Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : neue Stelle trotz mehrmaliger Kündigung in der Probezeit
vielleicht kommt daher deine - für einen Anfänger in Dtl - hohe Erwartungshaltung an Oberärzte etc? Klar, es ist eine FA-Ausbildung, aber Lernen ist etwas Aktives; die Arbeit an einer Klinik wird dich nicht an etwas "heranführen", du musst schon selber gehen...
Sowas kenn ich auch. Hat paar Jahre außerhalb D gearbeitet, kam und war völlig überfordert. Mit dem Tempo, mit dem Papierkram, mit den Pflegekräften. Und dann diese ständige Erwartungshaltung: ich kann das nicht also müssen die Oberärzte mir das beibringen. Niemals ein "ich versuch das mal und dann hol ich mir jemanden dazu". Immer ein "ich mach das nicht, das kann ich nicht, das muss man mir erst ganz genau beibringen". Und es ging drum z.B. mal zu dopplern ob der Bypass offen ist oder im Ultraschall eine Vene zu suchen für einen Bypass. Dieses aggressive Auftreten gegenüber den Oberärzten hat es natürlich nicht besser gemacht. Sie ist aber auch nicht zu den Assistenzarztkollegen gekommen dass wir ihr das vielleicht ein wenig zeigen. Eher immer so ein "könnt ihr das mal machen, ich kann das noch nicht". Und mit so einer Grundeinstellung und so einem Grundauftreten wurde natürlich nicht so viel draus.
Es erwartet keiner von einem Neuling, alles zu wissen oder zu können - wohl aber Engagement, einen offensiven Umgang mit den eigenen, erwartbaren, Kenntnislücken und Motivation zu lernen. Hast du diese Eigenschaften?
Kann es sein, dass du jeweils kompletten fachlichen Neustart gemacht hast, um den Erwartungen zu entgehen, die evtl. an dich gestellt werden könnten, da du im vorherigen Fach ja schon gearbeitet hast? Woher kommst du eigentlich drauf, dass all diese überzogenen Erwartungen an den vorherigen Stellen an dich gestellt wurden?
Meine Oberärzte erwarten vor allem Engagement. Und das läuft z.B. so: wenn ein Assistent eine Frage stellt dann wird ihm die Frage kurz beantwortet, damit der weiterarbeiten kann. Und dann bekommt er den Auftrag sich das Thema ... abends zu Hause durchzulesen. Meist Anhand eines Artikels aus dem "Gefäßchirurg". Und am nächsten Tag wird das abgefragt. Ich find das voll fair. Meine Theorie zu lernen ist mein Job, nicht der meines Oberarztes. Der Job meines Oberarztes ist mir bei teils widersprüchlichen Aussagen zu helfen dies richtig einzusortieren. Ich bin damit gut gefahren, wenn man sich da massiv gesträubt hat hatte man es umso schwerer.
Ansonsten find ich es schwer über "Assistentin" aus der Ferne zu urteilen. Kündigungsgründe, auch in der Probezeit gibt es viele. Ein Kollege der eine super Arbeit gemacht hat aber bissl chaotisch als Mensch strukturiert war hat sich mit einer Oberärztin null verstanden und wurde daher gegangen. Alles wussten dass es rein eine menschliche Antipathie war. Der Chef sagte: die Oberärztin wolle er aber auf jeden Fall behalten, ein Assistent ist austauschbar. Klare Ansage, klare Konsequenzen, traurige Geschichte. Wobei: vielleicht im nachhinein besser für den Assistenten.
Wie gesagt: ich will nicht aus der Ferne urteilen oder über Gründe spekulieren. Ich kann nur über Fälle berichten die ich erlebt hab und was dann draus wurde. Ob das auf "Assistentin" zutrifft weiß nur sie oder vielleicht auch nichtmal sie.
aber, man merkt doch selbst als Student in Famulaturen/PJ wie viele Ärzte es gibt, die einfach fachlich nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind, und trotzdem immer noch beibehalten werden?
Es geht nicht nur um das Fachliche. Medizin ist ein Beruf von Menschen für Menschen und es menschelt in allen Ecken und Enden. Wenn das Zwischenmenschliche passt, dann ist sehr viel möglich, wenn nicht dann nicht...
Sowas kenn ich auch. Hat paar Jahre außerhalb D gearbeitet, kam und war völlig überfordert. Mit dem Tempo, mit dem Papierkram, mit den Pflegekräften.
