Kleine Erdenbürger auf die Welt holen

10. März 2010 geschrieben von Katharina

Hallo!
Nachdem sich mein rebellierender, aber gleichzeitig nicht-mehr-vorhandener Weisheitszahn allmählich zur Ruhe gelegt hat, ging diesen Montag mein 14-tägiges Gynökologie-Blockpraktikum los. Also vorerst wieder nichts mit langen Laborarbeitszeiten… Und ich würde doch sooo gerne endlich weitermachen!

Dafür darf ich momentan dabei sein, wenn neue Erdenbürger das Licht der Welt erblicken – und das ist nach wie vor schwer faszinierend :) Ich habe in der Gynäkologie vor einem Jahr auch schon famuliert, aber nichtsdestotrotz ist eine Geburt jedes Mal wieder ein unvergessliches Erlebnis. Und vorallem: Sie sind alle individuell und jede ist wieder ganz neu und anders! So wie wir Frauen halt so sind… ;)
Ein echtes Highlight ist auch immer die U1, d.h. die erste Untersuchung des Neugeborenen – einfach nur süß. Da schlagen wohl einfach die weiblichen Gene durch, wenn Assistenzärztin und Blockpraktikantin gleichermaßen “dududu”-quietschend vor dem Nachwuchs stehen und gerührt grinsen ;)

Die Hebammen, mit denen wir zwangsläufig zusammenarbeiten, verleiten mich allerdings nicht ganz so zu Jubelrufen – ich weiß nicht wieso, aber in diesem Krakenhaus herrscht absoluter Geltungsmangel-Krieg zwischen der Hebammen-Front und der Ärzte-Front. Ja, ich schreibe bewusst “Front”, denn ein bisschen was von Krieg hat das… Da wird ständig gemobbt, gezickt und auch direkt geschimpft, vorallem von Seiten der Hebammen – die lassen ihren aufgestauten Frust dann gerne und ganz offen an (ihrer Meinung nach deutlich) “rangniedrigeren” PJ-lern und Praktikanten aus, womit sie auch überhaupt nicht hinter dem Berg halten. Für mich war das völlig ungewohnt, in meinem alten “Famulatur”-Krankenhaus war das ganz anders, viel kollegialer und netter. Hier dagegen sitzt man im Aufenthaltsraum und hat keine Chance mit den Hebammen ins Gespräch zu kommen, egal wie nett man es versucht – da wird man einfach komplett ignoriert als wäre man Luft. Schade, sowas…! :(

I’m back to life – dafür sind jetzt die Zellen krank

4. März 2010 geschrieben von Katharina

Tja, was soll ich sagen – mir gehts jetzt den Umständen entsprechend nahezu super – der Nerv in meinem Unterkiefer hat sich halbwegs zur Ruhe gelegt und meckert nur noch, wenn ich mich zu viel bewege oder mein Blutdruck aus anderen Gründen in die Höhe schießt (danger – nicht aufregen! ;) )
Dafür sind meine armen Zellen jetzt krank :(
Nachdem ich Anfang der Woche im Labor angerufen und mich weiterhin krank gemeldet habe, damit die MTA, die sich um meine Zellen kümmert, selbige nicht weiter pflegen muss, sondern sie einfach wegfrieren kann bis ich sie wieder brauche (= weniger Arbeit!), erfuhr ich auch gleich noch, dass unsere ganze Zellkultur positiv auf Mykoplasmen getestet worden ist. Die MTA hatte, einem inneren Verdacht folgend, Proben genommen und eine PCR laufen lassen, und siehe da… fast alle Zellkulturen positiv.

Was heißt das nun für mich und vor allem für meine Zellen? Zunächst – kein Drama. Die Meinungen, was Mykoplasmeninfektionen bei einer Zellkultur bedeuten, gehen weit auseinander – manche Labors testen gar nicht (“macht nix, selbst wenn sie’s haben”) und arbeiten trotzdem ganz normal mit ihren womöglich infizierten Zellen, andere testen und behandeln dann eben – zur letzten Gruppe gehören auch wir.

Wissenschaftlich verwertbar sind EIGENTLICH nur die Ergebnisse von gesunden Zellen, ohne die netten intrazellulären Bewohner – also bekommen meine Zellen nun auch regelmäßig Ciprofloxacin (Antibiotikum) mit in ihr Nährmedium.

