2. September 2010 geschrieben von Medicus
Das Leben im Labor habe ich nun für ein paar Wochen hinter mir gelassen und verdiene wieder ein paar Euros bei einem Verein, der das rote Plus als sein Logo auserwählt hat. Dieses Mal wurde ich allerdings einer anderen Wache zugeteilt als den Jahren zuvor, so dass ich hier mehr oder weniger Neuland betrete. Ich erinnere mich, dass ich ganz zu Anfang meiner Zeit hier schon einmal eine Woche verbracht habe, aber meine Kenntnis der Ortschaften und Wege im Einzugsgebiet ist verschwindend gering. So habe ich mich in den ersten Tagen auch erst einmal zurückgehalten was das Fahren im Einsatz anging, aber so langsam erkenne ich manche Ecken wieder. Erschreckend war auch wie sehr man durch ein paar Monate Pause wieder aus der Routine kommt, Abläufe sind in Vergessenheit geraten und so mancher Einsatz dadurch zu einer unbefriedigenden Nummer verkommen. Aber auch hier komme ich langsam wieder in den Tritt. Es ist gut, dass ich noch ein paar Schichten zusammen mit einem anderen Rettungsassistenten zusammen fahren kann und nicht gleich alleine mit einem Zivi auf die Welt losgeschickt werde. Nichtdestotrotz freue ich mich, dass es bald soweit ist – das war der Moment auf den ich lange hingearbeitet habe und von dem ich lange Zeit nicht geglaubt hatte, dass er Wirklichkeit werden könnte – ich hätte damals eher darauf gewettet eher als Notarzt zu fahren denn als Rettungsassistent.
Ansonsten geht’s hier deutlich ruhiger zu als ich es von meiner Stammwache gewohnt bin, aber ganz ehrlich, eigentlich genieße ich das. Stress hab ich im Labor und Uni genug, den Tag mit Krankentransporten oder ähnlichem um die Ohren geschlagen habe ich mir in meinen vergangenen Jahren auch genug. Hier ist endlich mal genug Zeit für eine Zeitung oder ein Film. Die Kollegen sind auch sehr angenehm, also ich fühl mich bisher sehr wohl dort.
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24. August 2010 geschrieben von Medicus
Der kleine Ausflug in die Praxis liegt nun schon wieder anderthalb Wochen zurück und ich vermisse ihn noch immer. Zurück im Labor hatte sich nicht viel verändert, ich hab noch meine angesetzten Proben aufgearbeitet in der Hoffnung mit ein paar guten Ergebnissen belohnt zu werden. Nun, zu 2/3 waren die Ergebnisse auch wirklich ordentlich, das andere Drittel darf nun von mir wiederholt werden wenn ich von meinem Ausflug in den Rettungsdienst zurück bin. Es ist frustrierend wenn man nach zwei Wochen andauernder Versuche merkt, dass ganz am Anfang ein kleiner Fehler unterlaufen sein muss wodurch alle folgenden Schritte rückblickend wie das Verrücken von Stühlen auf der Titanic anmutet. Zugegebenermaßen wären es bei maximaler Verdichtung der Arbeitsschritte nur 4 Tage, aber dennoch hängt viel Arbeit an jeder Versuchsreihe bis dann das Ergebnis feststeht und man hat vorher kaum Möglichkeiten zu kontrollieren ob das den Erwartungen einigermaßen entspricht. Mal sehen wie die aktuellen Wiederholungen verlaufen, ich kann jedenfalls nicht mal mein eigenes Bauchgefühl als Indikator verwenden, wenn überhaupt dann steigen die Chancen auf ein positives Resultat wenn ich mir beim Anfang sehr unsicher war und umgekehrt (also dass gerade die Versuche schief gehen, bei denen ich mir sicher war). Aber gesehen vom Startschritt hab ich in der letzten Zeit schon zeigen können, dass mir das meiste recht gut und auch nicht mehr ganz so langsam wie am Anfang von der Hand geht. Mit der Zeit lernt man auch etwas besser zu unterscheiden zwischen Situationen, wo man penibel auf den Bruchteil eines Mikroliters achten muss und solchen, wo es ungefähr reicht wenn man pi-mal-Daumen kalkuliert. Die ganzen Versuchsanleitungen machen einen glauben, dass jeder Windhauch ein Ergebnis komplett verändern könnte, doch das ist nur eher selten der Fall. Aber klar, diese Fälle gibt’s auch und das muss man rausfinden – auch wenn es manchmal auf die unangenehme Tour ist, die einem eine Menge Mehrarbeit einbringt.