LOL, ich bin seit mehreren Jahren im Ausland und habe auch Angst, bei einer Rückkehr nach Deutschland damit überfordert (oder genervt...) zu sein :-)) Aber ja, ich hatte auch mal ein paar PJler in Dtl, die vorher nur so Famulaturen in der Karibik oder "zum Fotomachen für Instagram mit den armen schwarzen Babys in Afrika" gemacht haben *örks* (ich will damit nicht sagen, dass die TE das getan hat, sondern nur meinem Ärger Luft machen :-D )
Dieses aggressive Auftreten gegenüber den Oberärzten hat es natürlich nicht besser gemacht. Sie ist aber auch nicht zu den Assistenzarztkollegen gekommen dass wir ihr das vielleicht ein wenig zeigen. Eher immer so ein "könnt ihr das mal machen, ich kann das noch nicht". Und mit so einer Grundeinstellung und so einem Grundauftreten wurde natürlich nicht so viel draus. @Assistentin: Da fällt mir ein: Frag deine AA-Kollegen und das Pflegepersonal - in den ersten Monaten lernst du da vermutlich viel mehr nützliches als von nem OA! Gerade am Anfang ist dessen/deren Aufgabe eher, dafür zu sorgen, dass du keinen allzu großen Schaden anrichtest (und nicht dir, schon alle fachlichen Finessen beizubringen).
Ansonsten find ich es schwer über "Assistentin" aus der Ferne zu urteilen. Kündigungsgründe, auch in der Probezeit gibt es viele. Ein Kollege der eine super Arbeit gemacht hat aber bissl chaotisch als Mensch strukturiert war hat sich mit einer Oberärztin null verstanden und wurde daher gegangen.
Klar, es kann tatsächlich auch mal viel Pech sein (selbst so nen CA erlebt, der sehr seltsame Maßstäbe hatte) - dennoch scheint es ja, wie sie selbst schreibt und ihr reflektiert wurde, durch Rückmeldungen und die Kündigungen, nicht nur daran gelegen zu haben.
Es geht nicht nur um das Fachliche. Medizin ist ein Beruf von Menschen für Menschen und es menschelt in allen Ecken und Enden. Wenn das Zwischenmenschliche passt, dann ist sehr viel möglich, wenn nicht dann nicht...
100% Zustimmung. Ich persönlich liebe ja das Akademische in der Medizin, aber im Alltag - sprich bei den Bread'n'Butter cases, die 90% der Alltagstätigkeiten ausmachen - kann imho eine Mischung aus soliden Grundlagenkenntnissen, Erfahrungswerten, menschlicher Kompetenz und gesundem Menschenverstand und den Kenntnissen seiner Grenzen sehr viel wettmachen.
Feuerblick
14.11.2018, 04:32
@jinxed: Das meinte ich ja. Ich hatte zwei Kollegen, die in der Probezeit gegangen wurden. Und das zu Recht!
Beide waren weder fachlich noch organisatorisch noch menschlich tragbar. Sprich: Keine Ahnung von nix auch noch nach Monaten, null Arbeitsorganisation selbst wenn man ihnen geholfen hat (die kannten nicht mal ihre Patienten), keinerlei Einsicht bezüglich der Defizite und dann auch noch aufbrausend und maulig, wenn man ihnen ihre Fehler und Probleme aufgezeigt hat. Bei einem flogen sogar Akten und knallten Türen. Andere...mäßig fähige... Kollegen haben die Probezeit hingegen überstanden, auch wenn wir Assistentenkollegen davon wenig begeistert waren, weil wir die entstehende Mehrarbeit auffangen und immer die Arbeit dieser Typen kontrollieren mussten.
man merkt doch selbst als Student in Famulaturen/PJ wie viele Ärzte es gibt, die einfach fachlich nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind, und trotzdem immer noch beibehalten werden?
Deine Beobachtung ist leider richtig (wenngleich es natürlich viele Gegenbeispiele gibt). Aber so ist heute die Realität, für Abitur und Medizinstudium braucht man keine "helle Kerze" zu sein und Entsprechendes landet dann im Arztberuf. Keine Ahnung, ob das "früher" anders war, denke aber tendenziell schon.
