wieder zurück mit einer Rippe weniger…

24. März 2009 geschrieben von juliane

Hallo,
so, nun bin ich gerade aus Hannover zurück. Dort wurde mir im International Neuroscience Institute von Prof. Samii die erste Rippe und der M. scalenus minimus entfernt, da ich ja ein Thoracic outlet syndrom hatte und die neurologischen Ausfälle und Durchblutungsstörungen doch recht schnell progredient waren.
Eigentlich wollte ich ja vorher noch was zu meinem letzten Tag meiner Famulatur schreiben, aber musste dann am Freitag schnell nach Hannover und habe es dann leider nicht mehr geschafft.

Der letzte Tag meiner Famulatur war dann auch ok. Leider konnte ich nur so 50% der Fragen beantworten, die mir der Arzt gestellt hatte, was mich selber total geärgert hat. Ich habe mich meistens auch einfach nicht getraut das zu sagen, was ich gedacht habe. Warum weiß ich eigentlich nicht so wirklich, weil das sonst nicht so meine Art ist.
Naja, so lang war der Tag für mich dann auch nicht, weil schon nach 2 Stunden ein anderer Famulant kam, der mich quasi abgelöst hat. In Gedanken war ich zugegebenermaßen eh schon in Hannover und bei meiner OP.
Fazit meines ganzen Monats Orthopädie: Uni-Klinik war toll! Von der Praxis war ich super enttäuscht. Für mich war es jeden Tag mehr oder weniger eine Überwindung dort hinzugehen, weil ich einfach immer das Gefühl hatte, nicht willkommen zu sein, vor allem die Schwestern schienen immer genervt zu sein von mir.
Ich hoffe einfach wirklich, dass ich in meinen nächsten Famulaturen mehr selber machen darf, denn nur vom Zuschauen lerne ich einfach nicht so wirklich viel.

Nagut, jetzt heißt es noch zwei Wochen Beine hochlegen und meinem Plexus brachialis die Zeit geben, sich zu erholen ;)

eine TEP, eine TEP, eine TEP…*schnarch* und oh Gott – ein Pharmavertreter

12. März 2009 geschrieben von juliane

Mhm…eigentlich weiß ich gar nicht so wirklich, was ich Spannendes berichten soll. Da ich überhaupt nichts selber machen darf, bleibt dann natürlich auch nicht so viel im Gedächtnis :(

Am Mittwoch konnte ich ja dann zum Glück mal wieder ausschlafen und kam erst 13Uhr in die Sprechstunde. Gut ausgeruht, kamen eigentlich die nächsten 3 1/2 Stunden nur Patienten zu ihrem Kontrolltermin nach Kreuzbandplastik vor ca. 4 Wochen. Da gibt es dann natürlich große Unterschiede zwischen den einzelnen Patienten was Beweglichkeit, Schmerzfreiheit, Muskelzustand etc. betrifft, aber so richtig spannend ist das natürlich über 3 Stunden lang auch nicht.

Als dann diese Sprechstunde vorbei war, begann die Sprechstunde des Kollegen, der der Schulterspezialist der vier Ärzte dort ist. Da gibt es sogar eine eigentlich recht eigenartige Geschichte zu berichten. Also, Patient kommt mit versorgter Trümmerfraktur der Tibia und der Fibula (ok, das hat jetzt mit Schulter nicht wirklich etwas zu tun, aber spannende Schulterpatienten gab es an diesem Tag einfach nicht) und wird eigentlich in der Uniklinik behandelt, war dort aber irgendwie nicht so richtig zufrieden. Jedenfalls hatte er sich schon die Spannungsblase am Unterschenkel selbstständig ausgedrückt und außerdem hatte er noch eine Schwellung in Höhe des 1. Dtittel des Unterschenkels, wo er sich dann zu Hause auch gleich einmal selber punktiert hat….Was soll man dazu sagen?!??! Der Patient war zwar so ein wenig aus dem medizinischen Bereich, nämlich Pharmavertreter, aber punktiert man sich deshalb gleich selber zu Hause?!? Super schön sah das ganze dann auch nicht aus. Er meinte zwar, er hätte es unter sterilen Bedingungen gemacht, aber dafür sah es dann doch ziemlich entzündet aus.

