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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alle denken Ärzte sind überreich



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Kandra
04.10.2018, 23:56
Monatliches Durchschnittseinkommen 2017 in Deutschland
1) Wolfsburg 4610 EUR
2) Ingolstadt 4545 EUR
Platz 3 geht an Ludwigshafen

Keine Millionärscluster wie Taunus und oder die Münchner Gegend, sondern reine Arbeiterstädte mit zumindest bis dato florierender Industrie. Es gibt dort auch keine klassischen Universitäten, die mit einer fünfstelligen Anzahl teils mäßig dotierter MA den Schnitt wieder nach unten drücken würden.

Obigen Werte erreicht man mit VKA-Tarif erst nach ein paar Jahren, und es ist nur der Durchschnitt



brutto oder netto?

Coxy-Baby
05.10.2018, 06:02
Es ist Brutto und im Hinblick darauf, verdient ab 01.12. der Assistenzarzt im TV-Ä bereits im 1. Weiterbildungsjahr mehr....und im VKA dann im 2. Jahr

Kandra
05.10.2018, 07:23
Richtig, da war ich quasi nach 3 monaten schon (teilweise) deutlich drüber ^^

tarumo
05.10.2018, 07:37
Es ist Brutto und im Hinblick darauf, verdient ab 01.12. der Assistenzarzt im TV-Ä bereits im 1. Weiterbildungsjahr mehr....und im VKA dann im 2. Jahr

Innerdeutsche Gehaltsvergleiche natürlich in brutto. Die genannten Zahlen sind aus 2017, man muß hier also den MB Tarifvertrag aus 2015/16 zugrunde legen, will man sich hier nicht wieder in die Tasche lügen.
In dem Zusammenhang kann man sich auch gleich die Steigerungsraten des MB Tarif vs. IG Metall, Chemie etc... für das nächste Jahr anschauen...
Daß es mit Diensten (in der Radiologie z.B. im ersten Jahr kaum möglich) oder Pool (bekommt auch nicht jeder, das hatten wir schon) durchaus mehr werden kann, streitet auch keiner ab.
Bitte nicht falsch verstehen: ich bin mit meiner Berufswahl per se zufrieden und möchte auch nicht mit einem Facharbeiter tauschen. Allerdings sollte man sich der Rahmenbedingungen bewußt sein. Und dazu gehört auch, daß die Gesellschaft in Deutschland (wie auch in diversen osteuropäischen Ländern) eine Tätigkeit in der Produktion von Luxuskarossen, Ölprodukten etc... eben mehr wertschätzt als die Tätigkeit am Menschen. Betrachtet man die Pflege, ist die Differenz noch viel eklatanter.
Solche Aussagen wie "da verdient kein Facharbeiter mehr" sind eben falsch und damit betreibt man genau das Spiel der Kreise, die die unterdurchschnittliche Verdienstentwicklung der Ärzte und der Pflege in Deutschland zu verantworten haben.

sodbrennen
05.10.2018, 09:40
Warum habt ihr denn Medizin studiert, wenn das Gehalt aus eurer Sicht z.T. zu schlecht ist und man zu spät verdient? :-D
Euch standen doch alle Möglichkeiten offen, z.B. auch schon nach der 10. Klasse eine Ausbildung in der Bank, wo man sofort verdient. Jemand mit nur mittlerer Reife tut sich da schwerer, aus allen Möglichkeiten auszuwählen, weil er erst mal nicht studieren kann.

Und ich gebe Christoph_A recht, dass das Gehalt nicht schlecht ist. Auch das Einstiegsgehalt ist für einen Akademiker schon sehr hoch. Vergleicht es mal mit TV-L! Und je nach dem, was man macht, kann man noch mit Diensten oder Notarztfahren aufstocken. Natürlich ist das anstrengend, aber man kann sich ja auch eine Nische ohne große Dienstbelastung suchen (ist halt ggf. weniger interessant). Andere haben gar nicht die Möglichkeit, ihr Gehalt noch beliebig aufzustocken durch Nebentätigkeit o.ä. Das sollte man schon allesbeim Jammern bedenken.
Irgendwie ist man doch nie zufrieden mit dem, was man hat. Und wen man das hätte, was man möchte, findet man auch wieder etwas zum Jammern. Sehe ich beim Kinderthema: Die Kollegen ohne Familie sind unglücklich und die mit aber auch. :-))

tarumo
05.10.2018, 10:23
Warum habt ihr denn Medizin studiert, wenn das Gehalt aus eurer Sicht z.T. zu schlecht ist und man zu spät verdient?