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16. August 2010 geschrieben von Medicus
Eine Woche ist ein sehr kurzer Zeitraum wenn man etwas Lernen will und gerade dann, wenn man Routine in etwas bekommen möchte. Ich hatte daher von vorneherein meine Ziele heruntergeschraubt und wollte einigermaßen untersuchen können wenn ich diese Station wieder verlassen würde. Das ist mir jetzt einigermaßen leidlich gelungen, ich denke inzwischen an die meisten angebrachten Untersuchungsschritte, aber immer wieder entfällt mir doch einer. Es war aber ein eindeutiger Aufwärtstrend zu sehen, es ist halt schon ein Unterschied ob man es alle Jubeljahre in einem Bedside-Teaching macht oder eben 2-3 Mal am Tag inkl. Nachbesprechung (ggf. auch mit Nachuntersuchung im Beisein des Stationsarztes). Ein Problem ist, dass ich nicht immer weiß was ich bei dieser oder jener Untersuchung zu erwarten habe. Man nehme zum Beispiel das Ertasten von Leber und Milz, je nach Ernährungszustand sowieso keine einfache Sache und dann noch die Finger so unter den Rippenbogen zu bekommen, dass man die Leber erfühlen kann, ist nicht so einfach wenn man nicht mehr genau weiß wie sich das dann anzufühlen hat. Hier besteht jedenfalls noch ordentlich Übungsbedarf, das hier war nur der Anfang und dem muss noch mehr folgen. Ein kleiner diagnostischer Erfolg war mir dennoch beschieden, bei der Auskultation eines Patienten fiel mir ein Systolikum auf, was vorher noch keiner bemerkt hatte. Ob es eine Konsequenz hat konnte ich bis zum Ende meiner Woche leider nicht in Erfahrung bringen, eine genauere kardiologische Untersuchung stand noch aus und auch die generelle Symptomatik ließ sich nicht einfach zuordnen. Das einzige, was man bis dahin in feststellen konnte, war, dass die ursprüngliche Diagnose dieses Patientin wohl doch nicht zutreffend war. Die aufgeworfenen Differenzialdiagnosen hätten aber jede Dr.House-Folge füllen können… vielleicht kann ich im Nachhinein noch etwas in Erfahrung bringen.
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12. August 2010 geschrieben von Medicus
Also diese Woche stand besagtes Pflichtpraktikum in der Inneren Abteilung unserer wunderbaren Universitätsklinik an. Geschichten hört man ja viele aus diversen Abteilungen und gerade aus der Inneren heraus dringen nicht immer die besten. Daher war ich doch gespannt wie es wohl werden würde und begab mich am Morgen von Tag 1 zu vorgegebenen Zeit auf Station. Dort stellte ich mich der erstbesten Schwester als der neue Wochenpraktikant vor und wurde gleich weiterverwiesen. Nach kurzem Kennenlernen der Stationsärzte drückte man mir ohne viele Worte zu verlieren den Belegungsplan sowie das Tablett zum Blutabnehmen in die Hand und dann ging es auch schon los zur ersten Blutabnahme. Aus dem Rettungdienst war ich ja schon mit dem Braunülenlegen gut vertraut und die meisten sagen, dass das bloße Blutabnehmen einfacher ist. Daher hab ich auch nur darum gebeten mir das erste Mal kurz die Technik zu zeigen und dann wurde ich allein auf die mir zugeteilten Patienten losgelassen. Ging alles gut, ich kam besser als erwartet mit den Butterfly-Kanülen und dem Prozedere zurecht als ich gedacht hätte, es war wirklich einfacher als eine Braunüle zu versenken. Man muss eben wirklich nur irgendwie die Vene treffen und dann kurz das Blut rausholen, eben nicht ganz so exakt treffen wie bei einem i.v.-Zugang. Dennoch, wie ich in den folgenden Tagen feststellen durfte, kann man auch dort auf Schwierigkeiten stoßen wenn man nicht aufpasst.
