Parodontitis? – Nicht mit den Römern!

Parodontitis ist ein häufiges Problem. Jedoch zeigt eine aktuelle des King’s College in London, dass die Römer viel weniger darunter litten, als die modernen Briten heute.
Hierzu wurden Schädel aus den Jahren 200-400 v. Chr. untersucht. Lediglich 5% zeigten Folgen einer mäßigen bis schweren Parodontis, wobei de Prävalenzrate zwischen 20 und 60 Jahren annähernd konstant geblieben ist. Erst danach stieg sie auf rund 10%, wobei die Anzahl der betroffenen Zähne im Alter zuahm.
Karies konnte in rund 50% der Kohorte festgestellt werden, eine Pulpitis und apikale Parodontitis lagen bei 25% vor.

Die von dieser  Arbeitsgruppe vorgelegten Ergebnisse sind für Insider keine Überraschung. Seit  Jahren steht das menschliche Microbiom zunehmend im Fokus weltweiter Forschung. Führend sind hier zwei große Projekte: in den USA ein Projekt des National Institutes of Health Human Microbiome Project (HMP) und in Europa das Projekt Metagenomics of the Human Intestinal Tract

Die Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle hat sich während der Kulturgeschichte mehrfach verändert

Hauptgrund für die Zunahme von Parodontopathien liegt vor allem in der veränderten Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle. Dabei standen zwei Ereignisse im Vordergrund.

1. Der Übergang vom Jäger-Sammler-Dasein zur bäuerlichen Lebensweise, der die Umstellung der Ernährung zu einer kohlenhydratreichen Kost bewrikte und dazu führte, dass sich das relativ ausgeglichene Mikrobiom der Mundhöhle hin zu stärker pathogenen Keimen in der Mundhöhle veränderte. In erster Linie zu nennen sind hier: Streptococcus mutans, Porphyromonas gingivalis, Tannerella- und Treponema-Bakterien, die unter anderem für Karies und Parodontitiden verantwortlich sind.

2. Die zweite Umstellung der Ernährung erfolgte zu Beginn der industriellen Revolution: Industriezucker, gekochte Nahrung, Konserven etc.

Der schlechte orale Gesundheitszustand in der britischen Bevölkerung im Vergleich zu den Römern lässt sich also auf einen Wandel in der Ernährungsweise zurückführen. Dies gilt jdoch nicht nur für die Briten, sondern weltweit, vielleicht ausgenommen der wenigen Menschen, die fernab der Zivilisation leben.

Die Studie könnt ihr hier einsehen.

(Bildquelle)

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