Abenteuer Zahnmedizin

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Vergiftet durch Zahnpasta?

In einer, von der Stiftung Warentest durchgeführten, Untersuchung verschiedener Zahnpasten sind getestete Bio-Produkte gnadenlos durchgefallen, da sie keinerlei Fluorid enthielten.
Sehr zum Ärger zahlreicher Öko-Fans, die nicht den Schutz vor Karies als Eigenschaft des Fluorides sehen, sondern dieses als pures Gift betiteln.

Doch was steckt eigentlich hinter dieser Behauptung?
Bei Fluoriden handelt es sich um Salze des Fluor, einem reaktionsfreudigen und hochgiftigen Gas. Sie kommen überall in der Natur vor und stecken in Lebensmitteln wie Schwarztee, Fisch oder Mineralwasser. Auch unser Körper enthält Fluorid, besonders in Knochen und Zähnen.

In Zahncremes wird meist Natriumfluorid eingebaut. In Pasten, die für Erwachsene gedacht sind, darf die Fluorid-Konzentration bei maximal 1450 ppm (parts per million) liegen. In Kinder-Zahnpasten darf sie 500 ppm nicht überschreiten. Dies entspricht einem  Fluoridanteil von maximal 0,15 Prozent in Erwachsenenpasten und maximal 0,05 Prozent in Zahnpasta für Kinder.

Beide Mengen sind weit vom Grenzwert entfernt, über welchem die Entfaltung der giftigen Wirkung des Fluorides beginnt. Die Dosis liegt bei 32-64 mg Fluorid pro kg Körpergewicht, bei Kleinkindern liegt die toxische Dosis wahrscheinlich bei 5 mg pro kg Körpergewicht.

Die Fluorid-Gegner verlassen sich bei der Zahnpflege allein auf die Selbstreinigungskräfte des Mundes, z.B. durch den Speichel und sorgfältiges Putzen mit Bio-Zahncremes. Sie kritisieren, dass konkrete Informationen zur sicheren Fluoriddosis nicht transparent genug behandelt werden und zu wenig vor möglichen langfristigen Folgeerkrankungen warnen. Kritiker bringen Fluoride mit zahlreichen Krankheiten, wie Arthritis, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und sogar Krebs in Verbindung.

Erwiesen sind die Zusammenhänge jedoch nicht. Fakt ist, dass Fluorid im Körper nur durch Verschlucken wirkt und kein Risiko durch fluoridierte Zahncremes besteht, wenn der Mund nach dem Putzen ausgespült wird.

Fluoridierte Zahnpasten schützen die Zähne vor Karies, indem sich die Fluoride wie ein Schutzfilm um die Zähne legen und so die Bildung von organischen Säuren im Mund verringern, sodass die festigen Mineralien nicht aus dem Zahnschmelz herausgelöst werden können. Zudem helfen sie, Kalziumphosphate des Speichels schneller in den Zahnschmelz einzubauen.

Daher können und sollten wir auch in Zukunft zu fluoridierter Zahnpasta greifen und für Kleinkinder nur erbsengroße Mengen verwenden.

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