Am Mittwoch war ich dann in der Sprechstunde mit dem der vier Ärzte, der vor allem die TEP-Versorgung macht und so sahen wir am Vormittag eigentlich nur Patienten zur TEP-Kontrolle, was irgendwie alle ein wenig frustrierte und er sich selber schon wunderte, ob er überhaupt eine normale Sprechstunde haben würde. An dem Tag ereignete sich dann auch nichts weiter erwähnenswertes.  Er hat mir ein paar Dinge im MRT gezeigt, also wieder eins zwei Sachen mehr, die ich jetzt hoffentlich auch in den nächsten MRTs sehen werde, aber ansonsten ist er sowieso eher zurückhaltend und hat dementsprechend auch nicht viel erkärt und leider auch auf Nachfrage nur sehr kurz und knapp geantwortet.

Heute stand für mich dann endlich mal wieder OP-Tag auf dem Programm mit 5 Meniskusläsionen und 5 Kreuzbandplastiken. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, weil ich jedes kleinste Detail erklärt bekommen habe, auch wenn ich zwei OPs mal wieder von außen betrachten musste, weil zwei Prakitikanten aus dem Rehazentrum zum Zuschauen kamen und der OP für so viele dann doch zu klein ist.

Morgen stehen dann scheinbar nur 4 Stunden Sprechstunde auf dem Plan, was mich nicht so ganz motiviert, aber auf jeden Fall werde ich noch mal einen Blick in mein Ortho-Lehrbuch werfen, da ich die ganze Zeit mit dem Chef in der Sprechstunde sein werde und er mittlerweile dann doch auch ganz gern mal Fragen stellt. Das ist für mich nicht ganz so einfach, da ich ja noch keine Vorlesung in Ortho hatte und dann mehr oder weniger auf meinen Erfahrungsschatz der eigenen OPs und aus den letzten Praktika zurückgreifen muss. Ich hab natürlich auch im Vorfeld der Famulatur schon versucht einiges zu lernen, aber so auf Knopfdruck hab ich dann leider so einiges noch nicht parat.

Naja, schauen wir mal, wie’s läuft

noch an bord…

9. März 2009 geschrieben von juliane

Wie ihr sehen könnt, habe ich mich nach langem Überlegen am Wochenende doch dazu entschlossen, meine Famulatur zunächst doch nicht abzubrechen, sondern mir und den Mitarbeitern der Praxisklinik doch noch eine Chance zu geben.

Heute war dann der Arzt wieder da, auf den ich mich eigentlich sehr gefreut habe, weil wir uns nun schon seit 8 Jahren kennen und er mich selber 6 mal operiert hat und wir eine sehr gut Beziehung haben. Er hat sich auch sehr gefreut mich wiederzusehen und ich hab mich auch gleich viel wohler gefühlt.

Selber machen durfte ich leider auch heute nichts und ich denke, dass wird sich auch nicht grundlegend ändern. Das ist zwar schade, aber dennoch habe ich heute doch wieder einige neue Dinge gelernt.

Am beeindruckensten heute war ein junger Patient, der beim Fußball hingefallen war. Im Röntgenbild zeigte sich ein kompletter Abriss der Tuberositas tibiae und des Ansatzes des Lig. patellae. Dementsprechend merkwürdig sah natürlich auch das Knie von Außen aus. Solche Verletzungen können in der Praxisklinik natürlich nicht behandelt werden und so schickten wir den Jungen und seine Eltern sofort gegenüber ins Krankenhaus. Das war wirklich mein absolutes Highlight der letzten 8 Tage. So etwas hatte auch mein betreuuender Arzt noch nie gesehen.

Das war aber auch schon das Interessanteste. Ansonsten hatten wir heute nur unzählige Patienten mit Ruptur des vorderen Kreuzbandes, die zur OP aufgeklärt und in den OP-Kalender eingetragen wurden. Die wohl zweithäufigste Erkrankung des heutigen Tages waren Kniescheibenprobleme. Viele junge Patienten mit recht wenig Oberschenkelmuskulatur, weichem Bingegewebe und dementsprechend sehr locker laufender Kniescheibe, die dann natürlich Probleme macht. Zu meiner Überraschung wurde bei keinem eine OP-Indikation gesehen, sondern auf die Wichtigkeit der konservativen Behandlung, vor allem dabei des Training der Oberschenkelmuskulatur hingewiesen. Das stimmte mich dann doch ein wenig zufriedener, da ich letzte Woche wirklich fast durchweg den Eindruck hatte, dass dort scheinbar fast jeder Patient eine OP-Indikation hat.

