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Prüfungsprotokolle - Hammerexamen detail

Prüfer : Dr. Christof Meyer
Uni : Giessen
Fach : Chirurgie

Das folgende Prüfungsprotokoll wurde von einem Studenten
bei uns in die Datenbank eingetragen:


Christof Meyer ist leitender OA der Unfallchirurgie in Uniklinik Gießen. Wir wurden einen Tag vor der Prüfung darüber informiert, dass er stellvertretend für Prof. Schnettler prüft und hatten deshalb kein Vorgespräch. Am ersten Tag der Prüfung hatte ich einen Patienten der Inneren. Nachdem ich den Patienten meinen 3 Prüfern und meiner Kollegin vorgestellt hatte, wurde ich zunächst in Innere geprüft. Dr. Meyer hat anschließend nach chirurgieschen Sachen in der Anamnese gefragt. Da mein Patient eine Arthrodese im Sprunggelenk hatte ging er darauf ein. Ich berichtete ihm ohne dass er fragte die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen im Knie und Hüftgelenk zur Gegenseite. Er fragte mich ob es Prothesen für das Sprunggelenk gäbe und was man bei der Vorgeschichte des Patienten (Offener Bruch, Eiter, Fistel) für eine Therapie heutzutage wählen würde (Arthrodese war 40 Jahre her). Die Antwort war auch Athrodese wegen Infektion und fehlender Festigkeit der Prothese. In der Anamnese meines Patienten hat er Schmerzen bekommen und ist synkopiert. Dr. Meyer fragte mich über das Szenario mit direkt vorangegangener Arthrodese aus und wollte tiefe Beinvenenthrombose hören und wie man dies untersucht (KU (Umfang, Druckdolenz, Konsistenz, Entzündungszeichen), Ultraschall, Labor: D-Dimere!!) und was für Risiken das in sich birgt. Insgesamt hat er sich sehr an die Anamnese des Patienten gehalten.
Am zweiten Tag wurden wir in einem Seminarraum geprüft, dort waren Beemer und Leinwand aufgebaut. Dr. Meyer zeigte mich über die Leinwand Röntgenbilder mit nebenstehenden schematischen Zeichnungen, damit man auch alles besser erkennen kann, schließlich ist man ja kein Radiologe: Es war eine Weber A, B bzw. C Fraktur zu sehen, er wollte wissen wie sie eingeteilt und unfallchirurgisch versorgt werden und was eine hohe Weber C Fraktur ist. Aber nur ganz easy und grob!!! Er hat immer wieder betont: \"so genau will ich das nicht wissen, das ist Facharztwissen, das müssen sie gar nicht können!\"
Allgemeinchirurgisch hat er mir eine Fallbeschreibung dargestellt von Briefen, die er vor sich liegen hatte (also wirklich gängige reale Fälle, nichts wildes): Junger Mann (mitte 20) mit Unterbauchschmerzen rechts. Er wollte wissen Verdachtsdiagnose Appendizitis, Diagnostik (KU, Druckpunkte!, Schmerzlokalisierung (viszeral, peritoneal), apparative Diagnostik), was jetzt wahrscheinlich aber nicht sicher Appendizitis: Lösung: Chirurg konsiliarisch/bzw. OP
Im OP keine Entzündung des Appendix festgestellt, was machen: Lösung: Trotzdem rausnehmen und in die Patho einschicken, nach weiteren Differenzialdiagnosen für die Schmerzen suchen: Meckeldivertikel, M. Chron, Colitis ulcerosa.
Dann Unterscheidung in Diagnostik, Pathogenese und Therapie von M. Chron und C. ulcerosa.
Auch hier wollte er nur ganz grobe Stichworte hören und bei der Therapie: was wird operiert, was nicht und ganz grob wie, d.h. nicht einzelne OP-Namen, sonder grobe Orientierung: befallenes Stück rausnehemen, End zu End oder Hartmann mit Anus praeter kurzzeitig... unb ob Kontinenz erhaltend oder nicht,
ich glaube, wenn die Zeit nicht schon rum gewesen wäre hätte er noch über Colon-Ca gesprochen.... also wirklich nur ganz gängige Themen nichts wildes. Insgesamt ein sehr netter und höflicher Prüfer. Sehr fair, sieht einem auch mal nach wenn man vor Aufregung nicht direkt darauf kommt, aber es trotzdem hintergründig erklären kann. Keine Angst vor der Prüfung, so oft wie er meinte: \" Das ist Facharztwissen so genau müssen sie das gar nicht können!\" sind nach meiner Schätzung im Schriftlichen Examen 04/2009 ca. 40-50% Facharztfragen! Also keine Panik. Sehr ruhiger und netter Prüfer.

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