Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : in eine strahlende Zukunft- der Treffpunkt für Radioonkologen
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NitroBacter
26.09.2020, 16:11
Hallo Leute :)
Ich komme demnächst ins PJ bin aber sehr daran interessiert nach dem Studium in der Strahlentherapie meine Weiterbildung durchzuführen. Deshalb wollte ich mal fragen wie ihr die Stellensituation so einschätzt, auch wenn man das natürlich 1 Jahr im Voraus nicht vorhersagen kann. Aus älteren Postings wurde klar, dass es wohl eigentlich ganz gut aussieht, das Problem ist nur, dass ich nach dem Studium örtlich recht gebunden bin, voraussichtlich an Norddeutschland.
Danke schonmal für eure Antworten :-))
Stellensituation ist weiter ganz gut. Im Norden? Kiel hatte auf mich einen guten Eindruck gemacht beim Spezialkurs (der war echt gut), aber schau dir die Abteilungen im Norden einfach an.
Ich überlege mich, zur Strahlentherapie zu wechseln. Kann mir jemand die Vor- und Nachteile dieser Fachrichtung erklären? Ich habe 2 Jahre Erfahrung in Hämatologie und Onkologie. Ich bin 36 Jahre alt und suche eine familienfreundliche Fachrichtung, besser ohne Dienste. Und wie sieht aktuell die Stellensituation aus? Andere Fachrichtungen die bei mir in frage kommen Radiologie, Labormedizin und Dermatologie
Ich überlege mich, zur Strahlentherapie zu wechseln. Kann mir jemand die Vor- und Nachteile dieser Fachrichtung erklären? Ich habe 2 Jahre Erfahrung in Hämatologie und Onkologie. Ich bin 36 Jahre alt und suche eine familienfreundliche Fachrichtung, besser ohne Dienste. Und wie sieht aktuell die Stellensituation aus? Andere Fachrichtungen die bei mir in frage kommen Radiologie, Labormedizin und Dermatologie
Einfach mal im Thread lesen von Anfang an:
Ich bin nach drei Jahren Innere mit anstrengenden Diensten und massig Überstunden dann vor zwei Jahren in die Strahlentherapie gewechselt (kommunales Haus, Maximalversorger) und das war die beste Entscheidung überhaupt. Assistenzärzte machen hier keine Dienste und die Fachärzte haben nur Rufbereitschaft für die extrem seltene Notfallbestrahlungen sowie Visitendienst am Wochenende. (...)
Letztendlich muss man ein Haus finden, in welchen die Radioonkologie (Indikationsstellung, Planung, Planbewertung, Brachytherapie, Ambulanz) im Vordergrund steht und nicht hauptsächlich Stationsarbeit, die nur ein Teil vom Fach Strahlentherapie darstellt (1 Jahr). Hier sollte man sich vorab gut informieren. In den Diensten lernt man keine Radioonkologie (außer Selbststudium), sondern internistisch-onkologische Probleme, Palliativmedizin und Nebenwirkungen der Radio(chemo)therapie zu behandeln. Es gibt da unterschiedlichste Modelle in den Kliniken vom Bereitschaft jeden Tag, Modelle mit Rufbereitschaft/Bereitschaft bis Übernahme der Station durch andere Kliniken ab 17 Uhr und ggfs. Visitendienst am Wochenende.
In unserer Klinik ist ab 01.01.2021 eine offene Stelle für eine/einen Weiterbildungs-Assistenzärztin/Assistenzarzt oder Fachärztin/Facharzt (=Stv. OA/OA) offen.
Geregelte Arbeitszeiten, keine Dienste. Wir sind in der Schweiz.
Bei Interesse meldet Euch bitte per PN.
PJ_August_2011
24.10.2020, 11:02
Wie habt ihr eure Chemotherapien gesammelt? Bei mir an der Klinik sollen wir dazu auf die Hämatologie rotieren. Wir haben aber kaum Patienten mit kombinierten Radiochemotherapien. Wenn unsere bestrahlten Patienten stationär aufgenommen werden, dann eher wegen irgendwelchen internistischen Problemen.
Ich habe nach 1 Jahr Allgemeinchirurgie, 1 Jahr Gefäßchirurgie und 2 Jahren Geriatrie (es sollte mal Allgemeinmedizin werden..) keine Lust mehr auf das Chaos und den Stress in der internistischen Stationsarbeit. Wäre auch bereit für den Teil zu wechseln.