Da ich heute bis 20Uhr da war, kann ich morgen endlich mal wieder ausschlafen und beginne mit der Sprechstunde erst 13Uhr :)

Ich hatte mich so gefreut auf den OP-Tag

6. März 2009 geschrieben von juliane

Am Mittwoch sollte nun also mein OP-Tag sein. Morgens um 8Uhr ging es los mit einigen Arthroskopien. Bei den meisten Patienten zeigten sich verschiedene Meniskusrisse, die geglättet wurden. Der operierende Arzt hat sich sehr viel Mühe gegeben, alles zu erklären und zu zeigen und nach den OPs war für mich immer noch genug Zeit Fragen zu stellen. Nach den ersten Arthroskopien folgten dann die 5 Kreuzbänder. Auch in diesen OPs wurden mir alle Vor- und Nachteile verschiedener OP-Methoden erklärt und so hatte ich echt das Gefühl viel zu lernen und freute mich schon auf den Rest des Tages. In der Hälfte der zweiten Kreuzbandrekonstruktion kam dann noch eine Praktikantin aus dem Rehazentrum von nebenan zum Zuschauen. Keine 10 Minuten stand sie drin, wurde ich auch schon rausgerufen. Ich müsste jetzt gehen, weil es von der Hygiene nicht gestattet wäre, dass so viele Leute im OP ständen und eigentlich dürfte man auch nicht so viel sprechen im OP, aber daran würden sie sich dann doch nicht halten. Um 12Uhr statt wie geplant 16Uhr war der OP-Tag also für mich dann auch schon wieder vorbei.

Heute gehe ich dann von 12-17Uhr in die Sprechstunde und ich werde mir wohl auch heute überlegen, ob ich meine Famulatur dort beenden werde, da ich mich einfach nicht wollkommen fühle, ständig hin und her geschickt werde, die Schwestern zum Teil nicht einmal grüßen, nur um die Ärzte würde es mich wirklich leid tun, da die sich alle Mühe geben, mir alles zu erklären. Schade! Aber ich denke, es macht auch keinen Sinn, dass ich mich noch 1 1/2 Wochen in dieser Atmosphäre durchquäle…..

Kreuzbandruptur, Impingement und Co und das 10h am Tag

3. März 2009 geschrieben von juliane

Hallo! Da bin ich wieder mit meinem zweiten Teil meiner Ortho-Famulatur. Wie gesagt habe ich am Montag in einer Praxisklinik begonnen, die sich auf die Versorgung von Knie-, Schulter- und Sprunggelenkserkrankungen spezialisiert hat. Eigentlich verliefen die letzten beiden Tage leider ziemlich unspektakulär.
Am Montag war ich zur Sprechstunde eingeteilt. In den 9 Stunden, die ich dort war, haben wir wohl um die 80 Patienten gesehen…Also, eine Art “Drucksprechstunde” wie die Ärzte dort auch selber sagen. 80 Patienten mit entweder Bursitis und Impingement oder Verdacht auf Kreuzbandruptur und zwischendurch noch ein paar Meniskusrisse.
Heute auch mehr oder weniger das gleiche. Das einzig interessante waren einige Leistungssportler zwischendrin. Was mich leider sehr erschreckt hat, ist, dass sehr viele der Patienten in den nächsten Wochen zur Arthroskopie kommen werden…..ob das wirklich immer indiziert ist!?!?!? Momentan fühle ich mich aus diesem Grund einfach unzufrieden.
Morgen steht dann OP-Tag auf dem Programm! Bin gespannt darauf und freue mich!! Morgen gibt es dann auch wieder einen ausführlicheren Bericht!

ortho die erste ist nun schon wieder vorbei….und ich ein wenig schlauer

24. Februar 2009 geschrieben von juliane

So, nun sitze ich also wieder zu Hause rum, da gestern schon mein letzter Tag in der orthopädischen Ambulanz war. Einerseits bin ich froh darüber, da wir am Ende doch recht viele Famulanten waren und so zum Teil zu viert im Unteruschungszimmer standen, andererseits hat es natürlich auch viel Spaß gemacht.

