Mit Gel statt Bohrer gegen Karies?

Seit einigen Wochen begeistert ein Video auf Facebook die Menschen, dessen Inhalt die Zahnärzteschaft in Aufruhr versetzt.
Zu sehen ist ein blaues Gel, welches dem Ätzgel, das beim Legen von Kompositfüllungen verwendet wird, ähnlich ist. Das im Video zu sehende Gel wird direkt auf die Karies aufgetragen und nach kurzer Einwirkzeit mitsamt der geschädigten Zahnhartsubstanz ausgeschabt.

Hinter diesem Video steht Brix Medical Sciene, eine argentinische Firma, die so ihr neuestes Produkt, das Brix3000, bewerben will. Diese neue „Wunderwaffe“ gegen Karies verspricht eine schnellere und schmerzfreiere Entfernung, ganz ohne Bohren.
Basis des Gels ist das Enzym Papain, ein Bestandteil der Papaya. Die Wirksamkeit der chemomechanischen Kareisentfernung wurde in mehreren Studien mit der herkömmlichen Beseitigung mittels rotierender Instrumente verglichen und deren Wirksamkeit so betätigt wurde.

Ein Vorteil des Gels: Es wirkt nur auf die geschädigte Zahnhartsubstanz, de sich nach einer Einwirkzeit von knapp 2 Minuten ganz leicht ausschaben lässt. Eine unnötige Enfernung des unbeschädigten Dentins, wie es beim Bohren häufiger der Fall ist, bleibt so ausgeschlossen. Auch bei tiefgreifender Karies soll das Gel noch wirksam sein. Hierfür genügt ein erneutes Auftragen. Auf nachfolgende Füllungstherapie hat Brix3000 keine Auswirkungen, sodass die Behandlung der Kavitäten uneingeschränkt fortgesetzt werden kann. Zudem soll das Gel antibakterielle, antimykotische und antiseptische Wirkungen aufweisen.

Einer Testreihe mit 100 Patienten zufolge, die das Unternehmen selbst in Auftrag gegeben hat, gaben 93% der Teilnehmer an, in den Genuss einer schmerzfreien Behandlung gekommen zu sein. Auch die teilnehmenden Zahnärzte würden Brix3000 bei der Kariesentfernung nun den herkömmlichen Methoden vorziehen.
Ob, und wann das Enzymgel auf dem deutschen Markt erhältlich sein wird, ist noch nicht bekannt.

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