Bleibt nur die Frage aller Fragen – wo haben sie sich angesteckt? In Frage kommen der Brutschrank, die Bench an der wir arbeiten, der Stickstofftank, die gemeinsam genutzten Pipetten… Die Möglichkeiten sind vielfältig, und man erkennt schon, dass es eigentlich gar nicht möglich ist, die kleinen Biester überall zu 100 % zu eliminieren. Zumal sie sogar im Stickstofftank überleben können und sich die Zellen dort, trotz geschlossener Tubes, gegenseitig anstecken können…
Heißt für mich: wenn ich meine frisch therapierten, gesunden Zellen nun einfrieren würde, kann es sein, dass sie sich flugs im Tank wieder neu infizieren und ich sie in 8 Wochen wieder neu infiziert auftaue. Eine Never ending story also…
Ich bin gespannt, ob wir die Biester endgültig loswerden!

Schmerzgeplagt

27. Februar 2010 geschrieben von Katharina

Hallo allerseits,

Murphys law hat mal wieder richtig zugeschlagen – seit letzter Nacht habe ich unerträgliche Schmerzen im Versorgungsgebiet des N. mentalis, vorallem an seinem Austritt im Bereich des Foramen mentale… Erst dachte ich an ein Nervenkompressionssyndrom durch die Schwellung, aber nachdem die Schmerzen sich heute morgen so weit gesteigert hatten, dass ich schweissgebadet aufgewacht bin, habe ich dann doch mal den MKGCh meines Vertrauens angerufen. Der hatte mir zum Glück die Nummer des Praxis-Notfall-Handys mitgegeben… Und er ging sogar ran! Samstagmorgen um halb 10! :-) Damit hätte ich nicht gerechnet, war aber umso positiver überrascht. Nett war er auch noch (wow, er kann doch sprechen! ;) ) und erklärte mir, dass diese heftigen Schmerzen an Tag 3 leider “typisch” wären für eine tiefe Wundinfektion, die den N. mandibularis (der im weiteren Verlauf in einem seiner Endäste zum N. mentalis wird) reizt. Und das trotz Antibiotikum – aber 3mal täglich 300 mg Clindamycin haben wohl nicht gereicht.
Durch das Entzündungsgeschehen am Knochen entsteht in der Wunde ein saurer pH, und da der Nerv nur 1-2 mm von den Wurzeln meines ehemaligen Weisheitszahnes entfernt liegt, bekommt der natürlich die volle Ladung mit – und reagiert mit ausstrahlenden Schmerzen. Das ist schmerztechnisch wirklich die Hölle, wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind – klar sind Nervenschmerzen übel, sagt ja auch das Lehrbuch – aber wie übel, das weiß man erst wenn man selber mal welche hatte!

Wenigstens war das Gespräch wirklich nett – vorbeikommen musste ich nicht, da ich ihm die Schmerzlokalisation so genau beschreiben konnte, dass er vor Ort eh nicht mehr hätte sehen können – und dass die Wunde oberflächlich reizfrei ist und ich keine Parästhesien habe, konnte ich ihm auch direkt mitteilen. Schon toll, so ein Gespräch von Kollege zu Kollege ;)

Jetzt gibts für mich gleich die “Hammerdosis” Doxycyclin, 100 mg morgens und abends – und wenn ich mich am Montag wieder in der Praxis vorstelle, ist es vielleicht schon weg – oder zumindest besser.
Drückt mir die Daumen!!!!

Der Triumph über Streuselkuchen – oder: Haben meine Zellen schon Sehnsucht nach mir?

26. Februar 2010 geschrieben von Katharina

Ja, jetzt liege ich hier… Gebeutelt von fiesen Kieferschmerzen und mit dem Gefühl, ich werde meinen Mund nie mehr weiter als 3 cm öffnen können… An dieser Stelle wäre durchaus mal etwas Mitleid angebrach, genau!

Eben habe ich den Kampf gegen ein Stück Streuselkuchen aufgenommen – das war einfach zu hoch um in meinen Mund zu passen, wie deprimierend ist das bitte – Hunger und das Essen unerreichbar direkt vor der Nase?! Ging ja mal gar nicht – zumal ich auch noch Sternzeichen Löwe bin. Raubkatzen kann man doch kein Stück Futter vor die Nase halten! :-D
Ich glaub, das war der anstrengendste und schmerzhafteste Kuchen meines Lebens. ABER ER IST DRIN! :-) Ich bin also guter Dinge, dass ich die Suppenkost bald wieder los werde – kann die nämlich schon nicht mehr sehen. Drückt mir die Daumen!