Am Freitag aber war noch einmal ein typischer Tag in der allgemeinen Ambulanz. Eine Mutter kommt also mit ihrem 13jährigen Sohn der aufgrund einer Epiphyseolysis capitis femoris operiert wurden war Ende letzten Jahres. Nun hatte er Schmerzen in den Füßen bei Belastung. Zunächst untersuchten wir natürlich die Hüftgelenke, die aber ok waren und da die Mutter sehr aufgebracht war, dass das ja vor der OP alles nicht so gewesen wäre, holten wir lieber mal einen unserer Oberärzte zu Hilfe und so unfreundlich wie an diesem Tag hatte ich ihn zuvor noch nie erlebt. Die Sache war halt, dass die beiden eh in 2 Wochen beim Operateur wieder einen Termin hatten, der Junge massiv übergewichtig war und noch Knick-Senk-Spreiz-Füße hatte und so kann man sich ja auch als Laie schon vorstellen, dass das durchaus Schmerzen machen kann. Jedenfalls war der OA sehr verärgert darüber, dass die beiden in unserer Notfallambulanz vorstellig wurden, dass er nichts weiter sagte, als dass das Kind zu dick wäre und eben diese Fußdeformität hat und ging wieder hinaus…..

Am späten Nachmittag wurde dann eine ältere Patientin mit dem Notarzt gebracht, die über Schmerzen im Lumbalbereich klagte. Die Klinik war nicht sonderlich spezifisch, aber aufgrund dessen, dass sie sicher alleine zu Hause nicht zurecht gekommen wäre, nahmen wir sie dann doch stationär auf. Glück für uns! Denn am Montag in der Morgenbesprechung mussten wir dann hören, dass die Frau am Samstag notfallmäßig operiert werden musste. In dem Moment überkam mich echt ein merkwürdiges Gefühl, dass wir vielleicht etwas völlig Offensichtliches übersehen hatten, da der Assistenzart, mit dem ich am Freitag in der Ambulanz war auch gerade erst frisch vom Studium ist und dementsprechend natürlich auch noch wenig Erfahrung hat. Aber die Oberärzte beruhigten uns, dass das schon mal passieren kann, dass so eine Spinalkanalstenose plötzlich dekompensiert.

Gestern dann mein letzter Tag. Die Nacht zuvor verbrachte ich mit Muffin backen für die Kollegen, die – obwohl aus Ökomehl etc – gut ankamen :) Den Tag verbrachte ich mit einem Wirbelsäulenspezialisten in der Skoliose-Ambulanz. Viel selber machen, konnte ich leider nicht, aber dennoch waren die Verkrümmungen der Wirbelsäule, die ich an diesem Tag zu sehen bekam doch sehr eindrücklich! Und eigentlich taten mir die Kinder mit ihren Tag- und Nachtkorsetten echt ein wenig leid! Wenn ich mir vorstelle, ich müsste den ganzen Tag damit rumlaufen, könnte nicht so richtig Sport machen und dann nachts noch mit so einem Ding zu schlafen…..Respekt, dass die meisten das so durchziehen!

Ja…das war sie auch schon meine Zeit in der Ambulanz. Ich habe in der Zeit viel gesehen, aber ich hätte mir ein wenig mehr aktive Mitarbeit gewünscht, denn viele Dinge in der Orthopädie kann man einfach nur durch selber fühlen lernen, aber auf jeden Fall seh ich auf Röntgenbildern, MRTs und CTs jetzt wieder ein wenig mehr als vorher! :)

Die nächsten Tage werde ich mich ein wenig intensiver auf die Untersuchung von Knie und Schulter vorbereiten, denn ab nächsten Montag geht ja meine Famulatur weiter in einer Praxisklinik, die sich auf Erkrankungen der Knie und Schulter spezialisiert hat.

Also bis dahin!

Infiltration die Erste…..

19. Februar 2009 geschrieben von juliane

Gestern morgen saß ich in der Besprechung und mein Blick immer auf die Uhr gerichtet, aber mein Kollege, mit dem ich die letzten 1 1/2 Wochen in der Allgemein- und Notfallambulanz verbracht hatte, kam einfach nicht….irgendwie stelle ich mich auch schon innerlich darauf ein, dass sich das wahrscheinlich auch nicht mehr ändern wird und genauso war es dann auch – und zwar für den Rest der Woche. Nun war ich also gespannt, mit wem ich mich heute um die großen und kleinen Wehwehchen der Patienten kümmenr würde. Ich bekam eine junge Assistenzärztin, die sonst die Tumorsprechstunde leitet. Erst hatte ich ein wenig Bedenken, ob wir so gut zusammenarbeiten würden, aber diese verflogen sehr schnell wieder. Es war für mich wohl einer der schönsten Tage – warum?!? Erzähl ich euch.