Es geht aber nicht ums Medizinstudium, sondern um die Konditionen, die einem danach in Deutschland geboten werden. Und selbstverständlich dürfen die hinterfragt werden. Es entscheiden sich ja doch relativ viele, nach dem Studium eben nicht als Arzt zu arbeiten oder gleich das Land zu verlassen. Letzteres gefährdet die medizinische Versorgung und mittelfristig damit den sozialen Frieden. Wenn man natürlich alles für toll befindet, sich zurücklehnt und nicht für Verbesserungen einsetzt, dann wird es auch so kommen.
Daß man als klinisch tätiger Arzt prima aufstocken kann in und in anderen Berufen nicht so gut, ist eine komplette Fehlinformation. Vielmehr hat man in Bürojobs mit geregelten Arbeitszeiten, freien Wochenenden etc., viel eher die Möglichkeit dazu, und der Arzt, der ein ganzes Semester zweimal die Woche VHS-Kurse gibt oder in den Sommerferien fünf Wochen als Reiseführer- der ist mir noch nicht untergekommen. Strenggenommen überschreitet man als Arzt mit einem Zweitjob ja schon quasi automatisch die Vorgaben des AZG, weil im Erstjob die 40h Woche vermutlich eher nicht eingehalten wird. Und ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, sich nach (vielleicht auch noch aus eigener Tasche gezahlten) Zusatzqualifikation sich als NA für nicht mal 30 EUR/h ein Messer in den Bauch rammen zu lassen, sei dahingestellt.
Auch habe ich noch keinen Arzt getroffen, der es in seiner Freizeit geschafft hat, eine Immobilie ganz oder teilweise selbst zu erstellen- etwas, was bei Facharbeitern durchaus üblich ist. Und der Babysitter, der pro Stunde mehr verlangt als Papa oder Mama Doc nachts verdient- sowas müßte alles mit ins Gehalt eingepreist werden...

Bei Zweifeln am Zusatzverdienst bitte im PJ-Forum nachlesen, dort freut man sich sicher über Tipps zum klinikkompatiblen Nebenerwerb - btw: Praktikumsvergütung in der Automobilindustrie 1000-1400 EUR/M
https://www.porsche.com/germany/aboutporsche/jobs/application/faq/
Audi zahlt ähnlich...
Wenn man das ok findet, hat man es auch nicht anders verdient als über den Tisch gezogen zu werden.

Christoph_A
05.10.2018, 11:09
@ Tarumo: Ist ja süß, wie Du Dich an der Autoindustrie abarbeitest, warum gehst Du eigtl. nicht dahin und schulst auf Facharbeiter um, wenn das so super ist? Jetzt mal im Ernst, klar verdienen die Leute dort wie auch in der Chemie (ich komme aus nem großen Chemiestandort, kenn das daher ziemlich gut) im Verhältnis zu anderen Nichtakademikern sehr gut, aber es gibt auch dort immer einen Deckel. Zumal so gut wie nie ein Nichtakademiker Abteilungsleiter wird.
Und was die Gehaltsentwicklung angeht, die Assizeit in der Klinik ist doch nur 5plus x Jahre, da kommen danach noch ein paar Jahrzehnte als FA drauf, in denen man den so hochbezahlten Facharbeiter ein- und auch überholen kann und meistens auch wird.
Die Arbeitsbelastung ist hoch, klar, auch in der Niederlassung, aber dennoch überschaubar, Wochenendarbeit findet ebenso wie Nachtarbeit so gut wie nicht mehr statt und Urlaub kann man sich auch meist genug aushandeln/selber geben.
Ich bin mit meinem Job und meiner Bezahlung jedenfalls sehr zufrieden, alleine mein Grundgehalt liegt schon über dem 2,5 fachen des Durchschnittsgehalts Deiner Autobauerstädte, da kommen noch keine Vorträge, NA Dienste und schon gar nicht die Anteilsausschüttung am Praxisgewinn dazu. Und jetzt zeig mir bitte nen Facharbeiter, der da drüber kommt, zum Thema nachplappern....