Heute morgen hat dann auch noch das Labor angerufen – da mein Zahn sich letzte Woche so plötzlich mit einer Entzündung gemeldet hat, konnte ich da gar nicht mehr richtig Bescheid sagen und mich krank melden. Die hatten mich nämlich für die Ferien mit frischer Tatenkraft zurück erwartet – war ja auch so geplant, wenn nicht alles wieder anders… ich sagte es im letzten Beitrag schon. Genau.

Jedenfalls habe ich dort glücklicherweise eine echt nette MTA, die meine Zellen bis nächste Woche noch betüdelt – dann muss ich allerdings wieder hin und neues Medium ansetzen. Hachja – manchmal fühle ich mich, als hätte ich mir da ein paar Millionen kleine  Tamagotchis angelacht – kennt die noch jemand? Ich hatte zwar nie eins, aber die wollten doch auch immer gefüttert und gepflegt werden… Viel anders ist das mit meinen Zellen auch nicht, die brauchen mindestens zwei Mal die Woche neues Medium (quasi “Futter”), und wenn sie so stark gewachsen sind, dass der ganze Boden der Flasche bevölkert ist, dann muss man sie “splitten” und auf  zwei neue Flaschen aufteilen. Und wenns ihnen dann so richtig gut geht, dann sollen sie mir ja auch Ergebnisse liefern – möchlichst die, die ich gerne hätte… ;-) Dann bekommen sie nämlich eine Ladung “siRNA“, die bewirkt, dass ein bestimmtes Gen in diesen Zellen heruntergeregelt wird – und wenn meine Hypothese stimmt, wird dann ein anderes, bestimmtes Protein hochgeregelt und verstärkt exprimiert werden. Das wär zu schön um wahr zu sein… Aber bis es so weit ist, liegt noch eine Menge Arbeit vor mir ;-)

Fürs Erste werd ich mich jetzt also mit ein bisschen Theorie ablenken müssen – der Stapel Paper neben mir verspricht aber, dass mir für einige Stunden nicht langweilig werden dürfte. Ja, experimentelle Arbeit heißt auch, viel zu lesen, viel zu recherchieren, und viele Informationen zusammenzupuzzlen – und das alles auf Englisch, ist schließlich die Wissenschaftssprache. Hört sich erst mal anstrengend an – ist aber halb so wild, nach einiger Zeit hat man sich da ziemlich gut eingelesen. Und außerdem erfasst mich nach wie vor immer noch ein gespanntes Bauchkribbeln, wenn ich plötzlich auf eine neue Information stoße, die meine Hypothesen wieder in einem etwas neuen Licht erscheinen lässt…
So als wäre alles möglich und die ganze Fragestellung meiner Arbeit ein großes Rätsel, das es zu lösen gilt
.
Vielleicht ist genau das die Faszination, die einen antreibt und dazu bewegt, so viele Stunden seiner Freizeit für die Forschung zu opfern :-)

Ungewollt sprachlos

24. Februar 2010 geschrieben von Katharina

So, da bin ich wieder. Verbal zwar sehr stark eingeschränkt (bekomme den Mund kaum auf und soll sowieso wenig sprechen) – aber hier muss ich ja zum Glück nur tippen… ;)

Die OP gestern verlief so weit ganz gut – wahrscheinlich sind Medizinstudenten die furchtbarsten Patienten, die man haben kann. Nachdem ich in der Stunde Wartezeit zwischen geplantem Termin und wirklich durchgeführter OP dem Wahnsinn schon sehr nahe gekommen war und mir über so ziemlich alles was eintrffen könnte Gedanken gemacht hatte, verlief die präoperative Aufklärung dann eher mangelhaft. Es gab keinen Vordruck, sondern der von mir im weiteren liebevoll MKGCh (Mund-Kiefer-Gesichtschirurg, oder auch bekannt als Metzger für Kau-, Gesichts- und Chmerzprobleme) genannte Arzt nuschelte mir die Risiken und Nebenwirkungen im Steno-Tempo zu, während er sie simultan auf einen abgerissenen Schmierzettel kritzelte. Wohlgemerkt in schönster Chirurgenhandschrift – ich bezweifle stark, dass das auch nur irgendein Mensch auf dieser Welt hinterher lesen kann. Gekrönt wurde das ganze dann von der Frage “Verstanden?!” Nebst “Hier unterschreiben!” während der MKGCh neben das daruntergekritzelte X wies. Aha. Gut, dass ich eh schon weiß was mich erwartet… Meinen Unterkiefernerv wird er wohl hoffentlich nicht anritzen, auch wenn das böse Zähnchen verdammt nah dranliegt… Auf die Frage nach der Dauer der Antibiotikaprophylaxe hinterher gabs dann die lapidare Antwort, das wisse er auch nicht – die Pharmaindustrie würde schließlich stündlich (wtf?!)  die Tablettenanzahl der von ihm verschriebenen Packungsgrößen verändern – ich solle einfach so lange nehmen, bis die Schachtel leer sei.

