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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studium und Teilzeitjob - Vorsicht Krankenversicherung!



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papillon92
30.08.2018, 08:46
Hallo zusammen, ich hoffe ich bin hier richtig, wenn nicht, bitte den Beitrag verschieben.

Ich möchte hiermit die Wartezeitler ansprechen, die bereits eine Ausbildung haben, und neben dem Studium Teilzeit arbeiten möchten, und die vielleicht genau so unwissend sind, wie ich es bis vor einigen Stunden war:

Ich habe endlich nach 14 Wartesemstern einen Studienplatz erhalten. Bisher habe ich 100% im Krankenhaus als Gesundheits- und Krankenpflegerin gearbeitet. Zum 1.10. habe ich nun meine Stelle auf 25% heruntergefahren, was von meinem AG auch bewilligt wurde, geänderter Vertrag wurde unterschrieben, so weit, so gut.

Nun habe ich durch eigene Recherchen von der Werkstudenten-Regelung erfahren, und bei meiner Krankenkasse angerufen, und tatsächlich:

Wer ein Vollzeitstudium absolviert und nebenbei einer Erwerbstätigkeit nachgeht, muss auf die Stundenzahl achten:
Sieht der Arbeitsvertrag eine Arbeit ÜBER 20h/Woche vor, ist alles wie gehabt, und die Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge werden mit dem Gehalt verrechnet.

Liegt die wöchentliche Arbeitszeit jedoch UNTER 20 Stunden, so muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer als "Werkstudent" anmelden. Vom Bruttogehalt gehen dann keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab, und man muss sich bei der Krankenkasse zur "Studentischen Krankenversicherung" anmelden und diese Beiträge SELBST zahlen. (Bei meiner Krankenkasse sind das 90€ pro Monat).

Allerdings gelten diese Studententarife nur bis zum 30. Lebensjahr. Ab dem Semster, in dem man 30 wird, muss man sich "freiwillig versichern", was wesentlich teurer wird (bei meiner KK wären das aktuell 182€ pro Monat).

Ich persönlich wusste das nicht und ging davon aus, dass meine KK durch meine Teilzeitstelle abgedeckt ist. Auf meiner Arbeitsstelle hat mir auch keiner diese Info beim Unterschreiben des neuen Vertrags gegeben.
Das hat mich stutzig gemacht, und ich bin heute nochmals auf die Personalabteilung gegangen. Ergebnis:

Mein AG (bzw. die Personalabteilung) wusste nichts von dieser Regelung, da sie noch nie einen solchen Fall hatten. Nach Recherchen sind sie nun aber auch zu dem Schluss gekommen, dass die o.g. Regelung stimmt.
Somit muss mein Vertrag jetzt nochmals neu aufgesetzt werden und mein AG muss mich als Werkstudent anmelden.

Mein Appell an euch:

Macht euch selbst schlau und fragt notfalls 100 mal nach.
Denn wenn der AG euch nicht ummeldet und ihr euch nicht studentisch krankenversichert, kann das Probleme geben. Fällt der Fehler auf (z.b. bei einer Betriebsüberprüfung), muss nachträglich das Gehalt korrigiert werden und ihr müsst die Beiträge nachzahlen, und das geht auch noch Jahre später. Da ist es dann egal, warum ihr nicht umgemeldet wart, auch wenn der AG die Schuld hatte, weil er es nicht wusste etc.


Ich hoffe, der Beitrag bringt hier einigen etwas und erspart Ärger ;)

Absolute Arrhythmie
30.08.2018, 08:58
Zum Thema KV über 30: meine KK hat mir eine Weiterversicherung in der studentischen KV bewilligt, nachdem ich nachweisen konnte dass ich aufgrund der Wartezeit erst später mit dem Studium beginnen konnte. Dadurch spare ich jetzt rund 90€ im Monat, lohnt sich also das zu versuchen.

Miss_H
30.08.2018, 09:09
Zum Thema KV über 30: meine KK hat mir eine Weiterversicherung in der studentischen KV bewilligt, nachdem ich nachweisen konnte dass ich aufgrund der Wartezeit erst später mit dem Studium beginnen konnte. Dadurch spare ich jetzt rund 90€ im Monat, lohnt sich also das zu versuchen.
Kann da nur zustimmen. Kümmert euch frühzeitig darum, denn wenn man einmal freiwillig versichert ist, dann wird man nicht mehr in die studentische Versicherung kommen. Daher früh kümmern und bei Bedarf die Krankenkasse wechseln.

papillon92
30.08.2018, 09:20
Zum Thema KV über 30: meine KK hat mir eine Weiterversicherung in der studentischen KV bewilligt, nachdem ich nachweisen konnte dass ich aufgrund der Wartezeit erst später mit dem Studium beginnen konnte. Dadurch spare ich jetzt rund 90€ im Monat, lohnt sich also das zu versuchen.

