Ich weiß, ich habe lange nicht geschrieben. Letzte Woche hatte ich drei Dienste und habe somit mehr als 85 Stunden im Krankenhaus verbracht. Und diese Woche musste ich mich davon erholen und meine Erkältung wieder loswerden.
Der erste Dienst war lang. Wir hatten noch eine echt fiese Pilon tibiale Fraktur zu operieren, die sich der Patient aus Dummheit zugezogen hat, und es wurde spät, bis wir in den OP konnten und entsprechend noch später, bis wir fertig waren. Und leider musste ich am nächsten morgen noch Visite machen und furchtbar viel Kram erledigen, so dass ich mir zwei Überstunden eingefangen habe, die ja nach Dienst sofort abgeschnitten werden.
Daheim war nichts mit schlafen, meine Schwägerin kam mit meinem kleinen Lieblingsneffen, mein Bruder kam (ohne den großen Lieblingsneffen). Immerhin habe ich das Bauchnabelpiercing meiner Schwägerin, dass in den letzten Schwangerschaftswochen zugewachsen war, erfolgreich wieder eröffnet. In meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich zunächst gedacht, eine rosa Flexüle sei ausreichend. War sie natürlich nicht, aber mit Grau hat es dann im zweiten Anlauf funktioniert. Na also.
Mittwoch der Dienst war von 17.00 bis 23.00 Uhr die absolute Hölle, gleichzeitig drei OP-Vorbereitungen, eine Schulterlux und zwei allgemeinchirurgische Patienten. Daneben die übliche Laufkundschaft. Der allgemeinchirurgische Kollege hat sich zwischen den OPs nicht in der Ambulanz blicken lassen, angeblich habe er nicht gewusst, dass sein Typ dort verlangt wurde. Das war glatt gelogen, ich hoffe wirklich, dass das ein Nachspiel haben wird. Nicht dass ich mir nicht gerne allgemeinchirurgische Patienten mit anschaue, aber der Abend war der absolute Horror. Patienten in allen Räumen und auf dem Flur. Ich habe alle Aufenthaltsräume auf den Stationen belegt und mein Oberarzt hat alleine operiert, während ich da unten versucht habe, das Chaos zu ordnen. Um 23.00 Uhr war auf einmal Schluss mit dem Ansturm und um 23.30 Uhr hatte ich die Ambulanz leer. Aber da stand ich noch so unter Strom, dass ich erst mal runter kommen musste. Gegen 1.00 Uhr bin ich dann ins Bett gegangen. Leider war das Bad im Dienstzimmer von innen abgeschlossen, so dass ich noch mal runter laufen musste. Aber dann durfte ich bis zum nächsten Morgen schlafen und habe es geschafft, nur eine Überstunde zu machen. Ich war dann noch laufen, direkt nach dem Dienst, das war ganz nett, wenn auch etwas mühsam.
Und dann habe ich den Samstagsdienst geerbt, weil der Kollege krank war. Eigentlich soll ich noch keine Hausdienste Samstags machen. Aber manchmal geht es nicht anders. Der Dienst war auch nicht schlimm, für einen Samstag eher unglaublich ruhig. Aber wieder lange, um 0.30 Uhr kam noch eine wahnsinnig adipöse Dame mit Ganzkörperschmerzen. Durch die Zeitumstellung war es nach 3.00 Uhr, bis ich damit fertig war und um kurz nach 5.00 weckte mich die Ambulanz wegen einer Schnittverletzung, die sich dann als plastisch herausstellte, grrrr. Inzwischen hatte ich eine laufende Nase, Kopf- und Gliederschmerzen. Daheim wartete Besuch aus Amerika, keine Ahnung wie ich es geschafft habe, Konversation (auf Englisch-Deutsch gemischt) zu machen und was ich für einen Mist geredet habe. Mittags bin ich dann ins Bett gefallen und nicht wirklich wieder zu mir gekommen.
Viel zu bald war es Montag früh 5.15 Uhr und der Wahnsinn ging wieder von vorne los. Ich habe mich ziemlich durch die nächsten drei Tage gequält. Meine Metallentfernung am Montag lief noch ganz gut, aber bei der folgenden Achillessehnen-OP vom Oberarzt lief mir so furchtbar die Nase. Und man kann ja so gar nichts machen. Und dann ist der blöde Faden noch gerissen und wir haben wieder von vorne angefangen. Ich bin dann freiwillig abgetreten und an den Computer gegangen, obwohl ich eigentlich viel lieber zu mache.
Gestern hatte ich dann einen freien Tag gewonnen und durch Diensttausch auch heute. Ich war dann gestern Abend endlich mal wieder beim Yoga. Da war ich schon ganz lange nicht mehr, obwohl man es ja eigentlich am meisten braucht, wenn man so gestresst ist.