Katastrophengebiet Haiti…
Da haben sie wieder einmal zugeschlagen – die Katastrophen dieser Welt. Und ich frage mich, ob man nicht helfen könnte. Ich meine – ob ICH nicht helfen könnte…?! Sicher, Spenden, keine Frage – aber ich kann doch mehr. Ich bin doch ARZT, herrjeh noch eins…!!! Doch braucht man im größten Chaos tatsächlich eine Gynäkologin? Okay, ich kann nähen, ich kann auch operieren assistieren – und ambulanztechnisch: so den Anfänger-Chirurgen-Kram, den bekomm ich garantiert auch noch hin – aber mehr??? Und dann die Familie – die würden sich bedanken, wenn Muttern sich mir-nichts-dir-nichts in eines der momentan wahrscheinlich gefährlichsten Gebiete nördlich des Äquators absetzen würde. Klar, ich würde meinen Mann wahrscheinlich auch fragen, ob er noch alle Latten am Zaun hat, wenn ER auf solche Ideen käme…. Ich MACH es ja auch gar nicht. Aber dennoch – ich bin Arzt, mein Job ist, helfen zu wollen. Und ich WILL helfen. Ein ander Mal…
Denn eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche – die nächste Katastrophe kommt garantiert – irgendwo, irgendwann… :(

Am 15. Januar 2010 um 20:32 Uhr
Ob man eine Gynäkologin braucht?
Aber sicher doch! Oder glauben Sie, dass die Haitianer jetzt aufhören, ihre Kinder zu gebären? Es werden täglich Kinder geboren und die Versorgung der werdenden Mütter überlasse ich gerne Ihnen, Frau Kollegin. Wenn’s eine Sectio wird, mache ich auch gern Narkose für Sie.
Herzlichen Gruß aus der Notarzt-Börse,
Andr?© Kröncke
Am 16. Januar 2010 um 09:24 Uhr
Gerade nach so einer Katastrophe ist jede helfende Hand wichtig.
Auch wenn es nur banale Sachen sind. Helfen kann jeder!
Am 16. Januar 2010 um 15:43 Uhr
Ich habe heute im Radio gehört, dass die Krankenhäuser hinüber sind und die Frauen ihre Kinder in Trümmerhaufen bekommen, die Geburten lassen sich nicht aufhalten. Gyns würden da sicher auch gebraucht werden.
Am 16. Januar 2010 um 16:24 Uhr
Hmm… habe heute eine MAil von Ärzte der Welt bekommen. Darin schreiben sie, dass ein Team aus Pflegepersonal, Chirurgen und Ärzten nach Haiti aufgebrochen ist. Heißt das jetzt, Chirurgen sind keine Ärzte :-D
Habe mir fest vorgenommen, was zu spenden. Kann kaum noch Nachrichten gucken…all das Elend… Wir müssen froh sein, dass es uns so gut geht. Es trifft doch oft irgendwie die, die eh schon nichts haben.
Am 16. Januar 2010 um 17:21 Uhr
Deine Gedanken waren auch meine Gedanken, wobei ich als Neurologe definitiv von nur geringem Nutzen sein würde da unten (die feine Differentialdiagnostik wird wohl wenig gefragt sein).
Aber prinzipiell gehen diese Gedanken auch bei mir immer wieder dorthin … wir sollten zumindest Spenden – besser als gar nix. …
Am 17. Januar 2010 um 08:55 Uhr
Vielleicht werden mich jetzt einige steinigen!? Natürlich ist es schlimm, was in Haiti passiert ist, die Uno hat es ja als Jahrhundert Katastrophe deklariert. Ich werde nicht spenden, solange fast wöchentlich eine neue Tafel eröffnet werden muss.
Am 17. Januar 2010 um 10:47 Uhr
Steinigen sicher nicht – wozu auch? Ich bin der Meinung, man kann durchaus an mehreren “Fronten” gleichzeitig arbeiten. Denn was wäre, wenn jeder schlußendlich nur die Katastrophen im eigenen Land zu händeln versuchte? JEDES Land hat sein persönliches Haiti – in unterschiedlicher Ausprägung. Und Hilfe nach außen heißt im Umkehrschluß ja nicht, daß es keine Hilfe nach innen mehr gibt. Meine Meinung :)
Am 17. Januar 2010 um 20:35 Uhr
Hmmm. hmmmm. hmmmm.
