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Dr.Bundy
15.11.2018, 19:59
Also die besagten bevorzugten Kollegen sind in meinem Fall männlich ;-) sagt vllt eher noch was über Networking unter Männern und nach wie vor bestehende Geschlechterrollen aus.

Es ist eher so, dass von Frauen nicht so viel erwartet wird wie von Männern und sie deswegen nicht so viel schuften müssen.
Von nicht wenigen männlichen Fachärzten werden schöne junge Frauen bevorzugt und Männer diskriminiert. Da gibt es in unserer Abteilung ein krasses Beispiel, wo ein extrem kompetenter von Fachärzten diskriminiert wurde, aber auch in anderen Spitälern ist mir das aufgefallen.
Dann gibt es noch einen anderen Schlag von männlichen Fachärzten, die auf die Probleme keine Lust haben, die entstehen, wenn sie mit Frauen arbeiten. Das ist vielleicht das, was dir dann auffällt.

Diese Frauenproblematik ist aber zum Glück nicht so schlimm bei Akademikern, ich habe mal mit Stationsleitern geredet...da wird einem ganz gruselig: Heftige "krankheitsbedingte" Fehlzeiten, extreme Inkompetenz, schlechte Organisation, Ineffizienz und und und.


Also bleibt mir wohl im
Prinzip nichts anderes übrig, als zur Not im FZA fleißig für die FA-Quali zu sammeln, die Zähne zusammen zu beißen und als FA mit neuem Verhandlungsstandpunkt das Gespräch zu suchen. Ich liebe meinen Beruf sehr, merke aber immer mehr, dsss das Arbeitsumfeld in der Klinik bzw die gängige Personalführung nichts für mich ist.

Exakt, deswegen gehen auch so viele in die Praxen oder in kleine Krankenhäuser: Die Menschen sind da angenehmer, es ist persönlicher und weniger politisch korrekt.


Hatte ich schon früher mal verlinkt. Ging bis auf höchste Ebene:

Tante Edit meint übrigens, daß es nicht allzuschwer ist, mit der Urteilsnummer und Textauszügen den Namen des betreffenden KH herauszufinden.

und wo ist das Problem den Namen des Krankenhauses zu schreiben?

bristol
15.11.2018, 21:14
Von nicht wenigen männlichen Fachärzten werden schöne junge Frauen bevorzugt …Es ist eher so, dass von Frauen nicht so viel erwartet wird wie von Männern und sie deswegen nicht so viel schuften müssen
Vollkommen zu Recht :-dafür. Damit Frauen überhaupt eine Chance haben, etwas von ihren männlichen Fachärzten zu lernen, müssen sie halt gut aussehen. Der Gleichberechtigung halber kann man auch nicht noch Fachliches verlagen; denn zu viele Nachtschichten schaden dem Teint und beim Operieren könnten die Fingernägel abbrechen – ein wahrer Teufelskreis :kiss:

flopipop
16.11.2018, 12:38
Immer diese Gleichberechtigung. Aber wenn das Schiff sinkt, heißt es ‚Frauen und Kinder zuerst‘.“ (Stromberg)

Shade
18.11.2018, 15:25
Dann gibt es noch einen anderen Schlag von männlichen Fachärzten, die auf die Probleme keine Lust haben, die entstehen, wenn sie mit Frauen arbeiten. Das ist vielleicht das, was dir dann auffällt.

Diese Frauenproblematik ist aber zum Glück nicht so schlimm bei Akademikern, ich habe mal mit Stationsleitern geredet...da wird einem ganz gruselig: Heftige "krankheitsbedingte" Fehlzeiten, extreme Inkompetenz, schlechte Organisation, Ineffizienz und und und.




Dein Kommentar ist meiner Meinung nach frauenfeindlich und sollte hier auf keinen Fall unkommentiert bleiben.

"Diese Frauenproblematik"? Was genau meinst du damit? Dass es sich generell nicht mit Frauen gut arbeiten lässt? Liegt am Uterus oder wie?
Inkompetenz oder lange Fehlzeiten gibt es deiner Meinung nur bei Frauen?

Ich finde es ätzend, wie du alle Frauen über einen Kamm scherst. Damit bist du keinen Deut besser als jemand, der solche Aussagen über "die Ausländer" oder andere gerne zu diskriminierende Personengruppen macht.


Und wenn du so große Probleme hast, mit Frauen zu arbeiten, solltest du dich mal fragen, ob das nicht ein Problem deinerseits sein könnte, egal welches Geschlecht du hast. Ich arbeite mit Menschen zusammen und arbeite mit einigen sehr gerne, mit anderen weniger.


Pfui Deifel.

