Piercings vs. Mundgesundheit – ein erbitterter Kampf?!

Dass Piercings aus der Mode sind, ist eine wohl weit gefehlte Annahme, denn immerhin 5 Millionen Bundesbürger tragen einen solchen Körperschmuck, wobei der prozentuale Anteil bei jüngeren Menschen deutlich höher ist.

Was das jetzt mit der Zahnmedizin zu tun haben soll, erschließt sich dann doch eher auf den zweiten Blick. Wirklich bedeutsam für unsere Zähne und die damit verbundenen Mundgesundheit sind Lippen-, Zungen- und Labret-Piercings.
Das leichte Verheilen einer solchen Wunde umfasst meist vier bis sechs Wochen. Bis zur vollständigen Abheilung des Gewebekanals können schon einmal drei Monate vergehen.

Laut einer 2005 durchgeführten Studie der University of Otago stellten Forscher fest, dass Lippen- und Zungenpiercings oft das Zahnfleisch in Mitleidenschaft ziehen. Beim Lippenpiercing kamen sie dabei auf eine Quote von vier aus fünf Frauen mit Zahnfleischproblemen, die sich meist dort manifestierte, wo Piercing und Zahnfleisch in Kontakt kamen. Bei Zungenpiercings konnte ein geringeres Risiko festgestellt werden. Nur bei jeder dritten Patienten konnten Zahnfleischprobleme festgestellt werden.
Das Risiko für Entzündungen stieg mit dem Alter der Probandinnen.

Besonders schlimm sind die Folgen für die Zähne. Denn, wenn der Stahl immer wieder gegen das Gebiss kracht, können Teile absplittern und auch Zahnschmelzabsprengungen sind möglich.

Weitere Risiken durch Piercings:

  • Lückenbildung im Gebiss (Piercings zwischen Lippe und Kinn können untere Schneidezähne auseinander drücken)
  • Verletzungen der Mundschleimhaut
  • Gefahr der Nervenschädigung beim Stechen (möglicherweise für immer Taubheitsgefühl)
  • mögliche Allergien gegen Nickel/nickelhaltigen Silberschmuck, dann Piercings aus guter Goldlegierung oder Chirurgenstahl wählen

Auch unsauberes Arbeiten seitens des Piercers oder Entzündungen können eure Gesundheit gefährden. Eine seltene, aber umso gefährlichere Komplikation nach einem Piercing ist die Ludwig-Angina. Hierbei kommt es zu einer starken Entzündung des Mundbodens und zu einer Schwellung. Diese kann unter Umständen so stark sein, dass Schlucken und Atmen nicht mehr eingeschränkt möglich sind. In einem solchen Fall muss umgehend eine Notfallklinik aufgesucht werden!
Aus diesen Gründen ist die Auswahl des Piercingstudios eine Entscheidung, die nicht unüberlegt getroffen werden sollte.

Folgende Checkliste kann euch dabei helfen:

  • Beratung zur Schmuckauswahl sowie zu Risiken und Spätfolgen (auch Erfassen von Krankheiten und Allergien!)
  • saubere Piercing-Kabine des StudiosDie Piercing-Kabine des Studios sollte sauber sein.
  • Vorlage einer detaillierten Einverständniserklärung vor dem Eingriff
  • sterile Verpackung der Materialien
  • Wechsel der Handschuhe nach jedem Patienten

Natürlich wollen wir euch die Art eures Körperschmucks nicht vorschreiben. Mit diesem Artikel wollen wir euch lediglich darauf aufmerksam machen, dass ihr vor einem solchen Eingriff auch daran denkt, dass ein Piercing auch Folgen für eure Gesundheit haben kann.

(Quelle)

 

 

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