Meine große Tochter und das Bohrsche Atommodell
7. März 2010 geschrieben von sofieMeine große Tochter ist sechs. Zum Atommodell kamen wir heute beim Abendessen, als wir den Salzstreuer herum gereicht haben. Da fragte sie nämlich, was Salz ist. Und schon waren wir mitten im Thema. Schließlich war ich in meinem früheren Leben Chemikerin, wie mein Lieblingsehemann dann einwarf. Endlich Kinderfragen, auf die ich Antworten weiß.
Meine Lieblingsfrage zur Zeit hat Josephine ja schon gestellt: Wo zum Teufel bleibt die globale Erwärmung? Ich könnte jetzt wirklich eine brauchen. Als Samstag morgen wieder alles weiß war, hätte ich am liebsten geheult. Zumal ich Rufdienst für die Außenstelle hatte, und der erste Patient bereits Verlangen nach meiner Person hatte, als ich gerade beim Frühstück saß. Seit meinem Unfall habe ich wahnsinnig Angst, bei dem Wetter zu fahren. Also habe ich das Autochen gleich unten an der Hauptstraße abgestellt und bin zum Krankenhaus hochgelaufen.
In der Zwischenzeit hatten sich noch zwei weitere Patienten dazu gesellt, und so ging es weiter. Es kam sogar ein RTW, der immer noch nicht mitbekommen hatte, dass er die Außenstelle chirurgisch nicht anfahren soll. Ich habe den ganzen morgen rotiert mit nur einer Schwester für alle chirurgischen und internistischen Patienten, in einem Haus, in dem es nur noch internistische Stationen gibt. Ich hatte irgendwann alle Ambulanzräume belegt und die Schwester ist hin und her geflogen. Und ich kam endlich zu meiner erfolgreichen Schulterreposition. Allerdings musste ich Dame dann doch noch in das Haupthaus verlegen, da alleinstehend. Insgesamt musste ich drei Leute rüberschicken, zur stationären Aufnahme. Um drei Uhr nachmittags rief mein Lieblingsehemann an, ob ich noch irgendwann wieder heim käme. Daran geglaubt hat er nicht, Es war nicht für mich gedeckt am Kaffeetisch. Pünktlich zur Bereitung des Abendessens wurde ich wieder gerufen, so dass er auch noch kochen musste „Tschüss, Schatz, das Essen steht im Kochbuch…“. Zum Essen kam ich aber glücklicherweise wieder nach Hause.
Letzte Nacht und Heute morgen kam glücklicherweise kein neuer Anruf, so dass wir heute morgen alle noch ein bisschen im Bett liegen und dann in Ruhe frühstücken konnten. Ich war dann noch beim Sport. „Ich komme mit“, meinte die Große, „ da ist doch eine Kinderbetreuung.“ „Aber nicht Sonntags“, antwortete ich; „da können die Väter aufpassen.“ „Und wenn die Väter Arzt sind?“ wollte meine Große wissen. „Dann haben die Mütter Pech gehabt!“