Kackbratze
18.11.2018, 16:52
Immer diese Gleichberechtigung. Aber wenn das Schiff sinkt, heißt es ‚Frauen und Kinder zuerst‘.“ (Stromberg)

Damit die Haie satt sind, wenn die Männer springen...

Espressa
18.11.2018, 18:42
Witzig, als Kind habe ich es nicht verstanden, warum „Frauen und Kinder zuerst“, bzw ich erinnere mich noch daran dass ich als Kind stutzig wurde und es auf jeden Fall seltsam fand.

jinkxed
18.11.2018, 19:29
Witzig, als Kind habe ich es nicht verstanden, warum „Frauen und Kinder zuerst“, bzw ich erinnere mich noch daran dass ich als Kind stutzig wurde und es auf jeden Fall seltsam fand.

''Fun Fact'', ich musste beim Lernen extremst lachen, als bei Abirateron (Testosteronbiosynthesehemmer fürs metas. ProstataCa) als Kontraindikation tatsächlich ''Frauen und Kinder'' stand.

SineNomine
19.11.2018, 22:45
Sorry, aber ich kann dieses “Argument“ nicht mehr hören. Man wird in der Zukunft flexibler werden, weil mehr Frauen als Männer arbeiten.

Wird man nicht, man rekrutiert in Osteuropa oder andernorts, damit man keine Verbesserung des Arbeitsklimas vornehmen muss. Oder wie las es sich in der Welt vor 3 Tagen?: "„Auf die syrischen Ärzte hatten wir tatsächlich gehofft“"

Klar, für die Leute, die aus noch schlechteren Systemen kommen (und die gibts) sind wir attraktiv. Und wenns da genügend gibt, muss man an den Verhältnissen nichts ändern. In den Mix werfe man noch das Verantwortungsbewusstsein der Ärzte, der den Patienten ja "nicht einfach liegen lassen" kann und daher (oft genug unbezahlte) Überstunden schiebt. Und obendrein würde eine Verbesserung noch Geld kosten, was auch schwer vermittelbar ist.

Ich finde es eher naiv, hier von großen Veränderungen auszugehen :)

LasseReinböng
19.11.2018, 23:35
Wird man nicht, man rekrutiert in Osteuropa oder andernorts, damit man keine Verbesserung des Arbeitsklimas vornehmen muss. Oder wie las es sich in der Welt vor 3 Tagen?: "„Auf die syrischen Ärzte hatten wir tatsächlich gehofft“"


...mal wieder Asklepios aus Hamburg.

tarumo
20.11.2018, 06:50
und wo ist das Problem den Namen des Krankenhauses zu schreiben?

1. ist die hiesige Gerichtsberichterstattung im Gegensatz zum angelsächsischen Raum meistens anonym
2. sind die Gepflogenheiten in diesem Forum auch dahingehend, "Ross und Reiter" eher nicht zu nennen
3. werden hier bisweilen konkrete Nennungen zu "Ross und Reiter" zensiert, man fürchtet wohl eine juristische Auseinandersetzung.

Das Krankenhaus "B", um das es ging, ist mittlerweile geschlossen, der "Nichtweiterbilder" dürfte aber am Mutterhaus "H" noch tätig sein, ob sich dort was zum Besseren geändert hat, vermag ich nicht zu sagen.

geisterhome
20.11.2018, 18:54
Wird man nicht, man rekrutiert in Osteuropa oder andernorts, damit man keine Verbesserung des Arbeitsklimas vornehmen muss. Oder wie las es sich in der Welt vor 3 Tagen?: "„Auf die syrischen Ärzte hatten wir tatsächlich gehofft“"

Klar, für die Leute, die aus noch schlechteren Systemen kommen (und die gibts) sind wir attraktiv. Und wenns da genügend gibt, muss man an den Verhältnissen nichts ändern. In den Mix werfe man noch das Verantwortungsbewusstsein der Ärzte, der den Patienten ja "nicht einfach liegen lassen" kann und daher (oft genug unbezahlte) Überstunden schiebt. Und obendrein würde eine Verbesserung noch Geld kosten, was auch schwer vermittelbar ist.

Ich finde es eher naiv, hier von großen Veränderungen auszugehen :)

Genauso sieht es aus, genau das bringen Fachkräfte aus anderen Ländern. Nicht nur im Gesundheitswesen sondern überall. Das hierzulande sowas dann noch als positiv angesehen wird finde ich doch massivst verwerflich, denn diese Leute fehlen dann in den ihren Herkunftsländern und dort geht es oft nicht nur darum ob man auf eine neue Hüfte 2 Wochen länger warten muss.

