Studentin beeindruckt internationale Konkurrenz

Ihr studiert im 8. Semester Zahnmedizin und neben dem Studium macht ihr was? – Wahrscheinlich Sport und ansonsten erholt ihr euch vom stressigen Klinikleben.
Ganz anders macht es da Ann-Kathrin Flad Studentin der Universität Witten/Herdecke. Ihr gelang es, im Rahmen der Forschungen für ihre Doktorarbeit, einen synthetisch hergestellten Zahnbelag aus organischen Stoffen zu erzeugen.
Dies ist besonders bedeutsam, da es bisher in der Forschung gängige Praxis war, Probanden zu finden, die bereit waren, sich drei bis vier Tage nicht die Zähne zu putzen oder eine künstliche Plaque zu nutzen, die aus anorganischen Stoffen synthetisiert wurde.Nachdem die heute 23-jährige ihr Zahnmedizinstudium 2012 begann, arbeitet sie seit 2013 am ORMED Institute for Oral Medicine an der Universität Witten-Herdecke. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit forscht sie hier seit 3 Jahren an der Wirksamkeit verschiedener Mundhygieneartikel, mit besonderem Augenmerk auf die Putzeffektivität des jeweiligen Produkts wie z.B. Interdental- oder Zahnbürsten. Hierfür wird natürlich eine Plaque benötigt, die mithilfe der getesteten Produkte zu entfernen ist. Die bis dato gängigen Möglichkeiten diese zu erzeugen, wurden weiter oben bereits genannt. Beide Möglichkeiten waren für Probanden, Forscher und Studienergebnisse nicht nur vorteilhaft, da es vor allem für Probanden, welche sich mehrere Tage nicht die Zähne putzen durften, ein äußerst unangenehmes Gefühl war.
Weiterhin ist es natürlich einfacher und vor allem effektiver in vitro Forschungen, also an genormten Zähnen und komplett standartisiert, durchzuführen. Dies liegt vor allem daran, dass der Reinigungsgrad mittels einer Automatisierten Plaque-Panimetrie ausgewertet wird.  Hierbei werden die einzelnen Zähne begutachtet und die Zahnoberfläche in insgesamt 30 planimetrische Felderaufgeteilt, um den Säuberungsgrad optimal zu beurteilen. Diese Messungen seien in vitro deutlich einfacher durchzuführen, so Flad.Um die Forschung an Patienten zu umgehen, sei künstliche Plaque vorteilhafter. Flad beurteilt die Ergebnisse bei Verwendung anorganischer Plaque als nicht so aussagekräftig. So kam sie auf die Idee eine künstliche Plaque zu erzeugen, die wie ihr natürliches Vorbild aus organischen Stoffen besteht. Die richtige Rezeptur fand die angehende Zahnärztin nach neun Monaten intensiver Forschung. Als besondere Herausforderung empfand sie die Viskosität der Plaque, die auch beim Menschen stark von der Speichelzusammensetzung abhängig ist. Die genaue Rezeptur ihrer organischen Plaque ist bisher noch geheim.

Ihre innovative Forschung beeindruckte ihre Professoren so sehr, dass sie eine Einladung zur 94. Jahrestagung der International Association for Dental Research erhielt, um ihre Ergebniss in einer Posterpräsentation vorzustellen. Diese Tagung fand im Juni vor über 2000 Teilnehmer in Seoul statt.
Trotz des großen Interesses an ihrer Forschung will die junge Frau weiterhin an ihrem Plan festhalten, sich nach dem Studium in einer Praxis niederzulassen. Die Tür zur Forschung will sie allerdings nich gänzlich schließen.

Einen Artikel über ihr ehrgeizige Studentin hat die Uni hier veröffentlicht.

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