dr_notsure
05.10.2018, 14:46
Danke Christoph_A, zum Glpck mal wieder ein Post, der auch mal was positives beinhaltet. Die Rahmenbedingungen (Workload, Dienste) sind der Faktor, welche mich bis jetzt vom Studium zurückgehalten haben. Aber das man nach der WB Zeit durchaus Möglichkeiten hat, sich angenehmere Bedingungen mit einem trotzdem zufriedenstellen Einkommen zu schaffen, lässt dann doch wieder "hoffen", dass man sich irgebdwann, je nach Verlauf, nach nach Assizeit auch mal "angekommen und zufrieden" fühlen kann.
Teilweise liest es sich ja hier so, als sei man täglich von 8-20h + WE in der Klinik für 3000brutto...

Muriel
05.10.2018, 15:33
Teilweise liest es sich ja hier so, als sei man täglich von 8-20h + WE in der Klinik für 3000brutto...
War bei meinem Einstieg damals tatsächlich so (nein stop, es waren 3060 brutto ;-)), aber die Zeiten sind ja nun sehr lange vorbei. Ich verdiene mit einer 50%Stelle jedenfalls jetzt mehr als früher mit einer 100% Stelle + Dienste. Keine Ahnung worüber ich meckern sollte, höchstens über Steuerklasse 5, die mich monatlich weinen lässt ;-)

sodbrennen
05.10.2018, 21:02
Es geht aber nicht ums Medizinstudium, sondern um die Konditionen, die einem danach in Deutschland geboten werden. Und selbstverständlich dürfen die hinterfragt werden. Es entscheiden sich ja doch relativ viele, nach dem Studium eben nicht als Arzt zu arbeiten oder gleich das Land zu verlassen. Letzteres gefährdet die medizinische Versorgung und mittelfristig damit den sozialen Frieden. Wenn man natürlich alles für toll befindet, sich zurücklehnt und nicht für Verbesserungen einsetzt, dann wird es auch so kommen.
Daß man als klinisch tätiger Arzt prima aufstocken kann in und in anderen Berufen nicht so gut, ist eine komplette Fehlinformation. Vielmehr hat man in Bürojobs mit geregelten Arbeitszeiten, freien Wochenenden etc., viel eher die Möglichkeit dazu, und der Arzt, der ein ganzes Semester zweimal die Woche VHS-Kurse gibt oder in den Sommerferien fünf Wochen als Reiseführer- der ist mir noch nicht untergekommen. Strenggenommen überschreitet man als Arzt mit einem Zweitjob ja schon quasi automatisch die Vorgaben des AZG, weil im Erstjob die 40h Woche vermutlich eher nicht eingehalten wird. Und ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, sich nach (vielleicht auch noch aus eigener Tasche gezahlten) Zusatzqualifikation sich als NA für nicht mal 30 EUR/h ein Messer in den Bauch rammen zu lassen, sei dahingestellt.
Auch habe ich noch keinen Arzt getroffen, der es in seiner Freizeit geschafft hat, eine Immobilie ganz oder teilweise selbst zu erstellen- etwas, was bei Facharbeitern durchaus üblich ist. Und der Babysitter, der pro Stunde mehr verlangt als Papa oder Mama Doc nachts verdient- sowas müßte alles mit ins Gehalt eingepreist werden...

Bei Zweifeln am Zusatzverdienst bitte im PJ-Forum nachlesen, dort freut man sich sicher über Tipps zum klinikkompatiblen Nebenerwerb - btw: Praktikumsvergütung in der Automobilindustrie 1000-1400 EUR/M
https://www.porsche.com/germany/aboutporsche/jobs/application/faq/
Audi zahlt ähnlich...
Wenn man das ok findet, hat man es auch nicht anders verdient als über den Tisch gezogen zu werden.

