Das war es also. Mein PJ. Seit dem zweiten Tertial habt ihr mich durch die Höhen und Tiefen dieser Veranstaltung begleitet. Der Anarchist in mir hat die Rotationsstruktur meines PJ-Betreuers in den letzten Wochen konsequent boykottiert, mit der Folge das es statt zwei Wochen Intensiv einfach mal vier waren.
Da in den letzten Tagen ja einige PJ´s gegangen sind und es nachmittags immer Kuchen gab, war ich auf die Idee gekommen einfach Brötchen zu schmieren und in die Frühbesprechung mitzunehmen. Auch meine nicht vorhandenen Backfertigkeiten haben diese Entscheidung vorangebracht
Also heute morgen früher aufstehen und schon um 06:00 Uhr beim Bäcker pünktlich vor der Tür 30 Brötchen geholt. Mit schneiden, schmieren und belegen hat´s dann trotzdem nicht bis 07:00 Uhr geklappt, billiger als Kuchen backen war´s auch nicht. Also nix mit morgendlicher Intensivvisite. Mit den Resten (hatte extra großzügig kalkuliert) dann noch die Sekretärinnen glücklich gemacht und das zweite Tablett für die Intensivstation.
Im Laufe des Nachmittags war mir dann mein Abschlußgespräch angedroht worden, da der Chef seit zwei Tagen auf Fortbildung hängt also mit meinem PJ-Betreuer und dem leitenden OA der Gastroentero. Anscheinend haben meine Blendgranaten hier auch wieder gezündet; obwohl ich keine Innere machen will, und das jeder weiss: Gute Kritiken, Anästhesie sollte ich mir noch einmal überlegen, schon aufgrund eingeschränkter Niederlassungsmöglichkeiten. Und wenn ich es mir überlegen würde und eine Stelle frei wäre, würde ich eine bekommen. Das ist in der Inneren hier auch ne wirklich nette Geste und etwas wert, aufgrund der guten Weiterbildung sind a) alle Stellen besetzt und b) von drei Leuten die in den letzten 2 Jahren gegengen sind eine OA in nem anderen Haus geworden ist, die zweite zu Ärzte ohne Grenzen gegangen ist und ein dritter hat sich Niedergelassen. In der Inneren hier ist der Ärztemangel tatsächlich nicht spürbar.
Zum Abschluss hab ich in der letzten Spätbesprechung zwei Bücher geschenkt bekommen: “Klinikleitfaden Intensivmedizin” (Kommentar: Wie haben es noch nicht aufgegeben, deshalb kein Anästhesiebuch) und “Wie wollen wir sterben?: Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin”. Wahrscheinlich als kleine Spitze, weil ich bei einer Patientin immer wieder gemeckert haben warum wir die Therapie nicht begrenzen.
Ich muss mal mit mir selber und den Verantwortlichen für diesen Blog klären, ob ich während der Examensvorbereitung weiter schreibe. Ich bin mir mit meinem Zeitplan da selber noch nicht ganz sicher – wenn nicht, lesen wir und vielleicht später wieder.
Der Counter auf meinem Desktop zeigt mir jedenfalls an das es noch 101 Tage sind.