Wie jeden Tag kamen natürlich auch gestern wieder bestimmt 4 Patienten mit dem Notarzt, die sich aufgrund von Rückenschmerzen kaum noch rühren konnten. Eine dieser Patientinnen durfte ich dann allein untersuchen und die nachfolgenden Untersuchungen anmelden. Also, versuchte ich in meinem Kopf alle möglichen Tests für Wirbelsäule zusammenzukramen und fing (zugegebenermaßen vielleicht) ein wenig systemlos an, sie zu untersuchen. Hat aber ganz gut geklappt…denk ich. Nachdem ich alles, was man so testen kann, getestet hatte, meldete ich sie zum Röntgen an und am Ende zählte sie zu den vielen, die stehenden Fußes unsere Ambulanz wieder verlassen konnten :) Aber trotzdem schön! Die erste ganz eigene Patientin!

Mein zweites Highlight quasi war eine ISG-Infiltration. Auch wieder eine Patientin, die vom Notarzt gebracht wurde mit starken Schmerzen in der LWS. Ich wollte den Kollegen eigentlich nur etwas fragen, aber nun, da ich schon einmal da war, meinte er, dass er mir auf einer Seite zeigen würde, wie es geht und die andere Seite könnte ich ja dann selber infiltrieren mit Carbostesin. Ich stellte mich schon darauf ein, dass bestimmt sobald ich die Nadel in die Hand nehmen würde, diese tierisch anfangen würde zu zittern, aber zu meiner eigenen Überraschung war ich gar nicht so wahnsinnig aufgeregt. Die Infiltration hat dann so einigermaßen gut geklappt – zumindest hab ich nicht irgendetwas kaputt gemacht ;) Und so konnte dann auch diese Patientin zu Fuß unsere Ambulanz wieder verlassen.

Nachmittags gings dann zum Tumor-Board, eine interdisziplinäre Veranstaltung, in der mit Pathologen, Radiologen, Onkologen, Internisten, Orthopäden etc die Therapie von Tumorpatienten besprochen wird. War eine recht eindrucksvolle Erfahrung, wie da doch zum Teil sehr intensiv diskutiert und die verschiedenen Möglichkeiten auf Risiko und Nutzen bewertet werden.

Heute war irgendwie leider gar nichts los. Ambulanz war fast wie ausgestorben und bis auf ein paar angeschwollene Knie, einen Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom gab es nichts zu sehen.

Mal schauen, was der Freitag bringt!

18. Februar 2009 geschrieben von juliane

Nun sind schon wieder zwei Tage Ortho-Ambulanz vorbei und es ist viel passiert.

Gestern gab es dann für mich die ersten wirklich traurigen Dinge zu sehen.

Eine Frau Ende 50 mit einem Nierenzellkarzinom, die eigentlich dachte, dass sie quasi geheilt war, da seit 3 Jahren nichts mehr gefunden wurde. Sie wurde bei uns dann vorstellig wegen Schmerzen im Arm. Im MRT fanden wir eine Metastase im Humerus am Übergang vom Kopf zum Collum, die wir morgen mit einem Nagel versorgen werden, damit sie den Arm wenigstens wieder benutzen kann. Diese Metastase sollte dann aber nicht die einzige bleiben, die der Radiologe in seinem Befund mitteilte. Neben dieser fanden sich noch Metastasen in der Nebenniere, dem Pankreas und der Lunge.

Desweiteren konsultierte uns ein Patient mit Fußheberparese, die eigentlich hätte vermieden werden können. Er hatte wohl letztes Jahr einen Bandscheibenvorfall, der leider in dem Krankenhaus, in das er eingeliefert wurde nicht als solcher diagnostiziert wurde. Nun nach über 2 Monaten macht eine OP, um die Fußheberparese zu beheben natürlich keinen Sinn mehr. Schade, das hätte nicht sein müssen!