Ohne die weitestgehend problemlose Migration hätten wir hier schon deutlich bessere Arbeitsbedingungen, sicher wären auch schon erheblich Studienplätze geschaffen worden.

freak1
20.11.2018, 19:25
Politiker denken - maximal - in 4-5 Jahres Zyklen. Was interessiert die ein Lösungsvorschlag der JETZT Geld kostet und Besserung erst in 7-10 Jahren bringt?

SineNomine
21.11.2018, 10:09
...mal wieder Asklepios aus Hamburg.

Aber eher stellvertretend für ein Gesundheitswesen, dass sich primär als Unternehmen versteht und letztlich Cash Flow, ggf. auch Shareholder Value als Erfolg definiert, nicht Patientenzufriedenheit oder medizinischen Erfolg.

Die Steuergröße ist mit dem DRG auch eine Kostenkennziffer, kein Qualitätsbenchmark. Es gibt auch gar keinen Anreiz, unbedingt einen deutschen Muttersprachler oder einen besonders gut ausgebildeten Kollegen zu beschäftigen oder die Patientenzufriedenheit zu verbessern. All das sind nice-to-haves.

Unter dem Strich zählt das Betriebsergebnis und damit wie viele DRGs zu welchem Satz in Zeitraum X bei welcher Profitabilität (Kostensenkung) bearbeitet werden können. Anreizfaktor ist somit einzig die Kostensenkung.

Der einzige teil-medizinische Anreiz ist die Vermeidung von kostenintensiven Komplikationen, die vermindern letztlich das Ergebnis, was vom DRG übrig bleibt (also letztlich auch nur eine Kostenkennziffer). Die beiden wichtigen Stellschrauben sind Kostensenkung (bleibt mehr vom Fixbetrag nach DRG) und Arbeitsverdichtungen (mehr DRGs in der Zeiteinheit abzuarbeiten)

Wozu das führt, dürfen wir täglich bewundern... Nämlich KEINEN Ärztemangel, aber teilweise einen Mangel an Ärzten, die sich das System vollzeit antun wollen.

Um den Mangel zu beheben könnte man entweder die Arbeitsbedingungen verbessern, aber das führt im DRG-System automatisch zu einer Schlechterstellung der Klinik.

Oder man könnte Kollegen aus ärmeren Teilen der Welt importieren, für die unsere Arbeitsbedingungen eine Verbesserung darstellen und diese stattdesse holen. Das greift die finanzielle Situation der Klinik erst mal nicht an, da im DRG Qualität oder Zufriedenheit keine wirklichen Kriterien sind.

Ich kanns keiner Klinik vorwerfen, müsste ich ein Unternehmen im DRG-Rahmen führen, müsste ich genauso handeln, um gut zu überleben. Dass dies Überleben dann zu Teilen auf den Rücken von Patienten und Mitarbeitern gesichert wird, ist dann eben die gewünschte Begleiterscheinung des DRG.


Politiker denken - maximal - in 4-5 Jahres Zyklen. Was interessiert die ein Lösungsvorschlag der JETZT Geld kostet und Besserung erst in 7-10 Jahren bringt?

Fällt Dir im Rahmen der gegenwärtigen Koordinaten des Gesundheitssystems (DRG) einer ein? Würde mich ehrlich interessieren

Pflaume
21.11.2018, 11:30
Ich glaube, dass "kostenintensive Komplikationen" nicht der Haupt-Anreiz für die Einstellung von mehr und qualifizierten Ärzten sind, da viele Komplikationen gleichzeitig eine erhöhte DRG auslösen. Größere Steuerungsmöglichkeiten bestehen bei der Verweildauer, OP-und Untersuchungs-Dauern etc., und hier kann eine höhere Qualifikation und (eingeschränkt) Anzahl von Ärzten tatsächlich Verbesserung bringen. Besonders lohnend ist die Einstellung von Ärzten, die durch eine bestimmte Qualifikation zum Angebot weiterer abrechenbarer Leistungen führen können. Vereinzelt setzen Kliniken auch darauf, gezielt so viele (ggf. deutschsprachige) Fachärzte wie möglich einzusetzen und damit insgesamt Arztstellen, Verweiltage etc. einzusparen. Die Mehrheit nimmt allerdings tatsächlich einfach, was billig ist und klaglos unbezahlt bis 20 Uhr in der Klinik bleibt.