Nunja… durch Zufall weiß ich mittlerweile von einem befreundeten Apotheker, dass Clindamycin N1 schon sehr, sehr lange 12 Tabletten enthält.. Demzufolge 3 mal täglich = 4 Tage…. Okay. Aber Chirurgen werden ja auch fürs Schneiden bezahlt und nicht fürs Verschreiben von Medikamenten, sonst wären sie ja auch Internisten geworden… *boshaft grins* :D

Überhaupt hat mein Aufschneider recht wenig mit mir gesprochen – war mir dann ab OP-Saal aber auch eigentlich relativ egal, da wollte ich sowieso nur noch meine Dormicum-Spritze i.v. haben :) Für die Nicht-Mediziner unter uns: Dormicum (Wirkstoff Midazolam) ist ein Benzodiazepin, dass leicht sedierend und angstlösend wirkt und zudem eine anterograde Amnesie zur Folge hat – d.h. man kann sich nicht mehr merken, was mit einem passiert und sich hinterher demzufolge auch nicht mehr genau daran erinnern… Für mich persönlich hat es sich angefühlt wie ein entspanntes Nickerchen, als ich wieder wachgeworden bin war die OP vorbei.

Vorteil: Man ist zwar sediert, atmet aber selbstständig weiter (braucht also nicht intubiert zu werden) und ist “ansprechbar”, auch wenn man davon nicht viel bzw. gar nichts mitbekommt. Außerdem ist es irgendwo faszinierend, nach dem Kommando “so jetzt wirds mal kurz schwindelig” völlig entspannt wegzudämmern und sich hinterher nicht mehr an viel erinnern zu können ;)

Nachteil: Es besteht ein (geringes) Risiko einer Atemdepression – und natürlich bei häufiger Anwendung auch das einer Abhängigkeit. Aber für eine einmalige Anwendung ohne weitere Risikofaktoren alles eher kein Problem. Für kleine Angsthasen wie mich also genau das Richtige! :)

Nach der OP gings dann erst mal nach Hause, wo ich meinen Midazolam-Rausch ausschlafen durfte (man ist echt noch etwas wackelig auf den Beinen hinterher und fragt wohl auch öfter mal dasselbe… nunja… ich weiß von nichts ;) ) In der Zwischenzeit hatte mein Papa – als kleine Belohnung sozusagen – meinen inzwischen reparierten Rechner abgeholt, daher bin ich nun auch wieder in der Lage regelmäßige Beiträge zu tippen!

Eigentlich sollte ich ja jetzt gerade in dieser Sekunde im Labor stehen, stattdessen liege ich nun mit Eisbeutel und ohne Weisheitszahn auf der Couch – aber immerhin die theroetischen Unterlagen und Paper zu meiner Doktorarbeit habe ich mir mitgenommen. Werde morgen wohl mal anfangen, daran weiterzuarbeiten – momentan habe ich noch zu viel Schmerzen dafür :(

Überhaupt könnte das Credo meiner Dotkorarbeit lauten “erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt” – es kommt sooo oft was dazwischen, weswegen man dann wieder völlig umplanen muss. Entweder sind die benötigten Geräte genau in den Zeiten belegt, in denen man zwischen den Vorlesungen und Seminaren ins Labor kann, oder die bestellten Reagenzien sind mal wieder nicht geliefert worden, oder die einzige im Labor, die einem mit einer bestimmten Methode weiterhelfen kann ist gerade in Urlaub, oder man schreibt Klausuren, muss in einer Famulatur arbeiten, oder wird auch mal selber krank, oder der Versuch will und will einfach nicht klappen… Irgendwas ist immer!

