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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit Nadel gekratzt, war der Gang zum Durchgangsarzt wirklich notwendig?



Jules_jules
03.10.2018, 15:19
Hallo!

Ich bin heute den 3. Tag im neuen Krankenhaus im Innere-Tertial und bin mit dem dortigen Blutabnahmesystem nicht vertraut. Jedenfalls habe ich mich dann heute beim Rausziehen mit der Nadel leicht gekratzt. Kein Blut und auch keine Wunde sichtbar. Ich teilte dies dann der Schwester mit, die mich sicherheitshalber zur Chirurgie weiterschickte und dort wurde ich dann als Nadelstichverletztung gehandelt und mir wurde Blut abgenommen.
Jetzt sitze ich daheim und denke mir, dass ich einfach nichts hätte sagen sollen, dann hätte ich mir die ganze Aufregung, das Chaos und den Aufwand erspart. Weil eigentlich war ja auch nichts; und irgendwie kommt mir das jetzt lächerlich vor.
Es war noch nicht mal Blut an der Nadel.

Die Chance, dass etwas passiert ist lag wahrscheinlich bei 0.0001%. Wenn mir das wieder passieren würde, würde ich nichts sagen glaube ich.

Findet ihr das dann unverantwortlich? Sorry, irgendwie musste ich meine Geschichte von heute mal loswerden. :-blush

Rettungshase
03.10.2018, 15:40
Es war noch nicht mal Blut an der Nadel.

Naja.. Feenstaub war ganz sicher nicht dran, wenn du sie vorher aus einem Patienten "rausgezogen" hast.
Das ist der normale Meldeweg.

s. auch hier: https://www.aerzteblatt.de/archiv/134253/Management-von-Nadelstichverletzungen
Als Nadelstichverletzung (NSV) bezeichnet man Stich-, Schnitt- oder Kratzverletzungen mit scharfen oder spitzen medizinischen Instrumenten (wie beispielsweise Kanülen, Lanzetten, Skalpelle), die durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten des Patienten verunreinigt sein können sowie Blutkontakte mit nichtintakter Haut und Schleimhautkontakte (Auge, Mund, Nase).

Feuerblick
03.10.2018, 15:41
Lieber einmal zuviel Aufwand betrieben als einmal zu wenig und dann dumm dastehen. :-nix
Kostet dich doch nix außer Zeit. Wo ist also dein Problem?

Jules_jules
03.10.2018, 16:06
Es war ja kein Blut an der Nadel, weil ich nicht getroffen habe :-)

Ich dachte mir auch, dass ich das jetzt lieber melde. Aber ne Schwester meinte noch: Willst du das jetzt wirklich melden? Dann müssen wir das ganze Protokoll durchlaufen.
Und es war erst mein 3. Tag und ich kenne noch nicht wirklich jemanden. einfach blöd gelaufen.
Irgendwie kannte sich keiner mit NSV aus. Ich wurde zig Mal hin- und hergeschickt.
Ich dachte mir nur, dass ich wahrscheinlich durch die Blutabnahme ein größeres Risiko einer Ansteckung mit Krankheiten habe, als durch den leichten Kratzer..

Kackbratze
03.10.2018, 16:06
Du bist als PJ am dritten Tag im neuen KH an einem Feiertag tätig?!?

Jules_jules
03.10.2018, 16:26
Ja :) Bin in der Schweiz

Choranaptyxis
03.10.2018, 16:26
Nur weil du nicht "getroffen" hast, ist ja die Nadel nicht sauber. Sie war ja immer noch im Patienten.

WackenDoc
03.10.2018, 16:35
Ich dachte, dass die Schwester, der du es gesagt hast, dich in die chirg. Ambulanz geschickt hat. Warum sollen die sich nicht mit NSV auskennen- ist doch in nem Krankenhaus fast Tagesgeschäft.
Und warum sollst du dich mit irgendwelchen Krankheiten anstecken, wenn man dir Blut abnimmt?

halfbaked
03.10.2018, 16:41
Ich hatte mal ne ähnliche Situation letztes Jahr (arbeite neben dem Studium noch weiter als Dialyseschwester) und hab mich an ner sehr spitzen Kante eines mit Blut verunreinigten Spritzenabwurfs eines unserer Hep C Patienten gekratzt/gestochen, kein Blut aber Handschuh war durch und ein Hautkratzer zu sehen. Hier war die Wahrscheinlichkeit ja auch verschwindend gering bis gar nicht vorhanden, sich zu infizieren, aber Gesetz des Falles es passiert doch was, ist es erstmal riesen Mist das nicht gemeldet zu haben und später nachweisen zu wollen. Ich bin jetzt im Nachhinein auch einfach froh drüber, weil du sonst auch doch irgendwie mit dem Gedanken rumrennst ob/hätte/was wäre wenn usw. Musste mit zwar auch von einigen Sprüche anhören was der Aufwand soll usw., aber wenn man selbst in dieser Situation ist gehen einem doch erstmal viele Gedanken durch den Kopf. Also kann deine Überlegung verstehen, aber alles richtig gemacht.

Differenzialdiagnose
03.10.2018, 16:43
Also zum Kratzen finde ich diese Rückenkratzer besser. Sind handlicher, man kommt an den Rücken dran und braucht die nicht vorher aus dem Patienten ziehen.

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Scheinen gerade im Angebot zu sein. Zur Not kann man die auch als Wundhaken für die nächste OP weiterverwenden.

halfbaked
03.10.2018, 17:03
Puh stimmt hast ja Recht, wenn ich heute noch bestelle ist es Dienstag zum M2 pünktlich da, kannst du doch dann nächste Woche sicher auch gut gebrauchen beim Pause machen :-keks

runningMan18
09.10.2018, 11:57
Hallo!

Ich bin heute den 3. Tag im neuen Krankenhaus im Innere-Tertial und bin mit dem dortigen Blutabnahmesystem nicht vertraut. Jedenfalls habe ich mich dann heute beim Rausziehen mit der Nadel leicht gekratzt. Kein Blut und auch keine Wunde sichtbar. Ich teilte dies dann der Schwester mit, die mich sicherheitshalber zur Chirurgie weiterschickte und dort wurde ich dann als Nadelstichverletztung gehandelt und mir wurde Blut abgenommen.
Jetzt sitze ich daheim und denke mir, dass ich einfach nichts hätte sagen sollen, dann hätte ich mir die ganze Aufregung, das Chaos und den Aufwand erspart. Weil eigentlich war ja auch nichts; und irgendwie kommt mir das jetzt lächerlich vor.
Es war noch nicht mal Blut an der Nadel.

Die Chance, dass etwas passiert ist lag wahrscheinlich bei 0.0001%. Wenn mir das wieder passieren würde, würde ich nichts sagen glaube ich.

Findet ihr das dann unverantwortlich? Sorry, irgendwie musste ich meine Geschichte von heute mal loswerden. :-blush
Der Gang zumD-Arzt war auf jeden Fall notwendig, aber um sich Gedanken oder gar Panik zu machen, definitiv nein! In den meisten Fällen passiert eh nichts, selbst, wenn du dich mit einer infizierten Nadel stichst. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering!