Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Risiko HPV-Infektion im OP
Hallo!
Ich hoffe ich bin hier im richtigen (Unter-) Forum gelandet :-) bitte mich sonst verschieben, sollte ich nicht richtig sein
Ich bin ich zur Zeit auf der Gyn im PJ und diese Woche war ich zum ersten Mal bei einer Condylom-Laserung dabei. Es hatten sich 2 Pfleger geweigert, mit in den OP reinzukommen, also habe ich mich bereit erklärt, zu assistieren. Wir hatten zwar diese speziellen Masken und Brillen auf, aber ansonsten waren keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen..
Nun mach ich mir ein wenig Sorgen, mich angesteckt zu haben. Die Viren werden doch durch den Laser aufgewirbelt und könnten somit eingeatmet werden. Ja das geht durch die Maske natürlich schwerer, aber bleiben diese Virus-Partikel nicht auch auf der Haut und Kleidung o.ä. hängen? Mit den Masken und der Brille kam ich mir vor wie beim Seuchenschutz.
Ich bin nicht geimpft. Wie schätzt ihr das Risiko bei OPs ein? Was kann man persönlich tun, um das Risiko einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten? Übertreibt man mit der Kontagiosität oder ist sie wirklich so hoch?
Freue mich über Antworten und noch einen schönen Freitag Abend :-)
Was spräche eigentlich dagegen, sich jetzt noch impfen zu lassen?
juke5489
01.09.2018, 12:52
Habt ihr eine Absaugung für die Rauchgase/-Partikel verwendet? Das sollte eigentlich Standard sein. Die Viren haben nen Durchmesser von 55nm, da hilft keine Maske. Bei Verwendung entsprechender Absaugungen konnte jedoch nachgewiesen werden dass in der Umgebung und auf der Kleidung der Operateure kein kontaminierendes Material ankommt. Das Risiko einer Ansteckung wird bei Keuten mit regelmäßiger Exposition als niedrig eingeschätzt, bei einmaliger Assistenz würde ich mir überhaupt keine Sorgen machen.
Was spräche eigentlich dagegen, sich jetzt noch impfen zu lassen?
Die 600 Euro die das kostet.....
Ich persönlich hatte auch schon mehrfach überlegt ob ichs noch machen lasse (war damals knapp zu alt als die Impfung kam), jetzt wo ich wieder verdiene werd ichs mir nochmal überlegen, aber als PJler hat mans ja meist nicht so?
Interessant wäre ja in so einem Fall die Frage ob es bei Expositionsrisiko auf der Arbeit der Betriebsarzt emfehlen/machen und die Kasse zahlen würde!
Es gibt anscheinend GKVen, die das sowieso zahlen, auch für erwachsene Männer.
Der Weg über das Expositionsrisiko wäre natürlich besonders schlau, das stimmt. Top Idee!
Mal bei der KK fragen, ob sie es nicht trotzdem übernehmen?
juke5489
02.09.2018, 19:43
bei der hpv-impfung sollte die impfserie vor dem ersten geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, um sicher zu sein, dass noch kein kontakt mit dem erreger bestanden hat...
in meinen augen kann es da nicht wirklich sinnvoll sein bei jemandem, der vermutlich langsam auf die 30 zugeht noch gegen hpv zu impfen...
Gibt's denn Studien, dass das nicht hilft? Vielleicht hatte man ja nur einen Partner und ist den Hochrisikovarianten noch nicht ausgesetzt? Hat es denn gesundheitliche Nachteile so spät noch zu impfen?
Ich bin da logischerweise kein Experte, aber man sagt ja selbst bei Frauen, dass auch eine spätere Impfung besser ist als gar keine Impfung.
Und nachdem die Durchseuchung bei Männern im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegt...
WackenDoc
02.09.2018, 20:14
Die GKVen reagieren da unterschiedlich.
Wenn der Betriebsarzt es empfiehlt, zahlt es nicht die Kasse, sondern der AG. Bei Studenten ist das aber immer wieder ein Problem und ich befürchte, dass die meisten Hochschulärzte das auch nicht aufm Schirm haben.
bei der hpv-impfung sollte die impfserie vor dem ersten geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, um sicher zu sein, dass noch kein kontakt mit dem erreger bestanden hat...
Es gibt nicht nur einen Erreger, gegen den die Impfung wirkt, sondern mittlerweile 9. Dass man sich beim ersten Verkehr oder auch bei weiteren wirklich mit allen 9 Erregern ansteckt, ist jetzt nicht sooo wahrscheinlich. So dass es auch nach stattgefundenem Verkehr noch Sinn macht zu impfen, um sich gegen die restlichen Erregern, mit denen man sich im günstigsten Fall noch nicht angesteckt hat, zu schützen.
Ja dieses Absaugedings haben wir benutzt. Wurde aber auch von einer Schwester gemacht, die dies zum ersten Mal gemacht hat.
Dann ist ihr auch noch ein Kondylom auf den Boden gefallen. Wahrscheinlich bin ich hineingetreten und es klebt bis jetzt an meinen Schuhen. :rolleyes: :-kotz
Ich würde mich schon impfen lassen, aber die 600 Euro habe ich nicht und die KK zahlt leider nichts. Und dann kommt natürlich noch die Frage hinzu, ob ich mich nicht schon infiziert habe mit diversen HPV- Typen (Was ich aber nicht denke, hatte erst einen Freund :-) ). Genauso wenig wie der Betriebsarzt. Ich bin aber ab November auf der Dermatologie im PJ und vielleicht übernehmen die das dort?
Ja, mittlerweile kann man gegen 9 Typen impfen.
Aber auf jeden Fall gut zu wissen, dass dieser Absauger das nützlichste Mittel darstellt. Werde ich mir merken!
Espressa
06.09.2018, 05:17
Ich hoffe doch, dass du im OP nicht mit deinen eigenen Schuhen warst, und alles spätestens an der Schleuse zurückgelassen hast...
Ich hoffe doch, dass du im OP nicht mit deinen eigenen Schuhen warst, und alles spätestens an der Schleuse zurückgelassen hast...
Wir waren mit unseren normalen Schuhen im OP. :-kotz Es war kein Platz im OP, jetzt haben wir den Ambulanzraum benutzt.. Dieser wurde anschließend speziell gereinigt aber wir hatten unsere Schuhe an.. :-?
Ja dieses Absaugedings haben wir benutzt. Wurde aber auch von einer Schwester gemacht, die dies zum ersten Mal gemacht hat.
Und? Eine Absaugung ist jetzt nicht sooooo schwierig zu bedienen, oder? Wenn das Raucharoma nicht im Sauger verschwindet, dann muss man ihr halt kurz erklären, wie sie den Sauger zu halten hat und gut ist...
Dann ist ihr auch noch ein Kondylom auf den Boden gefallen. Wahrscheinlich bin ich hineingetreten und es klebt bis jetzt an meinen Schuhen. :rolleyes: :-kotz
Und nochmal: Und? Das ist der Grund, warum man an der OP-Tür eine "Schleuse" einrichtet. Dort werden die gebrauchten Schuhe gegen frische getauscht. Und die alten gehen in die Waschmaschine. Ich möchte nicht wissen, in was ich im septischen OP schon überall reingetreten bin. Und ich stehe i.d.R. auf der sauberen Seite des Tuches...
Ich würde mich schon impfen lassen, aber die 600 Euro habe ich nicht und die KK zahlt leider nichts. Und dann kommt natürlich noch die Frage hinzu, ob ich mich nicht schon infiziert habe mit diversen HPV- Typen (Was ich aber nicht denke, hatte erst einen Freund :-) ). Genauso wenig wie der Betriebsarzt. Ich bin aber ab November auf der Dermatologie im PJ und vielleicht übernehmen die das dort?
Da die HPV-Impfung mittlerweile im STIKO-Impfplan drin steht, würde ich mal mit dem HA sprechen, ob die GKV nicht trotzdem die Impfung übernimmt. Dann wirst Du halt wieder zur Jungfrau. ;-)
Ansonsten mit dem Betriebsarzt reden (nicht vom PJ-Haus, sondern von der Uni).
Und BTW: Auch wenn Du "erst" einen Freund hattest, was sagt das jetzt genau zum Thema HPV? Richtig: GAR NICHTS! Wenn der positiv war? Seit Geburt? Erworben? :-nix
Aber auf jeden Fall gut zu wissen, dass dieser Absauger das nützlichste Mittel darstellt. Werde ich mir merken!
Der Absauger stellt EIN nützliches Mittel dar. Laut dem CA unserer Viszeralchirurgen, der häufig Condylome in der Prokto lasert, gibt es aber durchaus Studien, die belegen, dass der Laser die Condylome / darin enthaltenen Viren alleine schon durch die entstehende Hitze verdampft / zerstört. In Verbindung mit Absaugung, Schutzbrillen und FFP-Maske sollte es daher schon recht unwahrscheinlich sein, dass man sich im OP ansteckt. Da würde ich eher an eine Ansteckung im heimischen Schlafzimmer, Couch, Küchentisch... denken. ;-)
Gibt's denn Studien, dass das nicht hilft? Vielleicht hatte man ja nur einen Partner und ist den Hochrisikovarianten noch nicht ausgesetzt? Hat es denn gesundheitliche Nachteile so spät noch zu impfen?
Es gibt halt ein normales Impfrisiko. Und der Titer sinkt mit steigendem Alter immer stärker ab, bei 20 ist da eine ziemlich große Absenkung. Die Frage ist natürlich, ob ein Titer wirklich Immunität darstellt, aber als Surrogat empfiehlt sich schon ne frühe Impfung. In den USA wirds auf jeden Fall bis 26 empfohlen, drüber ist halt die Frage. (Wobei da viel Public Health und Kosten ne Rolle spielen - den, den ich mit 35 impfe, hat nur noch 50 Jahre Sex und keine 70 wie ne 14-Jährige.)
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