Präp-Alltag und Histo-Premiere

Ja, ja – so ist das im Leben eines Medizinstudentens. Gestern noch ist alles neu und interessant und ein paar Tage später artet das alles zu Arbeit aus, sodass man sich an den Dingen nur teilweise erfreuen kann. Heute stand ein wirklich recht langes Programm auf dem Plan. Neben der Chemie-Vorlesung und dem zweistündigen Präp-Kurs, stand auch die Kastenausgabe der Histo-Kästen auf dem Programm.

Der Präpkurs verlief jetzt schon deutlich problemloser. Man hat sich an alles gewöhnt, die Profs. fragen einen nach irgendwelchen Strukturen, man versucht, wenigstens in seinem Präpgebiet fit zu sein, usw. Und tatsächlich, auch das präpen klappt immer besser. Ich habe heute doch tatsächlich den N. suralis gefunden, der für die sensible Versorgung der dorsalen Unterschenkelhaut zuständig ist. Vorsichtig habe ich das gute Stück aus dem Fettgewebe freigelegt und hoffe, dass ich ihn möglichst lang und vollständig verfolgen kann.

Da heute “nur” 2 Stunden Präpkurs auf dem Plan standen, ging das ganze natürlich wiedermal sehr schnell vorbei. Schnell noch unsere Leiche ordentlich verpackt, damit sie uns auch in anderthalb Jahren noch frisch und fröhlich erhalten bleibt, wenns in den Situskurs geht.

Nach der anschließenden Makro Vorlesung und der Pause ging es dann in den Histosaal, wo wir unsere teuren Histokästen erhielten. Nach dem unsere Personalien notiert wurden, und wir alle ein Stück Papier unterschrieben haben, dass wir für alle entstandenen Schäden am Kasten aufkommen (1325 € der ganze Kasten), durften wir unseren Kasten auch brav mitnehmen.

Sascha und ich haben uns dann noch kurzer Hand überlegt, uns ein Leihmikroskop zuzulegen, um das Mikroskopieren und “Köhlern” nochmal zu üben. Also sind wir schnell in die Lernsammlung gegangen, um noch eins zu ergattern. Denn wie das bei “gut” ausgestatteten Unis so ist, gibt es für 420 Studenten 70 Leihmikroskope, und die höheren Semester sind natürlich noch nicht mit einberechnet. Da ist man wirklich froh, dass die Studiengebühren sinnvoll eingesetzt werden.

Summa summarum ein langer Tag. Morgen gehts dann auch mit dem Histologie-Kurs richtig los. Wir werden ab sofort also zweimal in der Woche Histo-Präparate mikroskopieren und zeichnen. Das Zeichenheft muss später bei der mündlichen Prüfung dem Prüfer vorgelegt werden. Er beurteilt dann neben unserer Gewebediagnostik und dem Umgang mit dem Mikroskop auch die “Qualität” unserer Zeichnungen, wenn das mal gut geht …

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