Hat jemand einen guten Tipp für mich, wie ich sinnvoll und gezielt meine Zahlen und mein Wissen für kombinierte Konzepte sammeln kann? Die Häm/Onko selbst interessiert mich nämlich nicht wirklich.
Wie habt ihr eure Chemotherapien gesammelt? Bei mir an der Klinik sollen wir dazu auf die Hämatologie rotieren. Wir haben aber kaum Patienten mit kombinierten Radiochemotherapien. Wenn unsere bestrahlten Patienten stationär aufgenommen werden, dann eher wegen irgendwelchen internistischen Problemen.
Ich habe nach 1 Jahr Allgemeinchirurgie, 1 Jahr Gefäßchirurgie und 2 Jahren Geriatrie (es sollte mal Allgemeinmedizin werden..) keine Lust mehr auf das Chaos und den Stress in der internistischen Stationsarbeit. Wäre auch bereit für den Teil zu wechseln.
Hat jemand einen guten Tipp für mich, wie ich sinnvoll und gezielt meine Zahlen und mein Wissen für kombinierte Konzepte sammeln kann? Die Häm/Onko selbst interessiert mich nämlich nicht wirklich.
An einer Uniklinik oder einem größeren städtischen Haus sollte es kein Problem sein die Zahlen sehr schnell zu erreichen (ca. 12 Monate). Kombinierte Radiochemotherapie sind an Unikliniken bzw. großen städtischen Häusern Gang und Gebe z.B. bei Kopf-Hals Tumoren. Wenn das 1x pro Woche gegeben wird, hast du pro Patient ganz schnell 6-7 Stück. Zum Lernen sicherlich sehr gut dort, wenn ihr jetzt nur Konzepte habt ohne simultane Chemotherapie.
Der Verwaltungstätigkeit auf der Station wirst du nur schwer entkommen können. Als Tipp: Es gibt Kliniken, die ihre Dienste ganz an die Internisten abgegeben haben, bedeutet weniger Geld, aber auch weniger Stress.
Auch kann man sich die Station und vor allem deren Organisation vorher mal anschauen: Hier gibt es erhebliche Unterschiede z.B.: an einer großen Uniklinik im Osten macht die Pflege i.v. Zugänge und Labor, jmd. kümmert sich darum, dass Untersuchungen laufen, das Casemanagement kümmert sich darum, dass Patienten Aufnahmetermine bekommt usw. ; anderswo bleibt alles am Arzt hängen.
McLaren422
06.12.2020, 14:31
ich hol das Thema mal wieder aus der Versenkung. :)
Ich habe jetzt mein M3 bestanden und würde mich auch gerne in der Radioonkologie bewerben. Aus privaten Gründen käme auch der Großraum Frankfurt/Main in Betracht (ich würde dann in Offenbach wohnen).
Is hier jemand, der dort ein paar Abteilungen kennt und mir eventuell sagen könnte, um welche Klinik ich lieber nen großen Bogen machen sollte, wegen schlechten Bedingungen/Personal etc? Über Vorschläge bzgl gute Kliniken wäre ich natürlich auch offen!
Danke schon mal! :)
In Offenbach war ich zum Brachytherapiekurs, die sind da richtig gut aufgestellt in der Brachytherapie. Wenn du also gern "handwerklich" arbeitest, hast du dort viele Möglichkeiten. Aber ich empfehle dir, in den zwei/drei Kliniken, die aufgrund der Lage in Frage kommen, hospitieren zu gehen und dich dabei insbesondere mit den Assistenzärzten genauer zu unterhalten.
In Offenbach war ich zum Brachytherapiekurs, die sind da richtig gut aufgestellt in der Brachytherapie.
das kann man so sagen. Eine der Topadressen hierfür.
McLaren422
16.12.2020, 13:46
Ich hab mir jetzt mal ein paar Kliniken angeschaut (online) und auch ne Bewerbung rausgehauen an meine Heimat-Uni.
Da kam bei mir noch die Frage auf: Wie ist das mit der Dauer der Weiterbildungsermächtigung? Manche haben 48 (oder noch weniger), manche 60 Monate. Ist das arg relevant, wo ich dann anfange? Sind die mit nur 48 diejenigen ohne eigene Station? Kann eigentlich nicht sein, meine Heimatuni hat ganz sicher ne Station und trotzdem nur 48 Monate.