Das Können am Arztsein ist ja nicht Faktenwissen oder irgendwelche manuellen Fertigkeiten, sondern im besten Sinne der umfassende Blick für den Menschen in all seinen Bezügen, was durch die Medizin, wie sie größtenteils in unserem Lande betrieben wird, ad absurdum geführt wird.
Aus der Ferne urteilen und raten, gerade bei einem so komplexen Fall wie dir, ist schwer.
Geh bitte zu einem Coaching, Beratung, lass dir helfen Bewerbung zu üben, dich einzuschätzen, Auftreten, den Lebenslauf vielleicht etwas geschickter schreiben. Dafür gibt's coachings.
Ich würde unbedingt, sofern Kontakt noch zu den alten Kollegen besteht, erfragen was aus ihrer Sicht zur Kündigung geführt hat. Das wird dir weh tun, das geschriebene wird hart werden - aber ist dringend notwendig wenn du noch einen Fuß in die Türe als Arzt bekommen möchtest!
Und ein paar Gedanken von mir, die mir beim lesen kamen - ich mag falsch sein, aber will ehrlich sein.
1. einmal wegen doofer Umstände etc gekündigt werden - kann passieren. 4mal? Da muss wirklich mehr als nur "nicht schnell genug in Theorie sattelfest geworden" gewesen sein! Das sag ich nicht, weil ich gemein sein will - sondern bitte gehe in dich und sei schonungslos ehrlich zu dir selbst! Nur so kannst du etwas besser machen. Nur wegen mangelnder theoretischer Kenntnisse fliegt man nicht (es Seindenn diese haben wiederholt zu grober Fahrlässigkeit geführt etc)
2. warum hast du eine Pause von 3 Monaten jetzt gemacht?? Halte ich für einen groben Fehler!
Klar ist es menschlich nachvollziehbar dass man sich nach ner pleite erst mal sortieren muss etc. aber fachlich: jede Pause ist eine Lücke im Lebenslauf und diese 3 Monats Pause signalisiert jetzt einem zukünftigen Chef nicht "Hei, ich bin all in !" Sondern eher , dass sich jemand zum wunden lecken zurückgezogen hat.
3. deine häufigen Fachrichtungswechsel wirken auf mich, auch wenn du es plausibel erklärt hast, trotzdem chaotisch.
Bitte stelle vor der nächsten bewerbung dir unbedingt die Frage was deine endgültige Fachrichtung sein soll!! Und die muss es dann auch sein!
4. du schreibst mehrfach von Theorie, die gefehlt hat. Kein Oberarzt der Welt erwartet von jemand neuem, dass er alles weiß . Aber er erwartet, dass man sich reinhängt, kämpft, lernt , für das Fach sich interessiert . Und ja , nach paar Wochen erwarten die eine Lernkurve.
Wer 6 Wochen dieselben Fragen stellt , immer noch nicht schneller die stationsroutine erledigt - da ist ein OA oder ausbildungsverantwortlicher Altassistent hart genervt. Jeder hat Stress. Muss sein Zeug halt gebacken bekommen. Klar hilft man gern . Aber wenn der "neue" immer wieder wegen der gleichen kacke ankommt ist Frust vorprogrammiert. Chaos bei Visite ist übrigens auch so ein negativ Aushängeschild. Klar wird jetzt kein Chef über einen Berufsanfänger bei einer chaotischen Visite den Stab brechen. Aber wenn jemand im zweiten Jahr es nicht gebacken bekommt, die Infos klar und strukturiert rüber zu bringen... Entsteht schnell ein schlechter Eindruck. An der Stelle muss man auch sagen, du bist kein Berufsanfänger mehr. Auch wenn du dich immer noch nicht sattelfest fühlst. Jeder OA und Chef wird erwarten dass du dich gut strukturierst und den stationsalltsg wuppst. Und auch dienstfähig bist. Und Station managen ist ja eine reine Organisationsfrage, die mit dem fachlichen null zu tun hat.
Vielleicht war es zu chaotisch ? Vielleicht hast du zu oft immer die gleichen Fragen gestellt? Warst nicht selbstständig genug? (Selbständigkeit bedeutet nicht dass du alles allein immer machst, aber dass du im Kern keinen konstanten Babysitter brauxhst und in der Lage bist abgesehen von gezielten Fragen an deinen OA die Station im Griff zu haben.
