ortho die erste ist nun schon wieder vorbei….und ich ein wenig schlauer

So, nun sitze ich also wieder zu Hause rum, da gestern schon mein letzter Tag in der orthopädischen Ambulanz war. Einerseits bin ich froh darüber, da wir am Ende doch recht viele Famulanten waren und so zum Teil zu viert im Unteruschungszimmer standen, andererseits hat es natürlich auch viel Spaß gemacht.

Am Freitag aber war noch einmal ein typischer Tag in der allgemeinen Ambulanz. Eine Mutter kommt also mit ihrem 13jährigen Sohn der aufgrund einer Epiphyseolysis capitis femoris operiert wurden war Ende letzten Jahres. Nun hatte er Schmerzen in den Füßen bei Belastung. Zunächst untersuchten wir natürlich die Hüftgelenke, die aber ok waren und da die Mutter sehr aufgebracht war, dass das ja vor der OP alles nicht so gewesen wäre, holten wir lieber mal einen unserer Oberärzte zu Hilfe und so unfreundlich wie an diesem Tag hatte ich ihn zuvor noch nie erlebt. Die Sache war halt, dass die beiden eh in 2 Wochen beim Operateur wieder einen Termin hatten, der Junge massiv übergewichtig war und noch Knick-Senk-Spreiz-Füße hatte und so kann man sich ja auch als Laie schon vorstellen, dass das durchaus Schmerzen machen kann. Jedenfalls war der OA sehr verärgert darüber, dass die beiden in unserer Notfallambulanz vorstellig wurden, dass er nichts weiter sagte, als dass das Kind zu dick wäre und eben diese Fußdeformität hat und ging wieder hinaus…..

Am späten Nachmittag wurde dann eine ältere Patientin mit dem Notarzt gebracht, die über Schmerzen im Lumbalbereich klagte. Die Klinik war nicht sonderlich spezifisch, aber aufgrund dessen, dass sie sicher alleine zu Hause nicht zurecht gekommen wäre, nahmen wir sie dann doch stationär auf. Glück für uns! Denn am Montag in der Morgenbesprechung mussten wir dann hören, dass die Frau am Samstag notfallmäßig operiert werden musste. In dem Moment überkam mich echt ein merkwürdiges Gefühl, dass wir vielleicht etwas völlig Offensichtliches übersehen hatten, da der Assistenzart, mit dem ich am Freitag in der Ambulanz war auch gerade erst frisch vom Studium ist und dementsprechend natürlich auch noch wenig Erfahrung hat. Aber die Oberärzte beruhigten uns, dass das schon mal passieren kann, dass so eine Spinalkanalstenose plötzlich dekompensiert.

Gestern dann mein letzter Tag. Die Nacht zuvor verbrachte ich mit Muffin backen für die Kollegen, die – obwohl aus Ökomehl etc – gut ankamen :) Den Tag verbrachte ich mit einem Wirbelsäulenspezialisten in der Skoliose-Ambulanz. Viel selber machen, konnte ich leider nicht, aber dennoch waren die Verkrümmungen der Wirbelsäule, die ich an diesem Tag zu sehen bekam doch sehr eindrücklich! Und eigentlich taten mir die Kinder mit ihren Tag- und Nachtkorsetten echt ein wenig leid! Wenn ich mir vorstelle, ich müsste den ganzen Tag damit rumlaufen, könnte nicht so richtig Sport machen und dann nachts noch mit so einem Ding zu schlafen…..Respekt, dass die meisten das so durchziehen!

Ja…das war sie auch schon meine Zeit in der Ambulanz. Ich habe in der Zeit viel gesehen, aber ich hätte mir ein wenig mehr aktive Mitarbeit gewünscht, denn viele Dinge in der Orthopädie kann man einfach nur durch selber fühlen lernen, aber auf jeden Fall seh ich auf Röntgenbildern, MRTs und CTs jetzt wieder ein wenig mehr als vorher! :)

Die nächsten Tage werde ich mich ein wenig intensiver auf die Untersuchung von Knie und Schulter vorbereiten, denn ab nächsten Montag geht ja meine Famulatur weiter in einer Praxisklinik, die sich auf Erkrankungen der Knie und Schulter spezialisiert hat.

Also bis dahin!

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