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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A71/B44 - Schilddrüsen-OP



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Unregistriert
10.10.2018, 16:10
Ich finde diese Frage absolut anfechtbar! Ich versteh nicht warum man Studenten mit solchen Antworten so unnötig quält!
Wozu soll denn sonst die Info mit der euthyroten Stoffwechsellage gewesen sein??
Vllt kann sich das ja einer von den Dozenten nochmal genauer ansehen!

Sieht man eig irgendwo ob eine Frage angefechtet wurde oder nicht? Bzw gibts da irgend einen anderen Beitrag?

Unregistriert
10.10.2018, 16:43
Ist eine beidseitige Rekurenzparese bei einer OP bei Basedow nicht ein schwerer Kunstfehler? Nach Beschädigung des ersten Nerven (Neuromonitoring) MUSS doch die OP beendet werden. Es steht in keinem Verhältnis dann mit dem Risiko einer lebenslangen Beatmung die OP fortzusetzen. Das ist doch keine Krebs-OP wo es ein riesen Drama wäre wenn man keine R0 Situation erreicht...

Unregistriert
10.10.2018, 16:55
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/088-007l_S2k_operative_Therapie_benigner_Schilddr%C3%B Csenerkrankungen_2015-10.pdf

Auch die Leitlinie empfiehlt hierzu:

"Das intraoperative Neuromonitoring (IONM) ersetzt nicht den Goldstandard der
visuellen Nervendarstellung, sondern wird in Ergänzung zu dieser eingesetzt. Das
Verfahren kann die Identität des Nervus laryngeus recurrens sicher bestätigen und
seine Funktionsfähigkeit bei ungestörtem Überleitungssignal sehr wahrscheinlich
machen, wobei zur Erfassung des gesamten Nervenverlaufes die Stimulation über
den Nervus vagus nach Resektion erforderlich ist 49-54
. Aus rechtlichen Gründen wird
empfohlen, die Ableitung von Elektromyogrammen, in Papierform oder elektronisch zu
speichern. Die Verwendung des IONM ermöglicht bei geplanter beidseitiger Operation
und Signalverlust auf der ersten Seite eine Überprüfung der Strategie (z.B.
zweizeitiges Operationsvorgehen, mit dem die Gefahr einer beidseitigen
Rekurrensparese vermindert werden kann)." und verweist so auf ein zweizeitiges Vorgehen..

Unregistriert
10.10.2018, 17:19
Müssten doch beide Antworten richtig und damit anfechtbar sein, allerdings funktioniert der Link zu dem impp Anfechtungsformular nicht.

Keyhank20
10.10.2018, 17:28
ich finde nicht, dass thyreotoxische Krise eine "Folge" der Operation ist, sondern eine Komplikation. Eine Folge wäre, recurrensparese/hypothyreose usw.

Unregistriert
10.10.2018, 17:34
ich finde nicht, dass thyreotoxische Krise eine "Folge" der Operation ist, sondern eine Komplikation. Eine Folge wäre, recurrensparese/hypothyreose usw.

Naja Komplikationen sind ja auch Folgen. Nur halt negative Folgen

Unregistriert
10.10.2018, 18:02
Müssten doch beide Antworten richtig und damit anfechtbar sein, allerdings funktioniert der Link zu dem impp Anfechtungsformular nicht.
Eine thyreotoxische Krise ist selten und eine beidseitige recurrens Parese sicherlich auch. Mag sein, dass die Paresen etwas häufiger auftreten als die Krise, aber solche Informationen sind ja absolute Fußnoten. Außerdem denke ich, dass vor einer OP über alles aufgeklärt werden sollte.

Unregistriert
10.10.2018, 18:27
Hat schon jemand das beim IMPP eingereicht? Wie läuft das eigentlich, wie mach ich das und was muss ich da mitschicken als Beweis?

Unregistriert
10.10.2018, 18:34
Wobei natürlich nicht nach der Rucurrensparese aufgeklärt werden soll, sondern nach einem Tracheostoma. Also über eine mögliche Behandlung einer möglichen Komplikation. Habe mir einen Aufklärungsbogen für Strumektomien angesehen, die Recurrensparese wird genannt, jedoch das Trachestoma nicht explizit, man spricht lediglich über weitere Operationen an Kehlkopf und Luftröhre, die dann notwendig sein könnten. Insofern kläre ich ihn nicht über das Tracheostoma auf. Jedoch über eine thyreotoxische Krise wird der Patient schon allein wegen des Designs des Aufklärungsbogens sehr sicher aufgeklärt werden. Zudem wäre da die Mortalität trotz Behandlung im Falle des Falles sehr hoch. Was auch mit einbezogen werden muss. Es wird nicht nach der Häufigkeit sondern nach der Wichtigkeit der Aufklärung gefragt. Und da steht mMn eine möglicherweise letale Komplikation über der Beschreibung des Vorgehens bei einer Komplikation. Zumal auch nicht gesichert ist, dass der Patient bis zur OP eurthyreot bleibt. In jedem Fall würde man es erwähnen, wohingegen mir niemand einem Strick drehen kann, wenn ich nur über die mögliche Atemnot bei Recurrensparese aufklären und auf mögliche Folgeeingriffe verweise, das Tracheostoma ist nur eine Möglichkeit davon. Dahingegen bin ich verpflichtet, den Patienten über notwendige Vor- und Nachbereitungen zur Sicherung des Therapieerfolgs aufzuklären, deswegen wird das Thyreostatikum ja überhaupt erst gegeben. Würde der Patient das Thyreostatikum eigenmächtig absetzen, hyperthyreot werden und eine thyreotoxische Krise bei OP erleiden, wäre er in keinem Punkt aufgeklärt worden, wieso diese Prophylaxe überhaupt notwendig ist, weswegen man rechtlich belangt werden könnte. Insofern eher beide Antwortmöglichkeiten richtig.

Dr Gonzo
10.10.2018, 20:36
Sehe das auch so wie mein Vorredner. Zumal man, wie schon mehrfach von anderen erwähnt, nach einseitiger Rekurrensparese die OP abbrechen würde und somit keine der Antworten richtig wäre (wenn man mal in IMPP-Denkweise davon ausgehen würde, dass Patienten nie eigenmächtig Medikamente absetzen oder unregelmäßig einnehmen). Das Problem ist nur, dass das man für das nichtauftreten der Komplikation der Komplikation schwer belege findet. Hat da jemand eine Idee? Also ich meine ein Chirurgie-Buch oder eine Leitlinie in der explizit drin steht, dass nach Auftreten einer einseitigen Rekurrensparese die OP abgebrochen wird. Das klingt so logisch, dass ich fast befürchte, dass das nirgendwo drin steht. Umd dann wirds schwierig mit dem Anfechten...

Kackbratze
11.10.2018, 15:19
Selbst ein regelrechtes Neuromonitoring kann eine Minderbeweglichkeit kaschieren. Bei euthyreoter Stoffwechsellage ist eine thyreotoxische Krise wesentlich seltener, als eine beidseitige Recurrensparese mit entsprechendem ödem und Tracheostoma. Durch Manipulation an der Schilddrüse ist eine thyreotoxische Krise bei euthyreoter Stoffwechsellage fast unmöglich, sonst gäbe es alle Nase lang bei jeder SD-Resektion diese Komplikation.

Theresa91
17.10.2018, 16:33
hat jemand die frage schon eingereicht?

lady_soph
18.10.2018, 08:10
Wir haben die Frage nicht eingereicht, da eine therapieresistente Thyreotoxische Krise eine Notfallindikation zur Thyredektomie (near-total) darstellt.