12. März 2009 geschrieben von jasmin
Ich lebe mich also ein. Bin mitterweile schon ein Frühaufsteher, fast wie meine Oma. Die Arbeit ist toll. Genau das was ich immer machen wollte. Eben was sinnvolles. Mittlerweile kenne ich mich auf der Station richtig gut aus. Habe sogar schon ein lieblings Windocolour am Fenster. Oft habe ich mich gefragt ob der Traum vom Medizinstudium das alles wert ist und nun weiß ich ja er ist es auf jeden Fall. Nur eins finde ich traurig. Das mangelnde Interesse. Ok ich bin im Vorteil mir ist alles neu -neu ist das Gegenteil von langweilig. Auf unserer Station stirbt immer jemand. Es waren seit Beginn meines Praktikums schon 5 Leute. Die Schwestern bekämpfen ihre Ohnmacht und Überlastung mit Sudoku. Kann man auch verstehen statt DOKU eben lieber Sudoku. Ich bekämpfe es mit gar nichts. Mich trifft es jedesmal wie ein Schneeball mitten ins Gesicht. Ich finde es jedesmal schrecklich. Niemand sollte im Krankenhaus sterben müssen schon gar nicht auf unserer Station wo es mit Abstand den ekligsten Tee und die hässlichsten Vorhänge gibt. Sterben ändert alles. Schwester Sofia sagt: “Mache brauchen den Tod”. Seit ich Herrn K. gesehen habe glaub ich das auch. Aber diese Geschichte erzähle ich euch nächstes Mal jetzt kauf ich mir erstmal ein Sudokuheft.
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17. Februar 2009 geschrieben von jasmin
Im Krankenhaus geht alles immer so furchtbar früh los. Frühstück um 7, Mittag um halb 12 und Abendessen kurz nach halb 5. Das liegt daran, dass in einer derartigen Institution gesetzmäßigkeiten herrschen die man als Neuling mit Glück bald, mit Pech – nie durchschaut. An meinem zweiten ersten Tag erschien ich prä komatös um 5 vor 6 auf der Station. Die Nachtschwester erwartete mich schon. Das ist ähnlich wie Geräusche vom Auto oder ein “Wir müssen reden” Satz deines Partners – NIE ein gutes Zeichen. Sie stellte sich nicht vor. Über mich wusste sie, dass ich Medizin mache und das war ihr genug um mir die Betreuung von Herrn H. zu überlassen. Herr H. Zustand nach SHT, versuchte diese Nacht dreimal die Location zu wechseln. Dummerweise hatte er zweimal  nichts an und war zudem sehr sturzgefährdet. Ich wurde also angewiesen auf ihn aufzupassen. Er war ans Bett gefesselt oder auf  Neudeutsch fixiert. Noch nie hatte ich einen so hilflosen Menschen vor mir gesehen. Herr H. wimmerte still als ich eintrat. Ich stellte mich ihm erstmal vor und sagte:” Hallo ich bin die Jasi”. Als ich merkte wie er erschrak fügte ich hinzu: “Sie brauchen keine Angst haben”. Aber das stimmte genau so wenig wie die Jungfräulichkeitsstory von Britney Spears. Ich hatte schon Angst bei seinem Anblick. Wie musste es ihm so gehen. Er bat mich das Fenster zu öffnen. Und ich muss ehrlich sagen dass ich seit der 7 Klasse und dem Keksverkauf für die Pfarrei nichts sinnvolleres getan hatte. Dann setzte ich mich zu ihm. Für genau 1,5 Minuten. Was du im Krankenhaus nie tun darfst unter gar keinen Umständen ist sitzen. Die namenlose Schwester kam herein und bat mich freundlich aber bestimmt mein Hintern vom Stuhl zu heben. Ok sie ging dann bald. Und dann wurde es Tag. Es wurde Frühstück und dann Mittag und dann Zeit für Zuhause.
Am Abend lag ich ca. um 19 Uhr in meinem Bett (um ja auch fit für den nächsten Tag zu sein) und dachte wie verdammt gut es mir doch geht.
Jasi
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10. Februar 2009 geschrieben von jasmin
Wer koch werden will muss Hitze ertragen. Dieser Spruch meines Großvaters klang mir in den Ohren als ich in der Kleiderkammer des Klinikums zum ersten mal in meine Schwestertracht schlüpfte. Die Klamotten rochen wie der Gang nach Krankenhaus. Nicht bequem aber viele Taschen. Für mich elementar. Danach gings zur Ausweisstelle. Warum sieht man auf Dienstausweisen immer wie Amy Winhouse an einem ihrer weniger guten schlechten Tagen aus? Mit meinem Foto würde ich höchstens die Wahl zur Miss Grippe 2009 gewinnen. Das war mir aber egal. Solange ich denken konnte wollte ich immer Ärztin werden. Dieser Traum überstand alle Krisen und Stimmungswechsel. Spätestens als ich als Schulsanitäter zum ersten Mal einen semi-professionellen Druckverband nach dem Sportunterricht anlegen durfte war alles klar. Nun die Verteilung. Ich wurde zuerst auf die Station Bauchchirurgie gesandt. Meine Mitpflegepraktikantin raunte mir zu: “Wenigstens nicht Innere”. Ich kam also dort an und es war wie am Münchner Hauptbahnhof. Niemand nahm Notziz von mir. Nach einer gefühlten Ewigkeit begann endlich jemand mit mir zu sprechen. Es war Zlata die Putzfrau. Sie zeigte mir alle wichtigen Dinge, Kaffee Bezugsquellen, Toilette etc. Zlata sollte zu meiner Heldin mutieren. Nach geraumer Zeit kam endlich die Stationsschwester. Karola machte auf mich den Eindruck einer Mischung aus Cindy aus Marzahn und Sonja Zietlow. Statt zu erklären begann sie gleich zu “deligieren”. Sie schickte mich in meine erste Stationsstewardessen Mission, mit Teewagen ausgerüstet, begann ich meine ersten Patienten kennen zu lernen. Ich erfuhr ob sie lieber Tee oder Wasser trinken. Danach gab es dann doch eine Einführung von Karola. Sie stelle sofort um alle Klarheiten zu beseitigen fest, dass sie keine Rücksicht auf Medizinstudenten nahm, dass sie ihr ehrlichgesagt zuwider waren, da sie sich ja sowieso nur für was Besseres hielten und so weiter. Mich beschlich das Gefühl, dass das alles hier noch sehr aufregend im wahrsten Sinne des Wortes sein würde.    Jasi
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5. Februar 2009 geschrieben von admin
Willkommen zu einem neuen Blog von MEDI-LEARN!
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