Das soll dich nicht angreifen, sondern dir helfen die richtigen Fragen selbst zu stellen.
Und bitte denk auch darüber nach, ob Arzt sein das richtige ist!
Für den Beruf braucht man ein hohes Maß an Belastbarkeit , Selbständigkeit , harte nerven , eigenverantwortliches Lernen und Wille schnell früh viel Verantwortung zu schultern. Vielleicht bist du woanders glücklicher ?
Speranza100
14.11.2018, 14:04
Bitte stelle vor der nächsten bewerbung dir unbedingt die Frage was deine endgültige Fachrichtung sein soll!! Und die muss es dann auch sein!
Hier ist schon viel gesagt worden, aber diesen Satz muss ich einmal aufgreifen weil ich den nicht so stehen lassen wollte, weil es halt Kollegen gibt, die nicht schon im 6. Semester direkt wissen für welches Fach sie "brennen", und dann eben auch länger "suchen" müssen. Ich habe schon das Fach gewechselt (Psychiatrie, Neuro, Innere) , und merke jetzt auch wieder, dass das niemals "schadet", man hat eine andere Lernkurve und zwar breiteres Wissen, dafür zwar vielleicht weniger Detailwissen (und der Facharzt lässt auf sich warten....), aber man kriegt keine Panik wenn auf der internistischen Station mal jemand krampft etc pp. (auch zu empfehlen denke ich mittlerweile: Mal das Haus wechseln, das bringt mal nen Blick über den Tellerrand...
Ich weiß, ich habe den Satz aus dem Zusammenhang gerissen das tut mir leid, aber ich fühlte mich angesprochen, weil ich zu den besagten Kollegen gehöre, die nicht für eins "brennen" und länger suchen müssen (wobei ich dazu sagen muss dass ich länger bei den Fächern geblieben bin als 6 Monate). Dafür muss man sich leider oft rechtfertigen, wobei es wie gesagt der klinischen Erfahrungen sicher nicht immer nur schadet...
Zum Rest ist ja schon viel gesagt worden ... war jetzt etwas Off Topic aber lag mir auf der Zunge weil es im Kollegenalltag oft gefragt wird und ich manchmal das "Problem" nicht verstehe
lag mir auch auf der Tastatur genau diesen satz rauszupicken- volle zustimmung!
für den/die TE trotzdem wahrscheinlich ein teilproblem gewesen, mit jedem Stellen- auch nen Fachwechsel zu machen, und daduch nie die routine nach >6monaten in einem Fach zu erreichen.
Feuerblick
14.11.2018, 19:35
Prinzipiell spricht ja nix gegen Stellen- und Fachwechsel. Das wird hier im Forum eigentlich auch immer genau so propagiert. Allgemeinmediziner brauchen das sogar. Für andere ist der Blick über den Tellerrand spannend. Und noch andere wollen einfach ausprobieren, ob Fach X oder Fach Y besser passt. Diejenigen, die schon im Studium für ein Fach wirklich brennen und dann dabei bleiben, sind selten.
Im konkreten Fall hier sollte aber wirklich mal etwas „Richtung“ reinkommen. Die TE weicht ständig auf andere Fächer aus, in denen sie dann auch scheitert. Da schadet es ganz sicher nicht, sich mal auf eine Fachrichtung festzulegen.
Könntest du dich denn für ein weniger patientenorientiertes Fach wie Patho begeistern?
Assistentin
14.11.2018, 21:00
mit den Patientenfernen Fächern habe ich mich schon intensiv theoretisch befasst, konnte mich aber für keines begeistern.
Wunschfach schon während des Studium ( Dissertation, PJ) war die Pädiatrie, aber da habe ich keine Chance mehr eine Stelle zu bekommen. Zweite Wahl wäre die Innere Medizin. Allerdings sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt keine Veränderungen bei meinen Ausgangsbedingungen ausser, dass ich meine theoretische Unsicherheit beseitigen konnte. Ich hatte übrigens immer vor meinem Ausscheiden das Gespräch mit den Chefs gesucht und als Begründung wurde mir stets nur das in den ersten Posts Berichtete genannt. Übrigens bin ich auch nie übermässig fordernd den Oberärzten gegenüber aufgetreten, was ja hier auch vermutet wurde.