Kann das mal jemand genauer erläutern? :)
Ich hab mir jetzt mal ein paar Kliniken angeschaut (online) und auch ne Bewerbung rausgehauen an meine Heimat-Uni.
Da kam bei mir noch die Frage auf: Wie ist das mit der Dauer der Weiterbildungsermächtigung? Manche haben 48 (oder noch weniger), manche 60 Monate. Ist das arg relevant, wo ich dann anfange? Sind die mit nur 48 diejenigen ohne eigene Station? Kann eigentlich nicht sein, meine Heimatuni hat ganz sicher ne Station und trotzdem nur 48 Monate.
Kann das mal jemand genauer erläutern? :)
Insgesamt ist es zu empfehlen an einer Uni (oder großen Haus) mit 60 Monaten Weiterbildungsermächtigung zu starten. Dort sieht man alle Krankheitsbilder und lernt entsprechend breit die Krankheitsbilder kennen. Normalerweise fangen alle auf der Station an.
Abraten würde ich von Stellen, wo bereits in der Beschreibung steht, dass man nur auf der Station (sieht man immer mal wieder) eingesetzt wird. Die Station stellt 1 Jahr der Weiterbildungszeit dar. Der Rest ist in der Ambulanz vorgesehen.
Wenn du irgendwo anfängst mit nur 24 Monaten Weiterbildungsermächtigung, musst du nach 2 Jahren wechseln.
Letztendlich wundert es mich, dass deine Uni nur 48 Monate hat, frag mal genau nach warum 12 Monate fehlen.
Wenn ein Institut nur 24 Monate oder 48 Monate hat, fehlt ihm etwas z.B. die Station oder die BRachytherapie und die Ärztekammer kann nur 60 Monate Weiterbildungsermächtigung erteilen.
Da kam bei mir noch die Frage auf: Wie ist das mit der Dauer der Weiterbildungsermächtigung? Manche haben 48 (oder noch weniger), manche 60 Monate. Ist das arg relevant, wo ich dann anfange? Sind die mit nur 48 diejenigen ohne eigene Station? Kann eigentlich nicht sein, meine Heimatuni hat ganz sicher ne Station und trotzdem nur 48 Monate.
Meine Hypothese dazu:
Auf der LÄK-Website steht als Weiterbildungsstätte nicht das Uniklinikum, sondern das MVZ Uniklinikum. Vielleicht liegts einfach daran? Dass man die 12 Monate Station deshalb nicht an dieser konkreten Weiterbildungsstätte machen kann? (Obwohl es in Homburg, wie du ganz richtig sagst, durchaus auch eine Station für die Strahlentherapie gibt.)
(Außerdem steht dort interessanterweise auch, nach WBO 2005. Während bei einer der beiden Praxen steht, nach WBO 2012. Könnte also theoretisch auch sein, dass die WBO 2005 vielleicht noch anders war bzgl. der Zusammensetzung des Facharztes. Halte ich aber für weniger wahrscheinlich.)
McLaren422
16.12.2020, 22:21
danke für eure Theorien. :) Macht auf jeden Fall Sinn! Das mit dem 2005 vs 2012 hab ich gar nicht gesehen. :D Ich hab mich ja da beworben und kann mal nachfragen, falls ich eingeladen werde, was mir denn fehlen würde.
Wenn es MVZ und Klinik getrennt gibt an einer Einrichtung, wäre es sehr wichtig, dass man einen Vertrag bei MVZ und Klinik hat, sonst darf man die MVZ Patienten nicht behandeln, nix in die Akte schreiben, insgesamt ungünstig für die Weiterbildung; daher vorher fragen, im Zweifel lieber etwas suchen, wo man alle Patienten behandeln kann, auch um die nötige Erfahrung (Zahlen) zu erlangen.
Wurde auch bereits hier mal vermerkt.
Bei der Bewerbung auch darauf achten, wie sieht es in ein paar Jahren aus. z.B. ein Chefarzt, der altersbedingt in 3 Jahren in Rente/Pension geht, dann kriegt man in 3 Jahren jemand neues, den man vorher nicht kannte. Das ist natürlich in allen Fächern so und ein bekanntes "Phänomen" der altersbedingten letzten Jahre.