Zweiter Aufgabenbereich für mich auf der Station ist die Aufnahme neuer Patienten, sprich wenn die auf der Station aufschlagen, dann wird eben noch ein Anamnesebogen samt Vormedikation und körperlicher Untersuchung ausgefüllt. Hier hab ich noch einiges aufzuholen, denn bisher hatte ich ja nur in der Anästhesie famuliert und noch keine klassische Stationsfamulatur absolviert, so dass ich hier weitgehend Neuland betreten musste. Der grobe Ablauf war mir noch aus den wenigen Untersuchungskursen erinnerlich, aber das umzusetzen bzw. zu wissen, wie sich welcher Befund anfühlt/anhört/aussieht ist dann doch noch etwas anderes. Hier hab ich mir dann aber öfters Hilfe von einem der Stationsärzte geholt, aber immer so, dass ich zuerst untersucht hab und dann die Aufnahme später mit einem von denen besprochen habe, ggf. dann noch um Nachuntersuchung gebeten habe.
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6. August 2010 geschrieben von Medicus
Die Woche läutete sich sehr gemächlich ein, Sonntag war wieder einmal Dienst angesagt doch das Handy blieb ruhig und wollte sich einfach nicht melden. Ich war extra zu Dienstbeginn aufgestanden, um im Falle des erwartendenen Anrufs (meistens kommt er ja kurz nach offiziellem Beginn) einigermaßen wach und gefrühstückt zu sein. Es hatte mir in der Vergangenheit schon einmal kreislauftechnische Probleme gebracht als ich in meinem morgendlichem Delirium weder Hunger noch Durst verspürte und dann erst im OP merkte, dass ich da wohl noch ein leichtes Defizit hatte… unangenehme Episode, die ich danach so ganz gut vermeiden konnte. Murphy’s Law ist allerdings auch in diesem Fall anzuwenden, nach bester Vorbereitung kam eben nichts mehr und verbrachte den Tag daheim ohne großartig produktiv zu werden. Selbst die Nacht war ruhig, worüber ich allerdings nicht besonders unglücklich war – mein Bedarf an Aktionen bei Nacht und Nebel ist vorerst gedeckt.
Im Labor gab es dann aber wieder einen Rückschlag, mein Western Blot diese Woche war zwar technisch sauber, die Ergebnisse ließen aber ein Fehler im ersten Versuchsschritt vermuten. Es ist das unangenehme an meinen aktuellen Versuchen, dass ich frühestens eine Woche nach Beginn Bescheid weiß ob es was war oder nicht. Und ich kann anscheinend nicht einschätzen wann ich etwas richtig gemacht habe und wann nicht. Gerade die Versuche, von denen ich vorher gesagt hätte, die werden was, sind nun fehlgeschlagen und die, wo ich felsenfest damit gerechnet hätte sie wiederholen zu müssen, waren dann mit ihren Ergebnissen genau im erwarteten Bereich. Das fördert nun nicht gerade das Vertrauen für die weiteren Versuche, die aktuell gerade anstehen. Immerhin kenne ich nun einigermaßen die Methoden und kann halbwegs eigenständig vorgehen. Ich hatte für dieses WE eine kleine Sonderschicht eingeplant, leider hielten mich defekte Geräte im Labor vorerst auf. Nächste Woche werde ich kennenlernen müssen wie es ist Krankenhausalltag und Labor unter einen Hut zu bekommen, da ich ein Pflichtpraktikum absolvieren muss, gleichzeitig aber nicht meine Versuche unterbrechen möchte. Natürlich werde ich deutlich weniger schaffen bzw. etwas auf Hilfe von den anderen hoffen müssen, aber etwas sollte trotzdem passieren. Zumindest, damit ich genug Proben bekomme um dann in der Woche darauf wieder voll angreifen zu können.