Das ist ein guter Tipp und ich werd mir das merken und dann mal versuchen, Danke :)

Krötino
30.08.2018, 22:45
Dem Threadersteller mein Beileid so auf die Nase zu fallen.. Ich muss aber sagen, dass ist für mich schon fast Grundwissen mit der studentischen Versicherung. .. Interessanter finde ich da schon AAs Aussage. Hat es auch schon mal jemand als Zweitstudent geschaff? Mir t blüht bald das selbe Schicksal..

Miss_H
31.08.2018, 08:52
Man muss doch auch bei der Immatrikulation eine Bescheinigung der Krankenkasse vorlegen. Wundert mich, dass da nix auf der Homepage der Uni steht. Und über 20h/Woche darf man auch nicht arbeiten, weil das Studium dein Beruf ist.
Also ich habe als Zweitstudent die studentische Krankenversicherung gehabt. Allerdings hat sich bei mir dann 30 sein und 14. Fachsemester überschnitten, sodass ich ab da freiwillig versichert bin. Ich würde mal bei der Krankenkasse anfragen. Gibt auch eine Kasse die noch ein halbes Jahr einen Absolventenbeitrag hat, das sind dann “nur“ 140€.
Besonders wenn dein Erststudium quasi nötig war fürs Zweitstudium (Begründung), sehe ich da durchaus Parallelen zur Wartezeit. Würde daher erst einmal bei der eigenen KK nachfragen und dann bei anderen.

Absolute Arrhythmie
31.08.2018, 09:13
Bei meiner Nachfrage meinte der Sachbearbeiter übrigens damals,dass das eh nicht durchgehen würde. Ich hab dann trotzdem meine Unterlagen eingereicht (Abi-Zeugnis, Berufsausbildungs-Zeugnis, alle Ablehnungsbescheide die ich hatte) und es wurde dann doch bewilligt :-)

papillon92
31.08.2018, 09:44
Dem Threadersteller mein Beileid so auf die Nase zu fallen.. Ich muss aber sagen, dass ist für mich schon fast Grundwissen mit der studentischen Versicherung. ..

Naja, ich hab direkt nach dem Abi zwar ein Semester studiert, war da ja aber in der Familienversicherung.
Danach hab ich 7 Jahre immer sozialversicherungspflichtig gearbeitet, deswegen bin ich davon ausgegangen, dass meine Teilzeitarbeit ab Oktober auch so läuft, zumal es in meinem neuen Vertrag mit Beispielabrechnung auch so stand. Da bin ich ehrlich gesagt nicht auf die Idee gekommen, dass es anders sein könnte (andere Kolleginnen mit 25%, die nicht studieren, sind ja auch über ihre Arbeit ganz normal versichert).
Klar kenn ich die studentische Krankenversicherung von Freunden, aber die haben alle entweder gar nicht nebenbei gearbeitet oder auf Minijob-Basis, deswegen dachte ich nicht daran, dass das auch für Teilzeitstellen gilt.

Ich bin jedoch froh, dass ich rechtzeitig durch Zufall darauf gestoßen bin und auch meinen Arbeitgeber noch aufklären konnte. Ich denke, da bin ich nicht die einzige, der es so geht, deswegen der Beitrag :)

Krötino
31.08.2018, 13:58
Sollte nicht böse gemeint sein mit "Grundwissen".

Ich meine nur auch bei Immatrikulation ein Infoblatt darüber von der Uni erhalten zu haben bzw. Auch einmal von der Krankenkasse und bei dem ein oder anderen Nebenjob (zugegeben nicht bei allen waren die da fit). Da muss es bei dir schon arg blöd gelaufen sein, dass die Info mit 20h an die vorüber gegangen ist :-nix

Meine KK hat netterweise bereits einmal meine Fachsemesterzahl zusammengestrichen auf "nur Medizin FS" . Sonst hätte ich schon vor längerer Zeit die 14 FS geknackt.. Den Übergangsbeitrag haben sie mir angeboten. Aber das reicht mir leider auf etwa 4-6 Monate nicht. Ich werde mal wieder anrufen und mich blöd stellen.