Ich werde den hier genannten Tipp eines Bewerbungscoach annehmen, denn ich gehe ziemlich verzweifelt und ratlos in die nächste Bewerbungsrunde.
anignu, Feuerblick und *Akela* haben schon angedeutet, was auch ich mir denke: Es ist ganz schwer vorstellbar, dass es nur am Fachlichen gelegen haben soll, wenn man als Arzt 4mal in der Probezeit rausfliegt.
Per Internet kann man so etwas überhaupt nicht diagnostizieren, aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie das passieren soll, ohne dass irgendwo auf der persönlichen Ebene irgendwas ist, was *bei vier verschiedenen Abteilungen* zum KO führt aber einem keiner sagt. Vor allem wenn das teils sogar nach weniger als 6 Monaten ist. Du schreibst nicht, wieviele Monate konkret - aber nach 2 bis 3 Monaten fliegt man nicht wegen fehlendem theoretischem Wissen. Da muß man ganz erheblich Patienten gefährden und keinerlei Einsicht zeigen. Oder irgendein anderes sozial unverträgliches Problem haben.
Wie Akela würde auch ich unbedingt zu einem coaching raten, und außerdem versuchen, jemanden bei den ehemaligen Arbeitgebern zu finden, der einem vielleicht doch die Wahrheit sagt. Da muss doch irgendwas Erhebliches sein. Noch nicht mal die Kollegin, die in den ersten 4 Wochen allen Stations-Schwestern erzählt hat, dass sie ihren Job nicht gescheit machen und anders viel besser arbeiten könnten, ist bei uns gegangen worden, obwohl auch die fachlich nicht besonders gut war. Noch nicht mal die Kollegin, die den Oberarzt vor ihm und vor anderen Zeugen einen "Arsch" genannt hat, ist rausgeflogen.
Für mich ist es sehr wahrscheinlich, dass da noch irgendein anderes, bisher nicht angesprochenes persönliches Problem im Hintergrund ist. Vielleicht hat sich nur niemand getraut, es zu sagen. Ich habe mal eine Geschichte mitbekommen von jemandem, der bestialisch gestunken hat. Ein anderer, der mehrfach strunzbetrunken zum Dienst gekommen ist. Einer war permanent nicht auffindbar - keiner wußte, was der in seiner Arbeitszeit macht, aber jedenfalls war er nicht auf Station. Einer hat sich (in der Anästhesie) alles zugetraut trotz fehlender Erfahrung und damit gemäß Aussage vieler verschiedener Leute Patienten gefährdet und nichts davon eingesehen. Es gibt Menschen, die im Dienst sehr seltsame Kleidung oder Schmuck tragen. Es gibt Leute, die einfach nichts einsehen und ständig Widerworte geben. Oder andere erhebliche Mängel in der Kommunikation. *So etwas* sind Gründe, jemanden nach ein paar Monaten zu kicken.
Ich würde "Assistentin" dringend empfehlen, in dieser Richtung zu forschen, ob es da nicht irgendwas gibt. Bei früheren Arbeitgebern/Kollegen und bei einem Coaching.
Abgesehen davon klingt die Erzählung, als Anfängerin fest auf einer neonatologischen Intensiv eingeteilt worden zu sein, etwas seltsam.
Abgesehen davon klingt die Erzählung, als Anfängerin fest auf einer neonatologischen Intensiv eingeteilt worden zu sein, etwas seltsam.
Och ich gehe im januar auch mit 10 Monaten Berufserfahrung auf unsere Neonat und nächsten Monat geht eine Kollegin hoch die genau 3 Monate Pädiatrie gemacht hat (und 6 Monate Gyn). Ist also nicht seltsam sondern eher normal, ob man das gut findet oder nicht.
Ein Chef wird dir - selbst wenn er es vielleicht will - nie die Wahrheit sagen, sondern irgendeinen gerichtsfesten WischiWaschi.
Nur nochmal, weil es angesprochen wurde... Mein Statement "gut überlegen was die nächste Fachrichtung sein soll - und das muss es dann auch sein"
Ich habe absolut nichts gegen Fachrichtungswechsel, ganz im Gegenteil. Dient oft wirklich dazu über den Tellerand zu gucken, zu sortieren.
Übrigens habe ich selbst auch nach den ersten 6 Monaten Beruf 1x Fachrichtung gewechselt.
