Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie geht's weiter nach dem Facharzt?
freestyler
24.11.2018, 11:21
Und ich bin so jemand, der das Tagesgeschäft auf der Station schmeißt, bin damit aber persönlich sehr zufrieden. Und das Tagesgeschäft einer psychiatrischen Akutstation ist halt auch alles andere als langweilig. Ich möchte, wegen des Kindes und der potentiellen Kinder auch erst mit 40+ noch ein bisschen Karriere machen.
Stationsarbeit auf einer Unfallchirurgie macht man doch meistens nebenbei, zwischen den OPs. Das ist nicht zu vergleichen mit der Psychiatrie.
War in ähnlicher Situation, bin in der Ortho/Unfall nicht so richtig vorwärts gekommen. Keine Aussicht auf eine OA-Stelle. Oberarzt in der Unfallchirurgie heißt für mich aber auch, dass man das meiste was von der Straße kommt beherrscht. Und das kann ich nicht 100%ig sagen. Mache jetzt was komplett anderes.
So ist es. Mir geht es nicht um Karriere, ich will endlich was können.
Colourful
24.11.2018, 13:59
Das kann ich verstehen. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, wie das ist, wenn man da auch Jahre nach Facharzt noch immer das Gefühl hat (es auch so ist), dass man da viel nicht kann.
So ist es. Mir geht es nicht um Karriere, ich will endlich was können.
Was würdest du denn gerne können was du nicht kannst? Ich meine als Facharzt sollte man “kleine“/häufige Eingriffe doch selbst durchführen können.
Tja, was sollte man können... vielleicht kann ich auch viel mehr, als ich denke. Aber nur, weil man irgendwas 10 mal gemacht hat (und das wiederum in vielleicht 6 Jahren), heißt das noch lange nicht, dass man es auch kann. OK, ich habe schon allein Radiusfrakturen operiert, aber da gibt es auch solche und solche. Überhaupt ist das Spektrum so breit... irgendwann kommt man an den Punkt, wo man sich Sachen zutraut, die man noch nie operiert hat, weil man schon genug Erfahrung bei anderen Eingriffen gesammelt hat. Aber so weit bin ich noch nicht.
Und was ich mal können möchte: eigentlich alles. Ich möchte eigentlich mal in der Lage sein, eine Acetabulumfraktur oder eine Wirbelkörperfraktur operieren zu können.
Wie wäre dann eine richtige Unfallchirurgie, die regelmässig Trauma bekommt und genau das dem dortigen möglichen zukünftigen Chef mitteilen. Der muss doch auch Leute haben, die sich diese Dinge zutrauen. Hüften, Acetabulum, Traumachirurgie. Natürlich den Stellenwert von Fix ext nie vernachlässigen. (Anästhesisten finden Fix ext super :-)) )
In eurer möglichen neuen Stadt sollte es 1-2-3 solche Häuser geben.
Ich glaube, der Fehler, den viele Frauen (in Deinem Fachgebiet und allgemein an der Schwelle zum OA Wesen) machen, ist, dass sies definitiv können, aber sich nicht trauen, aufzustampfen und zu sagen, ich will aber..!! Ich mache das schon.. Ich mach Dir das und das, dann läufts..! Sondern relativ höflich da stehen und sagen, klar, ich könnte es. Aber das weiss die obere Riege ja, da muss ich nicht noch rumpöbeln. Das Mittelmass des richtigen Aufbegehrens wird einer Frau nie so recht zugelassen. Entweder zu trotzig oder zu sanft, zu dreist, zu wenig engagiert.
Lass Dich nicht zu sehr auf die Frau oder Mutti reduzieren und/oder in eine Nische ablegen, sondern streite auch für Deine Rechte und Pflichten. Berechne jede verdammte Prothese, mach Schablonen, mach schlüssige Vorschläge. Du schaffst das, da bin ich mir sicher.
Vielleicht muss man dafür halt mit den Ltd über so etwas explizit sprechen.
Ich glaube ich leide unter dem Impostor Syndrom :-oopss
Ich glaube ich leide unter dem Impostor Syndrom :-oopss
Das glaube ich auch, dass das eines der Probleme ist.
Und selbst wenn du nicht alles endgültig versorgen kannst, die Prioität ist doch erstmal den Patienten soweit zu stabilisieren, dass er überlebt und dann (semi-) elektiv in den nächsten Tage operiert werden kann, oder? Zumindest im Dienst?
Und selbst wenn du nicht alles endgültig versorgen kannst, die Prioität ist doch erstmal den Patienten soweit zu stabilisieren, dass er überlebt und dann (semi-) elektiv in den nächsten Tage operiert werden kann, oder? Zumindest im Dienst?
Was hat'n das mit persönlichen Skill-Zielen zu tun?
Kackbratze
26.11.2018, 05:19
Die Fähigkeit einen Patienten erst zu stabilisieren ist ein FA-Basic. Wenn man das beherrscht, hat man schon mehr drauf als der Rest. Die Ungeduld möglichst viel auf einmal können und lernen zu wollen kenne ich auch. Selbst als FA geht man schrittweise weiter.
Und selbst wenn du nicht alles endgültig versorgen kannst, die Prioität ist doch erstmal den Patienten soweit zu stabilisieren, dass er überlebt und dann (semi-) elektiv in den nächsten Tage operiert werden kann, oder? Zumindest im Dienst?
Das würde ja voraussetzen, dass man mit solchen Patienten auch Kontakt hat. Das ist nicht in jedem Krankenhaus gegeben. Ich war immerhin 5 Jahre an einem Haus der Maximalversorgung mit überregionalem Traumazentrum. Aber das ist jetzt schon wieder 4 Jahre her. Danach kam ein orthopädisches Haus und jetzt ein eher kleines Haus, in das sich keinwirklich schwer verletzter Patient verirrt. :-? Mir fehtl die Übung. Ich hätte schon wieder Lust auf sowas, aber gleich wieder allein da stehen... :-nix
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