Abenteuer Zahnmedizin

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Mit Humor durch den Praxisalltag

Wie immer, die schlechte Nachricht zuerst: schlechte Laune und Miesepetrigkeit am Arbeitsplatz sind ansteckend! Die gute Nachricht: Lachen und Humor sind es auch! Denn eine humorvolle, positive und angenehme Arbeitsatmosphäre kann geschaffen werden!

Humor, wohldosiert wohlgemerkt, in der Kommunikation zwischen den einzelnen Teammitgliedern kann die Arbeitsatmosphäre verbessern, Fehler und Missverständnisse verringern und dafür sorgen, dass Mitarbeiter länger in der Praxis bleiben. Doch ähnlich wie bei einem Medikament kommt es beim Humor auf die richtige Dosis und den passenden Einsatz an.

Besonders geeignet, um gute Laune herzustellen, ist der soziale oder auch liebevoll-wertschätzende Humor. Er sorgt für eine gesteigerte Arbeitsmoral und ist förderlich für die Gesundheit. Probleme im Team und fördernde Aufgaben werden effektiver gelöst und auch mit besserer Laune.

Man stelle sich folgende Situation vor:

Die ZFA hat einen anspruchsvollen Patienten nach dem nächsten. Ihre Mundwinkel sind schon weit unten. Sagt die Chefin: „Ich sehe, Du wurdest schon angesteckt. Ich werde jetzt alles tun, um Deine Mundwinkel wieder über die Horizontale zu bewegen.

Bei normalen Tagesabläufen und wenn alles gut läuft, zahlt das Team quasi auf eine Art „Humorkonto“ ein, von dem dann an schlechteren Tagen gezehrt werden kann. Der Praxis sollte neben einer Kaffee-, also auch eine Humorkasse gegönnt werden. Wichtig ist vor allem, dass das Prinzip des wertschätzenden Humors darauf beruht, den Anderen auf- und nicht abzuwerten.
Eine weitere Möglichkeit wäre das Führen eines Humortagebuchs, in welchem jeder Praxismitarbeiter lustige Ereignisse aus dem Praxisalltag notieren kann. An schlechten Tagen wird das Stöbern in diesem Buch dem ein oder anderen wahrscheinlich wieder zu besserer Laune verhelfen.

Aus dem Humortagebuch einer Zahnärztin:

In der Praxis herrschte Chaos, es war brechend voll, die Stimmung aber gut. Da funktionierte auf einmal der Computer nicht mehr, wir kamen an keine Daten, konnten kein Rezept mehr ausdrucken und gerieten in Panik. Wir telefonierten wie wild in der Gegend herum und versuchten, jemanden zu finden, der uns weiterhelfen konnte. Da fiel auch noch das Telefon aus! Das Chaos war perfekt und ich verzweifelt.

Da lehnte sich doch eine ZFA schmunzelnd schräg in die Tür und fragte grinsend: „Ist es nicht toll, dass das Licht noch brennt?“ Es war, als wenn sich ein Knoten gelöst hätte, alles lachte und der Rest wurde mit Galgenhumor gemeistert.

Wenn sich das Team gut kennt, kann es durchaus vorkommen, dass einmal ein etwas herberer oder aggressiverer Humor genutzt wird – dies allerdings außer Hörweite der Patienten. Jeder muss doch Male Dampf ablassen. Humor hilft uns, Abstand zu unseren Ärgernissen zu gewinnen. Ein guter Wochenabschluss wäre doch eine „Ärgernisrunde“ oder eine Runde zum lustigsten Ereignis der letzten Woche. So bestimmen Sie selbst den Fokus der Praxis und ob Sie eher gute oder schlechte Laune verbreiten wollen.
Lassen Sie Humor zu, auch wenn das Wartezimmer rappelvoll ist, denn mit Humor als Lösung wird der Alltag viel reibungsloser ablaufen.
Das Projekt „Arzt mit Humor“ fördert wertschätzenden Humor bei Ärzten und Pflegekräften aller Fachrichtungen. www.arztmithumor.de

Katrin Hansmeier ist Mitarbeiterin des Deutschen Instituts für Humor, das 2005 in Leipzig gegründet wurde. Sie trainiert Unternehmen, die Ressource Humor für sich optimal zu nutzen. Ihre Kollegin Dr. Kareen Seidler erforscht den Humor auf wissenschaftlicher Basis. 

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