Genau das habe ich mir auch gedacht.
Einfach dem Chef sagen, dass ich jetzt mal für ein paar Wochen weg bin und dann bei MsF anheuern und los… aber das wäre ziemlich naiv. Erstens nimmt MsF nun auch nicht jeden und auf Abenteuerer (wie mich!) und Leute, die vorwiegend ihr Gewissen beruhigen wollen haben die ganz bestimmt nicht gewartet, und auf verkrachte Existenzen, die hier zu Hause nicht klarkommen und einfach nur weg wollen schon gar nicht.
Was die brauchen, sind Experten mit Erfahrung – nicht nur medizinisch – sondern vor allem auch damit, unter extremen Umständen Medizin zu leisten, improvisieren zu können usw.
Alle Anderen sollten spenden.
Am 18. Januar 2010 um 00:14 Uhr
@josephine
Das ist nett :) Natürlich hat jeder irgendwo sein eigenes Haiti, und sicher müssen wir auch dort helfen. Nur an zuvielen Fronten sollten wir nicht helfen…
Da kaufe ich lieber in hamburg ne Obdachlosenzeitung und helfe so..
Am 18. Januar 2010 um 17:19 Uhr
Hmmm. Also, ich glaube, ich fahr doch nach Haiti. Ich hab ja noch Resturlaub. Außerdem wollte ich immer schonmal in die Karibik.
Am 18. Januar 2010 um 19:24 Uhr
http://www.amazon.de/Im-Zentrum-Katastrophe-wirklich-bedeutet/dp/3593381230
habe mal in Interview mit dem Autor gesehen,
Aussage,
was man nach einer Katastrophe am meisten braucht ist Infrastruktur,
Allgemeinmediziner und Gynäkologen.
Denn wenn die meisten Helfer aus dem Ausland eintreffen,
(was meistens erst nach 1-2 Tage passiert)
werden Unfallchirurgen fast nicht mehr benötigt.
Am 18. Januar 2010 um 19:49 Uhr
echt jetzt? hätte ich nicht gedacht…! aber gut, 50% der weltbevölkerung sind ja bekanntlich frauen und die bekommen dann auch noch mehr oder weniger kinder… insofern hab ich einen der wohl am wenigsten brotlosen jobs ever…!
Am 18. Januar 2010 um 20:26 Uhr
Meint Ihr, es gibt ne Möglichkeit, das Pflegepraktikum in Haiti bei irgendner Organisation zu absolvieren? Wenn man schon für umsonst arbeitet, wäre es doch schön, wenn man dort helfen könnte, wo es wirklich Sinn macht!
Am 19. Januar 2010 um 12:54 Uhr
meiner Meinung nach eher nicht,
und bringen tut es dir auch nichts,
weil keiner Zeit hat,sich auch noch um dich zu kümmern.
Am 19. Januar 2010 um 12:59 Uhr
@ Daniela: Bitte fahr erst dann nach Haiti, wenn Du weisst, was Du da tust, also NACH abgeschlossener Ausbildung (nicht notwendigerweise Med-Studium) UND Berufserfahrung.
Am 19. Januar 2010 um 14:19 Uhr
@josephine,
gerade bei google gefunden,
http://books.google.at/books?id=VVPIQn1j6AgC&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false
@daniela,
Helfen macht überall Sinn,
nicht nur wenn es spektakulär bei einer Katastrophe ist.
Am 14. Mai 2010 um 11:09 Uhr
Ob man in einem Katastrophengebiet Gynäkologen braucht?
Ich bin kein Experte, aber ich kann mir vorstellen, das es eher schwierig ist, einem Baby im Mutterleib zu erklären, das es jetzt bitteschön noch mal zwei, drei Wochen wartet bis die Infrastruktur wieder halbwegs funktioniert…
Für Haiti ist das nicht mehr soo super aktuell – aber das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, das irgendwo die Erde bebt.