Erneute Warnung vor Triclosan

Auch das Rostocker Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei empfiehlt nun, auf Triclosan im Privaten komplett zu verzichten.
Der Direktor, Frerk Feldhusen, verwies bei seiner Empfehlung auf die Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung: Die Verwendung von Triclosan soll unbedingt auf das notwendige Maß des ärztlichen Bereiches beschränkt werden, da der Stoff seit geraumer Zeit im Verdacht stehe, Krebserkrankungen zu begünstigen.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Triclosan in Kosmetika, Waschmitteln, Textilien und Lebensmittelverpackungen z.B. für eine antimikrobielle Wirkung in geringen Dosen verwendet wird. Diese Wirkungsmengen reichen häufig nicht aus, um Krankheitserreger abzutöten, fördert jedoch die Resistenzbildung gegen Triclosan, sodass sich diese stärker vermehren als nicht resistente Erreger und so gegen Antibiotika unempfindlich werden.

Man müsse Verbraucher über Triclosan informieren, sodass vor dem Verkaufsregal ein bewusster Verzicht auf Triclosan stattfinde, so Feldhusen. Bei 15 getesteten Zahnpastaproben seien zwar keine Überschreitungen der Höchstdosen gefunden worden, jedoch wurde die Maximaldosis zumeist ausgeschöpft.

Triclosan ist demzufolge also allgegenwärtig. Bei Krankenhauspersonal konnte es im Blut, im Urin und in der Muttermilch von Probanden nachgewiesen werden. Die Konzentration für viele Kosmetika ist in der EU seit 2014 auf 0,3% beschränkt, was von Experten jedoch als zu unsicher für den Verbraucher eingestuft wird.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzt Triclosan als Zahnpastabestandteil als gesundheitlich nicht gefährlich sein, solange die erlaubten Höchstdosen nicht überschritten werden. Allgemein rät BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel aber, Triclosan „nur in Kliniken und Arztpraxen“ einzusetzen und dies auch nur „sehr restriktiv und mit der notwendigen Sorgfaltspflicht“.

Ein Einfluss auf die Industrie ist bisher jedoch nicht zu sehen, da Triclosan überall dort verwendet wird, wo seine antimikrobielle Wirkung geschätzt wird. So auch in Matratzen, Textilien, Müllbeuteln und Spielzeug.

Nach der Norm EU-KVO 1223/2009 muss Triclosan auf der Inhaltsstoffliste z.B. von Zahnpasta ausgewiesen sein. Mögliche Alternativbezeichnungen lauten 5-Chloro-2-(2,4-dichlorophenoxy)phenol (chemischer Name) und CASRN: 3380-34-5.

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