Risiko für Speiseröhrenkrebs durch Parodontitiskeime beeinflusst

In einer aktuellen Studie berichten US-Forscher des New Yorker Langone Health‘s Perlmutter Cancer Center, dass ein Zusammenhang zwischen Parodontitiskeimen und dem Risiko für Speiseröhrenkrebs zu beobachten sei. So sollen mindestens drei Bakterienarten, die im Falle einer Parodontitis vermehrt in der Mundhöhle zu finden sind, dafür sorgen, dass das Risiko für Speiseröhrenkrebs steigt oder sinkt.

Dass sich die orale Mundflora durch gewisse Verhaltensweisen, wie Rauchen, starkes Trinken, Zahnfleischprobleme oder auch Magen-Reflux verändern kann, ist bekannt. Auch das Risiko von Adeno- oder Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus wird hierdurch beeinflusst, wie die US-Forscher um Jiyoung Ahn herausfanden.

In der durchgeführten Fall-Kontrolle-Studie dienten Mundspülproben als Ausgangsmaterial. Diese wurden zuvor im Rahmen zweier großer Studien entnommen und archiviert. Insgesamt 122.000 Erwachsene hatten am Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Cancer Screenings Trial und an der American Cancer Society Cancer Prevention STudy II teilgenommen. Im Verlauf der Studie, welche einen 10-jährigem Untersuchungszeitraum beinhaltete, erkrankten 106 Personen an Speiseröhrenkrebs.

Die Proben dieser Patienten (81 Patienten mit Adenokarzinom des Ösophagus und 25 mit Plattenepithelkarzinom) analysierten die Forscher und verglichen sie jeweils mit der doppelten Anzahl von Kontrollen, die nicht an Krebs erkrankt waren.

Die Forscher fanden signifikante Assoziationen, denn durch Tannerella forsythia erhöht sich das Krebsrisiko für ein Adenokarzinom um 21%. Bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom wurde häufiger Porphyromonas gingivalis gefunden. Beide Bakterien lassen sich bei Patienten mit chronischer Parodontitis in den Zahnfleischtaschen finden. Die Art und Weise, wie sie das Risiko für ein Ösophaguskarzinom erhöhen ist bisher jedoch nicht bekannt.
Im Gegensatz dazu verringern Streptococcusarten und Neisseria-Bakterien das Risiko zu erkranken um bis zu 24%. Bekannt ist, dass Neisseria die Toxine im Tabakraucher abbaut und dass Raucher weniger dieser Bakterien in ihrer Mundflora aufweisen, als Nichtraucher.

Die neu gewonnenen Erkenntnisse können helfen, Richtlinien zu entwickeln, die Ärzten bei der Risikobewertung und Früherkennung von Speiseröhrenkrebs helfen könnten, so die Autoren der Studie. Jetzt wollen die Forscher die biologischen Hauptfunktionen einiger Bakterien des Mundes analysieren, um zu sehen, wie deren Stoffwechselwege das Krebsrisiko beeinflussen können.

Die Studie ist somit die erste, die unter fast 300 Bakterienarten des Mundes solche identifiziert, die laut Statistik mit dem Risiko verbunden sind, Speiseröhrenkrebs zu verursachen. Denn Speiseröhrenkrebs ist in den USA tatsächlich eine der Top-10-Ursachen für Krebstod und fordert etwa 13.000 Tote jährlich, dies vor allem Männer.

Brandilyn A. Peters, Jing Wu, Zhiheng Pei, Liying Yang, Mark P. Purdue, Neal D. Freedman, Eric J. Jacobs, Susan M. Gapstur, Richard B. Hayes and Jiyoung Ahn: Oral Microbiome Composition Reflects Prospective Risk for Esophageal Cancers DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-17-1296 Published December 2017 in Cancer Research

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