Ich war auch einer von denen, die am Ende des Studiums zwar einige Ideen hatte, aber 2-3 Fachrichtungen hätte vorstellen können. Aber: 4x Fachrichtungswechsel im 6 Monatstakt ist was ganz anderes als wenn jemand 1-2msl noch am Anfang sich neu orientiert!
Und grad im Fall der TE ist es wirklich wichtig sich mit der Fachrichtung im Klaren zu werden! Weil 4x wechseln wirkt halt ab irgendeinem Punkt nicht mehr logisch und vielseitig - sondern chaotisch und als ob man nicht recht weiß was man will!
Wie schon geschrieben wurde: der Chef muss dir natürlich einen Grund nennen , der offiziell genannt werden darf. Eine ehrliche Antwort wirst du da selten bekommen. Frag doch ehemalige assistenzarztkollegen? Vielleicht sogar die Pflege auf Station, wenn da jemand of, mit dem du ein engeres Verhältnis hattest und da fragen stellen kannst!
Bei uns wurden nur wirklich Extremfälle gekündigt -
Einer der auf dem Flur handgreiflich gegenüber einer Kollegin wurde (hat ihr ins Gesicht geschlagen , als sie nicht Dienst tauschen wollte).
Eine andere wurde gegangen, weil die permanent nur gelogen hat, unentschuldigt nicht zu Diensten erschienen ist und fachliche eine einzige Gefährdung für die Welt war.
Selbst einer der auf dem Flur Schimpfworte schlimmster Arzt für einen Oberarzt fand , bekam "nur" ein Chefgespräch , arbeite weiter. Selbst zwei Kolleginnen die fachlich auch Ende des ersten Jahres wirklich noch nicht dienstfähig sind und permanent blödsinn machen und sehr unselbstständig sind - werden nicht gekündigt obwohl alle(!) nur mit den Augen rollen.
Ich will sagen: forsche in die Tiefe, was deine ehemaligen Kollegen wirklich denken, gesehen haben, und lass auch harte Kritik zu. Nur so kriegst du das Ruder rumgerissen.
Viel Glück!
Lightyagami
15.11.2018, 11:46
Nur nochmal, weil es angesprochen wurde... Mein Statement "gut überlegen was die nächste Fachrichtung sein soll - und das muss es dann auch sein"
Ich habe absolut nichts gegen Fachrichtungswechsel, ganz im Gegenteil. Dient oft wirklich dazu über den Tellerand zu gucken, zu sortieren.
Übrigens habe ich selbst auch nach den ersten 6 Monaten Beruf 1x Fachrichtung gewechselt.
Ich war auch einer von denen, die am Ende des Studiums zwar einige Ideen hatte, aber 2-3 Fachrichtungen hätte vorstellen können. Aber: 4x Fachrichtungswechsel im 6 Monatstakt ist was ganz anderes als wenn jemand 1-2msl noch am Anfang sich neu orientiert!
Und grad im Fall der TE ist es wirklich wichtig sich mit der Fachrichtung im Klaren zu werden! Weil 4x wechseln wirkt halt ab irgendeinem Punkt nicht mehr logisch und vielseitig - sondern chaotisch und als ob man nicht recht weiß was man will!
Wie schon geschrieben wurde: der Chef muss dir natürlich einen Grund nennen , der offiziell genannt werden darf. Eine ehrliche Antwort wirst du da selten bekommen. Frag doch ehemalige assistenzarztkollegen? Vielleicht sogar die Pflege auf Station, wenn da jemand of, mit dem du ein engeres Verhältnis hattest und da fragen stellen kannst!
Bei uns wurden nur wirklich Extremfälle gekündigt -
Einer der auf dem Flur handgreiflich gegenüber einer Kollegin wurde (hat ihr ins Gesicht geschlagen , als sie nicht Dienst tauschen wollte).
Eine andere wurde gegangen, weil die permanent nur gelogen hat, unentschuldigt nicht zu Diensten erschienen ist und fachliche eine einzige Gefährdung für die Welt war.
Selbst einer der auf dem Flur Schimpfworte schlimmster Arzt für einen Oberarzt fand , bekam "nur" ein Chefgespräch , arbeite weiter. Selbst zwei Kolleginnen die fachlich auch Ende des ersten Jahres wirklich noch nicht dienstfähig sind und permanent blödsinn machen und sehr unselbstständig sind - werden nicht gekündigt obwohl alle(!) nur mit den Augen rollen.