In die Kategorie „wir haben eigentlich echt überhaupt keine Idee, was es ist“ fielen gestern zwei Patientinnen. Eine Patientin mit einer Bursitis subacromialis, die aber mehr und mehr anämischer wird. Der Radiologe war sich auch nicht so ganz sicher, was das Knochenmark im Humerus betrifft und empfahl uns, sie zur Szintigraphie zu schicken. Da bin ich mal gespannt, was dabei herauskommt!

Die zweite Patientin wurde gestern mit dem Notarzt gebracht und hatte eine isolierte Psoasparese und nur sensible Ausfälle im Bereich des Knies. Da wir nicht so richtig weiterkamen, schickten wir sie zu den Kollegen aus der Neurologie, von wo sie aber nicht mehr wiederkam. Diagnose: Läsion des N. femoralis…wie das passiert ist, wusste aber wohl auch keiner so richtig.

Heute war eigentlich nichts wirklich was los in der Ambulanz. Vielleicht war einfach das Wetter zu schön?!??! Naja, um mir die Zeit wenigstens ein wenig zu vertreiben, ging ich in die Fußsprechstunde und sah Hammerzehen, Krallenzehen und wieder Hammerzehen…..Das einzig spannende war heute Morgen die Besprechung. Viel wurde über die operierten Patienten aus der Unfallchirurgie diskutiert und vor allem über die fehlenden postoperativen Röntgenbilder….Da wurde der Chef dann doch zunehmend unfreundlicher….

 

War das Wetter zu schön?

17. Februar 2009 geschrieben von juliane

Nun sind schon wieder zwei Tage Ortho-Ambulanz vorbei und es ist viel passiert.

Gestern gab es dann für mich die ersten wirklich traurigen Dinge zu sehen.

Eine Frau Ende 50 mit einem Nierenzellkarzinom, die eigentlich dachte, dass sie quasi geheilt war, da seit 3 Jahren nichts mehr gefunden wurde. Sie wurde bei uns dann vorstellig wegen Schmerzen im Arm. Im MRT fanden wir eine Metastase im Humerus am Übergang vom Kopf zum Collum, die wir morgen mit einem Nagel versorgen werden, damit sie den Arm wenigstens wieder benutzen kann. Diese Metastase sollte dann aber nicht die einzige bleiben, die der Radiologe in seinem Befund mitteilte. Neben dieser fanden sich noch Metastasen in der Nebenniere, dem Pankreas und der Lunge.

Desweiteren konsultierte uns ein Patient mit Fußheberparese, die eigentlich hätte vermieden werden können. Er hatte wohl letztes Jahr einen Bandscheibenvorfall, der leider in dem Krankenhaus, in das er eingeliefert wurde nicht als solcher diagnostiziert wurde. Nun nach über 2 Monaten macht eine OP, um die Fußheberparese zu beheben natürlich keinen Sinn mehr. Schade, das hätte nicht sein müssen!

In die Kategorie „wir haben eigentlich echt überhaupt keine Idee, was es ist“ fielen gestern zwei Patientinnen. Eine Patientin mit einer Bursitis subacromialis, die aber mehr und mehr anämischer wird. Der Radiologe war sich auch nicht so ganz sicher, was das Knochenmark im Humerus betrifft und empfahl uns, sie zur Szintigraphie zu schicken. Da bin ich mal gespannt, was dabei herauskommt!

Die zweite Patientin wurde gestern mit dem Notarzt gebracht und hatte eine isolierte Psoasparese und nur sensible Ausfälle im Bereich des Knies. Da wir nicht so richtig weiterkamen, schickten wir sie zu den Kollegen aus der Neurologie, von wo sie aber nicht mehr wiederkam. Diagnose: Läsion des N. femoralis…wie das passiert ist, wusste aber wohl auch keiner so richtig.

Heute war eigentlich nichts wirklich was los in der Ambulanz. Vielleicht war einfach das Wetter zu schön?!??! Naja, um mir die Zeit wenigstens ein wenig zu vertreiben, ging ich in die Fußsprechstunde und sah Hammerzehen, Krallenzehen und wieder Hammerzehen…..Das einzig spannende war heute Morgen die Besprechung. Viel wurde über die operierten Patienten aus der Unfallchirurgie diskutiert und vor allem über die fehlenden postoperativen Röntgenbilder….Da wurde der Chef dann doch zunehmend unfreundlicher….