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1. August 2010 geschrieben von Medicus
Inzwischen sind es schon drei Wochen, die ich im Labor verbringe und inzwischen finde ich mich dort etwas besser zurecht. Nachwievor bin ich in vielen Dingen sehr unsicher und frage lieber zweimal nach bevor ich einen Fehler begehe, einen Umstand den die TAs inzwischen recht lustig bis – so meine ich – zuweilen etwas nervig empfinden. Vielleicht haben sich die vor mir besser angestellt, aber angesichts dessen, dass ich als Medizinstudent nun zum ersten Mal im Leben eine Pipette in der Hand habe, sollte mir das ruhig zugestanden werden. Bzw. auch offen gesagt werden, mach es, wenn es schief geht, dann ist das auch kein Problem. Denn so frage ich lieber nach bevor dann wirklich etwas den Bach runter geht. In den letzten Tagen hab ich mich überwiegend dazu entschieden einfach zu machen, im Großen und Ganzen weiß ich inzwischen auch was ich zu tun habe und auch mein erster alleine durchgeführter Western Blot ist etwas geworden, auch die Proben, die ich vorige Woche nach meinem Dienst nicht ganz akkurat angesetzt hatte. Nächste Woche hab ich wohl weniger zu tun, jedenfalls steht nur noch wenig für mich an und in der Woche drauf, wo es wieder etwas mehr gäbe, muss ich eine Woche auf der Inneren absolvieren. Da muss ich noch überlegen, wie ich das am Besten organisiere.
Am Freitagabend war ich wieder im OP, eigentlich war ich tierisch erschlagen von der Woche und hatte mich gerade für ein frühabendliches Nickerchen in die Federn gelegt als ich angerufen wurden. War aber auch nicht weiter tragisch, knappe 2h im OP (zusammen mit dem Chef) und ich konnte mich wieder heimwärts wenden. Heute hab ich wieder Dienst, allerdings ist es bisher ruhig – es scheinen sich hier gewisse Parallelen zum vergangenen Sonntagsdienst aufzuzeigen, wollen wir mal hoffen, dass die Nacht dieses Mal aber ruhig bleibt. Ich hatte in letzter Zeit genug von late-night-Aktionen…
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21. Juli 2010 geschrieben von Medicus
Es geht langsam aufwärts, allerdings so tief wie die Woche begonnen hatte konnte es auch nur noch besser werden. Die Woche fing für mich nämlich schon am Montagmorgen um 02.22h an als meine geschätzte Mobilfunkeinrichtung klingelte und man mich wieder einmal in den OP bat. Ich dachte schon man hätte mich vergessen und mich ganz auf eine Nullschicht eingerichtet, was für mich höchst ungewöhnlich war, denn bislang hatte man mich am Wochenende bisher immer geholt. Um so überraschter war ich jetzt, wenn auch nicht begeistert. Immerhin habe ich das Handy schnell zu fassen bekommen und hoffentlich einen einigermaßen wachen Eindruck gemacht, den Tatsachen entsprochen hat das aber nicht. Zum Glück war es keine besonders lange Sache, aber so einen schwarzen Darm hab ich noch nie gesehen – zum Glück ist er vor und während der OP nicht geplatzt, so dass es sich geruchstechnisch gerade so noch in Grenzen hielt. Um halb sechs war ich wieder in den Federn und durfte mich auf gut zwei Stunden Schlaf freuen bis ich im Labor anrufen durfte um rauszufinden ob ich Zellen bekomme oder nicht. Ich bekam Zellen, also nochmal hingelegt und dann ab Mittags fröhlich vor mich hin pipettiert. Die Ergebnisse stehen noch aus, aber angesichts meines Zustandes und der Fehler, die ich dabei produziert habe, kann da nichts Gutes bei rumkommen. Ich weiß nicht, was die TAs von mir gedacht haben, aber gut präsentieren sieht definitiv anders aus. Inzwischen hab ich mich aber etwas bessern können, nach einer Nacht mit ordentlichem Schlaf sah die Welt besser aus und so konnte ich mich so überzeugend im Labor bewegen, dass man mich länger als 5min aus den Augen gelassen hat. So mies war ich wie jetzt in der Anfangsphase im Labor war ich schon lange nicht mehr drauf, allerdings war auch schon lange nicht mehr zuviel Mist auf einmal über mich gekommen – die Nacht war da nur die Krönung. Nun bin ich mal gespannt wie es weiter geht, ganz besonders wenn nächste Woche die ersten Ergebnisse feststehen. Ich vermute aber, dass es noch ein wenig dauern wird bis man erste wirkliche Erfolgsmeldungen vermelden kann, denn die ersten Ergebnisse werden die von den Versuchsreihen sein, wo wie eben erwähnt die Durchführung nicht immer optimal war…