Jetzt gleich muss ich erst mal wieder das mittlerweile aufgetaute Coolpack gegen ein Neues auswechseln und die Mission “Suppe mit einem Teelöffel essen weil man den Mund nicht weit genug aufbekommt” starten – irgendwas essen muss ich schließlich auch. Ach menno!

Zwangspause oder die Zeit der Technik-Ausfälle

18. Februar 2010 geschrieben von Katharina

Alles begann damit, dass meine geliebte 500 GB große externe Festplatte anfing zu klackern -  kurz danach startete sie ständig neu – und dann startete sie praktisch gar nicht mehr. Eine schlaflose Nacht später hatte ich dann wenigstens meine Daten gerettet (die Doktorarbeit ist sicherheitshalber auf mehreren Speichermedien gesichert, kann ich an dieser Stelle nur wärmstens weiterempfehlen – man sieht ja wie schnell sowas gehen kann!)

Kaum war ich wieder halbwegs entspannt, fühlte sich mein Rechner wohl vernachlässigt – jedenfalls hat irgendein mieses Karma dann auch noch mein mainboard dazu gebracht, sich mit einem leisen Rauchwölkchen ins Nirvana zu verabschieden – und schwupps ist man PC-los. Zum Glück ist noch Garantie auf das board, war nämlich erst 1 1/2 Jahre alt… Daher gibts diese Woche nur kurze Lebenszeichen von mir. Nächste Woche mehr – da werde ich zwar auch Labor-abstinent leben, dafür aber um einen Weisheitszahn erleichtert (?) werden und schachmatt sein (viiiel Zeit zum bloggen! ;) ). Der kleine fiese Zahn steckt allerdings noch recht tief im Kiefer – dafür wächst er waagerecht nach vorne. Wünscht mir bitte Glück! Auf der anderen Seite der Spritze fühle ich mich nämlich entschieden wohler!! *bibber*

Spätestens sobald ich (m)einen funktionierenden PC zurück und meinen Dormicum (Midazolam) – Rausch nach der Mini-OP ausgeschlafen habe, gehts hier weiter :)

Schlaf wird völlig überbewertet!

12. Februar 2010 geschrieben von Katharina

So, da bin ich wieder. Die Prüfungen habe ich erfolgreich hinter mich gebracht – allerdings nicht ohne eine Menge an Schlaf dafür einzubüßen. Da wir in nur zwei Tagen 6 Klausuren geschrieben haben (am ersten Tag Innere, Gynäkologie, klinische Chemie & am zweiten Tag Chirurgie, Orthopädie, Urologie) und ich jeden Abend die Fächer für den nächsten Tag nochmal wiederholen und in meinem mit Wissen vollgestopften Hirn „reaktivieren“ musste, waren mehr als 4 Stunden pro Nacht einfach nicht drin. Demzufolge fallen mir beim Tippen dieses Beitrages gerade fast die Augen zu ;-) Aber wenigstens hat es sich gelohnt – mit den Ergebnissen der Klausuren bin ich echt zufrieden! :-)

Nun aber zurück zur Entstehungsgeschichte meiner Doktorarbeit, denn darum soll es hier ja eigentlich gehen. Also – wie bin ich eigentlich in einem Labor der Frauenklinik (tadaa, jetzt ist das Geheimnis auch gelüftet, wo ich arbeite ;-) ) gelandet?

Nun, es sollte ja nicht irgendeine Doktorarbeit sein – ein spannendes Thema musste her, das mich für längere Zeit fesseln könnte, eine gute Betreuung war wichtig (wenn nicht sogar am allerwichtigsten!), dazu ein überschaubarer Zeitplan – denn irgendwann will man ja schließlich auch einmal mit der Arbeit fertig werden – und nicht zuletzt sollten die Methoden möglichst alle schon etabliert sein (minimiert das Risiko, dass unterwegs plötzlich „gar nichts mehr klappt“). So kam es, dass ich Woche für Woche von Fachbereich zu Fachbereich pilgerte und einerseits damit beschäftigt war, ein möglichst positives Bild von mir selbst abzuliefern (die motiverteste und engagierteste Bewerberin unter allen, jawohl! ;) ), andererseits aber den potentiellen Doktorvätern auf den Zahn zu fühlen versuchte, was sie mir denn da anbieten (oder eher: verkaufen) wollten – und glaubt mir, in 3 Monaten voller Vorstellungsgespräche zwischen Neurologie, Innerer, Gynäkologie, Pharmakologie, Psychiatrie, Biochemie und auch Anatomie kann man so einiges erleben und auch lernen – über das Thema Doktorarbeit an sich, über die betreuenden Ärzte (merke: immer den Haken suchen, wenn es zu perfekt erscheint!) und nicht zuletzt über sich selber – wie verkaufe ich mich und meine Fähigkeiten am besten, wie verhandle ich über Arbeitszeiten und Zeitpläne etc.