Hmmm. Stellenanzeigen gibt es tatsächlich viele, ein wenig Vorsicht sei jedoch geboten. Der interessante Aspekt des Fach sind die Mischung aus Technik und Klinik. Eine Mischung aus Radiologie und Onkologie. Was es zu beachten gibt, wurde in dem Thread bereits gesagt. Unbedingt notwendig ist Vorerfahrung in Innere nicht, aber auch nicht falsch. Wenn man nicht weiß, was man machen will, ist es generell nicht schlecht in der Innere mal zu arbeiten, einfach für die Basics.
Ich würde vor allem folgende Fallstricke beachten
a) Rotationen müssen möglich sein, ganz wichtig, selbst bei Personalmangel. Mit Kollegen sprechen, wie ist Stimmung in Abteilung?
b) Die Station (und auch Ambulanz) sollten gut organisiert sein. Im Zweifel 1-2 Tage anschauen.
c) Keine Stellen, wo bereits in der Stellenbeschreibung nur "Stationsarzt" steht, entspricht auch nicht der WB Ordnung.
d) Dienstsystem anschauen vorher. Hier gibt es alles mögliche von Bereitschaft, Rufbereitschaft, keine Nachtdienst ggfs. nur Visitendienste am Wochenende.
e) Falls es zusätzlich MVZ gibt: Bei Klinik und MVZ sollte man beschäftigt sein (z.B. 50/50), um alle Pat. behandeln zu dürfen
f) Grundsätzlich sind 80% der Patienten ambulant. Also ein überwiegend ambulantes Fach.
McLaren422
22.12.2020, 00:34
vielen Dank nochmal an euch beide für die Beiträge! :) Wirklich nett!
Sollte nicht doch noch ne Session als Corona-Impfarzt dazwischen kommen, werde ich nach Weihnachten noch mal einige Bewerbungen raushauen.
Stimmt, viele haben Radioonko nicht auf dem Schirm. Ich glaube, die verpassen was. :D Ist ein technisches Fach, was bessere Bedingungen wie andere Fächer hat und auch noch gutes Zukunftspotential oben drein!
Und ja, Offenbach hat auch nur 48 Monate und keine eigene Station, das kommt dann wohl eher erst als zweite Wahl. An erster Stelle steht dann mal das Nordwest, das Uniklinikum und eventuell noch Darmstadt, wobei das etwas weit zum Fahren wäre. Aber gerade ist das mit Frankfurt und Umgebung auch nicht mehr so sicher, da meine Liebste da wegtendiert... Zur Not gehts dann nach BW (Göppingen/Tübingen etc).
Innere als Stelle kommt nicht in Frage. Innere braucht man ja eh überall und ich denke, das lerne ich auch auf ner radioonkologischen Station auch ganz gut.
Interessanter Beitrag von der ASTRO frisch publiziert, passend zur Entwicklung des Faches in den USA
https://www.astro.org/Blog/January-2021/The-Future-of-our-Field
ASTRO Position Statement on the U.S. Radiation Oncology Workforce
Radiation oncology has long been a critical component of multidisciplinary cancer management, driven by clinical and scientific innovation. Recent advances in technology and our understanding of cancer biology have allowed radiation oncologists to offer more accurate and effective therapies, often in fewer total treatments than before, resulting in improved patient care. ASTRO has observed growth in residency training positions over the past two decades. With more efficient treatment delivery, fewer radiation oncologists may be needed in the coming years. Residency training positions should be reserved for those who are enthusiastic about the field and should reflect the anticipated societal need for radiation therapy services. As we prepare the next generation of radiation oncologists for independent practice, we encourage stakeholders to carefully consider these aspects affecting our specialty as they review the size and scope of their training programs.
Additionally, ASTRO acknowledges the continued need to grow and nurture diversity within the next generation of our workforce. We serve diverse peoples, and our trainees and faculty should reflect that diversity. We are committed to addressing all aspects of bias as we seek to ensure equity and inclusion within our specialty and to improve health outcomes for all our patients.
In Deutschland können noch die Praxen die vielen Facharztabsolventen absorbieren, stellt sich nur die Frage, wie lange das noch gut gehen wird...
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