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15. Juli 2010 geschrieben von Medicus
Wie wahr ist dieser Spruch wenn es um die Laborarbeit geht. Diese Woche ging es dann richtig los mit meinem Projekt Doktorarbeit und auch wenn ich bisher stundenmäßig recht angenehme Tage hatte, so waren sie doch reich an Frustration. Es ist halt so, dass ich nun in eine Welt eintauche, auf die mich nichts bisher vorbereitet hat. Außer im Biochemie-Praktikum hatte ich sonst kaum eine Pipette in der Hand, geschweige denn irgendwelche höher entwickelten Labortechniken eingesetzt, die hier nun mein täglich Brot sind. Und wer hat schon das Biochemie-Praktikum damals ernst genommen? Man hat eben mehr oder weniger einfach zusammen gekippt, was in der Anleitung drin stand und kaum einer hat sich wirklich darum geschert, ob dabei was brauchbares rausgekommen ist. Nun ist es anders, am Anfang habe ich zwar noch jemanden der mir eng über die Schulter schaut, aber ich muss zusehen, dass ich zügig eigenständig arbeiten kann und das heißt meine mir zugedachten Methoden technisch sicher und einwandfrei zu beherrschen. Es fängt schon bei der Pipette an, ein paar Mal hatte man so etwas in der Hand gehabt, aber wenn man im unteren Mikroliterbereich operiert, dann kann sich auch die kleinste Luftblase gewaltig auf das Ergebnis auswirken und das heißt also viel Lehrgeld zu bezahlen bis man alleine dieses völlig banal aussehende Instrument beherrscht, die vielen Fehler die sich dabei einschleichen können, vermeiden kann. Auch sonst, man kennt sich in den Räumlichkeiten und den Arbeitsabläufen kaum aus, muss alles erfragen und hinterherdackeln wie der Depp vom Dienst. Ja, das ist das Dasein eines Anfängers und es ist niemals schön. Aber schon im Leitspruch für diesen Blog habe ich es genannt und somit auch auch diesem Beitrag den Titel gegeben – “per aspera ad astra”. Und es besteht die berechtigte Hoffnung, dass man bald kein Anfänger mehr ist und zumindest die grundlegenden Tätigkeiten selbständig erledigen kann bzw. sich auch selbst neue Techniken erarbeiten kann. Und dann auch nicht nur stumpf ein “Kochrezept” nach dem nächsten herunter zu pipettieren sondern dann auch einige Ideen und Strategien zu entwickeln, die dann in die eigene Doktorarbeit eingebracht werden können. Sicher sind da keine großen Sprünge möglich in dem guten halben Jahr, was Vollzeit zur Verfügung steht, aber ein wenig “echte” Forschungsluft zu schnuppern, das wäre doch ganz nett…
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8. Juli 2010 geschrieben von Medicus
Endstation Spanien. Dejavu von 2008. Wieder eine Lehrstunde in Weltklasse Fußball, ich glaube die deutsche Mannschaft hat hier gegen den zukünftigen Weltmeister gespielt, 90 Minuten lang kaum den Hauch einer Chance. Eigentlich nur der Schuss von Kroos hätte es sein können, der hätte alles ändern können, wäre aber dem bisherigen Spielverlauf nicht angemessen gewesen. Schon nach der ersten Viertelstunde hätte eigentlich jedem klar sein sollen, wo die Sache hinführt, und doch starb die Hoffnung nicht. Die Performance gegen Australien, England und Argentinien, vielleicht noch in Teilen die gegen Serbien, die war noch im Kopf und jeder wartete auf den Augenblick wo sie zum tragen käme. Doch es folgten Fehlpass auf Fehlpass, irgendwann das Tor und dann der Schlusspfiff – Finale adé. Parallel zu diesem Spiel war ich mal wieder in Rufbereitschaft, so wie ich vorher gezittert hatte, dass das Handy um Himmels willen ruhig bleiben möge, so sehr hatte ich mir hinterher gewünscht, dass dem nicht so gewesen wäre. Es tut immer weh wenn Träume platzen und wenn man einsehen muss, dass die andere Mannschaft in einer anderen Liga spielt.