Patienten-Zufriedenheit in der DRG zu berücksichtigen, wäre übrigens aus meiner Sicht ein schlimmer Weg. Jeder, der ein bißchen erfahren ist, weiß, dass Patientenzufriedenheit nicht von guter medizinische Versorgung abhängt, sondern von anderen Faktoren. Solche Modelle würden somit den Druck und die Fremdbestimmung auf Ärzte nicht vermindern, sondern stark weiter erhöhen. Man kann darüber reden, ob Patientenzufriedenheit nicht das höchste Gut in der Gesundheitsversorgung sein sollte, und ein zufriedener, medizinisch schlecht behandelter Patient vielleicht ein besseres Ziel in der Gesundheitsversorgung ist als ein unzufriedener, medizinisch fachgerecht behandelter Patient. Die Auswüchse, zu denen das führt, kann man aber in den USA sehen. Die Arbeitsplatz-Zufriedenheit der Ärzte würde ganz sicher dabei leiden, wenn sie auf diese Weise zusätzlich erpressbar werden würden. Stell dir als Beispiel nur mal vor, einen Drogenabhängigen in der Notaufnahme glücklich machen zu müssen, um keine schlechte Bewertung zu riskieren.

Im übrigen natürlich treffende Analyse von dir.

SineNomine
21.11.2018, 12:27
Patienten-Zufriedenheit in der DRG zu berücksichtigen, wäre übrigens aus meiner Sicht ein schlimmer Weg. Jeder, der ein bißchen erfahren ist, weiß, dass Patientenzufriedenheit nicht von guter medizinische Versorgung abhängt, sondern von anderen Faktoren.

Okay, an dem Punkt gebe ich Dir recht, da wird bei näherer Betrachtung das hübsche Zimmer oder das Essen mehr an der Zufriedenheit ändern als eine medizinische Behandlung, deren Qualität der Laie ohnehin nur eingeschränkt einschätzen kann. Danke für den Einwand!

freak1
21.11.2018, 21:29
Fällt Dir im Rahmen der gegenwärtigen Koordinaten des Gesundheitssystems (DRG) einer ein? Würde mich ehrlich interessieren

Ich bezog mich auf den Punkt mit mehr Studienplätze schaffen.

Bei den Überlegungen zur Bezahlung nach "Qualität", Komplikationsraten etc darf man nie vergessen, dass manche Kliniken komplizierte Fälle direkt weiter verlegen (können), andere Kliniken nehmen (müssen) was sie bekommen.

Dass das Outcome in der Uni schlechter ist, die aus hunderten von KM alle ARDS mit ECMO-Bedarf zuverlegt bekommt ist irgendwie absehbar und hat nicht wirklich was mit der Qualität der Versorgung zu tun.^^

Pflaume
21.11.2018, 21:42
Qualitätsmanagement / Bezahlung nach Qualität führt meistens sowieso nur dazu, dass die entsprechenden Parameter halt geschönt werden, nicht dass tatsächlich irgendwelche Qualität steigt. Sieht man ja schön am Diesel-"Skandal". Oder an den Pneumonie-Fragebögen, die jeder kennt, der mal in der Inneren gearbeitet hat. Tausende Arbeitsstunden von Assistenz- und Oberärzten gehen jährlich bundesweit dafür drauf, am PC hunderttausende Fragebögen für die Patienten mit Diagnose Pneumonie mit (natürlich guten) Fantasie-Werten auszufüllen, damit die Qualität der Pneumonie-Behandlung in der eigenen Klinik stimmt. Letztes war ich bei einem Vortrag, wo ein Vertreter der Ersatzkassen die Statistiken dieser bundesweit frei erfundenen Werte hervorzauberte, um zu zeigen, wie gut es um die Pneumonie-Behandlung in Deutschland steht und wie sie sich verbessert hat, seit die Fragebögen eingeführt worden sind. Weil halt jedes Jahr mehr Kliniken auf den Trichter kommen, die gewünschten Werte einzutragen, während es am Anfang (als es noch nicht DRG-relevant war) wahrscheinlich noch irgendwelche Deppen gab, die die Wahrheit ausgefüllt haben.

Dr.Bundy
01.01.2019, 08:10
Das Beste, was man als Bürger machen kann ist das Land verlassen und ein anderes Land unterstützen. Und das tut man mit seinen Steuern und seiner Mitarbeit am Land. Zum Beispiel könnte man in eines der angelsächsichen Länder auswandern, dort bekommen wir Ärzte viel mehr Geld und haben auch sonst mehr Lebensqualität.
Das ist für mich als Ausländer ziemlich einfach, aber ich kann verstehen, dass es für einen Einheimischen schwierig ist und viele das einfach nicht wollen. Nun, ihr Deutschen seid für euer Land verantwortlich. Wie ihr das tut sieht man ja an den Gelben Westen: hier nix los, so viele zahlen weiter seine Steuern, während es in Frankreich, Belgien und Holland ordentlich abgeht.

Kackbratze
01.01.2019, 08:33
Wann kommt der Link zu internationalem Ärztevermittlung, die Dir schon so gut geholfen hat?

Evil
01.01.2019, 08:47
Vielleicht gründet er auch sowas wie die internationale Reichsbürgervereinigung?