Doch dazu später mehr – jetzt muss ich dringend Schlaf nachholen ;-)

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. (H. Hesse)

8. Februar 2010 geschrieben von Katharina

Das ist es also – mein niegelnagelneues Doktorarbeits-Blog! Noch ist ja hier nicht allzu viel zu sehen – das wird sich aber in der nächsten Zeit grundlegend ändern :-) Trotz gerade nahender Klausuren und der (üblichen) „mal wieder zu spät angefangen mit dem Lernen aber irgendwie hats ja doch immer geklappt“ – Unruhe werde ich Euch ab heute über mein Leben zwischen Labor & Uniklinik auf dem Laufenden halten!

Aber zunächst alles zurück auf Anfang – wie bin ich überhaupt in diesem Labor gelandet, warum habe ich mir den Wahnsinn einer experimentellen Arbeit mit all ihren Höhenflügen, aber auch tiefen Löchern freiwillig ausgesucht?

Es war einmal… vor langer, langer Zeit (genaugenommen vor etwas mehr als einem Jahr), da begab es sich, dass eine motivierte und neugierige Medizinstudentin mitten im klinischen Studienabschnitt sich auf den Weg machte, eine Doktorarbeit zu finden. Zunächst die Gewissensfrage: Was für eine sollte es denn sein?

Statistisch – die schnellste und angeblich einfachste Methode, dafür aber etwas trocken und langweilig. Immer nur Akten wälzen? Nein, dafür hatte ich mich nicht fürs Medizinstudium entscheiden, da hätte ich ja auch Juristin werden können.

Also besser klinisch-praktisch – dafür aber mit dem Risiko verbunden, auf die Rekrutierung von ausreichend Patienten angewiesen zu sein, die vielleicht zwischendurch keine Lust mehr haben würden, mir meine Fragebögen zu beantworten oder sich den angesetzten Untersuchungen zu unterziehen?

Oder experimentell – der „Königsweg“ der Doktorarbeit mit dem meisten Risiko, an dem leider auch die meisten scheitern, weil oft nichts klappt wie es soll, Unmengen an Zeit investiert werden müssen und von dem mir die meisten fertigen Ärzte abgeraten haben („an die zwei Buchstaben kommst Du auch einfacher!“)

Wem es nur um den Titel geht, der sollte wirklich die Finger von allem lassen, was irgendwie mit einem Labor zusammenhängt – ja, es ist wirklich viel Arbeit, ja, es geht viel Zeit dafür drauf und ja, es ist mit Sicherheit NICHT der einfachste Weg – aber man ist ja schließlich nicht auf der Welt, um immer nur den einfachsten Weg zu gehen, oder?

Ich habe mich jedenfalls für den dritten, den schwierigen Weg entschieden – aus Überzeugung. Weil mich die medizinische Forschung fasziniert, weil ich es unglaublich spannend finde, Neuland zu betreten und Erkenntnisse zu gewinnen, die die Medizin vielleicht ein winziges Stückchen weiterbringen werden. Nicht zuletzt auch deswegen, weil ich Spaß an der Arbeit im Labor habe und mich gerne mit Pipetten, Zellkulturen und Problemen beschäftige, die ich sonst nie gehabt hätte ;-) . Und schlussendlich – weil nichts so faszinierend und endorphinreich ist, wie der 99. Versuch eines Experiments, der nach wochenlanger Arbeit endlich funktioniert! ;-)

Dazu aber später mehr! Fürs erste muss ich mich nun wieder der Lieblingsbeschäftigung aller Medis kurz vor den Klausuren widmen – dem KREUZEN. Juhu!

Willkommen

7. April 2009 geschrieben von admin

Willkommen zu einem weiteren Blog von MEDI-LEARN!