Jetzt wo du es sagst, eigentlich eine gute Idee: Warum reduziert man als Arzt nicht auf 50% und gibt nebenbei VHS-Kurse, spielt Babysitter oder macht Reiseführer. Ist bestimmt finanziell attraktiver und sicher ohne Überstunden. ;-) Allerdings sollte man beachten, dass Freizeitausgleich und Ausbezahlung der Überstunden wegfallen. :-))


Ich kann dir übrigens sagen, warum Facharbeiter ihr Haus zum Teil selbst bauen: Ihnen fehlen häufig die finanziellen Mittel. Zumindest in meiner Gegend, wo man sich kaum noch Grundstücke leisten kann.

@tarumo: Hast du dir eigtl. schon mal überlegt, als Betriebsarzt in die Automobilindustrie zu gehen? Hast die gleichen Konditionen wie andere in der Automobilindustrie, wirst wahrscheinlich sogar gleich außertariflich eingestuft und damit sogar noch deutlich bessere Konditionen. Kaum Dienstbelastung (am besten gehst du zu BMW, die produzieren nicht nachts, Audi schon). Und Stress hat man wahrscheinlich sogar auch weniger als die Ingenieure, die anrücken müssen, wenn das Fahrzeug kurz vor Produktionsstart Probleme macht oder der Entwicklungsplan auf andere Art und Weise gefährdet ist (was ich da von Freunden alles höre...). Und dann noch die Gewinnausschüttung, die immer in den Medien steht.... Das ist es doch wert, 30% und mehr der Zeit mit G25 Untersuchungen & Co. zu verbringen

Reflex
06.10.2018, 06:50
War bei meinem Einstieg damals tatsächlich so (nein stop, es waren 3060 brutto ;-)), aber die Zeiten sind ja nun sehr lange vorbei. Ich verdiene mit einer 50%Stelle jedenfalls jetzt mehr als früher mit einer 100% Stelle + Dienste. Keine Ahnung worüber ich meckern sollte, höchstens über Steuerklasse 5, die mich monatlich weinen lässt ;-)

Geht mir genauso... allerdings bei 80%. Klinik ist für mich finanziell und von der Arbeitszufriedenheit keine Option mehr, aber total dramatisch fand ich meine Arbeitsbedingungen zuletzt nun auch nicht. Die eigenen Resourcen werden nur mit fortschreitendem Alter und Familie weniger. Das geht aber Freunde in anderen Berufssparten auch so.

Christoph_A
06.10.2018, 08:24
Ich hatte damals sogar bloß 2979 Euro brutto, da ich bei der Diakonie angestellt war, hab trotzdem die erste "richtige" Kohle abgefeiert. Daran sieht man, daß wir a) alt geworden sind und sich b) doch sehr viel die letzten 15 Jahre in die richtige Richtung bewegt hat!

Anne1970
07.10.2018, 07:17
:grins:

Brutus
08.10.2018, 17:45
Daran sieht man, daß wir a) alt geworden sind und sich b) doch sehr viel die letzten 15 Jahre in die richtige Richtung bewegt hat!
Also ICH bin ja noch als AiP eingestiegen. Was ich verdient habe... da würde so manchem die Tränen in die Augen steigen... ;-)

Kackbratze
08.10.2018, 18:59
DAS waren noch angemessene Gehälter!

tensun
08.10.2018, 19:15
Sry, aber da kann ich nur müde lachen. Ich hatte damals eine 70 Stunden Woche und musste noch 4000 Mark dafür zahlen, dass ich dort Patienten behandeln durfte ;)

Sebastian1
08.10.2018, 21:05
Jetzt erzählen se alle wieder vom Krieg....

freak1
08.10.2018, 21:18
Warte nur bis sich der Leibarzt von Louis XIV meldet. Nicht mal eine vernünftige Krankenversicherung war für den drin!

CrashStudios
17.10.2018, 17:15
in dem Zusammenhang empfehle ich euch folgende Diskussion auf einem BWL-Forum
https://www.wiwi-treff.de/Gehaelter/Arzt/Gehaelter-Aerzte-vs-Wiwis/Diskussion-51781/1

Find es immer wieder spannend, dass gerade Mediziner und BWLer immer über ihr Gehalt so angeregt diskutieren.

Kackbratze
17.10.2018, 19:05
...weil ALLE anderen Berufsgruppen angemessen bezahlt werden....als ob Müllmänner, Juristen und Handwerker in ihren Foren nicht über ihr Gehalt und falsche Vorstellungen diskutieren würden.