängen (z. B. an der Charité) durchgeführt. Dies möchten wir im kommenden Semester erstmals für den reformierten Regelstudiengang umsetzen", sagte Prof. Claus-Dieter Heidecke, Studiendekan der Medizinischen Fakultät Greifswald.
Im Oktober fand die interaktive Schulung der Eleven der Theaterakademie Vorpommern und der akademischen Lehrärzte der Universität statt. Neben der Entwicklung standardisierter Rollenanleitungen für Simulationspatienten wurden exemplarische Arzt-Patienten-Interaktionen trainiert sowie die erste OSCE-Prüfung mit einheitlichen Bewertungskriterien vorbereitet. Ein derartiges Fachexamen in der Allgemeinmedizin nach der neuen Approbationsordnung findet erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern statt.
"Die Konfrontation mit alltäglichen Gesprächs- und Handlungssituationen in der Klinik, von der normalen Untersuchung bis hin zur Vermittlung von ärztlichen Diagnosen, kann jetzt in Greifswald in einem modernen Lernstudio geübt werden. Das Programm gehört ab sofort zu Standardausbildung in Greifswald und soll wesentlich dazu beitragen, die klinisch-soziale Kompetenz der angehenden Mediziner zu schulen und sie besser auf ihren Beruf vorzubereiten", unterstrich Kroemer.
Weitere Informationen: http://www.klinikum.uni-greifswald.de http://www.theater-anklam.de
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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| Autor(in): Constanze Steinke (Uni Greifswald) ([email protected]) |
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(idw) Auch wenn nach gängiger Lehrmeinung Schizophrenie, manisch-depressive (bipolare) Erkrankung, Depression und Angststörungen unterschiedliche Erkrankungen darstellen, zeigen sich im klinischen Alltag zum Teil sehr große Überlappungen der Symptome. Aus großen Familienstudien gibt es zudem Hinweise auf eine Überlappung auf genetischer Ebene.
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So finden sich unter den Angehörigen eines an Schizophrenie Erkrankten nicht nur gehäuft ebenso an Schizophrenie Erkrankte sondern auch eine Häufung von Angehörigen mit Depressionen und bipolarer Erkrankung. Wissenschaftler um Marcella Rietschel vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim konnten in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Markus M. Nöthen und Peter Propping von der Universität Bonn diese Überlappung zwischen Schizophrenie und bipolarer Erkrankung auf molekulargenetischer Ebene erstmalig näher beschreiben.
Seit längerem ist bekannt, dass psychiatrische Erkrankungen wie Schizophrenie, bipolare Erkrankung, Depression und Angststörungen eine starke erbliche Grundlage haben. Allerdings erkranken nicht nur Personen mit einer familiären Belastung. Diese Krankheiten können jeden treffen, da sie durch ein Zusammenspiel unterschiedlicher Gene mit Umweltfaktoren entstehen. Auf Grund ihres häufigen Vorkommens werden sie auch als Volkskrankheiten bezeichnet. So erkranken ca. 1-2% aller Menschen im Laufe ihres Lebens an einer Schizophrenie oder bipolarer Erkrankung und bis zu 20% an einer Depression oder Angsterkrankung. Diese Erkrankungen, die meist schubweise und oftmals chronisch verlaufen, verursachen bei den Betroffenen großes Leid und sind auch von im-menser volkswirtschaftlicher Bedeutung.
Charakteristisch für das Krankheitsbild der Schizophrenie ist das gehäufte Auftreten von Wahnvorstellungen und Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), die bipolare Erkrankung ist durch einen Wechsel zwischen Phasen depressiver und gehobener/gereizter Stimmung gekennzeichnet. Aber auch bei der Schizophrenie treten häufig Phasen von Depression und Angst auf, und bei bipolaren Erkrankung sind Wahnvorstellungen in bis zu 50% der Fälle vorhanden. Aus großen Familienstudien gibt es zudem Hinweise auf eine Überlappung auf genetischer Ebene. So finden sich unter den Angehörigen eines an Schizophrenie Erkrankten nicht nur gehäuft ebenso an Schizophrenie Erkrankte sondern auch eine Häufung von Angehörigen mit Depressionen und bipolarer Erkrankung.
Die Forscher aus Mannheim und Bonn konzentrierten sich bei ihren Untersuchungen auf das Gen G72/G30, das sie als Risikogen sowohl bei schizophren als auch bipolar Erkrankten gefunden hatten. "Durch eine systematische intensive Analyse der von den Patienten beschriebenen klinischen Symptome konnten wir herausfinden, dass der Zusammenhang, der auch genetische Assoziation genannt wird, zwischen bestimmten Varianten des Gens G72/G30 und der bipolaren Erkrankung fast ausschließlich auf ein Symptom zurückzuführen ist, nämlich den Verfolgungswahn", erklärt Thomas G. Schulze aus Rietschels Abteilung. Verfolgungswahn, landläufig auch als Paranoia bezeichnet, ist eines der Kernsymptome der Schizophrenie. Dass dieses Symptom nun für die genetische Assoziation mit der bipolaren Erkrankung verantwortlich ist, sei ein starker Hinweis auf die genetische Überlappung beider Erkrankungen, so Schulze weiter. Laut Nöthen gebe die genaue Funktionsweise dieses Gens Forschern noch große Rätsel auf: " Wir wissen zumindest, dass dieses Gen nur bei Primaten vorkommt."
"Diese Studie bestätigt erstmals auf molekularer Ebene, was wir Psychiater längst aus unserer klinischen Erfahrung wissen, nämlich, dass sich Patienten nicht in ein Diagnoseschema pressen lassen, welches scharf zwischen Erkrankungen trennt", resümiert Rietschel. "Die genaue Beobachtung der von den Patienten geschilderten Symptome wird in Zukunft die Voraussetzung für eine erfolgreiche Entschlüsselung der molekulargenetischen Grundlagen psychischer Erkrankungen sein. Wenn wir diese Grundlagen kennen, werden wir in der Lage sein, individuelle Therapieansätze zu entwickeln."
Die Studie ist in der Novemberausgabe des Fachjournals American Journal of Psychiatry (162:2101-2108; http://ajp.psychiatryonline.org) veröffentlicht worden.
Das Projekt wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, sowie die National Alliance for Research on Schizophrenia and Depression (USA) unterstützt.
Marcella Rietschel ist Professorin der Rupprecht-Karls-Universität Heidelberg und Leiterin der Ab-teilung für Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Markus Nöthen ist Inhaber des Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Lehrstuhls für Genetische Medizin. Das Life & Brain Zentrum ist ein neues Forschungszentrum des Universitätsklinikums Bonn, das sich mit modernsten Technologien der anwendungsnahen Ursachenforschung von Krankheiten widmet.
Weitere Informationen: Dr. med. Marina Martini, M.Sc. Referat Öffentlichkeitsarbeit Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim J 5, 68159 Mannheim E-Mail: [email protected] Homepage: http://www.zi-mannheim.de
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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| Autor(in): Dr. med Marina Martini (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim) ([email protected]) |
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