Ich will sagen: forsche in die Tiefe, was deine ehemaligen Kollegen wirklich denken, gesehen haben, und lass auch harte Kritik zu. Nur so kriegst du das Ruder rumgerissen.
Viel Glück!
Zwar Offtopic, aber das ist doch nicht wahr oder? :-((
Doch leider schon. Er wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert bis die Kündigung dann im Rohr war.
Die beiden hatten sich eh gegenseitig zum fressen gern. Der Sache war laut sxhwestern ein einstündiger lauter Streit vorausgegangen. Er war eh der Typ Mensch mit extrem kurzer Zündschnur. Und dann hat es halt gekracht. Wir anderen waren extrem schockiert als wir davon erfuhren.
Colourful
15.11.2018, 12:43
Extrem kurze Zündschnur = Impulskontrollstörung?! Da können sich ja melne Patienten besser kontrollieren.
Wie auch immer - die Geschichte ist extrem heftig und wir waren alle total schockiert. Ich wollte damit sagen: wenn man gekündigt wird, hat das meistens heftige Gründe . Und nicht nur bissl chaotisch, bissl unselbstständig, bissl langsamer oder bissl zu wenig gelernt.
Ich denke der TE wird ein Coach helfen, und vor allem vor dem Coaching eine informationsgewinnung aus dem Umfeld. Kostet natürlich riesig Überwindung, gerade wenn es schon länger her ist - aber ist unverzichtbar.
Und schonungslose Ehrlichkeit zu sich selbst, auch wenn das hart ist.
In Ergänzung zu allem vorher Gesagten bezüglich Stelle 4):
"4. Stelle: Rehabilitationsklinik: Grund: Wiedereinstieg in die Akutmedizin, Übung von Organisation und Arbeitstempo. Geplanter Aufenthalt 1 Jahr, um überhaupt mal längere Zeit an einem Haus zu verweilen und etwas Routine in der Arbeit zu bekommen.
Hier kam ich gut zurecht bezüglich meiner Arbeit. Leider wurde ich nach drei Monaten durch eine Fachärztin ausgetauscht. Es handelt sich um ein Haus in der absoluten Peripherie, wo sich selten ein Bewerber hin verirrt. Da es klar war, dass ich maximal ein Jahr bliebe, wollte das Haus sich die Fachärztin, die alterstechnisch das Haus als Dauerlösung sah, sichern."
-> Gerade, wenn es sich um einen privaten Träger handeln sollte, wird da schon mal schnell auch in der Reha-Klinik das Perosnal gewechselt, wenn es nicht so läuft, wie Cheffe oder Geschäftsführer wollen.
Nessiemoo
15.11.2018, 17:54
Die Situation ist schwierig, natürlich, auch bestimmt psychisch für dich, aber ich glaube dass bei der Stellensituation aktuell wird man schon was finden. Vermutlich ist der beste Weg, auch wenn es schwierig ist, ehrlich zu bleiben. Ich habe ja auch schon erlebt, wie willkürlich manche Personalentscheidungen sein können, wie Kollegen gegangen werden, die so vertrauensvoll, penibel gearbeitet haben und auch fachlich gut waren, und gleichzeitig extrem schlampige Kollegen mit riesigen Fachlücken irgendwie überall durchrutschen.
Was ich mich frage: was sagen deine Arbeitszeugnisse? Insbesondere das letzte Klinik. Steht da etwas, was deine Erzählung unterstützt? Wenn nicht, würde ich fast vorschlagen die zu bitten sowas zu bestätigen - dass mit dir gut zusammenzuarbeiten war, dass du z.B schnell gelernt hast, Stationsarbeit gut ge-managed hast und der Kündigungsgrund war eben, dass die Stelle eigentlich für eine Fachärztin ausgeschrieben war. Auch die erste Klinik wäre für mich eine gute Möglichkeit vielleicht ein positives Arbeitszeugnis herzuzaubern -dass du als Berunfsanfänger auf ITS eingestellt wurdest, da (muss man sagen zurecht) nicht genügend Erfahrung hattest und die aber keine Stelle auf Normalstationen dir anbieten konnten z.B. Die 2. und 3. Klinik bleiben etwas mysteriös. Aber mindestens ein gutes Arbeitszeugnis aus der Rehaklinik würde vieles einfacher machen.
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