 

Patienten…

13. Februar 2009 geschrieben von juliane

Meine Intention, warum ich in die orthopädische Ambulanz wollte, war eigentlich den typischen Praxisalltag zu umgehen, wenn wir schon einen Monat Praxisfamulatur machen müssen….deswegen also die Entscheidung in eine Spezialambulanz zu gehen. Nach einer Woche muss ich nun aber doch feststellen, dass eine Spezialambulanz doch nicht immer so ganz speziell ist ;=)
Heute stellte sich eine Patientin bei uns vor mit Schmerzen in der Halswirbelsäule und geringen Bewegungseinschränkungen in den Kopfgelenken. Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich nichts Besonderes und da wir ja in der Orthopädie sind, machten wir natürlich noch ein Röntgenbild, was, wie nicht anders zu erwarten, ebenfalls nichts Besonderes zeigte, außer den altersentsprechenden Abnutzungserscheinungen. Um diese Verspannungen zu lösen gaben wir der Patientin Rezepte für Katadolon und Physiotherapie. Damit war die Patientin aber nicht zufrieden und wollte unbedingt noch eine Krankschreibung für eine Woche, was in meinen Augen schon absolut übertrieben erscheint, aber natürlich bekam sie die AU von uns. Als sie vom Röntgen zurückkam, war sie dann der Ansicht, dass wohl die eine Woche nicht reichen würde (weil sie mal ausspannen müsste!!) und bat uns um eine Verlängerung der AU….Das lehnten wir natürlich ab. Aber ich war einfach so perplex von dieser Dreistigkeit für eine Verspannung zwei Wochen krankgeschrieben werden zu wollen, dass mich das noch eine ganze Zeit beschäftigte.
Ein anderer Fall gestern bestätigte mal wieder die landläufige Meinung: 5 Ärzte, 10 Meinungen. Ein schon etwas älterer Patient mit Schmerzen im Knie, die er wohl schon eine ganze Weile hat und deswegen auch schon mehrmals vorstellig war in der Ambulanz . Bei der ersten Konsultation einer unserer OÄ wurde ihm wohl gesagt, dass er einen ausgedehnten Knorpelschaden im Gelenk haben würde. Bei einer nächsten Vorstellung bekam er als Befund von unserem Kniespezialisten, dass im Knie alles in Ordnung wäre. Gestern also kam der Patient mit aktuellen MRT-Bildern wieder in die Sprechstunde und wollte nun endlich wissen, was mit seinem Knie los ist. Die MRT-Bilder zeigten ein Knie in altersentsprechendem Zustand, was wir dem Patienten und seiner Frau mitteilten, die aber einfach nicht verstehen konnten, wie es sein kann, dass ihnen 3 Wochen vorher gesagt wurde, dass es einen Knorpeldefekt geben würde. Letztendlich waren die beiden sehr aufgebracht darüber, dass wir Ärzte uns ja nie einige wären und es ja wohl nicht sein kann, dass der eine das und der nächste das sagt. Irgendwie hat es mein Kollege geschafft, die beiden ein wenig zu beschwichtigen, aber ich denke, dass wird noch einmal für Zündstoff sorgen, vor allem zwischen den beiden betroffenen Oberärzten.
Aber heute gab es sogar auch ein sehr schönes Erlebnis – ja, auch das gibt es doch noch!! Und zwar ein Patient, der wie so viele mit dem Notarzt gebracht wurde mit starken Rückenschmerzen im Bereich der LWS der sich eigentlich kaum noch rühren konnte und bei dem die klinische Untersuchung dementsprechend schwierig war. Bei solchen Patienten bieten wir immer zwei Möglichkeiten an: entweder wir nehmen sie stationär und machen auf oder wir geben Rezepte für Physiotherapie und Schmerzmittel mit. Zusätzlich können die Patienten auf Wunsch eine Facetteninfiltration bekommen. Gesagt, getan und siehe da: nach Infiltration und 10 Minuten Ruhe GING der Patient aus der Klinik, so als wäre nichts gewesen. Das sind doch mal die schönen Augenblicke der Orthopädie!
So, nun genieße ich erst einmal wieder das Ausschlafen am Wochenende, denn selbst nach einer Woche Dienstbeginn 7.30Uhr kann ich mich an das frühe Aufstehen einfach nicht gewöhnen!