Miss_H
31.08.2018, 16:15
Naja in dem Gesetz sind Fachsemester genannt. Also bin ich immer davon ausgegangen, dass Fachsemester pro Studiengang zählen. Bei meiner KK war das auch nie das Problem. Wollten mir allerdings nicht das anerkannte Semester streichen. War okay für mich, weil es für das den Absolvententarif (große KK mit zwei Buchstaben) gab. Also nachfragen und sonst einfach bei anderen KK anfragen.

Krötino
04.09.2018, 15:30
Also: meine aktuelle Auskunft von der KK mit den zwei Buchstaben.. Sie erkennen es nicht an. Selbe Auskunft wie AA sie bekommen hat: Man würde auch keine Wartesemester (bzw. die Verzögerung dadurch anerkennen jaja).

Problem ist nur, dass ich ja keine Ablehnungsbescheide habe die ich einreichen könnte... und mit denen ich argumentieren könnte. Ich überlege mir gerade ob ein KK Wechsel noch etwas bringt. Oder hat noch jemand den ultimativen Tipp?

Absolute Arrhythmie
04.09.2018, 16:19
Ich habe Ausdrucke der Grenzen von Hochschulstart für die einzelnen Semester geschickt und nur zwei Bescheide. Hat gereicht :-)

Miss_H
04.09.2018, 19:00
Bist du denn Wartezeitstudent oder Zweitstudent? Reicht es wegen Fachsemestern oder dem Alter nicht? Ich würde bei einer anderen KK anfragen. Wie lang hast du Zeit bis du hochgestuft wirst? Manchmal dauert es echt lang. Absolventen Tarif für ein Semester gibt es bei der KK mit zwei Buchstaben aber.

Autolyse
04.09.2018, 20:46
Was die Krankenkassen gerne verschweigen, man darf sehr wohl mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Die 20 Stunden pro Woche beziehen sich nur auf die "Regelöffnungszeit" der Universität während der Vorlesungszeiten. Nacht- und Wochenendarbeit zählt nicht mit und Vollzeit in der vorlesungsfreien Zeit ist auch unproblematisch.

Krötino
04.09.2018, 22:31
Zweitstudent, und das Alter.
Habe nur noch September bis ich hochgestuft werde. Ablehnungsbescheide habe ich keine, da ich mich nie direkt beworben habe. Ich müsste also eine KK finden finden die das Zweitstudium ohne Nullen und Knullen akzeptiert.
Klar bieten die Übergangstarif an. Aber ehrlich finde ich ich eine Übergangslösung die eine Beitragssteigerung von irgendwas um die 50% beinhaltet keine Lösung sondern.. Lustig.
Und 20+ Stunden nebenbei arbeiten zu können weiß ich nicht was mit dem Thema zu tun hat, aber mach ich nicht im PJ :-nix auch nicht um irgendwelche Altersdiskriminierung der KK zu finanzieren :-oopss

placeboeffekt
05.09.2018, 13:10
Naja, ich arbeite jetzt 25 Stunden die Woche und studiere. Meine Krankenversicherung ist wie gehabt da ich Arbeitnehmerin bin und steuerlich gesehen nicht 'nur' Studentin. Also, über 20 Stunden zu arbeiten ist möglich (ob empfehlenswert sei hingestellt...)

nie
05.09.2018, 14:39
Möglich ist das schon. Nur gilt man dann eben nicht als „hauptberuflicher“ Student und ist ganz normal als Arbeitnehmer versichert und zahlt nicht den Studententarif der KV.

Autolyse
05.09.2018, 17:37
Es sei denn, Du arbeitest wie wir nachts und am Wochenende. Dann ist das unproblematisch.

placeboeffekt
05.09.2018, 17:55
Das tue ich auch -- aber auch zwischendurch kurz im Büro. Arbeite ja auf dem Gelände aber ohne WE wird das alles nicht gehen.

papillon92
06.09.2018, 07:36
Meinen Respekt an alle, die >20h nebenbei arbeiten. Ich hab mit einigen Studenten aus höheren Semestern geredet und mir die Stundenpläne angesehen und hab mich jetzt für 25% (durchschnittlich ~10h/Woche) entschieden. Hab aber auch 7,8 h/Dienst, müsste also für 20h 4 volle Dienste pro Woche machen. Ich denke, im Rettungsdienst oder ambulanten Pflege mit 12h ist das besser zu managen. Aber ich hab auch noch nicht angefangen, also keine Ahnung wie das dann letzten Endes in der Realität aussieht.