Ansonsten geht’s hier langsam vorwärts, ich war die Woche schon ein paar Mal im Labor und hab schon einmal bei ein paar Versuchen wieder über die Schulter geschaut, irgendwann im Laufe der nächsten Woche soll es dann losgehen. Ich hoffe, dass da was bei rumkommt und es auch weiterhin Spaß macht, immerhin investiere ich jetzt ein Freisemester und die Zeit soll nicht umsonst gewesen sein.
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3. Juli 2010 geschrieben von Medicus
Das Semester ist vorbei – endlich. Die letzten Meter waren ganz schön zäh und die abschließende Klausur hatte dann auch nicht Lust auf mehr gemacht. Jetzt also heißt es ein paar Tage die Seele baumeln lassen und dann wieder in die Hände zu spucken. Es wartet das Labor und später dann noch ein paar Wochen Arbeitsleben. Für eine Famulatur reicht es dieses Mal leider wieder nicht, das ist aber für später schon in Planung.
Was jetzt auch in die definitive Planung gehen wird ist mein PJ-Tertial in Südafrika – die Termine für meine Tertiale habe ich recherchiert und nun kann’s losgehen. Mein CV muss ich allerdings noch aktualisieren und auf Englisch übersetzen. Mein Vater war zunächst gar nicht begeistert, aber als er hörte, dass es “nur” 4 Monate sind, fand er es wiederum nicht ganz so tragisch. Nun denn. Des Weiteren sollte ich mich nächste Woche wieder um meine USA-Pläne kümmern, da warte ich im Moment noch auf Infos, die ein Kontakt für mich einholen will. Wo ich da hinkommen ist mir eigentlich relativ egal, hauptsache dort erstmal einen Fuß in die Tür bekommen und Auslandsluft schnuppern – wenn man sich dort ein wenig auskennt, dann bewirbt es sich sicher einfach für’s PJ. Wie ich das mit dem PJ machen will, das weiß ich allerdings noch nicht. In meiner bisherigen Planung sollte das erste Tertial Chirurgie in Südafrika sein, das wäre dann bis Anfang Dezember. Aus lern-strategischer Sicht sollte das letzte Tertial in Deutschland sein, da es dann ja schon sehr stark auf das Hex zu geht und die Vorbereitung neben dem Klinik-Alltag im Ausland sicherlich schwerer fällt als im hiesigem Umfeld. Das zweite Tertial geht aber wiederum über Weihnachten, so dass sich die erste Tertialhälfte sicher nicht dafür anbietet. Da USA-Aufenthalte sowieso immer relativ teuer sind, bietet sich dann wohl nur noch die zweite Hälfte des zweiten Tertials oder die erste des dritten an. Nun denn, wir werden mal sehen ob und wie das klappt.
Jetzt gilt es sich erst einmal zu sammeln und dann ab 16 Uhr kräftig die Daumen zu drücken, dass die “Gauchos” heute abend ihr Heimflugticket lösen können…
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