Abenteuer Zahnmedizin

Beta-Version des MEDI-LEARN Bereiches für Studienbewerber, Zahnmedizinstudenten und junge Zahnärzte

Gleichwertigkeitsprüfung – Pflicht für viele ausländische Zahnärzte

Die Zahl von Zahnärzten, die zwar im Ausland studiert haben, ihrer Tätigkeit aber in Deutschland nachgehen, steigt an. Ein Teil der Einwanderer kommt in die Bundesrepublik in der Hoffnung auf bessere Arbeits- und Lebensbedingungen; andere zieht es in die Forschung. Hin und wieder kommen Zahnärzte auch als politische Flüchtlinge nach Deutschland.

Quelle: Wikipedia

Aus welchen Gründen auch immer sich ein ausländischer Zahnarzt dazu entscheidet, in hiesigen Gefilden arbeiten zu wollen – wenn er seine Approbation außerhalb der Europäischen Union erworben hat, muss er eine Gleichwertigkeitsprüfung ablegen.

In dieser Prüfung muss der Kandidat nachweisen, dass er in Theorie und Praxis der Zahnheilkunde genauso fit ist wie sein deutscher Kollege – die Ausbildung muss auf „gleichwertigem“ Niveau sein.

Wer beabsichtigt, diese Gleichwertigkeitsprüfung abzulegen, stellt dafür einen Antrag bei der Zahnärztekammer. Hier erfährt der Antragsteller auch, welche Dokumente er einreichen muss. In einigen Fällen muss beispielsweise die Approbationsurkunde in amtlicher Übersetzung vorliegen.

Die eigentliche Gleichwertigkeitsprüfung ist in zwei, manchmal auch drei Abschnitte geteilt. Es muss sowohl eine praktische als auch eine theoretische (schriftlich und/oder mündlich) Prüfung abgelegt werden, um die Zulassung zur zahnärztlichen Tätigkeit zu erhalten. Zu beachten ist, dass für jeden Abschnitt der Prüfung eine Gebühr von 400 bis 800 Euro bezahlt werden muss.

 

Im MEDI-LEARN Forum hat der User vetka von seinen Erfahrungen mit der Gleichwertigkeitsprüfung berichtet (nachzulesen unter www.medi-learn.de/MF45153).

In der theoretischen Prüfung galt es, sich mit Patientenfällen auseinanderzusetzen. So bekam vetka einen fiktiven Patenten präsentiert, der sich mit Schmerzen vorstellte. Mit Hilfe einiger Röntgenbilder gelang es dem Prüfling, krankhafte Veränderungen ausfindig zu machen. Ausgehend von diesem Befund mussten weitere diagnostische Maßnahmen erklärt und mögliche Behandlungsschritte vorgeschlagen werden.
Im zweiten Teil der Prüfung ging es um den gleichen Patienten. Er wolle seine von schwerer Parodontitis betroffenen Zähne erhalten, hieß es. Wie die folgende Therapie aussehen müsse und worüber der Patient aufzuklären sei, sollte vetka erklären.
Die Patientengeschichte ging noch weiter: Einer der Zähne müsse gezogen werden; der Patient nehme ein blutverdünnendes Medikament ein. Worauf sei in diesem Fall zu achten?
Nachdem vetka die theoretische Prüfung bestanden hatte, ging es mit dem praktischen Teil weiter. Hier mussten mehrere Kunststoffzähne am „Phantomkopf“ mit Amalgam- und Kunststofffüllungen versorgt werden. Des Weiteren verlangten die Prüfer mehrere Präparationen, also das Beschleifen von Zähnen, für die Versorgung mit verschiedenen Kronen. Es sei sehr wichtig, betonte vetka, sich alle für die Prüfung benötigten Materialien selbst mitzubringen. Oftmals findet zusätzlich noch eine Prüfung zur Wurzelkanalbehandlung statt.

 

Zur Vorbereitung auf die Gleichwertigkeitsprüfung bieten einige Institute Kurse an, die sowohl auf den praktischen als auch den mündlichen Teil der Prüfung vorbereiten. Auch spezielle Sprachkurse sind bei manchen Anbietern Teil der Vorbereitung. Für zugereiste Zahnmediziner können diese Kurse zur Vorbereitung auf die Gleichwertigkeitsprüfung eine Hilfe sein.

Einen Kommentar schreiben


WordPress SEO fine-tune by Meta SEO Pack from Poradnik Webmastera